Bericht über die Tätigkeit des Instituts für Handelsforschung im Sommersemester 1951 und Wintersemester 1951/52
von Prof. Dr. Rudolf SeyffertDas vorletzte Haushaltsjahr, 1950, war charakterisiert durch die kontinuierliche Durchführung der Institutsarbeit, die in diesem Jahre erstmalig nach dem Kriege mit ausreichenden Mitteln in Angriff genommen werden konnte. Für das Haushaltsjahr 1951 (1. April 1951 bis 31. März 1952), über das der vorliegende Bericht erstattet wird, kann wiederum festgestellt werden, daß die ordnungsmäßige Durchführung der laufenden Institutsaufgaben im vorgenommenen Umfange möglich war. Schwierigkeiten ergaben sich jedoch insofern, als die geplanten Publikationen nicht so schnell wie wünschenswert gefördert werden konnten, da der Kreis der auf die Methoden des Instituts eingearbeiteten wissenschaftlichen Mitarbeiter noch zu klein ist. Aus dem gleichen Grunde verzögerte sich die Förderung zusätzlicher, in sich abgeschlossener Forschungsvorhaben. Räumlich ergab sich die weitere Schwierigkeit, daß für solche Zusatzaufgaben nur unzureichend Arbeitsplätze vorhanden sind. Die wissenschaftlichen Assistenten des Instituts müssen daher zu mehreren im gleichen Räume verschiedenen Aufgaben nachgehen oder im allgemeinen Seminararbeitsraum arbeiten, was sich insbesondere bei den häufig nötigen mündlichen Verhandlungen usw. als sehr störend erweist. So begrüßenswert die enge räumliche Verbindung des Instituts mit dem Handelsseminar und dem Werbewissenschaftlichen Seminar ist, so ergeben sich doch andererseits aus dem Raummangel in den Vorlesungsmonaten erhebliche Störungen durch die ständig wachsende Zahl der Studenten. Hinzu kommt, daß durch die Übersiedlung vieler Zentralbehörden und der wirtschaftlichen Spitzenverbände nach Köln bzw. Bonn die Zahl der Institutsbesucher zunehmend steigt. Die dadurch herbeigeführte direkte Kommunikation mit Behörden und Verbänden ist erfreulich, aber es bedarf andererseits zusätzlicher räumlicher Einrichtungen, um mehrere Besucher nebeneinander empfangen oder ihnen Plätze zur Verfügung stellen zu können, die ruhige Einsicht und Studium der Institutsmaterialien zulassen. Durch einen Umbau, bei dem der bisherige Arbeitsraum für Studenten (53 m2) aufgelöst und mit dem Sitzungssaale des Instituts vereinigt werden soll, wird versucht werden, eine gewisse Erleichterung herbeizuführen. Aber es besteht kein Zweifel, daß eine wirkliche Behebung der Schwierigkeiten nur durch zusätzliche Räume erzielt werden kann.
Mit dem zunehmenden Aufgabenanfall hat sich die im Vorjahre durchgeführte klare arbeitsmäßige Trennung von allgemeinen Grundaufgaben und Betriebsvergleichsarbeiten als sehr nützlich erwiesen. Auch im Berichtsjahre oblagen der Allgemeinen Abteilung des Instituts alle Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, das Bereitstellen und Unterhalten des Forschungsapparates und die Publikation der Forschungsergebnisse. Zwischen ihr, dem Seminar für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Besondere des Handels (Handelsseminar) und dem Werbewissenscliaftlichen Seminar besteht enge Arbeitsgemeinschaft, die sich vor allem auf die Bearbeitung zahlreicher wissenschaftlicher Einzelthemen bezieht.
