Der Einzelhandelsabsatz im Februar 1959
von Prof. Dr. Rudolf SeyffertDie vom Einzelhandel im Februar 1959 gegenüber Februar 1958 erzielte Absatzsteigerung war nicht so stark wie die des Vormonats Januar. Während die am Betriebsvergleich des Instituts für Handelsforschung beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte im Januar 1959 gegenüber Januar 1958 eine Absatzzunahme von 5 % ausgewiesen haben, betrug die Steigerung im Februar lediglich 1 %. Eine etwas stärkere Erhöhung hat das Statistische Bundesamt für den von ihm untersuchten Kreis von Einzelhandelsfirmen ermittelt. Es ist für den Durchschnitt des gesamten Einzelhandels im Februar 1959 zu einem Absatzanstieg von 3 % gegenüber Februar 1958 gekommen. Umgekehrt lag allerdings die vom Statistischen Bundesamt ermittelte Absatzsteigerung für Januar 1959 ( + 4 %) etwas unter dem vom Institut für Handelsforschung errechneten Ergebnis ( + 5 %), so daß sich bei einer Zusammenfassung der beiden ersten Monate des Jahres 1959 ein Ausgleich der Abweichungen ergibt. Im Durchschnitt des gesamten Einzelhandels ist sowohl nach den Betriebsvergleichsergebnissen des Instituts für Handelsforschung als auch nach den Untersuchungen des Statistischen Bundesamtes in den Monaten Januar und Februar 1959 gegenüber dem entsprechenden Vorjahrszeitraum eine Vergrößerung des wertmäßigen Absatzes um 3 % eingetreten.
Der Vergleich der Absatzentwicklung der einzelnen Branchen im Februar 1959 läßt erkennen, daß die für den Durchschnitt des gesamten Einzelhandels gegenüber Januar festgestellte Verminderung in der Absatzzunahme in erster Linie durch den Bekleidungsbedarf hervorgerufen worden ist. Die schneereiche Witterung im Januar 1959 hatte im Textil-, vor allem aber im Schuheinzelhandel zu einer beachtlichen Absatzsteigerung gegenüber dem Vorjahrs-Januar geführt. Im Februar 1959 kam es infolge der langanhaltenden trockenen Wetterperiode zu einer entgegengesetzten Entwicklung. So lag nach den Betriebsvergleichsergebnissen der Absatz des Textileinzelhandels im Februar 1959 5 %(Statistisches Bundesamt - 3 %) niedriger als im Februar 1958. Für den Schuheinzelhandel ermittelte das Institut für Handelsforschung einen Absatzrückgang von 3 % (Statistisches Bundesamt ebenfalls - 3 % ) . In gewissem Umfange dürfte sich im Textil- und Schuheinzelhandel auch die Tatsache ausgewirkt haben, daß im Jahre 1959 lediglich sechs Tage des Schlußverkaufs, im Jahre 1958 dagegen sieben Tage des Schlußverkaufs (mit zwei Samstagen) in den Februar gefallen sind Hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben ist wie in den Vormonaten auch im Februar 1959 der Möbeleinzelhandel. Der Februarabsatz der am Betriebsvergleich beteiligten Möbelfachgeschäfte lag 5 % (Statistisches Bundesamt - 7%) niedriger als im Vorjahr. Alle übrigen Einzelhandelsbranchen haben im Februar 1959 das Verkaufsergebnis des Februar 1958 erreicht oder aber übertroffen. Für den Lebensmitteleinzelhandel betrug die Steigerung nach den Betriebsvergleichsergebnissen 4 % (Statistisches Bundesamt + 3 %) und für den Eisenwaren- und Hausrathandel 5 %(Statistisches Bundesamt ebenfalls + 5 %).
Ergänzend ist zu dem vorstehenden Bericht noch auszuführen:
Die für den Durchschnitt des gesamten Textileinzelhandels festgestellte rückläufige Absatzentwicklung ist auch bei dem überwiegenden Teil der Fachzweige des Textilbereichs eingetreten. Die stärksten Einbußen registrierten im Februar 1959 gegenüber Februar 1958 mit 11% die Geschäfte mit vorwiegend Herren-, Damen- und Kinderoberbekleidung. Beachtlich waren auch die Absatzminderungen, die sich bei den Geschäften mit vorwiegend Haus- und Bettwäsche, Bettwaren (- 7 %), mit vorwiegend Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung (- 7 %), mit vorwiegend Herren- und Knabenoberbekleidung (- 6 %) und bei den Herrenausstattern (- 6%) ergaben. Dem Durchschnitt des gesamten Textileinzelhandels entsprechend verzeichneten die Textilsortimenter einen Rückgang von 5 % . Bei den Meterwarengeschäften lag das Verkaufsergebnis im Februar 1959 3 % niedriger als im Februar 1958. Etwas besser als der Durchschnitt des gesamten Textileinzelhandels haben die Geschäfte mit vorwiegend Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen (- 1 %) und mit vorwiegend Wäsche, Wirk- und Strickwaren (+/- 0 %) abgeschnitten.
Auch bei den einzelnen Teilbranchen des Eisenwarenund Hausrathandels ist der Absatzverlauf im Februar 1959 nicht einheitlich gewesen. Während bei den Geschäften mit Haus- und Küchengeräten und mit gemischtem Sortiment die Steigerungen gegenüber Februar 1958 lediglich 3 % betrugen, haben die Geschäfte mit Kleineisenwaren und Werkzeugen ein Plus von 12 % erzielt. Es ist anzunehmen, daß die schöne und trockene Witterung im Februar 1959 gegenüber dem Vorjahr zu einer Belebung der Bautätigkeit geführt hat.
Von den in der Gruppe „Sonstiger Einzelhandel" zusammengefaßten Branchen wies der Sortimentsbuchhandel gegenüber Februar 1958 die stärkste Absatzerhöhung aus (+ 10 %). Beachtlich waren auch die Zunahmen, die die Drogerien ( + 8 %), der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (+7 %), der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (+ 6 %) und der Uhren- und Schmuckwareneinzelhandel ( + 5 %) erzielten. Im Fahrradeinzelhandel lag das Verkaufsergebnis der am Betriebsvergleich beteiligten Geschäfte wertmäßig gleich hoch wie im Februar 1958. Die Reformhäuser wiesen eine Zunahme von 2 % und der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel eine solche von 3 % aus.
Im Vergleich mit dem Vormonat Januar ergab sich bei den am Betriebsvergleich beteiligten Einzelhandelsfachgeschäften im Februar 1959 ein durchschnittlicher Absatzrückgang von 9 %. Zwar ist die Absatzminderung von Januar nach Februar saisonbedingt, jedoch war sie im Jahre 1959 stärker als sonst üblich. Im Durchschnitt der Jahre 1949-1958 lag das Verkaufsergebnis des gesamten Einzelhandels im Februar lediglich 4 %niedriger als das des Vormonats Januar. Der starke Rückgang im Jahre 1959 war fast ausschließlich auf die Entwicklung im Textil- und Schuheinzelhandel zurückzuführen. Bedingt durch das gute Geschäft im Januar und die ruhige Verkaufslage im Februar 1959 war im Textileinzelhandel der Absatz im Februar 26 % kleiner als im Vormonat Januar. Im Schuheinzelhandel betrug die Einbuße sogar 38 %. Im Durchschnitt der Jahre 1949-1958 ist dagegen im Textil- und Schuheinzelhandel der Februarabsatz nur 10 bzw. 12 % niedriger gewesen als der des Vormonats Januar.
