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Der Eizelhandlsabsatz im Januar 1958

von Prof. Dr. Rudolf Seyffert
Nach den Betriebsvergleichsergebnissen des Instituts für Handelsforschung an der Universität zu Köln ergab sich für den Durchschnitt des gesamten Einzelhandels im Januar 1958 gegenüber Januar 1957 eine wertmäßige Absatzzunahme von 9 %. Zu einem ähnlichen Ergebnis ist auch das Statistische Bundesamt gekommen, das für einen anderen Kreis von Einzelhandelsgeschäften eine Verbesserung des Verkaufsergebnisses um 10 % ermittelt hat. Der Einzelhandel erzielte hiermit seit dem Juli 1957 die stärkste Absatzerhöhung gegenüber dem entsprechenden Vorjahrszeitraum. Das vom Institut für Handelsforschung ermittelte Plus von 9 % lag um 3 % über der im 2. Halbjahr 1957 gegenüber dem Vorjahr ausgewiesenen Steigerung ( + 6 %) und um 2 % über dem Ergebnis des gesamten Jahres 1957 ( + 7 %).
Von den einzelnen Branchen registrierte vor allem der Schuheinzelhandel eine beachtliche Verbesserung des Verkauf sergebnisses. Die am Betriebsvergleich beteiligten Schuhfachgeschäfte haben im Durchschnitt den Januarabsatz 1957 wertmäßig um 16 % übertroffen. Die Entwicklung dürfte hier in erster Linie durch die niederschlagsreiche Witterung im Januar 1958 positiv beeinflußt worden sein, Weiterhin hat sich die Tatsache ausgewirkt, daß im Jahre 1958 die ersten fünf Tage des Winterschlußverkaufs, im Jahre 1957 dagegen nur die ersten vier Tage in den Januar gefallen sind. Bemerkenswerterweise haben allerdings auch eine Reihe von Branchen, die am Schlußverkauf nicht beteiligt sind, im Januar 1958 beachtliche Zunahmen verzeichnet. So ergab sich beispielsweise bei den am Betriebsvergleich beteiligten Uhren- und Schmuckwarengeschäften im Durchschnitt gegenüber Januar 1957 ein Plus von 11 % und im Sortimentsbuchhandel von 12%. Der Lebensmitteleinzelhandel hat mit einer Erhöhung des Verkaufsergebnisses um wertmäßig 9 % dem Einzelhandelsdurchschnitt entsprechend abgeschnitten. Auch im Textileinzelhandel ( + 8 %) entsprach die Entwicklung weitgehend dem Durchschnittsergebnis. Geringfügig hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben sind dagegen der Eisenwaren- und Hausrathandel ( + 5 %) und der Möbeleinzelhandel ( + 7 %).
Die vom Statistischen Bundesamt berechneten Umsatzentwicklungszahlen stimmen auch in den einzelnen Branchen weitgehend mit den Betriebsvergleichsergebnissen des Instituts für Handelsforschung überein. So hat das Statistische Bundesamt für den Lebensmitteleinzelhandel eine Zunahme von 11 % (Institut 9 %), für den Schuheinzelhandel von 15 % (Institut 16 %), für den Textileinzelhandel von 10 % (Institut 8 %), für den Möbeleinzelhandel von 5 % (Institut 7 %) und für den Eisenwaren- und Hausrathandel von 6 % (Institut 5 %) festgestellt.