Im Sommersemester 1951 und Wintersemester 1951/52, die das Berichtsjahr ausmachen, wurde wiederum die Hauptarbeit der methodischen Entwicklung Jes Betriebsvergleichs im Handel zugewandt. Der Betriebsvergleich hat in wissenschaftlicher, wirtschaftspolitischer und praktischer Hinsicht Bedeutung gewonnen. Er ist methodisch so vollkommen zu entwickeln, als es die praktischen Gegebenheiten zulassen. Im Berichtsjahre wurde die Umstellung des gesamten Betriebsvergleichs im Einzelhandel auf das synoptische Verfahren vorbereitet und ab 1. Januar 1951 praktisch durchgeführt. Auch im Großhandelsvergleich erfolgte die gleiche Verbesserung. Beide Bereiche bedürfen aber noch weiterer Vervollkommnung. Diese Entwicklungsarbeit ist mit laufenden Verhandlungen mit Vertretern der Betriebe und ihrer Verbände verbunden, deren Ergebnisse dann in kleinen Versuchskreisen experimentell erprobt werden. Sie finden ihren Niederschlag schließlich in den Erhebungsformularen des Instituts. Für das Kalenderjahr 1951 wurden 83 verschiedene Firmenberichtsbogen (23 Grundberichte, 19 Monatsberichte, 9 Vierteljahresberichte, 1 Tertiaisbericht, 29 Jahresberichte und 2 Sonderberichte) herausgegeben. Entsprechend wurden Auswertungstabellen der Betriebsvergleichsergebnisse bearbeitet. Es wurden für das Jahr 1951 fertiggestellt 23 gleichartige synoptische Monatstabellen und eine monatliche Generaltabelle für den Einzelhandelsbetriebsvergleich und 18 verschiedenartige Auswertungstabellen für den Großhandelsvergleich. Für den Einzelhandel wurde das gesamte Erhebungsverfahren in einer Druckschrift über „Der Betriebsvergleich und seine Durchführung" dargestellt. Sie ist in erster Linie für die teilnehmenden Firmen bestimmt, gibt aber zugleich eine vollständige Schilderung der Methode.
Die wissenschaftliche Aufarbeitung der Ergebnisse der Betriebsvergleichserhebungen beschäftigt die Allgemeine Abteilung des Instituts laufend. Insbesondere wird von ihr die Auswertung der Betriebsvergleichsergebnisse des Vorjahres durchgeführt. Die Ergebnisse des Einzelhandels im Jahre 1950, basierend auf 1593 Betrieben, wurden in den Nummern 6 und 8 der Institutsmitteilungen, zusammengefaßt in 3 5 Tabellen, veröffentlicht. Die Vorarbeiten für diese Veröffentlichung sind sehr zeitraubend, erfordert doch jede einzelne der 1593 Betriebsauswertungen 38 Prozentrechnungen, 15 Divisionen, und 2 5 Additionen und Subtraktionen. Weitergehende Einzelauswertungen sind durch Seminararbeiten durchgeführt worden. Im Berichtsjahr wurden Arbeiten über Umsatz und Kosten im Schuheinzelhandel, Drogeneinzelhandel, Eisenwaren- und Hausrathandel, Möbeleinzelhandel, jeweils auf das Jahr 1949 bezogen, abgeschlossen sowie eine Untersuchung, die die Einzelhandelskosten 1949 und 1950 in Vergleich zu der Vorkriegszeit setzt.
Eine weitere wissenschaftliche Auswertung der Betriebsvergleichszahlen stellt der monatlich: berechnete Einzelhandelsindex des Instituts dar, der ab Dezember 1948 vorliegt und sich sowohl auf Warenbeschaffung wie Warenabsatz für den Einzelhandel insgesamt und für vier Bedarfsgruppen erstreckt. Für das Jahr 1950 ist ferner erstmalig versuchsweise ein Index der prozentualen Betriebshandelsspannen berechnet worden. Er wurde in Nummer 8 der Institutsmitteilungen veröffentlicht, während der Einzelhandelsindex laufend in dem Ifo-Schnelldienst des Instituts für Wirtschaftsforschung, München, bekanntgegeben wird. An dem von diesem Institute herausgegebenen monatlichen Konjunkturspiegel des Einzelhandels, der eine wichtige Ergänzung der Betriebsvergleichsarbeiten ist, ist das Institut beteiligt. Der Konjunkturspiegel baut auf Konjunkturtests auf, die von beiden Instituten gemeinschaftlich erhoben werden.
