Der Einzelhandelsabsatz im Dezember 1962
von Prof. Dr. Rudolf SeyffertNachdem der Einzelhandel im November 1962 das Verkaufsergebnis des November 1961 um wertmäßig 8 % verbessern konnte, ergab sich im Dezember 1962 gegenüber dem entsprechenden Vorjahrsmonat nur eine unbedeutende Absatzzunahme. Die am Betriebsvergleich des Instituts für Handelsforschung beteiligten. Einzelhandelsfachgeschäfte registrierten im Durchschnitt eine wertmäßige Erhöhung von 2 %. Faßt man die Monate November und Dezember zusammen, so ist für das Weihnachtsgeschäft insgesamt im Vergleich mit dem Vorjahr eine Absatzsteigerung von 4 bis 5 % festzustellen.
Die Stagnation in der Absatzentwicklung zeigte sich im Dezember 1962 auch bei dem überwiegenden Teil der Einzelhandelsbranchen. Vergleichsweise stark waren lediglich die Absatzerhöhungen im Radio- und Fernseheinzelhandel (+ 11 %) und im Spielwareneinzelhandel (+ 9 %). Etwas über der durchschnittlichen Entwicklung des Einzelhandels lagen auch die Eisenwaren- und Hausrathandlungen (+ 6 %), die Drogerien (+ 6 %), der Schuheinzelhandel (+ 5 %), der Tapeten- und Linoleumhandel (+ 5 %), der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (+ 5 %) und der Sortimentsbuchhandel ( + 5 %). Im Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel und im Tabakwareneinzelhandel war das wertmäßige Verkaufsergebnis im Dezember 1962 jeweils 3 % höher als im Dezember 1961. Ein dem Durchschnitt des gesamten Einzelhandels entsprechendes Plus von 2 % ist im Textileinzelhandel eingetreten. Im Lebensmitteleinzelhandel sowie im Möbeleinzelhandel betrug die wertmäßige Absatzzunahme gegenüber Dezember 1961 nur 1 %. Der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel wies im Dezember 1962 das gleiche wertmäßige Verkaufsergebnis wie im Vorjahr auf. An letzter Stelle kg der Fahrradeinzelhandel. Die am Betriebsvergleich beteiligten Firmen dieses Fachzweiges haben im Dezember 1962 wertmäßig 4 % weniger umgesetzt als im Dezember 1961. Auch im Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel hat sich ein leichter Absatzrückgang von 1 % ergeben.
Faßt man das Verkaufsergebnis der 12 Monate des Jahres 1962 zusammen, so ist für den Durchschnitt des gesamten Einzelhandels im Vergleich mit dem Jahre 1961 eine wertmäßige Absatzerhöhung von 6 % festzustellen. Die Branchen mit Nahjungs- und Genußmitteln sowie mit Textilien und Bekleidung haben ähnlich wie der Einzelhandelsdurchschnitt abgeschnitten. Im Textileinzelhandel betrug die wertmäßige Verbesserung 1962 gegenüber 1961 7 %, im Lebensmitteleinzelhandel sowie im Schuheinzelhandel 6 % und im Tabakwareneinzelhandel 5 %. Eine mittlere Position nahmen auch der Radio- und Femseheinzelhandel (+ 6 %), die Drogerien (+ 7 %), der Papier-, Bürobedarfund Schreibwareneinzelhandel (+ 8 %), der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (+ 8 %) und der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+ 8 %) ein. Die stärksten wertmäßigen Absatzzunahmen registrierten im Jahre 1962 der Tapeten- und Linoleumhandel (+ 13 %), der Spielwareneinzelhandel (+ 11 %) der Sortimentsbuchhandel (+ 11 %) und der Eisenwaren- und Hausrathandel (+ 10 %). An letzter Stelle der am Betriebsvergleich beteiligten Einzelhandelsbranchen lag der Fahrradeinzelhandel, der im Jahre 1962 durchschnittlich 4 % weniger umgesetzt hat als 1961.
Etwas hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben sind im Jahre 1962 der Möbeleinzelhandel (+ 4 %) und der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (+ 4%).
Ergänzend ist zu dem vorstehenden Bericht noch auszuführen:
Von den Fachzweigen des Textileinzelhandels haben die Geschäfte mit Wäsche, Wirk- und Strickwaren und die Geschäfte mit Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen relativ am besten abgeschnitten. Bei ihnen war der wertmäßige Absatz im Dezember 1962 im Durchschnitt 4 % höher als im Dezember 1961. Von den Herrenausstattern wurde eine Absatzerhöhung von 3 % erreicht. Eine dem Gesamtdurchschnitt des Textileinzelhandels entsprechende Absatzzunahme von 2 % registrierten die Textilgeschäfte mit gemischtem Sortiment. Alle übrigen Fachzweige sind hinter dein Durchschnittsergebnis zurückgeblieben. An letzter Stelle lagen erneut die Meterwarengeschäfte, bei denen im Dezember 1962 wertmäßig 1 % weniger umgesetzt wurde als im Dezember 1961. Einen unveränderten Absatz wiesen die Geschäfte mit Herren- und Knabenoberbekleidung, die Geschäfte mit Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung und die Geschäfte mit Haus- und Bettwäsche, Bettwaren auf. Bei den Geschäften mit Herren-, Damen- und Kinderoberbekleidung hat sich eine leichte Zunahme von wertmäßig 1 % ergeben.
Wesentlich stärker als im Textileinzelhandel waren die Unterschiede in der Absatzentwicklung zwischen den einzelnen Teilbranchen des Eisenwaren- und Hausrathandels. Hier haben die Geschäfte mit Kleineisenwaren und Werkzeugen die stärkste Absatzerhöhung erzielt. Sie betrag im Durchschnitt der am Betriebsvergleich beteiligten Fachgeschäfte 15 %. Demgegenüber war die Verbesserung bei den Geschäften mit gemischtem Sortiment und mit Haus und Küchengeräten vergleichsweise gering. Bei den Eisenwarensortimentern ergab sich im Dezember 1962 gegenüber Dezember 1961 ein Plus von 5 % und bei den Geschäften mit vorwiegend Haus- und Küchengeräten von 4 %. Der Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel nahm mit einem Plus von 8 % eine mittlere Position ein.
Gegenüber dem Vormonat November ist im Dezember 1962 der saisonbedingte Absatzanstieg eingetreten. Im Durchschnitt aller am Betriebsvergleich beteiligten Branchen betrug die Erhöhung 46 %. Sie war hiermit nicht so stark wie im Durchschnitt der Jahre 1949 bis 1961, in denen der Dezember-Absatz des Einzelhandels 59 % höher war als der November-Absatz. Die Verminderung in der Steigenmgsquote, die auch bereits in den Vorjahren zu erkennen war, weist auf die Tatsache hin, daß in den letzten Jahren eine stärkere Verlagerung der Weihnachtseinkäufe vom Dezember auf den Vormonat November erfolgt ist. Dem Bedarfscharakter der Waren entsprechend waren die Absatzzunahmen im Dezember 1962 gegenüber dem Vormonat November bei den Branchen mit Luxusbedarf und Geschenkartikeln besonders stark. An der Spitze lag der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel, von dem im Dezember 1962 127 % mehr abgesetzt wurde als im Vormonat November. Es folgten der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (+110 %) und der Spielwareneinzelhandel (+ 100 %). Vergleichsweise geringe Erhöhungen sind im Möbeleinzelhandel (+ 32 %), im Eisenwaren- und Hausrathandel (+ 32 %), im Lebensmitteleinzelhandel (+ 37 %) und im Textileinzelhandel (+ 42 %) eingetreten.
