Das Erhebungsergebnis in Form der synoptischen Tabelle
von Prof. Dr. Rudolf SeyffertEtwa 4-8 Wochen nach Ende des Berichtszeitraumes werden den Betriebsvergleichsteilnehmern die Ergebnisse übermittelt. Jeder Betrieb erhält die Auswertung seiner Branche in Form einer synoptischen Tabelle. In der Tabelle findet der Teilnehmer die für seinen Betrieb berechneten Einzelwerte und die der übrigen Betriebsvergleichsteilnehmer vor. Über die Einzelwerte hinaus werden auch die Durchschnittswerte der Größenklassen und, sofern eine Gruppierung nach Merkmalen vorgenommen worden ist, der Auswertungsgruppen bekanntgegeben. Für jeden Betrieb ist in der Tabelle eine Zeile enthalten, die mit seiner Kennummer beginnt. Das Vergleichsmaterial ist unterteilt in die aus dem Grundbericht übernommenen, die Struktur kennzeichnenden Zahlen, und die Ergebnisse des abgelaufenen Berichtsquartals. Die Form der Tabelle ist vom Erhebungsumang abhängig und von Branche zu Branche individuell gestaltet. Die Abweichungen erstrecken sich jedoch wie beim Fragebogen nur auf einige Besonderheiten, während die Grundpositionen auch in den Ergebnistabellen weitgehend übereinstimmend sind. Auf Seite 252 und Seite 253 ist ein Beispiel für eine Quartalsauswertung abgedruckt. Die wiedergegebene Tabelle enthält alle wesentlichen Auswertungspositionen. Die Zahlen sind zwar fingiert und für keine bestimmte Branche zutreffend, in ihrer Tendenz jedoch tatsächlichen Verhältnissen angepaßt worden.
Die Auswertungstabelle ist in drei Abschnitte eingeteilt. Der erste Abschnitt enthält die Kennummer und die Strukturmerkmale der einzelnen Betriebe, im zweiten sind die für Beschaffung, Lagerung und Absatz berechneten Auswertungszahlen und im dritten die Kostenergebnisse des abgelaufenen Berichtsquartals wiedergegeben. Nachstehend wird der Inhalt der mit römischen Zahlen (Kennummer und Strukturmerkmale) und der mit arabischen Zahlen (Ergebnisse des abgelaufenen Quartals) versehenen Spalten kurz erläutert.
Spalte I: Kennunmmer
Spalte II: Standort
Zu N = Norddeutschland gehören: Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalein, Schleswig-Holstein.
Zu S = Süddeutschland gehören: Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz.
Spalte III: Ortgröße
Die Spalte läßt erkennen, ob sich der Standort des Betriebes in einer Kleinstadt = K, einer Mittelstadt = M oder in einer Großstadt = G befindet. Als Kleinstadt gelten hierbei Städte bis 50 000 Einwohner, als Mittelstadt von 50 000 bis 100 000 Einwohner, als Großstadt über 100 000 Einwohner.
Spalte IV: Aufgliederung des Absatzes nach Abnehmergruppen
Die ausgewiesenen Zahlen geben in Prozenten den Anteil der einzelnen Abnehmergruppen am Gesamtabsatz an.
Spalte V: Aufgliederung der Abnehmer nach der Entfernung
Die Zahlen zeigen, wieviel Prozent der Gesamtabnehmer auf die einzelnen Entfernungszonen entfallen.
Spalte VI: Aufgliederung des Absatzes nach Warengruppen
Die ausgewiesenen Werte geben in Prozenten den Anteil der einzelnen Warengruppen am Gesamtabsatz wieder.
Spalte 1: Absatz je Betrieb in DM
In dieser Position wird der im Fragebogen vom Betrieb gemeldete Gesamtabsatz übernommen. In mehreren Branchen wird aus Diskretjonsgründen der absolute Betrag des Gesamtabsatz :s nicht ausgewiesen.