Die im Vorjahre angebahnten Arbeiten an einen internationalen Betriebsvergleich, bei dem es sich zunächst darum handelt, die Vergleichbarkeit zwischen den beteiligten Ländern herbeizuführen, sind fortgeführt worden. Das Institut steht in Gedankenaustausch mit den entsprechenden Institutionen in der Schweiz und in Holland, Österreich und Schweden. Die Voraussetzungen für eine gemeinsame Veröffentlichung von Betriebsvergleichszahlen sind aber noch in keinem Falle gegeben. Soweit mit deutschen Ergebnissen vergleichbare bekannt werden, gelangen sie in den Institutsmitteilungen zur Veröffentlichung.
Die Untersuchung der Distributionswege und Distributionskosten wurde im Anschluß an die bereits vorliegende Sammlung von Handelsketten-, Preis- und Kostenanalysen in Angriff genommen. Inzwischen bekannt gewordenes englisches Material des Institut of Economic and Social Research in London konnte in diese Untersuchungen mit einbezogen werden. Über die über die englische LIntersuchung vorliegende Veröffentlichung von James B. Jefferys „The Distribution of Consumer Goods", die 1950 erschien, wurde unter Abdruck der wichtigsten Tabellen in Nummer 9 der Institutsmitteilungen referiert. Ebenso wurde das Material über die amtlichen Handelsspannenfestsetzungen in den Vereinigten Staaten, die 1951 erfolgte, bearbeitet und darüber in der gleichen Nummer der Mitteilungen kurz berichtet. Für eine spezielle Branche, den Schmuckwarengroßhandel, wurde die Methode für die Handelsspannenermittlung durch Vorversuche geklärt. Ziel war, ein zuverlässiges Verfahren für die Ermittlung von Branchenspannen auszubilden. Alle diese Arbeiten, in die auch alle studentischen Mitglieder des Handelsseminars einbezogen sind, dienen der Vorbereitung einer allgemeinen LIntersuchung der Handelswege und Handelskosten der Konsumwaren in Deutschland.
Der Allgemeinen Abteilung des Instituts obliegt auch die Verwaltung des wissenschaftlichen Apparates des Instituts. Er wird im wesentlichen durch die Bibliothek, das Archiv und die Materialsammlungen gebildet.
Der Zugang der Bibliothek betrug im Berichtsjahr 144 Bände, so daß ihr Gesamtbestand am 31. März 1952 auf 4714 Bände angewachsen ist. Die gesamten Bestände wurden in den akademischen Ferien überprüft und neu geordnet. Da die Bibliothek eine Präsenzbibliothek ist, wurde eine Aufstellung nach Sachgebieten gewählt. Ein Autorenkatalog mit Standortangabe sichert den Benutzern auch die Vorzüge einer Aufstellung nach Verfassern. Zur Bibliothek gehört auch die Zeitschriftensammlung, die im Berichtsjahre um 79 Nummern vermehrt werden konnte. Sie umfaßte am 31. März 1952 190 Zeitschriften, davon 109 im Austausch gegen die Mitteilungen des Instituts. Die Zahl der abgelegten Zeitschriftenjahrgänge, die nicht in die Bibliothek eingereiht worden sind, beträgt 1690.
Alle nicht bibliotheksmäßig erfaßten Veröffentlichungen über den Handel werden im Archiv in Ordnern und Ordnungskästen aufbewahrt, ebenso Materialien der Ministerien und sonstigen Verwaltungen, der Kammern, Verbände, wissenschaftlicher Institute usw. Am 31. März 1952 betrug die Zahl dieser Ordnungseinheiten 764.
