Home | 1952 | 1952-01-15 | Die Distribution der Konsumgüter in Großbritannien im Jahre 1938

Die Distribution der Konsumgüter in Großbritannien im Jahre 1938

von Prof. Dr. Rudolf Seyffert
Die Frage, wie hoch die Kosten der Distribution bei Konsumwaren sind, ist zwar häufig diskutiert und die Höhe der Distributionskosten dabei kritisiert worden, aber in nur wenigen Fällen auf Grund exakter zahlenmäßiger Ermittlung auf breiterer Basis. Es ist ein großes Verdienst des Londoner National Institute of Economic and Social Research, für den britischen Bereich die Distributionskosten einer ebenso umfassenden wie gründlichen Untersuchung unterzogen zu haben.
Das Institut wurde im Jahre 1938 gegründet. Es ist eine unabhängige Körperschaft, deren Tätigkeit nicht auf Erwerb gerichtet ist. Dem Direktorium gehören eine Anzahl bedeutender englischer Wissenschaftler an. Es sieht seine Aufgabe in der Förderung einer wirklichkeitsnahen Forschung, besonders auf dem Gebiet der Wirtschaftswissenschaften. Die Forschung wird von Mitgliedern seines eigenen Forschungsstabes in Zusammenarbeit mit Universitäten und anderen wissenschaftlichen Gremien betrieben. Die Forschungsergebnisse werden von der Cambridge University Press in zwei Reihen, „Studies" und „Occasional Papers", veröffentlicht.
Die Untersuchung der Distributionskosten ist 1950 unter dem Titel „The Distribution of Consumer Goods" von James B. Jefferys 1 vorgelegt worden. Die Methoden und Ergebnisse dieser Untersuchung sind so beachtlich, daß hier ein ausführlicher Inhaltsbericht über diese Arbeit, der sich im wesentlichen auf den ersten (allgemeinen) Teil des Buches stützt, gegeben wird. Es wurde Wert darauf gelegt, die wichtigsten zahlenmäßigen Ergebnisse vollständig mitzuteilen.
Über die Veranlassung zu der Untersuchung teilt der Präsident des Institutes, Sir Henry Clay, im Vorworte mit, daß aus interessierten Kreisen des Handels dem Institut der Vorschlag unterbreitet wurde, die bestehende Organisation und die Wege der Distribution von Konsumgütern zu untersuchen, weil das vorliegende Material über die Distribution von Konsumgütern wenig aufschlußreich war. Der Handel stellte hierfür zwar seine Unterstützung in Aussicht, legte jedoch Wert darauf, sowohl die Verantwortung für die Untersuchung als auch die Überwachung ihrer Durchführung einer unabhängigen wissenschaftlichen Institution anzuvertrauen. Das Institut übernahm diese Aufgabe, weil auch nach seiner Auffassung die Frage der Ökonomisierung des Handels in Großbritannien in den letzten Jahrzehnten nicht hinreichende Beachtung gefunden hat, obgleich diese im Hinblick auf die Verknappungen am Arbeitsmarkt und die ständig steigende Zahl der Beschäftigten im Bereich des Handels Aufmerksamkeit verdient hätte. Die Bestrebungen, die Produktionskapazität durch Erhöhung der aufgelegten Serien und durch Beschränkung des Warensortiments zu steigern, sind durch die große Zahl der Einzelhandelsverkaufsstellen und durch die zahlreichen Kleinaufträge bei den Lieferanten in ihrer Wirkung beeinträchtigt worden. Denn die Erwartung auf Senkung der Konsumentenpreise hat sich nicht erfüllt. Das Ergebnis der Untersuchung über die Höhe der Distributionskosten liefert den Nachweis, daß 35 bis 40 Prozent der Gesamtausgaben für Konsumgüter durch Distributionskosten beansprucht werden, ganz abgesehen von sonstigen Distributionskosten, die bereits in früheren Stufen bei der Gewinnung von Rohstoffen, der Erzeugung von Halbfabrikaten und beim Import entstehen. Der Zweck der Untersuchung wurde darin gesehen, die Bedeutung der verschiedenen Verteilungswege von Konsumgütern und die Höhe der Distributionskosten bei den einzelnen Gliedern der Handelskette darzustellen sowie eine Analyse einiger wesentlicher Faktoren zu geben, die die Distribution und ihre Kosten beeinflussen.
Die Untersuchung selbst ist in zwei Hauptabschnitte gegliedert. Der erste behandelt Wege, Kosten und Struktur der Distribution in Großbritannien im Jahre 1938. Dem folgenden Bericht ist dieser Teil zugrundegelegt. Der zweite Hauptteil erstreckt sich auf die Untersuchung der Wege und Kosten der Distribution, bezogen auf nahezu 100 einzelne Waren und Warengruppen. Soweit es bei der Übersetzung von Begriffen angängig war, wurde die im Kölner Institut verwandte Terminologie benutzt. 2