Spalte 2: Absatz des Berichtsquartals in Prozenten des gleichen Vorjahrsquartals
Diese Position kennzeichnet die Absatzentwicklung des Betriebes. Um die Saisoneinflüsse auszuschalten, wird nicht das Vorquartal, sondern das gleiche Vorjahrsquartal als Vergleichszeitraum gewählt. Die ausgewiesenen Zahlen sind Prozentzahlen, bei denen das Vorjahrsquartal = 100 % gesetzt ist. Ein Wert von 115 bedeutet demnach eine Absatzerhöhung von 15 %, ein Wert von 80 bedeutet einen Rückgang von 20 % gegenüber dem gleichen Vorjahrsquartal.
Spalte 3: Absatz je beschäftigte Person
In Spalte 3 wird der Absatz in DM ausgewiesen, der auf den Kopf einer beschäftigten Persem entfällt. Die Berechnung erfolgt durch Division des Gesamtabsatzes durch die Zahl der beschäftigten Personen. Hierbei werden die Lehrlinge und Anlernlinge sowie die teilbeschäftigten Personen nur mit 0,5 bewertet.
Spalte 4: Absatz je Ausgangsrechnung
Der durchschnittliche Absatz je Ausgangsrechnung wird ermittelt durch Division des Gesamtabsatzes durch die Zahl der im Berichtsquartal ausgestellten Rechnungen.
Spalte 5: Beschaffung des Berichtsquartals in Prozenten des gleichen Vorjahrsquartals
Die Warenbeschaffung im Berichtsquartal in Prozenten der Warenbeschaffung des entsprechenden Vorjahrsquartals wird in der gleichen Weise wie die Absatzentwicklung in Spalte 2 berechnet, nur daß sich die Zahl nicht auf den Absatz sondern auf die Warenbeschaffung bezieht.
Spalte 6: Kundenziel in Tagen
Die ausgewiesenen Zahlen geben an, wie lange durchschnittlich die Außenstände zu Buche stehen. Die Berechnung der Zieldauer wird wie folgt durchgeführt: Die Division des Absatzes durch die Höhe der Außenstände zeigt, wie oft die Außenstände sich im Berichtszeitraum umgeschlagen haben. Durch Division der Zahl der Tage des Berichtszeitraumes durch den Debitorenumschlag ergibt sich dann die durchschnittliche Zieldauer. Beispiel: Der Absatz im Quartal beträgt DM 400 000. Die Außenstände sind durchschnittlich halb so hoch, d.h. etwa DM 200000, dann ist der Debitorenumschlag DM 400 000: DM 200 000 = 2 mal, Die durchschnittliche Zieldauer beträgt somit 90 (Tage des Berichtsquartals) dividiert durch 2 (Debitorenumschlag) = 45 Tage.
Da der überwiegende Teil der Betriebsvergleichsteilnehmer nicht in der Lage ist, die Außenstände im Durchschnitt des Berichtszeitraumes anzugeben, werden für die Berechnung des Kundenzieles in Tagen der Einfachheit halber die Außenstände am Ende des Berichtszeitraumes verwendet. Für die Höhe der Außenstände werden somit Werte zugrunde gelegt, die keineswegs der durchschnittlichen Höhe im Berichtszeitraum zu. entsprechen brauchen. Die Auswertungsergebnisse haben gezeigt, daß in der Position Kundenziel in Tagen vielfach starke Abweichungen zu verzeichnen sind, die zum Teil auf die Berechnungsweise zurückzuführen sind. Das Institut trägt sich daher mit dem Gedanken, in Zukunft entweder die durchschnittliche Hohe der Außenstände zu erfragen oder aber, wenn dies nicht möglich ist, an Stelle des Kundenziels in Tagen die Außenstände am Ende des Berichtszeitraumes in % vom Absatz auszuweisen.
Spalte 7: Lieferantenziel in Tagen
In Spalte 7 wird die durchschnittliche Zieldauer, die dem Lieferanten gegenüber in Anspruch genommen wird, ausgewiesen. Die Berechnung des Lieferantenziels in Tagen erfolgt in der gleichen Weise wie die des Kundenziels in Tagen, nur werden an Stelle des Absatzes und der Außenstände die Warenbeschaffung und die Verpflichtungen zugrunde gelegt.