Die wichtigste und umfangreichste unter den wissenschaftlichen Materialsammlungen des Instituts sind die von den Mitgliedern des Handelsseminars und des Werbewissenschaftlichen Seminars angefertigten Arbeiten. Diese sind entweder freie wissenschaftliche Arbeiten, die für die kaufmänische bzw. die Handelslehrer- Diplomprüfung angefertigt wurden, oder Dissertationen. Die Zahl der registrierten Arbeiten, deren Sammlung 1920 begonnen wurde, betrug am 31. März 1952 927, jedoch sind durch Kriegseinwirkungen 116 Arbeiten verlorengegangen, von denen aber einige wieder beschaffbar sein dürften. Der weitaus größte Teil dieser Arbeiten behandelt Probleme des Handels, darunter sind 72 Dissertationen (von 107 insgesamt). Von den Dissertationen werden Verfasser und Titel jeweils in den Institutsmitteilungen veröffentlicht. Die Dissertationen sind durch die öffentlichen wissenschaftlichen Bibliotheken zugänglich. Die Diplomarbeiten hingegen sind wissenschaftliches Material des Instituts, z. T. vertraulicher Art, dessen Publikation nur in durchgearbeiteter Form möglich ist und bisher mangels ausreichender Finanzierungsmöglichkeiten zurückgestellt werden mußte. Die Themen der jeweils in einem Semester zum Abschluß gebrachten Untersuchungen werden in den Institutsmitteilungen bekanntgegeben. Ihre Zahl betrug im Berichtsjahr (S. S. 51 und W. S. 51/52) 61.
Weitere wissenschaftliche Materialien des Instituts sind die laufend durchgeführten Erhebungen von Betriebsorganisationsplänen, Handelswegen und Handelsketten mit Preis- und Kostenanalysen. Der Bestand an Handelswegund Handelskettenaufnahmen, die nach einheitlicher Methode auf genormten Formularen registriert sind (Beschreibung der Methode in: Rudolf Seyffert, Wirtschaftslehre des Handels, Köln und Opladen, 1951), beträgt rund 750, die der Organisationspläne, die ebenfalls genormt sind, rund 330. Dieser Bestand wird z. Zt. kritisch durchgearbeitet.
Über die Arbeit des Instituts berichten die von Prof. Dr. Rudolf Seyffert herausgegebenen „Mitteilungen des Instituts für Handelsforschung an der Universität zu Köln", in denen auch wesentlichere Ergebnisse der Institutsforschungen veröffentlicht werden, sofern sie nicht besonderen Publikationen vorbehalten sind. Im Berichtsjahr erschienen vier weitere Nummern der Mitteilungen, so daß jetzt neun Nummern (insgesamt 160 Seiten 4°) vorliegen. Diese in zwangloser Folge herausgegebenen Mitteilungen gehen den Mitgliedern der Gesellschaft zur Förderung des Instituts zu und einem ausgewählten Kreis sonstiger Bezieher. Sie sind nicht durch den Buchhandel zu beziehen.
Im nächsten Haushaltsjahr ist die zusätzliche Herausgabe von Sonderheften zu den Mitteilungen geplant, in denen in sich geschlossene, größere Berichte über die Institutsarbeit aufgenommen werden. Das erste dieser Sonderhefte ist in Vorbereitung und wird Beschaffung, Lagerung, Absatz und Kosten des Einzelhandels in den Jahren 1949/51 zum Gegenstand haben. Außerdem wird vom Institutsdirektor für die Publikation von Monographien über Handelsprobleme eine Reihe „Schriften zur Handelsforschung" herausgegeben werden. Das Manuskript für die erste Publikation liegt vor, jedoch konnte bis jetzt die Frage der Finanzierung der Drucklegung noch nicht gelöst werden.
