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Der Einzelhandelsabsatz im Februar 1958

von Prof. Dr. Rudolf Seyffert
Die vom Durchschnitt des gesamten Einzelhandels im Februar 1958 ausgewiesene Absatzentwicklung ist vergleichsweise schlechter ausgefallen als die des Vormonats Januar. Während im Januar 1958 die am Betriebsvergleich des Instituts für Handelsforschung beteiligten Einzelhandelsbranchen das Verkaufsergebnis des entsprechenden Vorjahrsmonats im Durchschnitt wertmäßig um 9 % übertreffen haben, ergab sich im Februar 1958 gegenüber Februar 1957 lediglich eine Zunahme von 4 %. Auch die vom Statistischen Bundesamt errechnete Absatzsteigerung für den gesamten Einzelhandel ist geringer gewesen als die des Vormonats Januar, jedoch lag die Erhöhung (6 %) um 2 % über dem vom Institut für Handelsforschung ermittelten Ergebnis.
Der Vergleich der von den einzelnen Branchen ausgewiesenen Entwicklungszahlen läßt erkennen, daß vor allem der Textil- und Bekleidungsbereich ein relativ unbefriedigendes Februarergebnis hinnehmen mußte. Sowohl im Textil- als auch im Schuheinzelhandel ergaben sich nach den Betriebsvergleichserhebungen im Februar 1958 nur gleich hohe Einnahmen wie im Vorjahr. In gewissem Umfange dürfte sich auf die Entwicklung des Textil- und Schuheinzelhandels die Tatsache ausgewirkt haben, daß in diesem Jahr der 5. Tag des Winterschlußverkaufs noch in den Januar gefallen ist, während er im Vorjahr im Februar lag. Hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben sind im Februar 1958 mit einer wertmäßigen Absatzzunahme von jeweils 2 % auch der Möbeleinzelhandel und der Eisenwaren- und Hausrathandel. Im Gegensatz hierzu hat der Lebensmitteleinzelhandel mit einer Steigerung des Verkaufsergebnisses um 7 % vergleichsweise günstig abgeschnitten.
Die vom Statistischen Bundesamt ermittelten Ergebnisse stimmen in der Tendenz mit denen des Betriebsvergleichs überein, lassen jedoch in ihrer absoluten Höhe gewisse Abweichungen erkennen. So hat das Statistische Bundesamt für den Textileinzelhandel einen Absatzrückgang von 2 % (Institut für Handelsforsdiung = 0 %) und für den Schuheinzelhandel von 3 % (Institut für Handelsforschung + 0 %) errechnet. Für den Lebensmitteleinzelhandel ist dagegen die vom Statistischen Bundesamt bekanntgegebene Steigerung mit 9 % um 2 % stärker gewesen als die des Instituts für Handelsforschung.
Faßt man das Verkaufsergebnis der Monate Januar und Februar 1958 zusammen, so ergibt sich für den Durchschnitt des gesamten Einzelhandels gegenüber dem entsprechenden Vorjahrszeitraum nach den Betriebsvergleichsergebnissen eine wertmäßige Erhöhung um 7 % und nach, den Untersuchungen des Statistischen Bundesamtes von. 8 %. Im Lebensmitteleinzelhandel betrug die Zunahme 8 % (Statistisches Bundesamt 10 %), im Textileinzelhandel 4 % (Statistisches Bundesamt ebenfalls 4 % ) , im Schuheinzelhandel 8 % (Statistisches Bundesamt 6 %) und im Elsenwaren- und Hausrathandel 4 % (Statistisches Bundesamt 5 % ).

Ergänzend zu dem obenstehenden Bericht ist noch auszuführen:
Die einzelnen Fachzweige des Textileinzelhandels wiesen zum Teil starke Unterschiede im. Absatzverlauf aus. Im Gegensatz zu der durchschnittlichen Entwicklung des Textileinzelhandels verzeichneten vor allem die Fachzweige mit Heimtextilien beachtliche Verbesserungen. Die Geschäfte mit vorwiegend Haus- und Bettwäsche, Bettwaren haben im Durchschnitt das Februarergebnis 1957 wertmäßig um 10 % übertroffen. Bei den Geschäften mit vorwiegend Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen ergab sich eine Zunahme von 8 %», Hierzu ist allerdings zu bemerken, daß die einzelbetrieblichen Ergebnisse stark unterschiedlich waren und eine Reihe von Firmen auch Absatzeinbußen hinnehmen mußte. Diese Abweichungen sind offensichtlich durch regionale Einflüsse hervorgerufen worden. In der Gesamttendenz zeigte sich deutlich, daß die norddeutschen Länder vergleichsweise bessere Entwicklungszahlen registrierten als die süd- und südwestdeutschen. Auch die Geschäfte mit Wäsche, Wirk- und Strickwaren haben im Durchschnitt eine geringfügige Erhöhung des Absatzes erzielt. Im Gegensatz hierzu wiesen die Fachzweige mit Oberbekleidung und die Herrenausstatter eine Verminderung des Verkaufsergebnisses aus. Die stärkste Einbuße verzeichneten die Geschäfte mit Meterwaren (— 6 %). Bei der Beurteilung dieses Ergebnisses ist allerdings zu berücksichtigen, daß die Meterwarengeschäfte in dem zum Vergleich herangezogenen Februar 1957 infolge der ungewöhnlich milden Witterung eine besonders günstige Entwicklung aufwiesen. Der Februarabsatz 1957 lag in diesem Fachzweig um 20 % über dem Ergebnis des Februar 1956, während sich für den gesamten Textileinzelhandel nur ein Anstieg von 2 % ergeben hatte.
Von den Geschäftszweigen des Eisenwaren- und Hausrathandels lagen die Geschäfte mit vorwiegend Kleineisenwaren, Werkzeugen an letzter Stelle. Bei ihnen ist im Durchschnitt im Februar 1958 gegenüber Februar 1957 ein Absatzrückgang von 3 % eingetreten, Die Geschäfte mit Haus- und Küchengeräten und mit gemischtem Sortiment konnten dagegen eine Zunahme von durchschnittlich 4 % erzielen.
Beträchtliche Abweichungen waren auch bei den übrigen Einzelhandelsbranchen zu erkennen. Wie im Vormonat Januar, so hat auch im Februar der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel vergleichsweise ungünstig abgeschnitten. Das Verkaufsergebnis der am Betriebsvergleich beteiligten Firmen dieses Fachzweiges lag wertmäßig um 4 % unter dem Ergebnis des Februar 1957. Alle übrigen Branchen wiesen Absatzzunahmen aus, die allerdings im Fahrradeinzelhandel ( + 2 %) und im Lederund Galanteriewareneinzelhandel ( + 3 %) nur unbedeutend waren. Stärkere Steigerungen erzielten der Uhrenund Schmuckwareneinzelhandel ( + 8 %), der Sortimentsbuchhandel ( + 8 %) , die Reformhäuser ( + 8 %) und vor allem die Drogerien ( + 12 %).
Gegenüber dem Vormonat Januar ergab sich im Februar 1958 allgemein der saisonbedingte Absatzrückgang. Der Durchschnitt aller am Betriebsvergleich beteiligten Einzelhandelsbranchen wies eine Verminderung des Verkaufsergebnisses um 7 % aus. Hiermit ist der Rückgang, vor allem bedingt durch die Entwicklung des Textil- und Schuheinzelhandels, etwas stärker gewesen als im Durchschnitt der Jahre 1949—1957, in denen der Februarabsatz des gesamten Einzelhandels etwa 4 % niedriger lag als der des Vormonats Januar.
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