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Der Einzelhandelsabsatz im Februar 1961

von Prof. Dr. Rudolf Seyffert
Nachdem bereits im Januar 1961 gegenüber Januar 1960 vom Einzelhandel eine Absatzsteigerung von durchschnittlich 7 % erzielt wurde, zeigen auch die jetzt vorliegenden Ergebnisse für Februar 1961 eine deutliche Verbesserung des Absatzes im Vergleich mit dem entsprechenden Vorjahrsmonat. Die am Betriebsvergleich des Instituts für Handelsforschung beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte wiesen im Durchschnitt im Februar 1961 gegenüber Februar 1960 eine wertmäßige Absatzzunahme von 11 % auf. Etwas geringer war die Erhöhung, die das Statistische Bundesamt ermittelt hat, das für den von ihm untersuchten Kreis von Einzelhandelsgeschäften zu einem Plus von durchschnittlich 8 % gekommen ist.
An der Absatzbelebung im Februar 1961 gegenüber Februar 1960 haben fast alle Einzelhandelsbranchen teilgenommen, allerdings in unterschiedlich starkem Umfange. An der Spitze lag der Textil- und Bekleidungsbereich. So ergab sich im Schuheinzelhandel im Februar 1961 gegenüber Februar 1960 ein wertmäßiger Absatzanstieg von 34 % (Statistisches Bundesamt + 33 %). Vom Textileinzelhandel wurde das Verkaufsergebnis des Februar 1960 um 23 % (Statistisches Bundesamt + 21 %) gesteigert, wobei die Fachzweige mit Oberbekleidung ähnliche Erhöhungen wie der Schuheinzelhandel verzeichneten. Beachtlich waren im Februar 1961 auch die Absatzsteigerungen, die die Branchen mit Luxusbedarf aufwiesen. Im Leder- und Galanteriewareneinzelhandel betrug die Zunahme gegenüber Februar 1960 18 % (Statistisches Bundesamt + 17 %) und im Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel 16 % (Statistisches Bundesamt + 12 %). Ähnlich wie im Vormonat Januar so ist auch im Februar der Lebensmitteleinzelhandel hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben. Bei den am Betriebsvergleich beteiligten Lebensmittelfachgeschäften lag das wertmäßige Verkaufsergebnis im Februar 1961 nur 1 % über dem des Jahres 1960 (Statistisches Bundesamt + 2 %). Nur geringfügig höher war mit 3 % die Steigerung im Tabakwareneinzelhandel (Statistisches Bundesamt + 5 %). Der Radio- und Fernseheinzelhandel sowie die Reformhäuser haben als einzige Branchen im Februar 1961 das Verkaufsergebnis des entsprechenden Vorjahrsmonats nicht erreicht. Bei den Reformhäusern betrug nach den Betriebsvergleichsergebnissen die Absatzminderung 4 %. Im Radio- und Fernseheinzelhandel wurde ein Rückgang von 3 % (Statistisches Bundesamt — 2 %) festgestellt.
Faßt man das Verkaufsergebnis der ersten beiden Monate des Jahres 1961 zusammen, so ist für den Durchschnitt des gesamten Einzelhandels im Vergleich mit dem entsprechenden Zeitraum des Jahres 1960 eine wertmäßige Zunahme von 9 % festzustellen (Statistisches Bundesamt + 7 %). Der Textileinzelhandel hat in den ersten beiden Monaten des Jahres 1961 den Absatz des Vorjahres um 14 % übertroffen (Statistisches Bundesamt + 12 %). Im Schuheinzelhandel betrug die Zunahme 6 % (Statistisches Bundesamt ebenfalls 6 %). Beträchtlich war in den ersten beiden Monaten des Jahres 1961 mit 16 % auch die Erhöhung im Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (Statistisches Bundesamt + 14 %) und mit 13 % im Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (Statistisches Bundesamt + 11 %). Eine nur unbedeutende Verbesserung registrierte der Lebensmitteleinzelhandel, bei dem das wertmäßige Verkaufsergebnis im Januar/Februar 1961 lediglich 2 % höher war als im gleichen Zeitraum des Jahre 1960 (Statistisches Bundesamt + 3 %).

