Die Teilzahlungsverkäufe im Einzelhandel
von Prof. Dr. Rudolf SeyffertIm Rahmen der vieteljährlichen Befragung, die das Institut nach der Höhe der Kreditverkäufe und Außenstände im Einzelhandel durchführt, werden die Kreditverkäufe seit Juni 1952 auch nach einzelnen Kreditarten aufgegliedert erfaßt. Hierbei interessiert vor allem die Bedeutung der Teilzahlungskredite, die der Einzelhandel entweder selbst finanziert oder in Verbindung mit Teilzahlungs-
Finanzierungsinstituten gewährt. Der prozentuale Anteil der gesamten Teilzahlungsverkäufe am Absatz sowie an den gesamten Kreditverkäufen ist für die Monate Juni, September und Dezember 1951 sowie März, Juni und September 1952 in der Tabelle 7 aufgeführt. Die Ergebnisse zeigen, daß im Hinblick auf den Anteil der Teilzahlungskredite in den verschiedenen Einzelhandelsbranchen mehrere Gruppen unterschieden werden können. Hiervon weisen der Möbeleinzelhandel und der Fahrradeinzelhandel die höchsten Teilzahlungsverkäufe auf. Im Möbeleinzelhandel liegt der Anteil der Teilzahlungsverkäufe in den aufgeführten Monaten ziemlich gleichmäßig zwischen 34 und 39% des jeweiligen Monatsabsatzes bzw. zwischen 58 und 66% der jeweiligen monatlichen Kreditverkäufe. Die Werte des Fahrradeinzelhandels sind dagegen in den einzelnen Monaten ziemlich starken Schwankungen unterworfen. Die schwankende Höhe des prozentualen Anteils der Teilzahlungsverkäufe dürfte hier hauptsächlich auf die saisonbedingten Unterschiede im eigentlichen Fahrradverkauf zurückzuführen sein. Neben diesen beiden Branchen. In denen das Teilzahlungsgeschäft eine besondere Rolle spielt, treten in den übrigen Branchen die Teilzahlungsverkäufe stark in den Hintergrund. Bei sechs Branchen liegt der Anteil der Teilzahlungsverkäufe im Durchschnitt bei etwa 2—5 % des jeweiligen Monatsabsatzes. Hierzu zählen der Textileinzelhandel, der Schuheinzelhandel, der Eisenwaren- und Hausrathandel, der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel, der Uhren-, Juwelen-, Gold und Silberwareneinzelhandel und der Lederund Galanteriewareneinzelhandel. Abgesehen vom Eisenwaren- und Hausrathandel und Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel ist in dieser Gruppe allerdings das Gewicht der Teilzahlungsverkäufe im Verhältnis zu den gesamten Kreditverkäufen recht beachtlich. Es folgen als dritte Gruppe einige weitere Branchen, bei denen das Teilzahlungsgeschäft nahezu bedeutungslos ist. In diesen Branchen, wie bei den Drogerien, dem Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel, dem Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel, dem Sortimentsbuchhandel und der Teilbranche Kleineisenwaren, Werkzeuge bleibt der Anteil der Teilzahlungsverkäufe fast durchweg unter 0,5 % des Monatsabsatzes. Als letzte Gruppe sind der Lebensinitteleinzelhandel und der Tabakwareneinzelhandel herauszustellen, die beide keine Teilzahlungsverkäufe aufweisen.
Die Entwicklung der Teilzahlungsverkäufe in den einzelnen Berichtsmonaten seit Mitte 1951 ist unterschiedlich. Im Möbeleinzelhandel kann von Juni 1951 bis Juni 1952 eine gewisse Ausdehnung des Teilzahlungsgeschäftes festgestellt werden. Im September 1952 sinkt der Anteil der Teilzahlungsverkäufe dagegen wieder etwas ab. Auch in einigen anderen Branchen ist im September 1952 gegenüber Juni 1952 ein leichter Rückgang der Teilzahlungsgeschälte zu verzeichnen. Dies gilt insbesondere für den Fahrradeinzelhandel, den Textileinzelhandel, den Schuheinzelhandel und den Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel. Etwaige Entwicklungstendenzen eines prozentualen Anstiegs oder Rückgangs der Teilzahlungsverkäufe sind allerdings im Hinblick auf das Volumen mit einiger Vorsicht zu beurteilen, da der jeweilige Absatz, zu dem die Teilzahlungsverkäufe rechnerisch in Beziehung gesetzt sind, in den einzelnen Monaten eine unterschiedliche Bedeutung hat. Ein Rückschluß auf die tatsächliche Entwicklung der Teilzahlungsverkäufe läßt sich infolgedessen nur dann ziehen, wenn hierbei die Entwicklung des Absatzes in dem zur Betrachtung herangezogenen Zeitraum entsprechend Berücksichtigung findet. Legt man zum Beispiel für die Beurteilung der Teilzahlungsverkäufe des Fahrradeinzelhandels den Absatzindex dieser Branche zugrunde, so zeigt sich im Juni der höchste Wert der vier in die Krediterhebung einbezogenen Monate. Somit kommt den Teilzahlungsverkäufen im Juni 1952 ihrer absoluten Höhe nach ein noch stärkeres Gewicht zu, als es sich aus dem prozentualen Absatzanteil der Teilzahlungsverkäufe der Tabelle ergibt.
