Absatzentwicklung der am Betriebsvergleich beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte im Jahre 1956
von Prof. Dr. Rudolf SeyffertDie bereits im Jahre 1955 festzustellende Tendenz einer Absatzbelebung im Einzelhandel setzte sich auch im Jahre 1956 weiter fort. Auf Grund der Monatsauswertungen des Betriebsvergleichs des Instituts für Handelsforschung ergibt sich für den Durchschnitt des gesamten Einzelhandels im Jahre 1956 gegenüber 1955 eine wertmäßige Absatzzunahrne von 9%. Hiermit wurde die gleiche Erhöhung erzielt wie im Jahre 1955. Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die Absatzentwicklung in den einzelnen Branchen, Entsprechend der Entwicklung in den Vorjahren konnten auch 1956 die Branchen mit Hausrat und Wohnbedarf vergleichsweise günstige Ergebnisse registrieren. Mit einer Zunahme von 17% lag der Möbeleinzelhandel an der Spitze aller Branchen. Auch der Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel ( + 15%) sowie der Eisenwaren- und Hausrathandel ( + 12%) haben ein überdurchschnittliches Ergebnis ausgewiesen. Besonders positiv ist die Entwicklung im Textil- und im Schuheinzelhandel zu werten. Nachdem diese beiden Branchen in den Vorjahren zum Teil beträchtlich hinter der Entwicklung des Einzelhandelsdurchschnitts zurückgeblieben sind, konnten sie 1956 mit Absatzzunahmen von 10 bzw. 12% erstmals günstigere Entwicklungszahlen ausweisen. Demgegenüber sind der Lebensmitteleinzelhandel geringfügig, der Tabakwareneinzelhandel jedoch in stärkerem Umfange hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben. Bei den übrigen Einzelhandelsbranchen ragen mit einer Verbesserung des Verkaufsergebnisses von 16% vor allem die Reformhäuser heraus. Relativ günstig waren auch die Entwicklungszahlen bei den Geschäften mit vorwiegend Kultur- und Luxusbedarf. So erzielte der Uhren- und Schmuckwareneinzelhandel eine Erhöhung von 11% und der Sortimentsbuchhandel eine solche von 10%. Im Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel sowie im Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel ist das Ergebnis mit + 8% vergleichsweise etwas schlechter gewesen als im Einzelhandelsdurchschnitt.
Das Preisniveau lag im Durchschnitt des gesamten Einzelhandels nach den Ermittlungen des Statistischen Bundesamtes im Jahre 1956 etwa 1% über dem des Vorjahres. Die stärksten Erhöhungen verzeichneten mit etwa 5% der Eisenwaren- und Hausrathandel und mit 3% der Möbeleinzelhandel. Bei Lebensmitteln und Schuhen ist das Preisniveau im Durchschnitt um etwa 1% angestiegen. Im Tabakwaren- und Textileinzelhandel haben sich jedoch die Verkaufspreise gegenüber 1955 nicht verändert. Ein geringfügiger Preisrückgang von 1% ist bei Drogerien sowie im Leder- und Galanteriewareneinzelhandel eingetreten. Die preisbereinigten Absatzentwicklungszahlen der Branchen mit Preiserhöhungen liegen um die betreffenden Prozentsätze unter den wertmäßigen Ergebnissen, die der Drogerien und des Leder- und Galanteriewareneinzelhandels entsprechend darüber.
