Der Einzelhandelsabsatz im Februar 1962
von Prof. Dr. Rudols SeyffertDie am Betriebsvergleich des Instituts für Handelsforschung beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte verzeichneten im Februar 1962 gegenüber Februar 1961 eine wertmäßige Absatzzunahme von 7 %. Das Statistische Bundesamt ist mit + 8 % zu fast dem gleichen Ergebnis gekommen. Die Zunahme im Februar 1962 gegenüber Februar 1961 war relativ etwas geringer als die des Vormonates Januar, in dem der Absatz des Januar 1961 um 10 % gesteigert wurde. Hierbei ist allerdings zu berücksichtigen, daß sich in den zum Vergleich herangezogenen Vorjahrsmonaten eine umgekehrte Situation ergab. Während im Januar 1961 gegenüber Januar 1960 die Absatzsteigerung im Einzelhandel 7 % betrug, ergab sich im Februar 1961 gegenüber Februar 1960 ein Plus von 11 %.
Der Vergleich der Branchenergebnisse ließ auch im Februar 1962 einige bemerkenswerte Abweichungen in der Absatzentwicklung erkennen. Besonders stark war im Februar 1962 die Absatzzunahme mit 15 % im Sortimentsbuchhandel (Statistisches Bundesamt + 12 %). Auch der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel hat eine beachtliche Erhöhung von 13 % registriert (Statistisches Bundesamt + 10 %). Über der durchschnittlichen Entwicklung des Einzelhandels lagen weiterhin mit einem Plus von 12 % (Statistisches Bundesamt ebenfalls + 12 %) der Eisenwaren- und Hausrathandel, mit einer Zunahme von 10 % (Statistisches Bundesamt ebenfalls + 10 %) der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel und mit einer Verbesserung von 9 % (Statistisches Bundesamt + 10 %) der Lebensmitteleinzelhandel. Vergleichsweise gering war im Februar 1962 die Absatzerhöhung im Textilund Möbeleinzelhandel. Bei den am Betriebsvergleich beteiligten Fachgeschäften dieser Branchen ergab sich gegenüber Februar 1961 ein Absatzanstieg von wertmäßig 5 % bzw. 4 % (Statistisches Bundesamt Textileinzelhandel + 4 %, Möbeleinzelhandel + 3 %). Eindeutig an letzter Stelle lag im Februar 1962 der Fahrradeinzelhandel. In dieser Branche ist im Vergleich mit dem Februar 1961 eine Umsatzminderung von 14 % (Statistisches Bundesamt — 13 %) eingetreten. Bei der Beurteilung der vergleichsweise schlechten Entwicklung des Fahrradeinzelhandels und des Zurückbleibens des Textileinzelhandels hinter dem Durdischnittsergebnis muß berücksichtigt werden, daß beide Branchen im Februar 1961 vergleichsweise gut abgeschnitten haben. Der Absatz des Fahrradeinzelhandels lag im Februar 1961 24 % und der des Textileinzelhandels 23 % höher als im Februar 1960. Dem stand eine Steigerung im Durchschnitt des gesamten Einzelhandels von 11 % gegenüber.
Faßt man das Verkaufsergebnis der ersten beiden Monate des Jahres 1962 zusammen, so ist für den Einzelhandel insgesamt gegenüber dem gleichen Zeitraum des Jahres 1961 eine wertmäßige Absatzsteigerung von 9 % festzustellen (Statistisches Bundesamt ebenfalls + 9 %). Von den am Betriebsvergleich beteiligten Branchen lag in den ersten beiden Monaten des Jahres 1962 der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel mit einem Absatzplus von 17 % an der Spitze (Statistisches Bundesamt + 10 %). Beachtlich war mit 16 % auch die Steigerung im Sortimentsbuchhandel (Statistisches Bundesamt + 12 %). Im Eisenwaren- und Hausrathandel ist eine wertmäßige Erhöhung von 13 % (Statistisches Bundesamt + 11 %) und im Lebensmitteleinzelhandel von 10 % (Statistisches Bundesamt ebenfalls + 10 %) eingetreten. Der Textileinzelhandel hat mit einer Zunahme von 8 % (Statistisches Bundesamt +9 %) ein dem Gesamtdurchschnitt des Einzelhandels weitgehend entsprechendes Ergebnis ausgewiesen. Vergleichsweise gering war mit 2 % die Absatzerhöhung im Möbeleinzelhandel (Statistisches Bundesamt + 3 %). Im Gegensatz zu der allgemeinen Entwicklungstendenz hat der Fahrradeinzelhandel in den ersten beiden Monaten des Jahres 1962 gegenüber dem entsprechenden Vorjahrszeitraum eine Absatzeinbuße von 7 % registriert (Statistisches Bundesamt — 5 %).