I. Methoden der Untersuchung
In dem Vorwort des Buches wird auf die Begrenzungen der Untersuchung hingewiesen, die sich aus der Materie und der angewandten Forschungsmethode ergeben. Dabei werden die folgenden vier Punkte herausgestellt:
1. Zur Durchführung der Untersuchung mußte eine Teilung zwischen den Produktions- und Distributionsprozessen vorgenommen werden. Dabei mußten etwas willkürliche Entscheidungen getroffen werden hinsichtlich des Bereiches, bei der die Erzeugung einer einzelnen Ware endet und bei der ihre Distribution beginnt.
2. Die Untersuchung wurde von der Warenseite her durchgeführt; d. h. sie erstreckte sich auf die Art und die Kosten der Distribution von einzelnen Waren und Warengruppen. Dabei wurden die Warenwege vom Produzenten zum Konsumenten, die prozentualen Anteile der einzelnen Handelskettenglieder am Warenumsatz und die Distributionskosten, die bei Produzenten, Großhändlern und Einzelhändlern entstanden, untersucht. Diese Art der Untersuchung unterscheidet sich von derjenigen, die sich die Wirtschaftsbereiche als Objekt wählt, d. h. die Produzenten, Großhändler und Einzelhändler und ihre Handelsspannen, Kosten und Gewinne sowie Preispolitik bei allen Waren, die sie vertreiben, beobachtet. Wenn auch der Unterschied zwischen den beiden Methoden nicht so erheblich sein mag, sofern es sich um Produzenten handelt, die ihre Produktion überwiegend auf eine Warenart beschränken, so ergab die Untersuchung doch bei Groß- und Einzelhändlern erhebliche Unterschiede. In den meisten Fällen wurde von diesen eine Vielzahl von Erzeugnissen vertrieben, von denen jedes einzelne besondere Eigenschaften besitzt sowie verschiedenartige Distributionswege und unterschiedliche Handelsspannen aufzuweisen hatte. Beide Arten der Untersuchungen wurden an und für sich für erforderlich angesehen, um ein vollständiges Bild der Verteilung zu geben; die Schlußfolgerungen, die aus der Anwendung nur einer Methode gezogen werden konnten waren daher notwendigerweise begrenzt.
3. Die Erhebungen beschränkten sich nur auf das Jahr 1938 und können daher keinen Anhalt für Entwicklungstendenzen geben. Das Jahr 1938 wurde gewählt, um eine Darstellung des Distributionsvorganges in einer relativ freien Wirtschaft zu geben und die Schwierigkeiten und Verzerrungen zu vermeiden, die sich zwangsläufig durch die Einführung von Regierungskontrollen sowie infolge von kriegs- und nachkriegsbedingten Verknappungen ergaben.
4. Die Untersuchung beansprucht nicht, genaue Zahlen oder Ergebnisse hinsichtlich der Distributionsarten und -kosten im Jahre 1938 zu geben, da die Möglichkeit zu ihrer Ermittlung nicht bestand. Was versucht worden ist, sind Schätzungen, die auf Auskünften von Produzenten, Großhändlern, Einzelhändlern, Handelsverbänden und Regierungsstellen basieren. Diese Zahlen sind mit allergrößter Sorgfalt mehrmals überprüft worden, aber sie mußten Schätzungen bleiben, die den ungefähren Anteil der Waren, die über die verschiedenen Wege verteilt wurden, und die Höhe der Distributionskosten angeben, die dabei entstanden sind.
Die Londoner Untersuchung erstreckte sich nur auf die Distribution solcher Konsumgüter, die von Konsumenten (Kleinverbrauchern) als Fertigfabrikate oder in einem nahezu fertigen Zustand in England im Jahre 1938 gekauft wurden. Käufe, die von Verwendern aus Industrie und Handel, von Dienstleistungsbetrieben, Behörden und Organisationen getätigt wurden, waren nicht darin eingeschlossen.
Der Vorgang der Distribution wurde in dem Augenblick als eingeleitet angesehen, in dem die Ware den konsumgeeigneten Zustand erreicht hat; d. h. sobald die Schokolade in ihre Schachtel gelegt, das Obst in die Konservendose gefüllt oder sobald das Möbelstück poliert oder angestrichen war. Bei eingeführten Waren wurde unterstellt, daß der Distributionsvorgang mit dem Zeitpunkt ihrer Landung in einem britischen Hafen begann.
Die Konsumgüter konnten dabei nicht in ihrer Gesamtheit erfaßt werden. Die Erhebungen sollten jedoch einen möglichst repräsentativen Querschnitt des üblichen Bedarfs der Konsumenten geben. Sie erstreckten sich auf etwa 90% der geschätzten Ausgaben der Verbraucher im Konsumgüterbereich im Jahre 1938. Die fehlenden 10% des Gesamtverbrauches konnten infolge auftretender besonderer Schwierigkeiten nicht analysiert werden.
