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Bericht über die Tätigkeit des Instituts für Handelsforschung im Sommersemester 1950 und Wintersemester 1950/51

von Prof. Dr. Rudolf Seyffert
In den beiden Semestern des Haushaltsjahres 1950 (1.April 1950 bis 31.März 1951) war erstmalig nach dem Kriege eine kontinuierliche Durchführung der Institutsarbeiten gesichert. Die für das Haushaltsjahr 1950 bewilligten Etatmittel konnten dem Institut voll zur Verfügung gestellt werden, und wenn auch durch das Steigen der Personalkosten wie der Sachkosten im letzten Drittel des Etatjahres sich einige Schwierigkeiten ergaben, so standen diese Störungen in keinem Verhältnis zu den Finanzierungssorgen vergangener Jahre.
Im Berichtsjahre waren die Institutsräume nach der Beseitigung der baulichen Kriegsschäden wieder voll benutzbar. Das Institut, im Parkgeschoß des nördlichen Seminarflügels im Universitätshauptgebäude untergebracht, war wiederholt bei Bombenangriffen beschädigt und in der Nacht vom 30. zum 31. Oktober 1944 so schwer getroffen worden, daß zunächst ein Wiederaufbau erst nach vollständigem Niederlegen wesentlicher Bauteile möglich schien. Es gelang jedoch in den ersten vier Nachkriegsjahren, auch unter Überwindung der Schwierigkeiten der RM-Zeit, die Räume wieder ausreichend herzustellen. Nicht ersetzt sind die Verluste an Büchern, Apparaten, Modellen und Materialsammlungen, die mit denen an Inventar mit 80 000 DM eher zu niedrig als zu hoch einzusetzen sind. Allein an Büchern gingen 922 Bände verloren.
Die für das Haushaltsjahr 1950 erstmalig durchgeführte etatliche Gliederung in einen Grundetat für die allgemeine Institutsarbeit, den eigentlichen Institutsetat, und die Etats der Betriebsvergleichsabteilungen hat sich auch organisatorisch bewährt.
Der allgemeinen Abteilung des Instituts obliegen alle Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, das Bereitstellen und Unterhalten des Forschungsapparates und die Publikation der Forschungsergebnisse. Außerdem besteht zwischen ihr, dem Seminar für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Besondere des Handels (Handelsseminar) und dem Werbewissenschaftlichen Seminar enge Arbeitsgemeinschaft, die sich vor allem auf die Bearbeitung zahlreicher wissenschaftlicher Einzelthernen bezieht.
Im abgeschlossenen Haushaltsjahr war diese Grundabteilung vor allem mit der Entwicklung der Methoden des Betriebsvergleichs im Großhandel und im Einzelhandel beschäftigt und mit der wissenschaftlichen Bearbeitung der durch die Betriebsvergleichsabteilungen gewonnenen Ergebnisse des Vergleichs im Jahr 1949. Die rasche Erweiterung dieses Arbeitsgebietes verlangte laufend die Überprüfung neuer Gesichtspunkte und Zusammenhänge. Die Unterlagen dafür wurden z. T. durch unmittelbare Erhebungen und Befragungen in Betrieben, z. T. kontradiktorisch in dafür besonders gebildeten Ausschüssen gewonnen. Die Ergebnisse dieser Entwicklungsarbeiten finden ihren Niederschlag einmal in den Erhebungsbogen des Instituts, von denen bisher 29 ausgearbeitet vorliegen, zu denen noch Erhebungsbogen für Kredituntersuchungen o. ä. treten. Der andere Niederschlag sind die Auswertungsschemata. Ihre Zahl betragt 21, und zwar ein einheitliches Schema, das für alle Einzelhandelsbranchen für die monatlichen Berichte Verwendung findet, 8 Schemata für die Auswertung der Großhandelsergebnisse und 12 in der Anlage einheitliche Schemata für den synoptischen Vergleich der Einzelhandlungen, wobei jedoch für jedes Schema ein eigener Schlüssel ausgearbeitet werden mußte.