Ergänzend ist zu dem vorstehenden Bericht noch auszuführen:
Von den Fachzweigen des Textileinzelhandels wiesen die Oberbekleidungsgeschäfte besonders starke Absatzsteigerungen auf. Bei den Geschäften mit vorwiegend Herrenund Knabenoberbekleidung lag das Verkaufsergebnis im Februar 1961 36 % höher als im Februar 1960. Fast die gleichen Zunahmen registrierten auch die Geschäfte mit Herren-, Damen- und Kinderoberbekleidung (+ 35 %) und die Geschäfte mit vorwiegend Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung (+ 34 %). Beachtlich waren im Februar 1961 auch die Absatzerhöhungen bei den Fachzweigen mit Heimtextilien. So haben die Geschäfte mit vorwiegend Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen das Verkaufsergebnis des Februar 1960 um 23 % und die Geschäfte mit vorwiegend Haus- und Bettwäsche, Bettwaren um 21 % übertroffen. Bei den Textilsortimentern betrug die Absatzzunahme 19 %. Vergleichsweise gering war der Absatzanstieg bei den Textilgeschäften mit vorwiegend Wäsche, Wirk- und Strickwaren ( + 16 %), mit vorwiegend Herrenausstattung (+ 16 %) und mit vorwiegend Meterwaren (+ 14 %).
Die Fachzweige mit Hausrat- und Wohnbedarf registrierten im Februar 1961 unterschiedlich starke Absatzerhöhungen. Während der Möbeleinzelhandel gegenüber Februar 1960 ein Plus von 6 % erzielte, hat der Eisenwaren- und Hausrathandel eine Zunahme von 13 % ausgewiesen. Hierbei lagen die Eisenwaren- und Hausrathandlungen mit gemischtem Sortiment an der Spitze (+ 14 %). Etwas geringer waren die Zunahmen bei den Geschäften mit vorwiegend Haus- und Küchengeräten ( + 12 %) und den Geschäften mit vorwiegend Kleineisenwaren, Werkzeugen (+ 11 %). Im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel wurde im Februar 1961 der Absatz des entsprechenden Vorjahrsmonats um 9% und im Beleuchtungs- und Elektrohandel um 7 % verbessert. Besonders stark war die Absatzerhöhung, die im Tapeten- und Linoleumhandel eingetreten ist ( + 18 %).
Die in der Gruppe „Sonstiger Einzelhandel" zusammengefaßten Branchen verzeichneten im Februar 1961 deutliche Unterschiede im Absatzverlauf. Wie oben bereits erwähnt, ergab sich bei den Reformhäusern entgegen der allgemeinen Entwicklungstendenz gegenüber Februar 1960 eine Absatzminderung von 4 %. Alle übrigen Fachzweige haben das Verkaufsergebnis des Februar 1960 in mehr oder weniger starkem Umfange verbessert. Relativ gering waren die Erhöhungen
im Sortimentsbuchhandel (+ 2 %) und bei den Drogerien (+ 5 %). Ebenfalls noch unter der durchschnittlichen Entwicklung des Einzelhandels lagen der Papier-, Bürobedarf- und Schreib Wareneinzelhandel (+ 9 %), der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (+ 9 %) und die Gemischtwarengeschäfte (+ 8 %). Die stärksten Absatzsteigerungen im Februar 1961 gegenüber Februar 1960 wurden in der Gruppe „Sonstiger Einzelhandel" vom Fahrradeinzelhandel (+ 24 %), vom Lederund Galanteriewareneinzelhandel (+ 18 %) und vom Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+ 16 %) erzielt.
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