Die Gesamtausgaben der Konsumenten (Kleinverbraucher) für sämtliche Konsumgüter wurden im Jahre 1938 in England auf £ 2.800 Millionen geschätzt. Davon erfaßt die vorliegende Erhebung über die Höhe der Distributionskosten Konsumgüter mit einem geschätzten Verkaufswert von £ 2.582 Millionen.
Die Zuverlässigkeit der Schätzungen über die Höhe der bei den Produzenten entstandenen Distributionskosten war besonders schwierig zu beurteilen. Obgleich die Schätzungen in fast allen Fällen auf Unterlagen beruhten, die von Produzenten zur Verfügung gestellt wurden, ergaben sich doch Zweifel hinsichtlich ihrer Genauigkeit. Zu der Schwierigkeit der exakten Definition der Distributionskosten des Produzenten und der Abneigung einiger Firmen, Detailangaben ihrer Aufwendungen zu machen, trat häufig die Unmöglichkeit, die erhaltenen Angaben zu überprüfen. Die Schätzungen der Distributionskosten der Erzeuger wurden daher als die am wenigsten zufriedenstellenden aller Kostenschätzungen der Untersuchung angesehen.
Die Schätzungen der Großhandels- und Einzelhandelsspannen konnte das Londoner Institut bis zu einem gewissen Grade überprüfen, indem die gleichen Fragen bei einer größeren Zahl von Betrieben des gleichen Handelsbereichs gestellt wurden. Es wurde angestrebt, exakte Schätzungen der Grenzen zu erhalten, innerhalb derer die durchschnittlichen Handelsspannen einer einzelnen Ware lagen. Die Durchführung der Untersuchung von der Warenseite her anstatt von den Wirtschaftsbereichen war insofern ein Problem, als im Groß- und Einzelhandel die Bruttospanne des gesamten Warenumsatzes (Betriebshandelsspanne) oder des Umsatzes einer Abteilung (Warengruppenhandelsspanne) leichter zu ermitteln war als die im Durchschnitt bei einer einzelnen Ware erzielte Spanne (Stückhandelsspanne). Aber in den meisten Fällen ließ sich die ungefähre Höhe der Stückhandelsspanne ermitteln. Dabei wurden Preisherabsetzungen, Lagerverluste und sonstige Minderungen berücksichtigt, so daß die Stückhandelsspanne die tatsächlich erzielte Spanne der Nachkalkulation darstellt.
Die Schätzungen des Anteils am Warenumsatz, der durch die verschiedenen Handelskettenglieder mit Einzelhandelsfunktion getätigt wurde, beruhten auf Angaben von Produzenten-, Marktforschungs- und Einzelhandelsorganisationen. Dabei waren die zur Verfügung stehenden Auskünfte der Konsumgenossenschaften, Warenhäuser und Filialbetriebe umfassender als diejenigen der unabhängigen Einzelhändler.
Die Schätzungen der Ausgaben der Konsumenten für die verschiedenen Waren beruhten in der Hauptsache auf einer Paralleluntersuchung des National Institute of Economic and Social Research über „Ausgaben der Verbraucher in Großbritannien 1920-1938". 3 In einigen Fällen wurden Schätzungen von Herstellern und Handelsverbänden verwendet. Um zu endgültigen Schätzungen zu gelangen, wurde versucht, Umsätze von gebrauchten Waren, von Zugaben, von Käufen durch Angestellte unter Vorzugsbedingungen und von allen Käufen durch Verwender aus dem Bereich des Handels und der Industrie, der Restaurationsbetriebe, Vereinigungen, Schulen, Körperschaften und Regierungsstellen auszuschließen. Auch der Wert der Waren, die von Selbstversorgern verbraucht wurden, wie z. B. durch Landwirte, wurde ausgeschlossen. Die Abgrenzung konnte in einigen Fällen nur annähernd erfolgen z. B. beim Absatz von Papier, Bürobedarf und Schreibwaren oder beim Absatz von Mehl, Zuckerwaren und Eiern. Die Angaben über die Höhe der Ausgaben der Konsumenten für die einzelnen Waren und Warengruppen und die Schätzung ihrer Gesamtausgaben konnten demnach nicht ganz exakt erstellt werden. Dadurch bedingte Abweichungen von der tatsächlichen Situation traten bei den einzelnen Waren und Warengruppen verschieden stark auf. In solchen Branchen, in denen Verkäufe an Verwender in den Herstellungs- und Handelsbereichen und an Großverbraucher üblich sind (wie z. B. bei Medikamenten, Drogen, Schreibpapier), wurden die Fehlerquellen bei der Schätzung der Ausgaben der Kleinverbraucher als größer angesehen als bei solchen Waren, die üblicherweise nur an Letztverbraucher gehen.