Die wissenschaftliche Einrichtung des synoptischen Vergleichs für den Einzelhandel war eine weitere in der allgemeinen Abteilung zu losende Aufgabe, deren Ergebnisse inzwischen auch auf den Großhandelsbereich angewandt werden. Es wird z. Zt. daran gearbeitet, den gesamten Betriebsvergleich auf diese Methode umzustellen. Dadurch wird wissenschaftlich eine vielseitige Auswertungsmöglichkeit der Vergleichszahlen und für die Betriebe eine erhebliche Verbesserung der betriebspraktischen Ausnutzung erreicht.
Das Institut ist ferner an dem vom Institut für Wirtschaftsforschung in München herausgegebenen Konjunkturspiegel beteiligt den es als eine Ergänzung der Betriebsvergleichsmethoden ansieht. Der Konjunkturspiegel baut auf Konjunkturtests auf, die von beiden Instituten gemeinschaftlich erhoben werden. Ihre Auswertung erfolgt im Münchener Institut, mit dem das Institut für Handelsforschung in laufender Verbindung über die weitere Entwicklung der Methode steht.
Eine weitere Zusammenarbeit hat sich auf internationalem Gebiet angebahnt. Das Institut plant, mit einer der größten internationalen Organisationen des Handels einen internationalen Betriebsvergleich einzurichten, der zunächst einen Vergleich der Jahresergebnisse ermöglichen soll. Die dafür nötigen Vorarbeiten laufen zur Zeit an.
Die jährliche Hauptarbeit auf dem Betriebsvergleichsgebiet ist für die allgemeine Abteilung des Instituts die Auswertung der Betriebsvergleichsergebnisse des Vorjahres. Die des Einzelhandels sind für das Jahr 1949 in der Nummer 4 der Institutsmitteilungen in 23 Tabellen veröffentlicht worden. Ausgewertet wurden die Ergebnisse von 1759 Betrieben. Auch rein arbeitsmäßig ist der Jahresbericht für das Institut eine umfangreiche Aufgabe, erfordert doch jede einzelne Betriebsauswertung 250 Rechenoperationen (insgesamt 440 000), darunter über ein Viertel Divisionsaufgaben. Die weitergehende Einzelauswertung erfolgte in Seminararbeiten, die für 1949 für Drogerien, Möbel- und Schüheinzelhandel sowie für die Personalleistung des gesamten Einzelhandels bereits vorliegen und für den Lebensmitteleinzelhandel, den Textileinzelhandel, den Eisenwaren- und Hausrathandel, den Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel sowie über die Kostenentwicklung des gesamten Einzelhandels in Arbeit sind.
Zur wissenschaftlichen Auswertung der Betriebsvergleichsergebnisse gehört endlich die Berechnung des Einzelhandelsindex des Instituts, Er wird ab Dezember 1948 berechnet und seit 1950 laufend in dem Ifo- Schnelldienst des Instituts für Wirtschaftsforschung, München, veröffentlicht. Seine Berechnungsmethode ist in Nr. 3 der Institutsmitteilungen bekanntgegeben. Der Index kontrolliert sich durch den vom Statistischen Bundesamt gleichzeitig begonnenen, dessen Berechnung auf anderen Unterlagen aufbaut, dessen Gliederung aber inzwischen (seit Oktober 1950) der des Instituts angepaßt
wurde.
Der wissenschaftliche Apparat des Instituts wird im wesentlichen durch die Bibliothek, das Archiv und die Materialsammlungen gebildet.
