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Kreditverkäufe und Außenstände des Einzlhandels im I. bis IV. Quartal 1961

von Prof. Dr. Rudols Seyffert
Nach Abschluß der Auswertungsarbeiten für das IV. Quartal 1961 kann bereits in der vorliegenden Ausgabe der Institutsmitteilungen ein vorläufiger Überblick über die Entwicklung der Kundenkreditsituation des Einzelhandels im vergangenen Jahr gegeben werden. Eine Gegenüberstellung der Einzelhandelsdurchschnittsergebnisse der vier Quartale 1961 mit den entsprechenden Vorjahrswerten läßt erkennen, daß sich im Jahre 1961 die Entwicklungstendenzen des Vorjahres weitgehend fortgesetzt haben.
Im Durchschnitt der am Betriebsvergleich beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte hat sich der Anteil der Kreditverkäufe am Gesamtabsatz in allen vier Quartalen des vergangenen Jahres, verglichen mit den entsprechenden Vorjahrsquartalen, verringert. Im I. Quartal 1961 machten die Kreditverkäufe des Einzelhandels 14,4 % des Absatzes gegenüber 14,9 % im I. Quartal 1960 aus. Im II. Quartal war die Abnahme des Kreditabsatzanteils von 15,0 % im Jahre 1960 auf 14,9 % im Jahre 1961 relativ gering. Der stärkste Rückgang der prozentualen Höhe der Kreditverkäufe ergab sich im III. Quartal von 14,9 % im Jahre 1960 auf 13,7 % im Jahre 1961. Im IV. Quartal verminderte sich die Kundenkreditgewährung des Einzelhandels von 13,9 % im Jahre 1960 auf 13,4 % des Gesamtabsatzes im Jahre 1961.
Die Verringerung des Kreditabsatzanteils im Einzelhandel dürfte jedoch keineswegs einen echten Rückgang des Kundenkreditbedarfs zum Ausdruck bringen. Vielmehr hat sich in den letzten Jahren eine grundlegende Strukturwandlung im Bereiche des Kundenkredits vollzogen, da die Bankinstitute in immer größerem Umfange zur Gewährung von Kleinkrediten und Teilzahlungsbarkrediten übergegangen sind. Da diese neue Form der Kreditgewährung insbesondere durch Einzelhandelskunden regen Zuspruch erhielt, sind die bankmäßigen Teilzahlungsverkäufe, die der Einzelhandel unmittelbar in Verbindung mit Teilzahlungsfinanzierungsinstituten, Sparkassen, Geschäftsbanken und sonstigen Bankinstituten abwickelt, zwangsläufig zurückgegangen. Im Durchschnitt der am Betriebsvergleich beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte verringerten sich die bankmäßigen Teilzahlungsverkäufe von 12,4 % der gesamten Kreditverkäufe im I. Quartal 1960 auf 9,3 % im I. Quartal 1961. Im II. Quartal war eine Abnahme von 10,2 % im Jahre 1960 auf 8,2 % im Jahre 1961 zu verzeichnen. Im III. Quartal des vergangenen Jahres betrugen die bankmäßigen Teilzahlungsverkäufe des Einzelhandels 9,0 % der gesamten Kreditverkäufe gegenüber 11,0 % im III. Quartal 1960. Im IV. Quartal verringerten sie sich von 10,3 % im Jahre 1960 auf 7,7 % im Jahre 1961. Andererseits ist der Einzelhandel aus absatzpolitischen und erwerbswirtschaftlichen Gründen bemüht, in größerem Umfange Teilzahlungsverkäufe in eigener Regie abzuwickeln. Das zeigt sich insbesondere in den drei letzten Quartalen des vergangenen Jahres, in denen im Einzelhandelsdurchschnitt der Anteil der nichtbankmäßigen Teilzahlungsverkäufe an den gesamten Kreditverkäufen gegenüber den entsprechenden Vor Jahrsquartalen angestiegen ist. Insgesamt gesehen war jedoch der Rückgang der bankmäßigen Teilzahlungsverkäufe stärker als der Zuwachs der nichtbankmäßigen Teilzahlungsverkäufe, sodaß die gesamten Teilzahlungsverkäufe an Gewicht verloren haben, während die vertraglich unorganisierten Kreditverkäufe an Bedeutung zunahmen.
Eine ähnliche Entwicklungstendenz wie die Kreditverkäufe wiesen im vergangenen Jahr die Außenstände auf. Mit Ausnahme des IV. Quartals, in dem die Außenstände am Ultimo mit 8,5 % des Quartalsabsatzes unverändert blieben, hat sich in den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres im Vergleich zu den entsprechenden Vorjahrsquartalen die Höhe der Außenstände in Prozenten des Absatzes verringert. Bezieht man die Außenstände nicht auf den Gesamtabsatz, sondern auf den Kreditabsatz, so ergibt sich, daß sie von 74,5 % im I. Quartal 1960 auf 71,5 % im I. Quartal 1961 und von 70,0 % im II. Quartal 1960 auf 65,8 % im IL Quartal 1961 zurückgegangen sind. Dagegen haben sich die Außenstände von 65,8 % des Kreditabsatzes am Letzten des III. Quartals 1960 auf 70,1 % am Letzten des III. Quartals 1961 und von 61,2 % im IV. Quartal 1960 auf 63,4 % IV. Quartal 1961 erhöht. Hieraus ist zu entnehmen, daß sich im I. Halbjahr 1961 die Dauer der Kreditgewährung etwas verkürzt, im IL Halbjahr dagegen verlängert hat.
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