II Die Disfributionswege der Konsumgüter
Über die Distributionswege der Konsumgüter und die Richtlinien, nach denen die Warenumsätze den drei Hauptdistributionswegen jeweils zugeordnet wurden, macht das Londoner Institut die folgenden Angaben:
1. Der Erzeuger oder Importeur verkauft an einen Großhändler, von da aus geht die Ware über den Einzelhändler an den Verbraucher.
2. Der Erzeuger oder Importeur gibt die Ware an den Einzelhändler weiter, der sie seinerseits an den Verbraucher verkauft.
3. Der Erzeuger oder Importeur verkauft direkt an den Verbraucher.

Die Handelskette wird in einzelnen Fällen durch Zwischenschaltung von Gliedern verlängert, deren Verteilerfunktion zunächst unter eine der drei vorstehenden hauptsächlichen Warenwege zu fallen scheint, sich bei näherer Prüfung aber als auf der Grenze zwischen den einzelnen Bereichen liegend erweist. Eine Beschreibung des Distributionsvorganges sollte an sich möglichst diese Nebenwege der Warenbewegung umfassen. Um jedoch gewissen allgemeinen Richtlinien bei der Untersuchung zu folgen, entschied die physische Warenbewegung und die Übertragung des Eigentums von einer Partei an die andere darüber, ob der Anteil der untersuchten Waren, der durch andere Warenkanäle als die drei üblichen lief, entweder dem einen oder dem anderen der drei hauptsächlichsten Warenwege zuzuordnen war.
Waren, die direkt von dem Erzeuger oder Hersteller durch eine Erzeuger-Einzelhändler-Organisation oder durch ein Versandgeschäft des Herstellers an den Verbraucher verkauft wurden, wurden als Direktverkäufe an den Verbraucher behandelt.
Waren, die nur einmal zwischen dem Erzeuger und dem Endverbraucher umgesetzt wurden, wurden als Direktverkäufe an den Einzelhändler behandelt.
Waren, die zwischen dem Erzeuger und Verbraucher zweimal oder mehrmals umgesetzt wurden, wurden als Verkäufe behandelt, die vom Erzeuger über den Großhändler an den Einzelhändler liefen. Der über den Großhandel gehende Umsatz bezieht sich allerdings nur auf Geschäfte zwischen unabhängigen Handelsgliedern, schließt also die Großhandelsorganisationen aus, die dem Produzenten angeschlossen sind.
In der vorstehenden Tabelle 1, die in der Londoner Untersuchung als farbige Tafel I gebracht wurde, sind für insgesamt 118 Waren die prozentualen Anteile angegeben, die auf die einzelnen Verteilungswege entfallen.
Faßt man die untersuchten 118 Waren zu 25 Warengruppen zusammen, so ergeben sich für diese die in der nachstehenden Tabelle 2 ausgewiesenen Anteile der drei Hauptdistributionswege am Konsumgüterumsatz.
Bei weiterer Zusammenziehung der untersuchten Waren zu drei großen Gruppen ergeben sieb die in der nachstehenden Tabelle 3 enthaltenen Anteile am Konsumgüterumsatz, für die drei Hauptdistributionswege.
Die englische Untersuchung faßt die Ergebnisse der Analyse der verschiedenen Distributionswege wie folgt zusammen:
Etwa 17% der Waren verblieben in den gleichen Händen, d. h. sie blieben vom Beginn ihrer Produktion oder der Einfuhr nach England bis zum Verkauf an den Konsumenten entweder im Besitz derselben Firma oder wurden nur zwischen miteinander verbundenen Firmen umgesetzt.
Etwa 43% wurden direkt vom Erzeuger oder Importeur an den Einzelhändler und dann an den Konsumenten abgesetzt.
Von den Waren, die unter Einschaltung des Großhandels umgesetzt wurden, bevor sie über den Einzelhändler an den Konsumenten gelangten, liefen etwa 33% über einen Großhändler, 6% über zwei Großhändler, 1% über drei oder mehr Großhändler.