Die Bibliothek hat im Berichtsjahr einen Zugang von 197 Bänden zu verzeichnen, darunter 67 Bände ausländische, insbesondere amerikanische Literatur. Für größere Anschaffungen reichten die Mittel nicht aus, Der Gesamtbestand betrug am 31. März 1951 4.570 Bände. Am gleichen Stichtage wurden im Institut laufend 111 Zeitschriften gehalten, davon 85 im Austausch. Die Zahl der abgelegten Zeitschriftenjahrgänge, die nicht in die Bibliothek eingereiht worden sind, beträgt 1570.
Im Archiv werden alle nicht bibliotheksmäßig erfaßten Veröffentlichungen über den Handel, Materialien der Ministerien und sonstigen Verwaltungen, der Kammern, Verbände, wissenschaftlicher Institute usw. in Ordnern und Ordnungskästen aufbewahrt. Am 31. März 19 51 betrug die Zahl dieser Ordnungseinheiten 589. Die Ordnung der Archivmaterialien ist noch nicht abgeschlossen.
Von den übrigen wissenschaftlichen Materialien sind in erster Linie die von den Mitgliedern des Handelsseminars und des Werbewissenschaftlichen Seminars angefertigten Arbeiten zu nennen. Diese sind entweder freie wissenschaftliche Arbeiten, die für die kaufmännische bzw. die Handelslehrer-Diplomprüfung angefertigt wurden, oder Dissertationen. Die Zahl der vorliegenden Dissertationen, die Handelsfragen betreffen, beträgt 67. Ihre Verfasser und Titel werden jeweils in den Institutsmitteilungen veröffentlicht. Diese Dissertationen sind durch die öffentlichen wissenschaftlichen Bibliotheken zugänglich. Die Zahl der vorliegenden Diplomarbeiten, die vornehmlich solche über Handelsprobleme sind, hat 800 überschritten. Diese Arbeiten sind wissenschaftliches Material des Instituts, z, T. vertraulicher Art, dessen Publikation nur in durchgearbeiteter Form möglich ist und bisher mangels ausreichender Finanzierungsmöglichkeiten zurückgestellt werden mußte. Die Themen der jeweils in einem Semester zum Abschluß gebrachten Untersuchungen werden in den Institutsmitteilungen bekanntgegeben. Ihre Zahl betrug im Berichtsjahr (S. S. 50, W. S. 50/51) 47.
Zu den wissenschaftlichen Materialien des Instituts gehören weiter die laufend durchgeführten Erhebungen von Betriebsorganisationsplänen, Handelsketten und Preisund Kostenanalysen. Es liegt bereits eine umfangreiche Sammlung solcher untereinander voll vergleichbarer Erhebungen vor, und es ist geplant, diese Sammlung durch weitere Erhebungen systematisch zu ergänzen und ihre Auswertung in Angriff zu nehmen. Die Methode ist von Prof. Dr. Rudolf Seyffert in der „Wirtschaftslehre des Handels" (1951, Köln-Opladen) in den Kapiteln 26, 30 und 31 beschrieben.
Die von Prof. Dr. Seyffert herausgegebenen „ Mitteilungen des Instituts für Handelsforschung an der Universität zu Köln" dienen der Unterrichtung über die Arbeit des Instituts, In ihnen werden auch die wesentlicheren Ergebnisse der Institutsforschungen veröffentlicht, sofern sie nicht besonderen Publikationen vorbehalten sind. Im Berichtsjahr konnten im Hinblick auf die beschränkten Mittel nur drei Nummern erscheinen. Auch die geplante Aufnahme der Schriftenreihe „Schriften zur Handelsforschung" konnte mangels Mittel noch nicht verwirklicht werden.