Spalte 8: Kundenskonti in Prozenten vom Absatz
Die im Berichtsquartal an Kunden gewährten Skonti werden in Spalte 8 in Prozenten vom Absatz ausgewiesen. Da es sich zum Teil um sehr niedrige Prozentsätze handelt, wird eine Dezimalstelle mit ausgewertet.
Spalte 9: Lieferantenskonti in Prozenten der Wareobeschaffung
Eine Saldierung von Lieferanten- und Kundenskonti darf nicht vorgenommen werden, da die Lieferantenskonti in Prozenten der Beschaffung, die Kundenskonti dagegen in Prozenten des Absatzes ausgewiesen sind.
Spalte 10: Umschlagsgeschwindigkeit des Warenlagers
Zur Berechnung der Umschlagsgeschwindigkeit des Warenlagers wird der Absatz des Berichtszeitraumes durch den durchschnittlichen Lagerbestand dividiert. Hierbei wird in der Regel der Absatz zu Verkaufswerten, der Lagerbestand jedoch zu Einstands- oder Inventurwerten angesetzt. Um den Lagerumschlag mengenmäßig ermitteln zu können, müßte entweder der Absatz zu Einstandswerten, oder aber der Lagerbestand zu Verkaufswerten angegeben werden. Hierauf wird jedoch verzichtet, weil eine solche Erfassung bei vielen Betriebsvergleichsteilnehmern nur schwer durchzuführen ist. Da bei allen Betrieben in der gleichen Weise verfahren wird, ist die Vergleichbarkeit nicht beeinträchtigt. Die Betriebe können ihren mengenmäßigen Lagerumschlag ermitteln, indem sie vorn ausgewiesenen Umschlag den Prozentsatz der im Durchschnitt erzielten Handelsspanne (Betriebsspanne) in Abzug bringen. Beträgt beispielsweise der in der Tabelle verzeichnete Lagenunschlag 4,0 mal, die Betriebsspanne durchschnittlich etwa 25 %, so ist der mengenmäßige Lagerumschlag 75 % vom ausgewiesenen Wert, d.h. 3,0.
Spalten 11—23: Aufgliederung der Kosten nach Kostenarten und Gesamtkostensumme
In den Spalten 11—23 sind die Kostenarten in Prozenten vom Absatz ausgewiesen. Die Kostenarten werden mit einer Dezimalstelle berechnet. Nicht erfaßt werden in der Quartalsauswertung die Abschreibungen und Zinsen für Eigenkapital; sie werden in der Jahresauswertung ausgewiesen. Um die Vergleichbarkeit der Betriebe, die mit vorwiegend Fremdkapital arbeiten und somit hohe Fremdkapitalzinsen haben, mit den Betrieben, die überwiegend Eigenkapital verwenden, nicht zu beeinträchtigen, wird die Summe der Kosten einmal ohne und einmal mit Fremdkapitalzinsen aufgeführt.
Spalte 24: Kosten der Reisetouren
Unabhängig von der Aufgliederung der Kosten nach Kostenarten erfolgt in der Spalte 24 eine zusätzliche Auswertung der Kostenstelle Reisetouren.. In dieser Position wird die Summe der Anteile der Reisekosten an den einzelnen Kostenarten in Prozenten vom Absatz angegeben. Der in Spalte 24 verzeichnete Wert ist also bereits in den Kostenpositionen 11-23 aufgegliedert enthalten und darf nicht noch einmal zu der Gesamtköstensumme in der Spalte 23 hinzuaddiert werden.
Spalte 25: Gesamtkosten des Berichtsquartals in Prozenten des gleichen Vorjahrsquartals
Die Berechnung der Kostenentwicklung erfolgt in der gleichen Weise wie die Berechnung der in den Spalten 2 und 5 ausgewiesenen Absatz- bzw. Warenbeschaffungsentwicklung.