III. Die Höhe der Distributionskosten in den wichtigsten Bereichen der Warenverteilung

1. Die Methode der Berechnung der Distributionskosten
Die folgende Darstellung über die Berechnung der Distributionskosten in den einzelnen Bereichen der Warenverteilung und die Erörterung darüber, welche Kosten darin eingeschlossen bzw. welche davon ausgeschlossen sein sollen, ist in enger Anlehnung an den englischen Originaltext Seite 61-64 erfolgt, der auszugsweise übersetzt wurde.
Als Distributionskosten wurden die gesamten Kosten zuzüglich des Gewinns angesehen, die bei der Distribution der Waren entstehen; d. h. bei der Lieferung der Waren an den Verbraucher zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, in den richtigen Mengen und der richtigen Qualität. Dieser Begriff schließt neben den Kosten des Groß- und Einzelhändlers auch diejenigen Kosten ein, die bei den Herstellern oder Importeuren durch die Vorbereitung für den Verkauf, den Verkauf selbst und den Transport der fertigen und nahezu fertigen Güter entstehen. Zur genauen Definition dessen, was in den einzelnen Bereichen den Distributionskosten zugerechnet wurde, sagt die Untersuchung folgendes:
Die exakte Definition der Distributionskosten (Vertriebskosten) der Hersteller oder Erzeuger wird als ein sehr umstrittenes Problem angesehen, zumal die Abgrenzung im praktischen Fall große Schwierigkeiten bereitet. Es wurden sehr verschiedenartige Auffassungen der Praxis hinsichtlich der Frage festgestellt, was in die Distributionskosten eingeschlossen oder was von diesen ausgeschlossen sein sollte. Es wurde beispielsweise als eine wichtige Frage angesehen, in welchem Umfange bereits im Produktionsbereich Distributionskosten anfallen. Diese Frage tritt z. B. bei den Verpackungskosten auf. Einige Firmen rechneten die äußere Verpackung zu den Vertriebskosten, nicht dagegen die Kosten für die innere Verpackung und den inneren Behälter. Ändere Firmen zählten sämtliche Verpackungskosten zu den Produktionskosten, während andere sie ganz den Vertriebskosten zurechneten. In gewissen Branchen richtete sich die Abgrenzung danach, ob die Verpackung tatsächlich in der Fabrik als Teil des Produktionsprozesses oder in einer besonderen Verpackungs- und Versandabteilung erfolgte.
Eine weitere Schwierigkeit, die sich beim Vergleich verschiedener Branchen störend auswirkte, war die Behandlung der Transportkosten, des Skontos und der Rabatte, die z. T. bei den Vertriebskosten, z. T. bei den Herstellungskosten berücksichtigt wurden. Ähnlich variierte die Zurechnung des Gewinns. Einige Firmen nahmen den Unterschied zwischen Herstellungswert der Waren, ausschließlich Gewinn, und dem Verkaufsertrag als die Vertriebskosten der Ware, wobei sie den Gewinn sowohl an der Produktion als auch am Vertrieb in diesen Betrag einbezogen. Andere rechneten nur einen Teil des Gesamtgewinns dem Vertrieb zu und andere Produzenten verzichteten ganz auf die Berücksichtigung des Gewinns bei den Vertriebskosten. Diese verschiedenartige Handhabung erschwerte die Vergleichbarkeit insbesondere zwischen den Vertriebskosten eines Herstellers, der seine Waren direkt an den Einzelhändler verkaufte, und der Spanne, die dem Großhändler auf ähnliche Waren zugebilligt wurde.
Ausgaben für Werbung schienen zunächst eindeutig Vertriebskosten zu sein. Aber es konnten Gründe angeführt werden, weshalb sie nicht darin eingeschlossen werden sollten. Zum Beispiel wurde Werbung von einigen Firmen als Investierung angesehen, als eine Erhöhung des Firmenwertes des Unternehmens, der wenig Beziehung zu den Kosten hat, die durch den Vertrieb der Erzeugnisse entstehen. Das Problem, eine zufriedenstellende Definition zu finden, wurde durch die folgende Frage illustriert: Soll die sorgfältige Verpackung und das Anbringen des Warenzeichens als Werbung angesehen werden und daher als ein Teil der Vertriebskosten oder als ein Teil der Produktionskosten des Artikels?
Verhältnismäßig leicht war nach Ansicht der englischen Untersuchung die Zurechnung zu den Vertriebskosten des Produzenten bei den Lagerkosten, den Gehältern der Verkäufer und bei den Verwaltungskosten, die durch Kontrollen, Fakturieren, die Entgegennahme und die Ausführung von Bestellungen entstehen. Die Hauptschwierigkeit lag in der genauen Abgrenzung einiger dieser Kosten, die nach geschätzten Verteilungsschlüsseln vorgenommen werden mußte. Das galt besonders für die Aufteilung von Verwaltungskosten, Materialkosten und Personalkosten auf Produktion bzw. Vertrieb.
Diese Ausführungen deuten einige der Schwierigkeiten an, die sich bei der Suche nach einer befriedigenden Abgrenzung der Vertriebskosten der Produzenten ergaben. Zweifellos lag der Kern des Problems in dem Versuch, einen im Betriebsabiauf zusammenhängenden wirtschaftlichen Vorgang rechnungsmäßig aufzuteilen.
In die Vertriebskosten der Produzenten wurden folgende Positionen einbezogen:
1. Die Kosten, die direkt mit dem Verkauf und der Förderung des Verkaufes verbunden sind, d. h. Gehälter der Verkäufer, Provisionen und sonstige Personalentgelte, Reisekosten und Aufwendungen für die Förderung des Verkaufs einschl. Zugaben, Muster, Kataloge und des sonstigen Werbematerials, Kosten für Marktforschung, anteilige allgemeine Bürounkosten für den Verkauf einschließlich des Fakturierens, sowie Kosten für die Kontrolle der Lagervorräte an Fertigwaren;
2. alle Kosten, die in Verbindung mit der Weiterbehandlung der fertigen Waren entstehen, d. h. die Kosten für die Lagerung in Lagerhäusern und Speichern, die Kosten für die Unterhaltung von Verkaufslagern, die Verpackung der fertigen Waren und die Kosten für Fuhrlohn und Transport, gleichgültig ob dieser durch den Produzenten oder durch einen selbständigen Transportunternehmer durchgeführt wird;
3. die indirekten Verkaufskosten, d. h. allgemeine Verwaltungskosten und die Kosten für die Beschaffung von Krediten.
Die Definition der Distributionskosten der Großhändler und Einzelhändler bereitete geringere Schwierigkeiten, da die Distributionskosten hier den Handelsspannen entsprechen, d. h. also der Differenz zwischen dem Einkaufspreis und dem Verkaufspreis der Waren. In der Praxis begegnete man einigen Schwierigkeiten hinsichtlich der Behandlung des Skontos, der Preisherabsetzungen und der Verluste durch Schwund, Diebstahl sowie andere wert- und mengenmäßige Lagerminderungen. Wenn auch die Buchhaltungsmethoden der Großhändler und Einzelhändler unterschiedlich waren, so wurden grundsätzlich als Distributionskosten für die Durchführung der Großhandels- und Einzelhandelsfunktion Handelsspannen unter Berücksichtigung der erhaltenen und der gewährten Skonti und der Lagerverluste angesetzt.
Ein besonderes Problem war zu lösen bei den Abzahfiungs- oder Kreditgesdiäften, die von Einzelhändlern getätigt wurden. Die Kreditgewährung erhöht die Zeitdifferenz zwischen der Zahlung des Einkaufspreises für die Waren und dem Geldeingang beim Verkauf. Der Teilzahlungsaufschlag wird also für eine besondere Dienstleistung berechnet und daher auch in der vorliegenden Untersuchung nicht zu den Distributionskosten gezählt.
Eine andere Schwierigkeit der Abgrenzung ergab sich, sofern Großhändler oder Einzelhändler Manipulationen an den Waren vornahmen, z. B. das Reifenlassen von Käse, das Mischen von Tee oder Kaffee oder das Schlachten von Tieren und das Aufschneiden von Fleisch. Diese Produzentenfunktionen konnten nicht vollständig von den Handelsfunktionen getrennt werden. Hier erfolgte die Zurechnung der Kosten so genau wie es in jedem einzelnen Fall möglich war.
Eine weitere Schwierigkeit für die Kostenverteilung lag beim Zusammenschluß von Handelskettengliedern vor, also von Produzent und Einzelhändler, von Importeur und Großhändler oder von Großhändler und Einzelhändler. Bei der Zusammenfassung von Produzenten- und Einzelhandelsfunktionen mußte, um die Distributionskosten ermitteln zu können, vielfach eine etwas willkürliche Abgrenzung zwischen den Herstellungskosten und den Handlungskosten vorgenommen werden. In den beiden anderen oben angeführten Fällen des Zusammenschlusses von Handelskettengliedern brauchten die Kosten für die Ausübung jeder Funktion nicht willkürlich getrennt zu werden, weil sie beide Distributionskosten sind.
Nach diesen Ausführungen über die Methoden der Erfassung der Distributionskosten folgt eine kurzgefaßte Übersicht über die drei in der englischen Untersuchung herangezogenen Gruppen der Distributionskosten.

