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Winterschlußverhauf 1959 im Textil- und Schuheinzelhandel

von Prof. Dr. Rudolf Seyffert
Das Institut für Handelsforschung führt bei den am Betriebsvergleich beteiligten Firmen des Textil- und Schuheinzelhandels jeweils nach Abschluß des Sommer- und Winterschlußverkaufs eine Sonderuntersuchung über die Absatzentwiddung durch. Die Ergebnisse für den Winterschlußverkauf 1959 liegen jetzt vor und ermöglichen einige interessante Rückschlüsse über den Verlauf des Schlußverkaufs im Vergleich zum Jahre 1958. Insgesamt haben sich an der Erhebung 524 Textil- und 115 Schuhfachgeschäfte aus dem gesamten Bundesgebiet beteiligt.
Die in den Vorjahren durchgeführten Untersuchungen haben gezeigt, daß seit 1954 bis zum Jahre 1958 sowohl im Textil- als auch im Schuheinzelhandel das Verkaufsergebnis des Winterschlußverkaufs kontinuierlich erhöht wurde. Diese Tendenz hat sich im Winterschlußverkauf 1959 lediglich im Schuheinzelhandel fortgesetzt. Wie die untenstehende Tabelle zeigt, haben die erfaßten Schuhfachgeschäfte den Absatz des Winterschlußverkaufs 1958 wertmäßig um 7,1 % und preisbereinigt um 9,3 % übertroffen. Im Gegensatz hierzu weist der Textileinzelhandel im Jahre 1959 erstmals eine rückläufige Entwicklung im Winterschlußverkauf auf. Im Durchschnitt des gesamten Textileinzelhandels lag das wertmäßige Verkaufsergebnis 2,5 % niedriger als im Jahre 1958. Allerdings ist der Verlauf des Winterschlußverkaufs nicht in allen Fachzweigen des Textileinzelhandels einheitlich gewesen. Die Geschäfte mit vorwiegend Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung lagen mit einem Absatzrückgang von 8,9 °/o an letzter Stelle. Es folgten die Geschäfte mit Herren- und Knabenoberbekleidung (- 6,4 %). Bei den Textilfachgeschäften mit vorwiegend Herren-, Damen- und Kinderoberbekleidung (- 2,5 %), mit vorwiegend Herrenausstattung (- 2,5 %) und mit gemischtem Sortiment (- 2,3 %) entsprach der Verlauf des Schlußverkaufs dem durchschnittlichen Ergebnis des gesamten Textileinzelhandels. Im Gegensatz zu der allgemeinen Entwicklungstendenz haben die Geschäfte mit Wäsche, Wirk- und Strickwaren und die Gesdiäfte mit vorwiegend Meterwaren das Schlußverkauf sergebnis des Jahres 1958 um 3,3 bzw. 2,7% übertroffen. Bei der Beurteilung der Ergebnisse der Meterwarengeschäfte ist zu bemerken, daß dieser Fachzweig im Winterschlußverkauf 1958 mit einer Verschlechterung um 3,4 % gegenüber 1957 an der letzten Stelle aller Fachzweige des Textileinzelhandels lag. Die im Jahre 1959 erzielte Zunahme ist somit nur ein Ausgleich für den Rückgang im Jahre 1958. Im Gegensatz hierzu lagen auch bereits im Jahre 1958 die Geschäfte mit vorwiegend Wäsche, Wirk- und Strickwaren mit einer Absatzzunahme von 13,3 % gegenüber 1957 an der Spitze aller Fachzweige des Textileinzelhandels.
Vergleicht man die Entwiddung des Wintersdilußverkaufs 1959 mit dem allgemeinen Absatzverlauf in den Monaten Januar und Februar, so schneidet sowohl im Textil- als auch im Schuheinzelhandel der Winterschlußverkauf schlecht ab. Während das Verkaufsergebnis des Winterschlußverkaufs bei Schuhen gegenüber dem Vorjahre wertmäßig um 7,1 % größer war, ist der Gesamtabsatz in den Monaten Januar und Februar 1959 gegenüber dem gleichen Zeitraum des Jahres 1958 um 14 % angestiegen. Im Textileinzelhandel steht einer Verminderung des Winterschlußverkaufs um 2,5 % ein gleidi hohes wertmäßiges Ergebnis des Gesamtabsatzes gegenüber.
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