Der Verbreitung der Ergebnisse der Institutsarbeit dient auch sein Vortragsdienst. Die Vorträge wurden vor Handelskammern und Verbänden von dem 1. Referenten des Instituts, Dr. Buddeberg, gehalten. Diese mehr unterrichtliche Aufgabe ist auch in anderer Form noch sehr ausbaufähig. Immer wieder treten an das Institut Wünsche nach der Wiedereinrichtung der in den Vorkriegsjahren in weitem Umfange durchgeführten Schu lungs- und Fortbildungskurse für Diplom- Handelslehrer, Diplom-Kaufleute und Syndici heran. Ihnen konnte noch nicht entsprochen werden, da der personelle Apparat des Instituts durch die übrigen Aufgaben bereits mehr als voll belastet ist, Die unterrichtliche Seite beschränkte sich daher außer dem Vortragsdienst auf die Verbindung mit den beiden Seminaren, dem S e m i n a r für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Besondere des Handels (das seinerseits wiederum aus einem Proseminar und einem Hauptseminar besteht; dem Hauptseminar waren außerdem 10 Arbeitsgemeinschaften und das Außenhandelsseminar angeschlossen) und dem Werbewissenschaftlichen Seminar. Die Seminare hielten einschließlich der Arbeitsgemeinschaften im S.S. 50 88 Sitzungen und im W. S. 50/51 102 Sitzungen ab. Außerdem wurden 18 Betriebsbesichtigungen und 2 Studienreisen durchgeführt.
Die Zahl der Seminarteilnehmer betrug:

Den Arbeitsgemeinschaften, denen je ein Institutsassistent attaehiert ist, gehörten nur Mitglieder des Hauptseminars an. Die kleinste Arbeitsgemeinschaft hatte 11, die größte 18 Teilnehmer. Wissenschaftliche Arbeiten werden nur Im Hauptseminar angefertigt. Die Zahl der laufenden Arbeiten betrug:

Der Direktor des Instituts, Prof. Dr. Rudolf Seyffert, ist zugleich Direktor der Seminare. Zu seiner Unterstützung standen ihm- für das Handelsseminar und das Werbewissenschaftliche Seminar je ein Assistent zur Verfügung: Dipl.-Kfm. Rolf Welter und Dipl.-Kfm. Dr. Hansjörg Rupp, und für das Außenhandelsseminar der Außenhandelsreferent des Instituts, Legationsrat Dr. Walter Zimmermann, und nach dessen Ausscheiden ab 11.4.50 Konsul William Weiler B.A.,B.A. Hons, Ph.
Der Personalbestand des Instituts war in der allgemeinen Abteilung folgender: Institutsreferent Dipl.-Kfm, Dr. Hans Buddeberg, Institutsassistent Dipl.-Kfm. Dr. Hans Abels (vom 1.7.50 bis 31.3.51), außerdem die Direktionssekretärin und ab 10.5.50 eine weitere Sekretärin.
Der allgemeine Geschäftsverkehr ist umfangreich. Der Briefausgang allein der allgemeinen Abteilung betrug im Berichtsjahr rund 2000. Die Kommunikation vollzieht sich jedoch bei wesentlicheren Fragen meist mündlich in fast täglichen Verhandlungen mit auswärtigen Besuchern und zunehmend auch durch Ferngespräche.
Daß viele Fragen in dafür besonders gebildeten Gremien beraten wurden, wurde bereits erwähnt. Einige sind zu festen Einrichtungen geworden, so die regelmäßigen Zusammenkünfte mit den Vertretern aller am Betriebsvergleich beteiligten Einzelhandelsbranchen zur Beratung der Weiterentwicklung des Vergleichs und der auf Initiative der Förderungsgesellschaft des Instituts gebildete Arbeitskreis für angewandte Handelsforschung, der für die wissenschaftliche Arbeit des Instituts ein wichtiges Verbindungsglied zur Wirtschaftspraxis geworden ist. In ihm trifft sich in etwa monatlichen Abständen ein kleiner Kreis wissenschaftlich interessierter Vertreter von Handelskammern, Handelsverbänden, praktischen Kaufleuten und Ministerialbeamten mit der Leitung des Instituts zu Gesprächen über aktuelle Fragen der Handels Wirtschaft und die Möglichkeiten ihrer wissenschaftlichen Beobachtung.