Distributionskosten des Erzeugers.
Darunter werden in der Untersuchung die Vertriebskosten und der Gewinn des Erzeugers beim Verkauf an den Groß- und Einzelhandel sowie auch die Vertriebskosten und der Gewinn beim direkten Absatz des Erzeugers an den Verbraucher im Versandgeschäft, im ambulanten Handel und über ähnliche Absatzwege verstanden. Ausgeschlossen sind jedoch die Distributionskosten für die von Erzeugern betriebenen Ladengeschäfte und die Einzelhandelsspannen der von Erzeugern abhängigen Filialgeschäfte.

Distributionskosten des Großhändlers und Importeurs (Großhandelsspanne)
Sofern die Waren über einen Großhändler gehen und durch Kauf in dessen Eigentum gelangen, verstehen sich die Distributionskosten in diesem Bereidi als der Unterschied zwischen dem Verkaufspreis des Erzeugers und dem Einkaufspreis des Einzelhändlers. Bei eingeführten Waren ergeben sich die Distributionskosten aus der Differenz zwischen dem Preis der Ware nach der Ausladung einschl. des Zolls und dem Einkaufspreis des Einzelhändlers, wobei es gleichgültig ist, ob die Ware noch über einen Großhändler läuft oder nicht.

Distributionskosten des Einzelhändlers (Einzelhandelsspanne)

Darunter ist die Differenz zwischen dem Beschaffungspreis des Einzelhändlers und dem Verkaufserlös zu verstehen. Die Kosten und der Nettogewinn von Firmen, die zwei oder mehr Distributionsfunktionen an der gleichen Ware ausüben wie Groß- und Einzelhandel, oder Import und Groß- und Einzelhandel, sind in dieser Gruppe mitberücksichtigt. In dem Begriff Distributionskosten oder Handelsspanne des Einzelhändlers sind also die für Groß- und Einzelhandel entstehenden Distributionskosten von Filialbetrieben, Kaufhäusern und Konsumgenossenschaften eingeschlossen. Die Einzelhandelskosten und der Netto- Einzelhandelsgewinn der mit Erzeugern zusammengeschlossenen Einzelhändler sind gleichfalls in dieser Gruppe mitberücksichtigt, ebenso auch die Einzelhandelskosten und -gewinne von Filialen, die Waren der mit ihnen verbundenen Hersteller umsetzen.

2. Die Aufgliederung der gesamten Distribistionskosten für die Konsumgüter
Die prozentualen Anteile der den Erzeugern, Großhändlern und Einzelhändlern zuzumessenden Distributionskosten am Konsumentenpreis (prozentuale Handelsspannen) sind in der englischen Untersuchung für 116 Waren bzw. Warengruppen berechnet worden. Vergleiche zwischen der anteiligen Höhe der Distributionskosten bei den einzelnen Waren konnten jedoch ohne genaue Kenntnis der unterschiedlichen Funktionen, die die Händler beim Absatz dieser Waren auszuüben haben, nur von beschränktem Wert sein. Es wurde in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, daß z. B. der geringe Anteil an den gesamten Distributäonskosten, der auf den Großhandel bei der Distribution gewisser Waren entfällt, nur Aufschluß über den geringen Umfang des Umsatzes dieser Waren über den Großhandel gibt und in keiner Beziehung zu der Höhe der Handelsspanne des Großhandels an diesen Waren steht. Bei Waren, bei denen der Umsatz im Versandhandel oder im ambulanten Handel von Bedeutung war, ergab sich beispielsweise ein relativ größerer Anteil der Vertriebskosten der Erzeuger, während der Kostenanteil der Groß- bzw. Einzelhändler entsprechend kleiner war. In den Fällen, in denen die Handelsspannen der Einzel- bzw. Großhändler groß waren, waren die Vertriebskosten der Erzeuger gewöhnlich relativ klein. Schlußfolgerungen hinsichtlich der Höhe der anteilmäßigen Handelsspannen der drei an der Distribution beteiligten Bereiche konnten aus dieser Gesamtberechnung der Distributionskosten nichtgezogen werden. Ihr Wert wurde vorwiegend darin gesehen, eine volkswirtschaftliche Durchschnittsrechnung der gesamten Distributionskosten mit den Anteilen der Erzeuger, Großhändler und Einzelhändler zu geben. Auf die Wiedergabe der Einzelergebnisse in den verschiedenen Branchen wird im Rahmen dieser Ausführungen verzichtet; lediglich die bei einer Zusammenziehung der Konsumgüter zu drei großen Gruppen berechneten durchschnittlichen Distributionskostenanteile in den drei Hauptbereichen der Distribution werden in der vorstehenden Übersicht 4 wiedergegeben.