Der Verbreitung der Ergebnisse der Institutsarbeit dient auch sein Vortragsdienst. Die Vorträge wurden vor Handelskammern und Verbänden gehalten und zwar im Berichtsjahre ausschließlich von dem 1. Referenten des Instituts, Dr. Hans Buddeberg. Bisher wurden in folgenden Kammern, z. T. mehrmals, Vorträge gehalten: Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Fulda, München-Gladbach, Nürnberg, Regensburg, Würzburg. Von den beteiligten Verbänden gehörten fünf dem Großhandel, drei dem Einzelhandel an. Der weitere Ausbau dieser mehr unterrichtlichen Aufgabe, auch in Form von Schulungs - und Fortbildungskursen für Diplom-Kaufleute, Diplom- Handelslehrer und Syndici ist geplant, konnte aber im Berichtsjahr noch nicht durchgeführt werden, da auch in diesem Jahre der personelle Apparat des Instituts durch die übrigen Aufgaben bereits mehr als voll belastet war. Die eigentliche unterrichtliche Leistung liegt in der Verbindung mit dem Seminar für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Besondere des Handels (das seinerseits wiederum aus einem Proseminar, einem Hauptseminar und einem Doktorandenseminar besteht; dem Hauptseminar waren außerdem 11 Arbeitsgemeinschaften und das Außenhandelsseminar angeschlossen) und dem Werbewissenschaftlichen Seminar. Die Seminare hielten einschließlich der Arbeitsgemeinschaften im Sommersemester 1951 113 Sitzungen und im Wintersemester 1951/52 170 Sitzungen ab. Außerdem wurden 5 Betriebsbesichtigungen und 2 Studienreisen durchgeführt.
Die Zahl der Seminarteilnehmer betrug:
Den Arbeitsgemeinschaften, denen je ein Institutsassistent attachiert ist, gehören nur Mitglieder des Hauptseminars an. Die kleinste Arbeitsgemeinschaft hatte 7, die größte 21 Teilnehmer. Wissenschaftliche Arbeiten werden nur im Hauptseminar angefertigt. Die Zahl der laufenden Arbeiten betrug:
Das Institut unterhält die Verbindung mit zahlreichen wissenschaftlichen und amtlichen Stellen und mit den Organisationen der Wirtschaftspraxis, vor allem mit dem Bundesministerium für Wirtschaft, dem Ministerium für Wirtschaft und Verkehr und dem Kultusministerium Nordrhein- Westfalen, dem Statistischen Bundesamt und den statistischen Landesämtern, den Handelskammern und ihren Zusammenschlüssen, den Verbänden des Einzel- und des Großhandels und. ihren Zusammenschlüssen und den wissenschaftlichen
Instituten, die Gebiete pflegen, die den Arbeitsbereich des Instituts berühren, insbesondere mit der „Arbeitsgemeinschaft deutscher wirtschaftswissenschaftlicher Forschungsinstitute e.V.", Bonn, deren Mitglied das Institut ist. Mit einer größeren Zahl ausländischer Institute steht das Institut im Materialaustausch.
Zu zwei bedeutsamen, vom Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen Karl Arnold einberufenen Gremien hat das Institut durch seinen Direktor, der Mitglied dieser Gremien ist, Verbindung, der „Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen" in
deren 16. Sitzung vom 5. Dezember 1951 der Institutsdirektor einen Vortrag über „Die Problematik der Distribution" hielt und der „Arbeitsgemeinschaft für Rationalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen", in der der Vorsitz des Ausschusses Vertrieb beim Institutsdirektor liegt. Er gehört ferner dem Ausschuss für Absatzwirtschaft bei der Deutschen Gruppe der Internationalen Handelskammer an, dessen Arbeit ebenfalls der des Instituts
nahesteht.
Am Institut selbst besteht ein Arbeitskreis für angewandte Handelsforschung , der für die wissenschaftliche Arbeit des Instituts ein wichtiges Verbindungsglied zur Wirtschaftspraxis ist. In ihm ist ein kleiner Kreis wissenschaftlich interessierter Vertreter von Handelskammern, Handelsverbänden, praktischen Kaufleuten und Ministerialbeamten zu Gesprächen über aktuelle Fragen der Handelswirtschaft und die Möglichkeiten ihrer wissenschaftlichen Beobachtung zusammengefaßt. Eines der Ergebnisse der Besprechungen im Arbeitskreis ist die in Nummer 9 der Mitteilungen veröffentlichte Stellungnahme des Instituts zur Frage „Kalkulation und § 19 des Wirtschaftsstrafgesetzes".
