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Vergleich der Absatzentwicklung des Einzelhandels im Jahre 1955 in 4 mitteleuropäischen Ländern

von Prof. Dr. Rudolf Seyffert
Die Entwicklung der Einzelhandelsumsätze ist in Mitteleuropa - soweit Vergleichszahlen vorliegen - im Jahre 1955 verhältnismäßig einheitlich verlaufen. Für die benachbarten Länder Niederlande, Österreich, Schweiz und Westdeutschland zeigt das statistische Material für 195 5 im Gesamtdurchschnitt des Einzelhandels Absatzzunahmen von 6-10 % gegenüber 1954. Diese weitgehende Angleichung ist in den ersten Jahren nach dem Kriege keineswegs festzustellen gewesen. Sie zeugt von einer inzwischen erfolgten Normalisierung der wirtschaftlichen Verhältnisse.
Die Entwicklung der wertmäßigen Verkaufsumsätze kann naturlich nur unter Berücksichtigung der Preisveränderungen zutreffend beurteilt werden. Allgemein sind die Preisbewegungen im Jahre 1955 gegenüber dem Vorjahr gering gewesen. Sie dürften in den Niederlanden, der Schweiz und Westdeutschland im Gesamtdurchschnitt des Einzelhandels maximal 1 % ausgemacht haben. Lediglich in Österreich sind die Einzelhandelspreise um etwa 2 1/2% angestiegen. Da von den 4 Ländern Österreich mit 10% die höchste Zunahme des wertmäßigen Absatzes zu verzeichnen hat, würde sich für die preisbereinigte Rechnung eine noch stärkere Übereinstimmung der Absatzentwicklung ergeben.
In der folgenden Tabelle sind für 10 Einzelhandelsbranchen die Entwicklungszahlen im einzelnen aufgeführt. Bei den Niederlanden, Österreich und Westdeutschland sind lediglich die Fachgeschäfte des Einzelhandels erfaßt worden (in den Niederlanden vornehmlich kleinere Betriebe), während die Zahlen der Schweiz sich auf den gesamten Einzelhandel, d. h. auf alle Betriebsformen erstrecken.
Bei den Einzelwerten der Branchen zeigen sich zum Teil auch tendenziell beachtenswerte Übereinstimmungen zwischen den Ländern. Für die Branchen des Hausrat- und Wohnbedarfs läßt sich durchweg eine über dem Durchschnitt des gesamten Einzelhandels liegende Umsatzerhöhung registrieren. Insgesamt betrachtet sind die Differenzierungen zwischen den einzelnen Branchen bei weitem nicht mehr so stark wie in früheren Jahren .
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