Der Einzelhandelsabsatz im Dezember 1959
von Prof. Dr. Rudolf SeyffertNach den Betriebsvergleichsergebnissen des Instituts für Handelsforschung wies der Einzelhandelsdurchschnitt im Dezember 1959 gegenüber Dezember 1958 eine wertmäßige Absatzsteigerung von 4 % aus. Das Statistische Bundesamt hat für den von ihm untersuchten Kreis von Einzelhandelsfirmen ein Plus von 6 % ermittelt. Faßt man den Absatz der Monate November und Dezember zusammen, so ist für das Weihnaditsgesdiäft insgesamt gegenüber dem Jahre 1958 nach den Betriebsvergleichsergebnissen des Instituts für Handelsforsdiung eine Absatzerhöliung von 5 % und nach den Untersuchungen des Statistischen Bundesamtes eine solche von 7 % festzustellen.
An der Absatzbelebung im Dezember 1959 gegenüber dem Vorjahr haben nicht alle Branchen teilgenommen. Die Fachzweige mit Textilien und Bekleidung sind deutlich hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben, Für die am Betriebsvergleich beteiligten Textiifachgeschäfte lag im Durdischnitt das wertmäßige Verkaufsergebnis im Dezember 1959 gleich hoch wie im Dezember 1958 (Statistisches Bundesamt ebenfalls +/- 0 %). Im Schuheinzelhandel ist eine Absatzminderung von 1 % (Statistisches Bundesamt — 2 %) eingetreten. Vergleichsweise schlecht hat auch der Möbeleinzelhandel abgeschnitten. Das wertmäßige Verkaufsergebnis dieser Branche war nach den Betriebsvergleichsergebnissen im Dezember 1959 gleich hodi wie im Dezember 1958 (Statistisches Bundesamt + 2%). Im Gegensatz zum Möbeleinzelhandel hat der Eisenwaren- und Hausrathandel den Absatz des Dezember 195S in beachtlichem Umfange verbessert. Für den Durchschnitt der Branche ergab sich eine Absatzzunahme von 8 % (Statistisdies Bundesamt + 10 %). Über der durchschnittlichen Entwicklung des Einzelhandels lagen audi der Lebensmitteleinzelhandel und die Drogerien. Das Institut für Handelsforschung ermittelte für die Lebensmittelfachgeschäfte gegenüber Dezember 1958 eine Absatzerhöhung von 8 % (Statistisches Bundesamt + 7 %) und für die Drogerien einen Anstieg von 9 % (Statistisches Bundesamt + 7 %).
Für das Jahr 1959 insgesamt ergibt sich auf Grund der Monatsergebnisse des Betriebsvergleiclis gegenüber dem Jahre 1958 im Durchschnitt des gesamten Einzelhandels eine wertmäßige Absatzzunahme von 4 %. Die vom Statistischen Bundesamt ermittelte Steigerung liegt mit 5 % etwas über dem Ergebnis des Instituts für Handelsforsdiung. Abgesehen vom Textil- und Möbeleinzelhandel haben alle übrigen am Betriebsvergleidi beteiligten Einzelhandelsbranchen an dieser Absatzsteigerung teilgenommen, wenn auch in unterschiedlich starkem Umfange. Im Möbeleinzelhandel lag das wertmäßige Verkaufsergebnis im Jahre 1959 1% niedriger als im Jahre 1958 (Statistisches Bundesamt +/- 0 %). Im Textileinzelhandel ergab sich 1959 der gleiche wertmäßige Absatz wie im Jahre 1958 (Statistisdies Bundesamt + 2 %). Der Lebensmitteleinzelhandel hat sowohl nach den Betriebsvergleichsergebnissen als auch nach den Untersuchungen des Statistischen Bundesamtes im Jahre 1959 gegenüber 1958 eine Absatzsteigerung von 6 % ausgewiesen. Im Schulieinzelhandel betrug die Zunahme 7 % (Statistisches Bundesamt + 4 %). Über der durchschnittlichen Entwicklung des Einzelhandels lag audi der Eisenwaren- und Hausrathandel. Diese Branche verzeichnete im Jahre 1959 wertmäßig einen um 7 % höheren Absatz als im Jahre 1958 (Statistisches Bundesamt ebenfalls + 7 %).