Mit zahlreichen wissenschaftlichen und amtlichen Stellen und mit den Organisationen der Wirtschaftspraxis steht das Institut in dauernder Verbindung. Das gilt vor allem für das Bundesministerium für Wirtschaft, das Wirtschaftsministerium und das Kultusministerium Nordrhein-Westfalen, das Statistische Bundesamt und die statistischen Landesämter, die Handelskammern und ihre Zusammenschlüsse, die Verbände des Einzel- und des Großhandels und ihre Zusammenschlüsse und die wissenschaftlichen Institute, die Gebiete pflegen, die den Arbeitsbereich des Instituts berühren. Seit August 1950 ist das Institut auch Mitglied der „Arbeitsgemeinschaft deutscher wirtschaftswissenschaftlicher Forschungsinstitute e. V.", Bonn. Die internationalen Verbindungen des Instituts haben sich im Berichtsjahr vertieft und sich z. T. über das Stadium einfachen Materialaustausches zu engerer Zusammenarbeit entwickelt.
Im Berichtsjahre waren die wesentlichen Kräfte des Instituts auf die Entwicklung der Methoden des Betriebsvergleichs im Handel konzentriert. Auch für die nächste Zukunft wird diese Aufgabe im Vordergrund stehen. Die praktische Durchführung des Betriebsvergleichs liegt bei den beiden Betriebsvergleichsabteilungen des Instituts. Diese arbeiten in Verbindung mit den Fachverbänden des Groß- und des Einzelhandels, In der Einzelhandelsabteilung wurden im Berichtsjahre 34 Vergleichseinheiten bearbeitet, die nachstehend aufgeführt sind:
1. Lebensmitteleinzelhandel insgesamt
2. Lehensmitteleinzelhandel ohne den in Einkaufsgenossenschaften organisierten
3. In Einkaufsgenossenschaften organisierter Lebcnsmitteleinzelhandel
4. Textileinzelhandel insgesamt
5. Textileinzelhandel mit vorwiegend Herren- und Knabenoberbekleidung
6. Textileinzelhandel mit vorwiegend Damen-, Mädehen und Kinderoberbekleidung
7. Textileinzelhandel mit vorwiegend Herren-, Damen und Kinderoberbekleidung
8. Textilsortimentsgeschäfte
9. Textileinzelhandel mit vorwiegend Meterwaren aller Art
10. Textileinzelhandel mit vorwiegend Wäsche, Wirkund Strickwaren
11. Textileinzelhandel mit vorwiegend Haus- und Bettwäsche, Bettwaren
12. Eisenwaren- und Hausrathandel insgesamt
13. Eisenwarenhandel mit vorwiegend Haus- und Küchengeräten
14. Eisenwarenhandel mit vorwiegend Kleineisenwaren, Werkzeugen usw.
15. Eisenwarenhandel mit vorwiegend Ofen, Herden, Waschmaschinen und Kühlgeräten
16. Eisenwarenhandel mit gemischtem Sortiment
17. Drogerien
18. Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel
19. Blumenbindereien
20. Fahrradeinzelhandel
21. Nähmaschinenhandel
22. Möbeleinzelhandel
23. Beleuchtungs- und Elektroeinzelhandel
24. Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel
25. Tabakwareneinzelhandel
26. Schuheinzelhandel insgesamt
27. Schuheinzelhandel ohne den in Einkaufsgenossenschaften organisierten
28. In Einkaufsgenossenschaften organisierter Schuheinzelhandel (Nord-West)
29. In Einkaufsgenossenschaften organisierter Schuheinzelhandel (Ring-Schuh)
30. Leder- und Galanteriewareneinzelhandel
31. Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandei
32. Photoeinzelhandel
33. Sortimentsbuchhandel
34. Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel.

