Handelskettenpreisausschreiben
von Prof. Dr. Rudolf SeyffertAus Anlaß des 25jährigen Jubiläums der Gesellschaft zur Förderung des Instituts für Handelsforschung an der Universität zu Köln hatte Frau Kultusminister Teusch beim Festakte der Förderungsgesellschaft am 3. Juni 1953 dem Direktor des Instituts zu treuen Händen einen Betrag von 1500 DM für die Prämiierung von Arbeiten zur Verfügung gestellt, die von Studenten im Institutsbereiche angefertigt wurden.
Im Rahmen des Kölner Handelsstudiums wird die Erfassung und Darstellung empirischer Handelsvorgänge mit Hilfe der Handelskettenschemata besonders gepflegt. So haben die Studenten, die sich dem Seminar für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Besondere des Handels anschließen wollen, eine solche Erhebung als Aufnahmearbei vorzulegen und in vielen wissenschaftlichen Arbeiten werden entsprechende Erhebungen für die Bearbeitung der Diplomarbeitsthemen durchgeführt. Das Preisausschreiben wurde daher auf Handelsketten abgestellt. Es wurden 10 Preise für die besten eingereichten Handelsketten im Gesamtbetrage von 1500 DM ausgesetzt (ein 1. Preis von 300, zwei 2. Preise von je 200 und vier 3. Preise von je 150 DM). Die Teilnahmebedingungen waren folgende:
1. Teilnahmeberechtigt sind alle Seminarmitglieder, alle früheren Seminarmitglieder, die ihr Diplomexamen im Jahre 1953 bestanden haben und alle früheren Seminarmitglieder, soweit sie noch immatrikuliert sind.
2. Für den Wettbewerb können angemeldet werden alle eingereichten oder noch einzureichenden Handelskettenformulare I und II B (Ausgabe 1953), die sich ergänzende mehrgliedrige Ketten von Konsumwaren betreffen. Bereits eingereichte Ketten können zur Verbesserung kurzfristig zurückgegeben werden.
3. Die Meldung, daß sich ein Komilitone an dem Wettbewerb beteiligen will, muß bis Ende des Sommersemesters 1953 ererfolgen, die Ketten selbst müssen spätestens am 10. Dezember im Institut vorliegen (spätere Verlängerung bis 12.1.54).
4. Die Bewertung erfolgt nach dem wissenschaftlichen Werte und der Publikationsreife der Ketten. Die zeichnerische Leistung wird nicht bewertet. Bekanntgabe der Ergebnisse: nach Möglichkeit noch vor Weihnachten, dafür ist jedoch Voraussetzung, daß die Formulare nicht erst in den letzten Wochen eingereicht werden.
5. Das Institut hat das Recht der Veröffentlichung der prämiierten Ketten.
6. Eine andere als die vorgesehene Aufgliederung der Prämien bleibt vorbehalten, ebenso eine Vermehrung der Preise bis auf 15.
Im Februar 1954 wurde das Ergebnis des Preisausschreibens bekanntgegeben. Es waren 8 3 Lösungen eingegangen. Mit Rücksicht auf die relative Gleichartigkeit einer größeren Zahl der Lösungen wurde folgende Gliederung der Prämien vorgenommen: 1 erster Preis (200 DM), 3 zweite Preise (je 150 DM), 8 dritte Preise (je 100 DM) und 16 Trostpreise (je ein Handbuch des Einzelhandels). Es erhielten:
Erster Preis: stud. rer pol. Eberhard Scheuring.
Zweite Preise: Dipl.-Kfm. Reinhold Braun; stud. rer. pol. Gisela Eitel; Elsbeth Leweling.
Dritte Preise: stud. rer. pol. Ernst Adolf Eversmeyer; Karl-Heinz Kurp; Maria Reddemann; Karl Rogge; Horst Schmitz-Doerner; Dipl.-Kfm. Herbert Spies; stud. rer. pol. Gerd Stevens; Bruno Tietz.
Trostpreise: stud. rer. pol. Ridiard Asbeck; Fritz Baier; Edgar Beitzen; Anni-Friederike Böker; Ilse Brunnström; Horst Klemp; Hans-Werner Mauritz; Wilhelm Moitzheim; Hilde Piette; Burkhardt Sanders; Erwin Schröder; Klaus Schulze; Erik Christian Selmer; Gunda Thölke; Günther Tilk; Heinrich Walch.
Stud rer. pol. Helmut Schenk, Jürgen Starck und Dieter Kraft wurde eine besondere Anerkennung ausgesprochen. Sie kamen jedoch für eine Prämie nicht in Frage, da die eingegangenen Lösungen den Bedingungen des Wettbewerbs nicht entsprachen.