Der Direktor des Instituts, Prof. Dr. Rudolf Seyffert, ist zugleich Direktor der Seminare. Zu seiner Unterstützung standen ihm für das Handelsseminar und das Werbewissenschaftliche
Seminar je ein Assistent zur Verfügung: Dipl.-Kfm. Rolf Welter und Dipl.-Kfm. Dr. Hansjörg Rupp, und für das Außenhandelsseminar der Außenhandelsreferent des Instituts Konsul William Weiler B. A., B. A. Hons. Ph.
Der Personalbestand des Instituts war in der Allgemeinen Abteilung folgender: Institutsreferent Dipl.-Kfm. Dr. Hans Buddeberg, Assistenten Dipl.-Kfm. Dr. Fritz Klein und Dipl.-Kfm. Günther Reintjes, außerdem die Direktionssekretärin und eine weitere Sekretärin.
Der Geschäftsverkehr der Allgemeinen Abteilung ist beträchtlich angewachsen, vor allem durch Besuche, da fast alle Fragen von Bedeutung mündlicher Verhandlungen bedürfen. Dazu tritt die Inanspruchnahme durch Telefongespräche, bei denen die auswärtigen einen erheblichen Anteil haben. Entsprechend rege ist der Briefverkehr. Allein die Zahl der ausgehenden Sendungen der Allgemeinen Abteilung betrug gegen 3800.
Die praktische Durchführung der in der Allgemeinen Abteilung entwickelten Methoden erfolgt, soweit sie den Betriebsvergleich im Handel betreffen, in der Betriebsvergleichsabteilung des Instituts. Diese arbeitet in Verbindung mit den Fachverbänden des Einzelhandels und dessen Spitzenorganisation, der Hauptgemeinschatt des Deutschen Einzelhandels und den Fachverbänden des Großhandels und dessen Spitzenorganisation, dem Verband des Deutschen Groß- und Außenhandels. Durch den von der Abteilung durchgeführten Betriebsvergleich wurden im Kalenderjahr in 23 Handelszweigen, die sich in der Hälfte der Fälle noch in Teübranchen aufgliederten, bei insgesamt rund 4000 Handlungen der Personalbestand, die Beschaffungs-, Absatz- und Kostenzahlen, die Lagerhaltung, die Zusammensetzung des Sortiments sowie die zur Charakterisierung der einzelnen Betriebe notwendigen Strukturmerkmale monatlich bzw. vierteljährlich oder tertialsweise und jährlich erhoben.
Im Einzelhandelsbereiche wurden im Kalenderjahr 1951 15 Branchen und 16 Teilbranchen, also insgesamt 31 Vergleichseinheiten bearbeitet. Die Branchen waren folgende:
Lebensmitteleinzelhandel (2 Teilbranchen),
Textileinzelhandel (7 Teilbranchen),
Eisenwaren- und Hausrathandel (4 Teilbranchen),
Drogerien,
Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel,
Fahrradeinzelhandel,
Nähmaschinenhandel,
Möbeleinzelhandel,
Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel,
Tabakwareneinzelhandel,
Schuheinzelhandel (3 Teilbranchen),
Leder- und Galanteriewareneinzelhandel,
Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel,
Sortimentsbuchhandel,
Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel.
