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Winterschlußverkauf 1956 im Textil- und Schuheinzelhandel

von Prof. Dr. Rudolf Seyffert
Neben den laufenden Betriebsvergleichserhebungen führt das Institut für Handelsforschung für den Textil- und
Schuheinzelhandel Sonderuntersuchungen über den Winter- und Sommerschlußverkauf durch. Über die nunmehr
fertiggestellten Ergebnisse des Winterschlußverkaufs 1956 soll nachfolgend berichtet werden.
Für den Durchschnitt aller am Betriebsvergleich beteiligten Textilfachgeschäfte ergab sich eine Verbesserung der Umsätze gegenüber dem Winterschlußverkauf 1955 von 2,4 %, Trotz dieser Zunahme hat der Verlauf des Winterschlußverkaufs 1956 nicht den allgemeinen Erwartungen entsprochen. Vergleicht man die Zunahme von 2,4 % mit der Umsatzentwicklung des Textileinzelhandels im Januar und Februar 1956, so wird diese Tatsache deutlich. Eine Zusammenfassung des Januar- und Februarumsatzes ergibt für den Textileinzelhandel insgesamt gegenüber
dem entsprechenden Vorjahrszeitraum ein Plus von 7 %. Die Umsatzzunahme des Winterschlußverkaufs ist somit im Textileinzelhandel nicht unwesentlich hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben.
Aus der nebenstehenden Tabelle sind im einzelnen die Ergebnisse der Zusatzbefragung über den Winterschlußverkauf 1956 zu entnehmen. Der Vergleich zwischen den verschiedenen Fachzweigen des Textileinzelhandels läßt zum Teil ganz beträchtliche Unterschiede in der Entwicklung erkennen. Mit einem Umsatzrückgang von 14 % liegen die Meterwarengeschäfte eindeutig an letzter Stelle. Relativ schlecht haben auch die Fachgeschäfte mit vorwiegend Herren- und Knabenoberbekleidung (— 4,0 %) sowie mit vorwiegend Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung (— 3,3 %) abgeschnitten. Es ist bemerkenswert, daß im Gegensatz hierzu die Geschäfte, die sowohl Herren- als auch Damenoberbekleidung führen, mit + 7,2 % ein vergleichsweise günstiges Ergebnis ausweisen konnten. Während die Textilsortimenter eine in etwa dem Branchendurchschnitt entsprechende Zunahme registrierten, lagen die Entwicklungszahlen der Geschäfte mit Wäsche, Wirk- und Strickwaren sowie mit Heimtextilien über dem Durchschnitt.
Eine Sonderauswertung der Textilsortimentsgeschäfte nach dem Standort hat ergeben, daß die Entwicklung in den einzelnen Geschäftslagen unterschiedlich verlaufen ist. Die Citygeschäfte in Großstädten haben im Durchschnitt
gegenüber dem Winterschlußverkauf, 1955 eine Einbuße von etwa 2 % hinnehmen müssen. Dagegen konnten die in Vororten der Großstädte ansässigen Betriebe ein Umsatzplus von 9 % ausweisen. Auch die Geschäfte in kleineren Orten ohne Vorortbildung erzielten mit einer Zunahme von 5 % ein vergleichsweise günstiges Ergebnis. Diese bemerkenswerte Entwicklung dürfte vor allem auf die ungewöhnliche Kälte während des Winterschlußverkaufs zurückzuführen sein, die einen großen Teil der Vorstadtkundschaft sowie der Kleinstadtbevölkerung von einem Besuch der Citygeschäfte in den Großstädten abgehalten hat.
Etwas günstiger als im Textilbereich ist allgemein der Winterschlußverkauf im Schuheinzelhandel ausgefallen. Obwohl die Gesamtumsätze dieser Branche in den Monaten Januar/Februar 1956 nur etwa gleich hoch waren wie im entsprechenden Vor Jahrszeitraum, konnte das Ergebnis des Winterschlußverkaufs wertmäßig um 4,4 % erhöht werden. Die vergleichsweise günstigere Entwicklung im Schuheinzelhandel dürfte in erster Linie durch die Witterung bedingt gewesen sein, die vor allem in pelzgefüttertem Winterschuhwerk ein lebhaftes Geschäft mit sich gebracht hat. Insgesamt betrachtet hat jedoch auch im Schuheinzelhandel der Winterschlußverkauf nicht ganz die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllt.
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