Am 1.4.50 umfaßten diese 34 Vergleichseinheiten 2416, am 31.3.51 2460 Teilnehmer. Während des Berichtsjahres schieden 246 Teilnehmer aus und 290 kamen neu hinzu. Die Teilnehmerzahl ist für eine ausreichende Repräsentation aller beteiligten Branchen noch nicht genügend. Sie würde erst bei 3500 bis 4000 Teilnehmern erreicht sein. Von einer Erweiterung des Teilnehmerkreises der 34 Vergleichseinheiten über diese Zahl hinaus würde keine Verbesserung des Erkenntniswertes zu erwarten sein. Voraussetzung wäre jedoch, daß diese Teilnehmer auch alle pünktlich und vollständig ihre Berichte einliefern würden. Die Zahl der im Berichtsjahr monatlich durchschnittlich zur Berechnung gelangten Berichte betrug nur 16 50, die aktive Beteiligung der Teilnehmer also rund 70 Prozent aller Teilnehmer.
Zur Durchführung des Einzelhändelsyergleiches bedurfte es einer sorgfältigen Organisation der anfallenden Arbeiten. Diese bestehen in der Überprüfung aller eingehenden Berichte durch den wissenschaftlichen Sachbearbeiter, da in vielen Fällen - es waren monatlich rund 400 - Rückfragen usw. erforderlich sind, und in der laufenden wissenschaftliehen Kontrolle der weiteren Bearbeitung. Die rechnerische Auswertung erfordert allein in jedem Monat rund 30 000 Rechenoperationen, davon über die Hälfte Prozentberechnungen, die im Institut ausgeführt werden. Für die Herstellung der Vervielfältigungen der Ergehnisse wurden im Berichtsjahre im Institut 400 Tabellen im Matrizenverfahren geschrieben und in einer Auflage von 90 000 Stück abgezogen und außerdem 75 synoptische Tabellen (ab 1,1.51,also für ein Vierteljahr) für den Druck eingerichtet. Der monatliche Briefeingang der Einzelhandelsabteilung betrug rund 4500, der Ausgang rund 6900 Sendungen. Für das Jahr 19 501 betrug also der gesamte Postumschlag der Abteilung 137 000 Sendungen. Entsprechend groß war die zu leistende Registrier- und Archivarbeit. Die gesamte Expedition ist dadurch, daß der Verkehr mit den Firmen über geschlüsselte Kennummern geht, besonders schwierig.
Der erhebliche technische Arbeitsanfall, der zudem an fixe Termine gebunden ist, konnte nur durch weitgehende Technisierung in den vorgeschriebenen Fristen bewältigt werden. Die im Institut zu erledigenden Rechenoperationen wurden mit Hilfe von sechs Rechenmaschinen (zwei elektrische Vierspeziesmaschinen, zwei elektrische Additionsmaschiinen und zwei Vierspeziesmaschinen mit Handantrieb) ausgeführt. Weitere Berechnungen besorgten Hollerithmaschinen. Da das Institut über keine eigene Lochkarteneinrichtung verfügt, erfolgte das Hollerithieren außerhalb im Lohnauftrag. Für die Vervielfältigungen der Auswertungsergebnisse wird ein elektrisch betriebener Vervielfältigungsapparat, für die Adressierung der Briefumschläge eine elektrisch betriebene Adressiermaschine benutzt. Diese technische Apparatur dient auch den Zwecken der Betriebsvergleichsabteilung Großhandel.