Am 1. Januar 1951 umfaßten diese 31 Vergleichseinheiten 2438, am 31. Dezember 1951 2518 Teilnehmer. Während des Kalenderjahres 1951 schieden 176 Teilnehmer aus, 256 kamen neu hinzu. Durch das Ausscheiden von drei im Vorjahr noch beteiligten Branchen mit besonders geringer Teilnehmerzahl hat sich der Repräsentationswert der Erhebungen verbessert. Aber er ist zum Teil immer noch unbefriedigend. Für eine ausreichende Repräsentation bedarf es der zusätzlichen Aufnahme von 1000 bis 1500 Teilnehmern, die auf die Branchen mit zu geringer Beteiligung zu verteilen wären. Eine nach Größenklassen gut gegliederte Teilnehmerzahl von 3 500 bis 4000 würde ausreichen, um ein zuverlässiges Bild der Gesamtsituation des Einzelhandels zu ermitteln, vorausgestzt, daß alle Teilnehmer ihre Berichte pünktlich und vollständig einliefern. Die Zahl der im Berichtsjahr monatlich durchschnittlich zur Berechnung gelangten Berichte betrug jedoch nur 1600, das ist eine aktive Beteiligung von 65 Prozent der Teilnehmer.
Der Großhandelsbetriebsvergleich hat sich im Berichtsjahr stark entwickelt. Im Kalenderjahr
1951 wurden 9 Branchen mit 15 Teilbranchen in 18 Vergleichseinheiten bearbeitet. Die Branchen waren folgende:
Nahrungsmittelgroßhandel (2 Gebiete),
Lebensmittel-Filialbetriebe,
Textilgroßhandel (3 Teilbranchen),
Großhandel mit Möbelstoffen, Polsterer- und Sattlerbedarf
(3 Teilbranchen),
Lederhandel (2 Teilbranchen),
Uhren- u. Schmuckwarengroßhandel (3 Teilbranchen),
Technischer Handel (2 Teilbranchen),
Süß Warengroßhandel,
Bindfaden- und Garngroßhandel,
Die Zahl der Teilnehmer am Großhandelsvergleich war am 1. Januar 19 51 5 50, am 31. Dezember 19 51 1360. Die Betriebsvergleiche des Textilgroßhandels wurden monatlich und vierteljährlich, die des Süßwarengroßhandels in Tertialen, die übrigen vierteljährlich durchgeführt.
Über den unfangreichen technischen Arbeitsanfall bei der Durchführung des Betriebsvergleichs ist bereits im Vorjahre berichtet worden. Für den Einzelhandel betrug im Kalenderjahr 1951 der monatliche Posteingang 4100 Sendungen, der Ausgang 7600 Sendungen, also jährlich
140 400 Sendungen. Der Jahreseingang beim Großhandel betrug 8100 Sendungen, der Ausgang 8500 Sendungen, so daß der Postumschlag der Betriebsvergleichsabteilung insgesamt 157 000 Sendungen betrug.
Das wissenschaftliche Personal der Betriebsvergleichsabteilung umfaßte im Haushaltsjahr 1951 die Assistenten Dipl.-Kfm. Dr. Hans Ritter (Sachbearbeiter für den Einzelhandel), Dipl.-Kfm. Karl-Heinz Henksrneier bis 31. 7. 1951, ab 1. 8.19 51 Dipl.-Kfm. Hans Philippi (Sachbearbeiter für den Großhandel), Dipl.-Kfm. Horst Liedgens. Das technische Personal umfaßte am 1. 4. 19 51 sieben, am 31.3.1952 acht Kräfte.
Wie im Vorjahr wurden in der Betriebsvergleichsabteilung zu den Rechen- und Ordnungsarbeiten in größerem Umfange Studenten herangezogen. Nur dadurch konnten die zum Teil erheblichen Arbeitsstöße abgefangen werden. Für viele Studenten ist das nicht nur eine erwünschte Verbesserung ihres Monatswechsels, sondern sie lernen durch die Mitarbeit auch den Aufbau des Betriebsvergleichs und ie Technik der Auswertungsarbeiten kennen und bekommen einen Einblick in die Aufgaben und die Arbeitstechnik des Instituts.
Der personelle Gesamtapparat des Instituts, Allgemeine Abteilung und Betriebsvergleichsabteilung zusammengenommen, betrug (ohne den Institutsdirektor und die beiden Seminarassistenten):