Ergänzend ist zu dem vorstehenden Bericht noch auszuführen:
Von den einzelnen Fachzweigen des Textileinzelhandels haben die OberbeHeidungsgeschäfte relativ etwas besser abgeschnitten als die übrigen. Die Geschäfte mit Herrenlind Knabenoberbekleidung wiesen im Dezember 1959 gegenüber Dezember 1958 eine wertmäßige Absatzsteigerung von durchschnittlich 2 % aus. Ein Plus von 1 % ergab sich bei den Finnen mit vorwiegend Damen-, Mädchenund Kinderoberbekleidung, Einen gleich hohen Absatz wie im Dezember 1958 registrierten die Geschäfte mit Herren-, Damen- und Kinderoberbekleidung, die Geschäfte mit Hausund Bettwäsche, Bettwaren sowie die Geschäfte mit vorwiegend Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen. Absatzeinbußen von 1 % mußten die Textilsortimenter und die Herrenausstatter hinnehmen. Die Wäsche-, Wirk- und Strickwarengeschäfte verzeichneten im Durchschnitt eine Absatzminderung von 2 %. An der letzten Stelle lagen mit einem Minus von 3 % die Meterwarengeschäfte.
Beachtliche Unterschiede im Absatzverlauf sind auch bei den einzelnen Fachzweigen des Eisenwaren- und Hausrathandels aufgetreten. Die Betriebe mit vorwiegend Hausund Küchengeräten sind mit einer Absatzzunahme von 4 % im Dezember 1959 gegenüber Dezember 1958 deutlich hinter der durchschnittlichen Entwicklung der Branche ( + 8 %) zurückgeblieben. Die stärkste Steigerung registrierten mit 13 % die Geschäfte mit vorwiegend Kleineisenwaren und Werkzeugen. Die Eisenwarensortimenter lagen mit einer Erhöhung um 8 % in der Mitte.
Von den in der Gruppe „Sonstiger Einzelhandel" zusammengefaßten Brandien erzielte, ähnlich wie in den Voimonaten, der Büromaschinen.-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel die stärkste Erhöhung (+ 12 %) . Es folgten mit einem Plus von 10% die Reformhäuser, mit Erhöhungen von jeweils 9% der Fahrradeinzelhandel und die Drogerien und mit einem Anstieg von 8 % der Sortimentsbuchhandel. Der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel hat mit einer Verbesserung des wertmäßigen Verkaufsergebnisses um 4 % dem Einzelhandelsdurchschnitt entsprechend abgeschnitten. Hinter der allgemeinen
Entwicklung zurückgeblieben sind der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+ 1 %) und der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (+/- 0 %).
Gegenüber dem Vormonat November ergab sich im Dezember der durch das Weihnachtsfest bedingte Absatzanstieg. Im Durchschnitt des gesamten Einzelhandels wurden im Dezember 62 mehr verkauft als im Vormonat November. Dem Bedarfscharakter der Waren entsprechend war der Umfang der Absatzerhöhung stark unterschiedlich. Die geringste Zunahme ergab sich mit 37 % bei den Reformhäusern. Es folgten mit Steigerungen von 42 bzw. 43 % der Eisenwaren- und Hausrathandel und der Möbeleinzelhandel. Die am Betriebsvergleich beteiligten Lebensmittelgeschäfte wiesen im Dezember gegenüber dem Vormonat November ein Umsatzplus von 49 % aus. Steigerungen von 62 bzw. 57 % ergaben sich im Textil- und Schuheinzelhandel. Die stärksten Erhöhungen wurden von den Brandien mit vorwiegend Luxusbedarf erzielt. So ergab sich im Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel im Dezember 1959 gegenüber dem Vormonat November eine Absatzzunahme von 155 % und im Leder- und Galanteriewareneinzelhandel von 151 %.