Die Großhandelsabteilung ist noch im Aufbaubegriffen. Am 31.3.51 bearbeitete sie 14 Vergleichseinheiten, die nachstehend aufgeführt sind:
1. Nahrungsmittelgroßhandel ohne genossenschaftlich organisierten Nahrungsmittelgroßhandel
2. Genossenschaftlich organisierter Nahrungsmittelgroßhandel (Edeka)
3. Textilgroßhandel mit Tuchen
4. Textilgroßhandel mit Meterwaren
5. Textilgroßhandel mit Sortimenterwaren
6. Großhandel mit Möbelstoffen, Polsterer- und Sattlerbedarf: Textilspezialisten
7. Großhandel mit Möbelstoffen, Polsterer- und Sattlerbedarf: Sortimenter in Textilien und anderen Polsterwaren
8. Großhandel mit Möbelstoffen, Polsterer- und Sattlerbedarf: Vollsortimenter
9. Lederhandel mit weniger als 7 5% Großhandelsabsatz
10. Lederhandel mit mehr als 7 5% Großhandelsabsatz
11. Uhren- und Schmuckwarengroßhandel mit vorwiegend Uhren
12. Uhren- und Schmuckwarengroßhandel mit vorwiegend Schmuck
13. Uhren- und Schmuckwarengroßhandel mit gemischtem Sortiment
14. Technischer Handel.

Die Zahl der Teilnehmer am Großhandelsvergleich war am 1,4.50 350, am 31,3.51 1018. Die Betriebsvergleiche des Textilgroßhandels werden monatlich, die übrigen vierteljährlich durchgeführt.
Der technische Arbeitsanfall der Großhandelsabteilung hält sich in etwa in den gleichen Proportionen wie der der Einzelhandelsabteilung. Da der Umfang einer Einzelerhebung im Großhandel beträchtlich größer ist, ist die Bearbeitungsmenge einer viermaligen Vierteljahreserhebung im Großhandel etwa gleich einer zwölfmaligen Monatserhebung im Einzelhandel. Der Posteingang der Großhandelsabteilung betrug im Berichtsjahr 5100, der Ausgang 5450 Sendungen.
Das wissenschaftliche Personal der beiden Betriebsvergleichsabteilungen umfaßte im Haushaltsjahr 19 50 die Assistenten Dipl.-Kfm. Hans Ritter (Sachbearbeiter für den Einzelhandel), Dipl.-Kfm. KarI-Heinz Henksmeier (Sachbearbeiter für den Großhandel) und Dipl.-Kfm. Fritz Klein. Das technische Personal bestand am 1.4.50 aus fünf, am 31.3.51 aus sieben Kräften.
In beiden Betriebsvergleichsabteilungen wurden zu den Rechen- und Ordnungsarbeiten in größerem Umfange Studenten herangezogen. Nur dadurch war es dem Institut möglich, die zum Teil erheblichen Arbeitsstöße abzufangen. Die Studenten lernen durch ihre Mitarbeit den Aufbau des Betriebsvergleichs und die Technik der Auswertungsarbeiten kennen. Es wird Wert darauf gelegt, durch häufigen Wechsel einer größeren Zahl von Studenten Einblick in die Aufgaben und die Arbeitstechnik des Instituts zu gewähren.
Der personelle Gesamtapparat des Instituts, allgemeine Abteilung und Betriebsvergleichsabteilungen zusammengenommen, ist im Laufe des Berichtsjahres mit der Zunahme der Aufgaben erheblich gewachsen. Er betrug (ohne den Institutsdirektor und die beiden Seminarassistenten):

Dieser Personalbestand reichte zur pünktlichen Erledigung der in den Betriebsvergleichsabteilungen übernommenen praktischen Aufgaben nur bei gleichzeitigem Einsatz studentischer Hilfen aus. Eine Vermehrung des technischen Personals ist geboten, um die Kontinuität der Arbeit bei Krankheitsausfällen usw. zu sichern. Für die wissenschaftlichen Aufgaben, für die die vielen tausend Einzelzahlen des Betriebsvergleichs eine ähnliche Bedeutung haben, wie etwa die täglichen atmosphärischen Messungen für die meteorologische oder klimatologische Forschung, waren die verfügbaren Kräfte zu gering. Im Berichte ist auf die Bereiche hingewiesen worden, für die eine Vermehrung des wissenschaftlichen Personals zu erstreben ist.
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