Der Einzelnandeösabsatz im Januar 1964
von Dr. Fritz Klein-BlenkersNachdem der Einzelhandelsabsatz im Jahre 1963 eine deutliche Stagnation erkennen ließ, hat das Jahr 1964 mit einer Belebung der Geschäftslage begonnen. Die am Betriebsvergleich des Instituts für Handelsforschung beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte wiesen im Januar 1964 gegenüber Januar 1963 eine durchschnittliche wertmäßige Absatzsteigerung von 8 % auf.
An der Absatzbelebung im Januar 1964 gegenüber Januar 1963 haben - abgesehen vom Schuheinzelhandel - alle vom Institut für Handelsforschung erfaßten Branchen des Einzelhandels teilgenommen. Im Schuheinzelhandel war das wertmäßige Verkaufsergebnis im Januar 1964 nur etwa gleich hoch wie im Januar 1963. Hierbei muß allerdings berücksichtigt werden, daß der Schuheinzelhandel im Vormonat Dezember an der Spitze der Einzelhandelsbranchen lag. Im Dezember 1963 erreichte der Schuheinzelhandel gegenüber Dezember 1962 ein Absatzplus von 24 %, während der Einzelhandelsdurchschnitt nur eine Zunahme von 3 % verzeichnete. Besonders stark waren im Januar 1964 die Absatzerhöhungen im Tapeten- und Linoleumhandel sowie im Radio- und Fernseheinzelhandel. Diese Branchen haben im Durchschnitt das wertmäßige Verkaufsergebnis des Januar 1963 um 28 % bzw. 27 % übertroffen. Es folgte mit einem Anstieg von 22 % der Spielwareneinzelhandel. Auch die Branchen mit Kultur- und Luxusbedarf haben im Januar 1964 vergleichsweise gut abgeschnitten. Im Leder- und Galanteriewareneinzelhandel betrug die wertmäßige Absatzerhöhung 14 % und im Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel sowie im Sortimentsbuchhandel jeweils 12 %. Ober dem Einzelhandelsdurchsdhnitt lagen weiterhin der Tabakwareneinzelhandel ( + 11 %) und die Reformhäuser ( + 10 %). Die Branchen, die über den größten Anteil am Gesamtabsatz des Einzelhandels verfügen, und zwar der Lebensmitteleinzelhandel, der Textileinzelhandel und die Fachzweige mit Wohnungsund Hausratbedarf, haben im Januar 1964 vergleichsweise geringe Absatzsteigerungen verzeichnet, Von den untersuchten Lebensmittelgeschäften wurden im Durchschnitt wertmäßig 6 % mehr umgesetzt als im Januar 1963. Ähnlich war auch die Entwicklung im Textileinzelhandel und im Möbeleinzelhandel, die Erhöhungen von jeweils 7 % erreichten. Im Eisenwaren- und Hausrathandel war das wertmäßige Verkaufsergebnis im Januar 1964 dem Gesamtdurchschnitt des Einzelhandels entsprechend 8 % höher als im Januar 1963. Bei den Gemischtwarengeschäften und den Drogerien war die Absatzentwicklung ähnlich wie im Lebensmitteleinzelhandel. Die Gemischtwarengeschäfte registrierten einen wertmäßigen Absatzanstieg von 4 % und die Drogerien von 5 %. Auch die Branchen mit Bürobedarf sind im Januar 1964 hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben. Die am Betriebsvergleich beteiligten Fachgeschäfte mit Büromaschinen, Büromöbeln und Organisationsmitteln haben im Januar 1964 im Durchschnitt 5 % mehr umgesetzt als im Januar 1963. Bei den Geschäften mit Papier-, Bürobedarf- und Schreibwaren ist eine wertmäßige Zunahme von 4 % eingetreten.
Ergänzend ist zu dem vorstehenden Bericht noch auszuführen:
Zwischen den einzelnen Fachzweigen des Textileinzelhandels zeigten sich im Januar 1964 erhebliche Abweichungen im Absatzverlauf. An der Spitze lagen die Geschäfte mit Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen. Bei ihnen war im Vergleich mit dem Januar 1963 eine durchschnittliche wertmäßige Absatzsteigerung von 18 % festzustellen. Es folgten die Meterwarengeschäfte, die das Vorjahrsergebnis um 14 % übertroffen haben. Auch die Geschäfte mit Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung (- 12 %), die Geschäfte mit Herren- und Knabenoberbekleidung ( + 10 %) sowie die Geschäfte mit Herren-, Damen- und Kinderoberbekleidung ( + 8 %) lagen noch über dem Durchschnittsergebnis des gesamten Textileinzeihandels. Vergleichsweise schlecht haben die Geschäfte mit Wäsche-, Wirk- und Strickwaren, mit Haus- und Bettwäsche, Bettwaren sowie mit Herrenausstattung abgeschnitten. Von den Geschäften mit Wäsche, Wirk- und Strickwaren wurde nur eine Zunahme von 2 % und von den Geschäften mit Haus- und Bettwäsche, Bettwaren von 1 % registriert. Die Herrenausstatter mußten im Januar 1964 gegenüber Januar 1963 eine Absatzeinbuße von 2 % hinnehmen.
Auch in den einzelnen Fachzweigen des Eisenwarenund Hausrathandels ist die Absatzentwicklung im Januar 1964 nicht einheitlich gewesen. Eindeutig an der Spitze lagen die Gesdaäfte mit vorwiegend Kleineisenwaren und Werkzeugen. Sie wiesen im Durchschnitt gegenüber Januar 1963 eine wertmäßige Absatzzunahme von 14 % auf. Die Geschäfte mit vorwiegend Haus- und Küchengeräten registrierten ein dem Gesamtdurchschnitt der Branche entsprechendes Plus von 8 %. Etwas hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben sind die Eisenwaren- und Hausrathandlungen mit gemischtem Sortiment ( + 7 %).
Gegenüber dem Vormonat Dezember ist im Januar 1964 der saisonbedingte Absatzrückgang eingetreten. Im Durchschnitt des gesamten Einzelhandels war das Verkaufsergebnis im Januar 43 % niedriger als im Dezember. Die stärksten Einbußen ergaben sich bei den Branchen mit Geschenkartikeln und Luxusbedarf. Der Spielwareneinzelhandel hat im Januar 79 % weniger umgesetzt als im Vormonat Dezember. Im Leder- und Galanteriewareneinzelhandel und im Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel sind Rückgänge von jeweils 74 % eingetreten. Es folgten der Schuheinzelhandel (- 62 % ) , der Radio- und Fernseheinzelhandel (- 58 %) und der Möbeleinzelhandel (- 55 % ) . Im Textileinzelhandel entsprach die Entwicklung mit einer Verminderung von 46 % weitgehend dem Einzelhandelsdurchschnitt. Ähnlich war auch der Absatzverlauf im Papier-, Bürobedarf und Schreibwareneinzelhandel (- 41 % ) , im Eisenwaren- und Hausrathandel (- 44 % ) , bei den Drogerien (- 47 %) und im Sortimentsbuchhandel (- 49 % ) . Im Tabakwareneinzelhandel ist ein Rückgang von 38 % und bei den Gemischtwarengeschäften von 37 % eingetreten. Vergleichsweise gering war die Absatzminderung im Januar 1964 gegenüber dem Vormonat Dezember bei den Lebensmittelgeschäften (- 28 % ) , im Tapeten- und Linoleumhandel (- 28 % ) , bei den Reformhäusern (- 27 %) und im Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationshandel (- 14 % ) .