3. Die Distribationskosten (Handelsspannen) des Groß- und Einzelhandels für die über den Großhandel laufenden Waren

In einer weiteren Übersicht 5 wurden bei 113 einzelnen Waren die von Groß- und Einzelhändlern erzielten Handelsspannen (Einzelwarenspannen) dargestellt. Es handelt sich hier im Gegensatz zu der vorangegangenen Darstellung nur um solche Waren, die auch über den Großhandel liefen. In der ersten Ergebnisspalte der Tabelle sind die Handelsspannen des Großhandels in Prozenten des Großhandelsverkaufspreises berechnet worden. Die beiden letzten Spalten zeigen die durchschnittlichen Handelsspannen des Groß- und Einzelhandels, beide in Prozenten des Konsunientenpreises berechnet. Die Addition der beiden letzten Spalten ergibt somit die durchschnittliche Höhe der Distributionskosten im Bereich des Groß- und Einzelhandels. Bei den dargestellten Handelsspannen handelt es sich um die effektiv erzielten Spannen der Nachkalkulation. Preisherabsetzungen, Lagerverluste und Skonti sind hier bereits berücksichtigt.
Die Vertriebskosten der Produzenten für diejenigen Waren, die über den Großhandel liefen, sind mangels ausreichender Unterlagen in der englischen Untersuchung nicht erfaßt worden. insofern ergeben die Zahlen der Tabelle kein vollständiges Bild der Distributionskosten; dagegen gewähren sie einen guten Einblick in die Kalkulation des englischen Groß- und Einzelhandels.
Die von den Großhändlern und Einzelhändlern erzielten Handelsspannen auf diejenigen Waren, die auch über den Großhandel liefen, ergaben unter Zusammenfassung der insgesamt berücksichtigten 113 Waren zu 2 5 Warengruppen die in der vorstehenden Tabelle 6 mitgeteilten Prozentsätze.
In der folgenden Tabelle 7 sind die Handelsspannen des Großhandels der besseren Übersicht wegen noch einmal nach der Flöhe geordnet wiedergegeben.
Schließlich wurden die von Großhändlern und Einzelhändlern erzielten Handelsspannen auf Waren, die auch über den Großhandel liefen, beide in Prozenten des Konsunientenpreises
und für den Großhandel auch in Prozenten des Großhändlerverkaufspreises in der Zusammenfassung der untersuchten Waren zu drei großen Gruppen, berechnet und in Tabelle 8 wiedergegeben.
Der gesamte Absatz des Großhandels betrug für die von der Untersuchung erfaßten Waren etwa £ 750 Millionen. Die Handelsspanne des Großhandels machte dabei etwas über £ 90 Millionen aus.
Als Ergebnis aller Erhebungen wurde herausgestellt, daß die Fertigwaren, deren Erzeugungspreis £ 1 630 Millionen betrug (ex Fabrik, Farm oder Hafen), den Konsumenten £ 2 582 Millionen gekostet haben. Die Distributionskosten betrugen demnach £ 9 52 Millionen bzw. 36,9% des Konsumentenpreises.

