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Der Einzelhandelsabsatz im Januar 1963

von Prof. Dr. Rudolf Seyffert
Der erste Monat des Jahres 1963 hat dein Einzelhandel im Vergleich mit dem entsprechenden Vorjahrsmonat nur eine unbedeutende Absatzbelebung gebracht. Die am Betriebsvergleich des Instituts für Handelsforschung beteiligten Einzelhandelsfachigescbäfte verzeichneten im Januar 1963 gegenüber Januar 1962 eine wertmäßige Absatzzunahme von durchschnittlich 3 %. Die Erhöhung war hiermit nur halb so groß wie das Durchschnittsergebnis des Jahres 1962 (+ 6 %). Zweifellos hat die kalte und schneereiche Witterung im Januar 1963 zu einer Dämpfung in der Absatzexpansion geführt.
Die durch die Witterungsverhältnisse bedingte Zurückhaltung der Konsumenten hat sich vor allem bei den Branchen mit Kultur- und Luxusbedarf gezeigt. So registrierten sowohl der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel als auch der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel im Januar 1963 gegenüber Januar 1962 Absatzminderungen von durchschnittlich 9 %. Auch der Radio- und Fernseheinzelhandel konnte im Januar 1963 das Verkaufsergebnis des entsprechenden Vorjahrsmonats nicht erreichen. In dieser Branche wurden von den am Betriebsvergleich beteiligten Firmen 7 % weniger umgesetzt als im Januar 1962. Im Möbeleinzelhandel betrug der wertmäßige Absatzrückgang 6%. Der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel erreichte im Januar 1963 das gleiche wertmäßige Verkaufsergebnis wie im Januar 1962. Ähnlich war auch die Entwicklung im Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel, wo der wertmäßige Absatz im Januar 1963 1 % höher war als im Januar 1962. Leichte Absatzzunahmen von 2 % sind im Tabakwareneinzelhandel und im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel eingetreten. Die am Betriebsvergleich beteiligten Eisenwaren- und Hausrathandlungen registrierten eine dem Gesamtdurchschnitt des Einzelhandels entsprechende Steigerung von 3 %. Vergleichsweise stark waren die Absatzzunahmen im Januar 1963 bei den Gemischtwarengeschäften. Diese Betriebe setzten im Durchschnitt 9 % mehr um als im Januar 1962, Offensichtlich haben sich die Witterungsverhältnisse vor allem in den größeren Städten negativ ausgewirkt, weniger jedoch in den kleineren ländlichen Orten, in denen die Gemischtwarengeschäfte in erster Linie ihren Standort haben. Hierauf weist auch die Tatsache hin, daß in fast allen Branchen die kleineren Betriebe im Januar 1963 vergleichsweise besser abgeschnitten haben als die größeren. Neben den Gemischtwarengeschäften verzeichneten auch der Tapeten- und Linoleumhandel sowie der Spielwareneinzelhandel beachtliche Absatzzunahmen. In beiden Branchen war das wertmäßige Verkaufsergebnis im Januar 1963 8 % höher als im Januar 1962. Über dem Durchschnitt des Einzelhandels lagen weiterhin der TextileinzelhandeL der Schuheinzelhandel und die Drogerien, die wertmäßige Absatzzunahmen von jeweils 6 % erzielten. Im Textil- und Schuheinzelhandel dürften die Witterungsverhältnisse im Januar 1963 zu einer erhöhten Nachfrage nach Winterbekleidung und bei Drogerien nach Vorbeugungsmitteln gegen Erkältungskrankheiten geführt haben.

Ergänzend ist zu dem vorstehenden Bericht noch auszuführen:
An der Absatzbelebung im Januar 1963 gegenüber Januar 1962 haben nicht alle Fachzweige des Textileinzelhandels teilgenommen. Bei den Meterwarengeschäften war das wertmäßige Verkaufsergebnis im Januar 1963 4 % niedriger als im entsprechenden Vorjahrsmonat. Auch bei den Geschäften mit Haus- und Bettwäsche, Bettwaren ist ein leichter Rückgang von 1 % eingetreten. Von den Textilgeschäften mit Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen wurde im Januar 1963 wertmäßig das gleiche umgesetzt wie im Januar 1962. Hinter dem Durchschnittsergebnis des Textileinzelhandels zurückgeblieben sind mit Zunahmen von jeweils 2 % auch die Geschäfte mit vorwiegend Herren- und Knabenoberbekleidong und die Geschäfte mit vorwiegend Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung. Eine dem Durchschnitt des gesamten Textileinzelhandels entsprechende Steigerung von 6 % ist bei den Geschäften, die sowohl Herren- als auch Damenoberbekleidung führen, eingetreten. An der Spitze lagen im Januar 1963 die Geschäfte mit vorwiegend Wäsche, Wirk- und Strickwaren. Sie erreichten im Durchschnitt gegenüber Januar 1962 eine wertmäßige Verbesserung von 10 %. Es folgten mit einem Plus von 9 % die Herrenausstatter und mit einer Zunahme von 8 % die Textilgeschäfte mit gemischtem Sortiment.
Auch zwischen den Fachzweigen des Eisenwaren- und Hausrathandels zeigten sich im Januar 1963 Unterschiede im Absatzverlauf, Relativ am besten haben die Eisenwarenund Hausrathandlungen mit vorwiegend Haus- und Küchengeräten abgeschnitten. Bei ihnen war der wertmäßige Absatz im Januar 1963 durchschnittlich 7 % höher als im Januar 1962. Eine dem Gesamtdurchschnitt des Eisenwaren- und Hausrathandels entsprechende Steigerung von 3 % verzeichneten die Geschäfte mit Kleineisenwaren und Werkzeugen. Etwas hinter dem Durchschnittsergebnis zurückgeblieben sind die Eisenwaren- und Hausrathandlungen mit gemischtem Sortiment (+ 2 %).
Im Vergleich mit dem Vormonat Dezember ergab sich im Januar 1963 der saisonbedingte Absatzrückgang. Die am Betriebsvergleich beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte registrierten im Durchschnitt eine Absatzminderung von 46 %. Im Vergleich hierzu war im Durchschnitt der Jahre 1949 bis 1962 der Januar-Absatz des Einzelhandels etwa 49 % niedriger als der Dezember-Absatz. Besonders stark waren die Absatzeinbußen bei den Branchen mit Luxusbedarf und mit Geschenkartikeln, Im Spielwareneinzelhandel ist im Januar 1963 gegenüber dem Vormonat Dezember ein Rückgang von 82 % eingetreten. Der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel hat im Januar 1963 78 % und der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel 77 % weniger umgesetzt als im Dezember 1962. Erheblich war auch die Absatzminderung mit 65 % im Radio- und Fernseheinzelhandel. Im Möbeleinzelhandel betrug der Rückgang 55 %, im Schuheinzelhandel 53 %, im Sortimentsbuchhandel 50 % und im Textileinzelhandel 49 %. Die geringsten Saisoneinflüsse waren im Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel festzustellen. In dieser Branche war der Januar-Absatz 1963 nur 18 % niedriger als der Absatz des Vormonats Dezember. Es folgten die Reformhäuser (— 30 %), der Lebensmitteleinzelhandel (— 32 %), die Gemischtwarengeschäfte (—36 %) und der Tapeten- und Linoleumhandel (—37 %). Im Eisenwaren- und Hausrathandel ist ein dem Gesamtdurchschnitt des Einzelhandels entsprechender Absatzrückgang von 45 % eingetreten.
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