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Winterschlußverkauf 1957 im Textil- und Scuheinzelhandel

von Prof. Dr. Rudolf Seyffert

Das Institut für Handelsforschurig hat vor kurzem die Ergebnisse der Sonderuntersuchung über den Winterschlußverkauf im Textil- und Schuheinzelhandel fertiggestellt. Insgesamt konnte von beiden Branchen das Verkaufsergebnis des Winterschlußverkaufs 1956 in beachtlichem Umfange übertreffen werden. Für den Durchschnitt der an der Untersuchung beteiligten Textilfachgeschäfte ergab sich eine Absatzzunahme von 8,1%. Der Schuheinzelhandel erzielte mit 12,1% eine noch stärkere Erhöhung. Trotz dieser bemerkenswerten Verbesserungen ist die Entwicklung des Winterschlußverkaufs nicht ganz dem allgemeinen Absatzverlauf gefolgt. Faßt man nämlich den Gesamtabsatz der Monate Januar und Februar 1957 zusammen, so ergibt sich im Vergleich mit dem entsprechenden Vorjahrszeitraum im Textileinzelhandel eine wertmäßige Zunahme von 10% und im Schuheinzelhandel von 16%.
Die in der nachfolgenden Tabelle ausgewiesenen Einzelergebnisse des Winterschlußverkaufs lassen erkennen, daß zwischen den Fachzweigen des Textileinzelhandels zum Teil beachtliche Abweichungen aufgetreten sind. Die Meterwarengeschäfte lagen mit einer Erhöhung von 17,2% an erster, die Geschäfte mit Wäsche, Wirk- und Strickwaren mit einem Absatzrückgang von 4,4% an letzter Stelle. Ein überdurchschnittliches Ergebnis erzielten weiterhin die Textilsortimenter sowie die Geschäfte mit Herren- und Knabenoberbekleidung. Demgegenüber haben die Fachzweige mit Damenoberbekleidung vergleichsweise schlechter abgeschnitten.

Bemerkenswerterweise lassen - wie die Tabelle zeigt - die für das Jahr 1957 ermittelten Ergebnisse in der Tendenz eine Umkehrung der im Jahre 1956 registrierten Entwicklung erkennen. Die Meterwarengeschäfte, die im Winterschlußverkauf 1957 die stärkste Absatzerhöhung erzielten, wiesen im Jahre 1956 gegenüber 1955 (- 13,8%) das eindeutig schlechteste Ergebnis aus. Demgegenüber lagen die Geschäfte mit Wäsche, Wirk- und Strickwaren im Vorjahr mit einem Plus von 8,6% an der Spitze aller Fachzweige. In der langfristigen Entwicklung ergibt sich somit ein gewisser Ausgleich der in den einzelnen Jahren aufgetretenen Abweichungen.

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