IV. Die Struktur der Distributionswege im Einzelhandel
Aus der englischen Untersuchung verdient neben der Behandlung der Wege und Kosten der Warendistribution auch der Abschnitt über die Struktur der Distributionswege im Einzelhandel besondere Beachtung. Er bezieht sämtliche Waren ein, die in Großbritannien im Jahre 1938 von Fachgeschäften, Filialläden, Konsumgenossenschaftsläden und Warenhäusern im Einzelhandel umgesetzt wurden. Der Verkaufswert dieser Waren betrug £ 2 555 Millionen. Dagegen erfaßte die Erhebung über die Wege und Kosten der Distribution zwar sämtliche Betriebsformen, aber nur etwa 90% der gesamten Konsumgüter mit einem Verkaufswert von £ 2582 Millionen.
Die Tabelle 9 gibt die geschätzten Zahlen des Konsumgüterabsatzes der vier angeführten Betriebsformen im Jahre 193S wieder.
Vom gesamten Einzelhandeisabsatz wurden folgende Bereiche bei der vorliegenden Darstellung nicht erfaßt:
Der Absatz von Bier, Wein und Spirituosen in Restaurationen mit etwa £ 23 7 Millionen,
der Absatz der Versandgeschäfte,
der Absatz des ambulanten Handels, der auf etwa 5 vH. des Gesarntabsalzes beziffert wurde,
die Einnahmen der Filialläden, der Konsumgenossenschaftsläden sowie der Warenhäuser aus Dienstleistungen aller Art, wie beispielsweise dem Betrieb von Erfrischungsräumen.
Die Bedeutung der vier wichtigsten Betriebsformen des Einzelhandels für den Absatz der beiden Hauptbedarfsgruppen Nahrungsmittel und Getränke, Bekleidung und Schuhe, sowie der sonstigen Waren ergibt sich aus der Tabelle 10. Sie zeigt den Anteil der vier genannten Einzelhandelsbetriebsformen am jeweiligen Gesamtumsatz der drei Warengruppen sowie die prozentuale Verteilung des gesamten Einzelhandelsabsatzes auf die drei Warengrappen.
Die Angaben der folgenden Tabelle 11 beziehen sich nur auf die Ladengeschäfte, deren Zahl für das Jahr 1938 in Großbritannien auf etwa 750 000 geschätzt wurde. Warenhäuser und Einheitspreisgeschäfte wurden ausgeschlossen, weil sich bei ihrem gemischten Sortiment der Absatz nicht überwiegend auf eine der drei Bedarfsgruppen erstreckte. Die Tabelle zeigt, wie sich innerhalb der drei Betriebsformen und bei den drei Betriebsformen insgesamt die Verkaufsstellen verteilen, wenn man sie nach den vorwiegend geführten Warengruppen gliedert.
Die Angaben der folgenden Tabelle 12 zeigen, wie sich der Absatz der drei Hauptbedarfsgruppen von Konsumgütern und der Gesamtabsatz an Konsumgütern auf die vier untersuditen Betriebsformen des Einzelhandels verteilt.
In der Tabelle 13 wird schließlich noch eine Übersicht über den Umfang der Verbindung von Erzeugung und Distribution gegeben, die sich bei jeder der drei Hauptbedarfsgruppen von Konsumgütern und bei den drei aufgeführten Betriebsformell des Einzelhandels herausgebildet hat. Da die Vereinigung von Produktion und Distribution bei den Warenhäusern von geringer Bedeutung ist, ist ihr Anteil demjenigen der Fachgeschäfte hinztigerechnet worden.
Vom Gesamtabsatz des Einzelhandels entfielen demnach 10,5 % oder rund £ 265 Millionen auf Waren, die von mit Einzelhandelsunternehmen verbundenen Betrieben hergestellt oder bearbeitet wurden; hiervon waren 72 % Nahrungsmittel und Getränke, 17,5 % Bekleidung und Schuhe und 10,5 % sonstige Waren. Vom Absatz der Filialbetriebe entfielen 14 % oder rund £ 68 Millionen auf von diesen selbst hergestellte oder bearbeitete Waren; hiervon waren 46,5% Nahrungsmittel, 42°/o Bekleidung und 11,5 % sonstige Waren. Von dem Absatz der Konsumgenossenschaften wurden 40,5 % oder rund £ 108 Millionen im Rahmen der Konsumgenossensdiaftsbetriebe selbst hergestellt oder bearbeitet; hiervon waren 78 % Nahrungsmittel, 15 °/o Bekleidung und 7 % sonstige Waren. Von dem Absatz der Fachgeschäfte wurden 5 % oder etwa £ 92 Millionen von Fachgeschäften selbst oder von mit diesen verbundenen Betrieben hergestellt oder bearbeitet; davon waren 84 % Nahrungsmittel, 3 % Bekleidung und 13 % sonstige Waren.
Der vorstehende Bericht mußte sieht im Hinblick auf die Fülle des in der englischen Untersuchung dargebotenen Stoffes auf eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Untersuchungsergebnisse beschränken. Die Auswahl der zahlenmäßigen Ergebnisse gestattet jedoch einen hinreichenden Einblick in Wege, Kosten und Struktur der Distribution in Großbritannien für das Jahr 1938. Die Untersuchung erbrachte in der Analyse der Distributionswege den Nachweis, daß 17% aller Waren direkt vom Erzeuger bzw. Importeur zum Verwender, 43% vom Erzeuger bzw. Importeur über den Einzelhandel zum Verwender und 40% vom Erzeuger bzw. Importeur über den Großhandel zum Einzelhandel und dann zum Verwender gingen. Die Distributionskosten betrugen für die untersuchten Waren im Gsamtdurclischnitt 35-39% des Konsumentenpreises.
Der Inhalt des zweiten Abschnitts der englischen Untersuchung konnte aus Raumgründen nicht behandelt werden. Er gibt Einzeldarstellungen über die Distributionswege und die Höhe der Distributionskosten für nahezu 100 Waren und Warengruppen. Damit vervollständigt er das im ersten Abschnitt für die Gesamtheit der Konsumgüter gegebene Bild der Warendistribution in anschaulicher Weise.
3 „Consuiners Expenditure in the United Kingdom, 1920- 193S". Über eine Veröffentlichung dieser Untersuchung konnte nichts ermittelt werden., 2 Erläuterung der Begriffe siehe Rudolf Seyffert: Wirtschaftslehre des Handels, Köln und Opladen, 1951., 1 James B. Jetterys assisted by Margaret Maccol and G. L. Levett The Distribution of Consumer Goods, a factual study of methods and costs in the United Kingdom in 1938. Cambridge, 1950, 430 Seiten mit 4 farbigen Tafeln.
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