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Bericht über die Ergebnisse des Betriebsvergleiches des Einzelhandels im Jahre 1949

von Institut für Handelsforschung an der Universität zu Köln
In der vorliegenden Nummer der Mitteilungen des Instituts für Handelsforschung werden in 23 Tabellen die Ergebnisse des vom Institute in Verbindung mit der Hauptgemeinschaft des Einzelhandels und den Einzelhandelsfachverbänden durchgeführten Betriebsvergleichs im Jahre 1949 vorgelegt. Die Ergebnisse umfassen 17 Einzelhandelsbranchen, zu denen alle großen Fachzweige und der größere Teil der kleineren Branchen zählen. Sie geben erstmalig nach dem Kriege einen Gesamtüberblick über die Situation des Einzelhandels für den Zeitabschnitt eines geschlossenen Jahres und bilden somit die seit Kriegsende fehlende Jahresgrundlage zur Beurteilung der Leistungen des Einzelhandels für die Nachfolgejahre. Das vorgelegte Jahresergebnis unterscheidet sich durch zusätzliche Feststellungen von den laufend monatlich an die am Betriebsvergleich teilnehmenden Firmen übermittelten Kurzberichten und den in der ersten Nummer der Mitteilungen bekanntgegebenen Ergebnisse des 1. Halbjahrs 1949. Im einzelnen handelt es sich dabei um folgende Erweiterungen:
Die Handlungskosten wurden durch Abschreibungen und Zinsen für das Eigenkapital vervollständigt. Ferner wurde das Entgelt für nichtentlöhnte Mitarbeit des Inhabers und seiner Familie (Unternehmerlohn) getrennt von den übrigen Personalkosten ausgewiesen. Aus den zum Jahresschluß gemeldeten Lagerzahlen wurden der Lagerwert je beschäftigte Person und die Entwicklung des Lagerbestandes vom 1.1. bis 31.12.1949 errechnet. Um den Jahresabsatz 1949 mit dem letzten Friedensjahr 1938 vergleichen zu können, wurden die Umsatzzahlen der Teilnehmer für das Jahr 1938 erhoben.
Die Methode des Betriebsvergleichs ist in Nr. 1 der Institutsmitteilungen eingehend dargestellt worden. Jedoch wurde entgegen dem Verfahren beim Halbjahresbericht, der lediglich eine Zusammenfassung der sechs Monatsergebnisse darstellte, das Jahresergebnis wie folgt errechnet: Für jeden teilnehmenden Betrieb wurden die Zahlen der zwölf Monatsberichte addiert und daneben noch die zusätzlichen Positionen eines besonderen Jahresfragebogens berücksichtigt. Im vorliegenden Jahresbericht sind mit Ausnahme der in absoluten Zahlen angegebenen Ergebnisse alle übrigen Werte als einzelbetrieblidie Verhältnisbzw. Gliederungszahlen errechnet und daraus die entsprechenden Durchschnittswerte gebildet; dabei fand grundsätzlich das arithmetische Mittel Verwendung. Durch dieses Verfahren wurde ausgeschlossen, daß die relativ stark vertretenen Großbetriebe die Durchschnittszahlen zu sehr beeinflußten. In bezug auf die Branchen- bzw. Größenklassendurchschnittswerte hat danach jeder erfaßte Betrieb das gleiche Gewicht.
Durch die einzelbetriebliche Berechnung aller Vergleichszahlen ist die Gewähr gegeben, daß aus den vorhandenen Unterlagen statistisch einwandfreie Ergebnisse ermittelt wurden. Im Gegensatz zu den monatlich bekanntgegebenen Kurzberichten sind bei der Jahresauswertung die Berichtsfirmen durch alle zwölf Monate hindurch die gleichen. Die mitgeteilten Zahlen sind als endgültig zu betrachten. Durch Nacherhebung fehlender Monatsberichte war es möglich, den Teilnehmerkreis der Jahresauswertung wesentlich weiter zu ziehen als den der monatlichen Berichterstattung. Das gilt vor allem für die ersten Monate des Jahres, in denen die Teilnehmerzahlen wegen des Aufbaues der Vergleichsarbeit zunächst niedriger lagen als in der 2. Hälfte des Jahres. Außerdem wurde im Laufe des Jahres 1949 der Teilnehmerkreis um zwei Branchen- erweitert: den Sortimentsbuchhandel und den Photoeinzelhandel. Da die Teilnehmer beider Branchen für alle Monate des Jahres die Ergebnisse nachmeldeten, konnten diese im Jahresbericht berücksichtigt werden, während sie im Bericht über das 1. Halbjahr 1949 noch nicht enthalten sind.
Die Betriebsvergleichsergebnisse der einzelnen Branchen sind im Hinblick auf ihren Repräsentativwert von der Teilnehmerzahl abhängig und daher unterschiedlich zu beurteilen. Von den Branchen mit weniger als 50 berichtenden Betrieben werden deshalb nur die Branchendurchschnittswerte bekanntgegeben und die Branchen außerdem durch Kleindruck gekennzeichnet.
Die ersten 4 der 23 Tabellen charakterisieren die Basis, auf der der Betriebsvergleich für das Jahr 1949 aufbaut. Sie geben die Zahl der Teilnehmer an und ihre Aufgliederung nach Branchen, Größenklassen, Ländern und Ortsgrößen. Die Tabelle 5 bringt die Hauptergebnisse des Vergleichs in der Form einer Generalübersicht. Die Tabellen 6 bis 20 vermitteln Einzelergebnisse, die nach Möglichkeit auch nach Größenklassen aufgegliedert sind, und zwar in zweifacher Hinsicht: nach beschäftigten Personen und nach Absatzgrößen. Die Gliederung nach Absatzgrößenklassen, die bei den statistischen Erhebungen der Vorkriegszeit ausschließlich Verwendung gefunden hat, wird erstmalig für die Zahlen von 1949 vorgenommen, die bisher nur nach Personengrößenklassen gruppiert wurden. Da der Absatz (Umsatz) bereits stark durch die effektive Leistung beeinflußt wird und somit kein objektiver Maßstab für die Betriebsgröße ist, weichen die Ergebnisse der beiden Größenklasseneinteilungen nicht unerheblich voneinander ab. Der Vergleich der beiden Größenklassengliederungen ist besonders instruktiv.
In den letzten Tabellen 21 bis 23 werden die Ergebnisse von 1949 mit solchen der Vorkriegszeit verglichen, die allerdings nicht alle auf dasselbe Vergleichsjahr abgestimmt werden konnten. Auch fehlen für einzelne Branchen brauchbare Angaben.
Auf eine eingehendere Kommentierung der Tabellen mußte mit Rücksicht auf den Umfang der Veröffentlichung, die in einer Mitteilungsnummer unterzubringen war, verzichtet werden. In der nächsten Nummer, die sich in erster Linie mit Fragen des Großhandels beschäftigen wird, werden gegebenenfalls noch einige Ergänzungen bekanntgegeben.
Soweit es nützlich erschien, sind zu einzelnen Tabellen kurze Erläuterungen beigefügt worden. Für die Berechnungsweise einzelner in den Tabellen enthaltenen Angaben gilt folgendes:

Zahl der beschäftigten Personen
:
Darunter sind alle im Betriebe tätigen Personen einschließlich des oder der Inhaber und der mithelfenden Familienmitglieder zu verstehen. Teilbeschäftigte Personen sowie Lehrlinge im 1. und 2. Jahr und Anlernlinge im 1. Jahr sind mit 0,5 bewertet

Warenbeschaffung
:
Sie umfaßt den Wareneingang, und zwar die Summe der Einkaufsrechnungen abzüglich der Retouren und Preisnachlässe.

Warenabsatz
:
Er enthält den gesamten Umsatz der Betriebe im Bar- und Kreditgeschäft zu Verkaufspreisen.

Lagerbestand:

Seine Höhe ist berechnet aus dem Durchschnitt von Anfangsbestand am 1.1.1949 und Endbestand am 31.12.1949 zu Inventurwerten.

Personalkosten:

In ihnen sind die Bruttolöhne und -gehälter aller vom Betriebe angestellten Personen enthalten, einschließlich des Arbeitgeberanteils an sozialen Lasten, der Sachleistungen und der Tantiemen, Gratifikationen und Prämien. Außerdem sind, soweit möglich, die gezahlten Provisionen und sonstigen Zahlungen an nichtanges teilte, aber regelmäßig herangezogene selbständige Vertreter, Buchhaltungs- und Steuerhelfer usw. hinzugerechnet, soweit diese Beträge nicht unter die sonstigen Kosten aufgenommen worden sind.

Entgelt für nichtentlöhnte Mitarbeit des Inhabers und seiner Familie (Unternehmerlohn):
Der als Entgelt angesetzte Betrag ist nicht höher als der, der für gleichwertige leitende oder ausführende Kräfte nach den Sätzen der örtlichen Tarifordnung oder nach den Bedingungen für außertariflidie Gehälter zu zahlen wäre.

Miete:

Darunter ist die für fremde Räume gezahlte Miete und der Mietwert der eigenen Räume zu verstehen, soweit sie ausschließlich für Betriebszwecke verwendet werden. Für eigene Räume ist als Mietwert die Summe eingesetzt, die gezahlt werden müßte, wenn Räume in gleichem Umfange und in gleicher Lage gemietet werden müßten. In den Mietwert sind keine Raumkosten (z. B. Heizung, Reparaturen, Licht) eingerechnet worden. Sie sind vielmehr in den sonstigen Kosten enthalten.

Steuern:

Zu den Steuern sind nur die betrieblichen Steuern gerchnet, also Umsatzsteuern, Gewerbesteuer, Kraftfahrzeugsteuer für Betriebsfahrzeuge. Nicht als Steuern gelten Beiträge, auchi wenn sie steuerlich abzugsfähig sind. Nicht eingesetzt sind ferner die Einkommensteuer, Vermögensteuer usw. des Unternehmers, sowie die Körperschaftssteuer, Grundsteuer und die Soforthilfeabgabe.

Reklamekosten:

In ihnen sind die Personalkosten dann nicht enthalten, wenn diese schon bei den allgemeinen Personalkosten ausgewiesen sind.

Abschreibungen:

Darunter sind die Abschreibungen auf Inventar, Fahrzeuge und Forderungen gemäß dem Jahresabschluß für 1949 zu verstehen (ohne Abschreibungen auf Warenlager).

Zinsen für Eigenkapital:

Bei Einzelunternehmungen und Personalgesellschaften werden 4% des Kapitalkontos des Inhabers oder der Gesellschafter nach dem Stande vom 31.12.1949 berechnet, jedoch ohne den Gewinn des Jahres 1949; bei Kapitalgesellschaften 4% des Grundkapitals einschließlich der gesetzlichen und freiwilligen Reserven.

Sonstige Kosten:

Dazu zählen alle nicht bereits einzeln ausgewiesene Kosten. Nicht zu den Betriebskosten gehören sämtlidie Grundstückskosten und -abgaben, da sie im Mietwert schon enthalten sind, ferner Entnahmen für private Zwecke, Kosten für Lebensversidierung des Inhabers und Aufwendungen für kurzlebige Wirtschaftsgüter.

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