Ergänzend zu dem obenstehenden Bericht ist noch auszuführen:
Die für den Durchschnitt des gesamten Textileinzeihandels ausgewiesene Absatzzunahme von wertmäßig 8 % ist nicht von allen Fachzweigen des Textilbereichs erreicht worden. Die Geschäfte mit vorwiegend Herrenausstattung registrierten im Januar 1958 gegenüber Januar 1957 lediglich eine Erhöhung um 1 %. Auch die Geschäfte mit Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen haben das Ergebnis des Januar 1957 nur unwesentlich übertroffen (+ 3 %). Von den Oberbekleidungsgeschäften lagen die Firmen mit vorwiegend Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung ( + 9 %) geringfügig über der durchschnittlichen Entwicklung, während die Geschäfte mit Herren- und Knabenoberbekleidung ( + 7 % ) sowie mit Herren-, Damen- und Kinderoberbekleidung ( + 6 %) etwas zurückgeblieben sind. Bei den Geschäften mit vorwiegend Meterwaren, mit vorwiegend Haus- und Bettwäsche, Bettwaren und mit gemischtem Sortiment entsprach die Zunahme dem Durchschnitt des gesamten Textileinzelhandels. An der Spitze lagen mit einem wertmäßigen Plus von 10% die Firmen mit vorwiegend Wäsche-, Wirk- und Strickwaren.
Beachtlich waren auch die Unterschiede, die zwischen den einzelnen Fachzweigen des Eisenwaren- und Hausrathandels aufgetreten sind. Die Firmen mit vorwiegend gewerblichem Abnehmerkreis, und zwar die Geschäfte mit Kleineisenwaren, Werkzeugen (+ 2 %) sowie mit gemischtem Sortiment ( + 5 %) haben vergleichsweise nur geringfügige Absatzerhöhungen registriert. Demgegenüber ergab sich bei den Geschäften mit vorwiegend Haus- und Küchengeräten eine bemerkenswerte Verbesserung um 10 %. Ähnlich war auch die Entwicklung im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandelm it einer durchschnittlichen Zunahme von 9 %, Der Beleuchtungs- und Elektroeinzelhandel wies von den Branchen mit Hausrat- und Wohnbedarf die stärkste Erhöhung ( + 14 %) aus.
Von den sonstigen Einzelhandelsbranchen verzeichneten neben dem oben bereits erwähnten Uhren- und Schmuckwareneinzelhandel und dem Sortimentsbuchhandel vor allem die Reformhäuser eine deutliche Verbesserung des Vorjahrsabsatzes. Die am Betriebsvergleich beteiligten Reformgeschäfte konnten im Durchschnitt das Verkaufsergebnis des Jahres 1957 um 16 % übertreffen. Beachtlich waren auch die Steigerungen im Fahrradeinzelhandel ( + 13 %), bei den Drogerien ( + 12 %) und im Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel ( + 10 %). Dagegen registrierten der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel( + 4 %) und der Büromaschinen-, Büromöbel- undO rganisationsmittelhandel ( + 2 % ) vergleichsweise nure inen unbedeutenden Anstieg.
Gegenüber dem Vormonat Dezember ergab sich im Januar 1958 der saisonbedingte Absatzrückgang. Der Durchschnitt des gesamten Einzelhandels registrierte eine Verminderung des Verkaufsergebnisses um 45 %. Die Entwicklung entsprach damit genau dem im Durchschnitt der Jahre 1949-1957 festgestellten Absatzverlauf. Bei den einzelnen Branchen sind allerdings zum Teil gewisse Abweichungen von der durchschnittlichen Saisonentwicklung der Vorjahre aufgetreten. Im Lebensmittel- und Schuheinzelhandel war der Absatzrückgang im Januar 1958 gegenüber Dezember 1957 nicht ganz so stark wie sonst üblich. Während im Durchschnitt der Jahre 1949-1957 im Lebensmitteleinzelhandel Rückgänge von 34 % und im Schuheinzelhandel von 56% eingetreten sind, ergaben sich im Januar 1958 gegenüber Dezember 1957 lediglich Einbußen von 31 % bzw. 50 %. Dementgegen ist im Möbeleinzelhandel der Absatzrückgang (- 48 %) stärker gewesen als im Durchschnitt der Vorjahre (-42 %). Im Textileinzelhandel entsprach die Minderung (-52 %) genau dem langjährigen Durchschnitt.

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