Ergänzend ist zu dem vorstehenden Bericht noch auszuführen:
Von den einzelnen Fachzweigen des Textileinzelhandels wiesen die Geschäfte mit Heimtextilien im Februar 1962 gegenüber Februar 1961 die stärksten Absatzzunahmen auf. Bei den Geschäften mit Haus- und Bettwäsche, Bettwaren war das Verkaufsergebnis 11 % höher als im Februar 1961. Die Geschäfte mit vorwiegend Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen verzeichneten eine Zunahme von 8 %. Auch die Textilgeschäfte mit vorwiegend Wäsche, Wirk- und Strickwaren lagen mit einer Absatzerhöhung von 9 % über dem Durchschnittsergebnis des Textileinzelhandels. Eine mittlere Position nahmen die Herrenausstatter (+ 7 %) und die Textilgeschäfte mit gemischtem Sortiment ( + 5 %) ein. Die geringsten Absatzsteigerungen waren bei den Textilgeschäften mit Oberbekleidung festzustellen. Hier betrugen die wertmäßigen Absatzzunahmen gegenüber Februar 1961 nur etwa 2 bis 3 %. Bei der Beurteilung der vergleichsweise schlechten Ergebnisse der Oberbekleidungsgeschäfte muß allerdings berücksichtigt werden, daß dieser Fachzweig im Februar 1961 an der Spitze gelegen hatte. Die Oberbekleidungsgeschäfte registrierten im Februar 1961 gegenüber Februar 1960 eine Absatzsteigerung von 35 %, während im Durchschnitt des gesamten Textileinzelhandels die Zunahme bei 23 % lag.
Auch zwischen den einzelnen Fachzweigen des Eisenwaren- und Hausrathandels zeigten sich im Februar 1962 gewisse Abweichungen im Absatzverlauf. Die Entwicklung im Hausratsektor war besser als die bei Kleineisenwaren und Werkzeugen. Für den Durchschnitt der untersuchten Betriebe mit vorwiegend Haus- und Küchengeräten ergab sich im Februar 1962 gegenüber Februar 1961 ein wertmäßiges Absatzplus von 11 %. Demgegenüber war die Steigerung bei den Geschäften mit vorwiegend Kleineisenwaren und Werkzeugen relativ gering ( + 6 %). Die Eisenwaren- und Hausrathandlungen mit gemischtem Sortiment
haben eine dem Gesamtdurchschnitt der Branche entsprechende Zunahme von 12 % ausgewiesen. Der gleiche Absatzanstieg ist auch bei den Geschäften mit Glas-, Porzellan- und Keramikwaren eingetreten.
Von den in der Gruppe „Sonstiger Einzelhandel" zusammengefaßten Branchen ist neben dem bereits oben erwähnten Fahrradeinzelhandel auch der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel hinter dem Durchschnittsergebnis des Einzelhandels zurückgeblieben (+ 2 %). Etwas stärker waren die Absatzerhöhungen im Spielwareneinzelhandel (+ 6 %) und im Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+ 7 %). Die Drogerien (+ 8 %) und die Reformhäuser (+ 9 %) haben ähnlich abgeschnitten wie der Lebensmitteleinzelhandel (+ 9 %).
