Der Einzelhandelsabsatz im Februar 1964
von Prof. Dr. Rudolf Seyffert und Prof. Dr. Edmund SundhoffDie bereits im Januar 1964 im Vergleich mit dem entsprechenden Vorjahrsmonat festzustellende Absatzbelebung im Einzelhandel hat sich im Februar 1964 verstärkt fortgesetzt. Bei den am Betriebsvergleich des Instituts für Handelsforschung beteiligten Einzelhandelsfachgeschäften war das wertmäßige Verkaufsergebnis im Durchschnitt 15 % höher als im Februar 1963. Die Zuwachsquote lag hiermit um 7 Punkte über der des Vormonats Januar ( + 8 %).
An der Absatzbelebung im Februar 1964 gegenüber Februar 1963 haben alle vom Institut für Handelsforschung untersuchten Einzelhandelsbranchen teilgenommen. Allerdings war der Umfang der Absatzzunahmen nicht einheitlich. Etwas hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben sind der Lebensmitteleinzelhandel und die ihm verwandten Branchen. Bei Lebensmitteln war das wertmäßige Verkaufsergebnis im Februar 1964 10 % höher als im Februar 1963. Noch etwas geringer waren die Steigerungen bei den Drogerien (+ 9 %), den Reformhäusern (+ 8 %) und den Gemischtwarengeschäften (+ 7 %). Auch der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (+ 9 %), der Glas-, Porzellan-und Keramikeinzelhandel (+10%) sowie der Radio- und Fernseheinzelhandel (+ 11%) haben das Durchschnittsergebnis des Einzelhandels nicht ganz erreicht. Eine mittlere Position nahmen im Februar 1964 der Textileinzelhandel (+ 14 %), der Sortimentsbuchhandel (+13 %) und der Büromaschinen-, Büromöbel und Organisationsmittelhandel (+ 13 %) ein. Vergleichsweise gut war die Entwicklung bei den Fachzweigen mit Wohnungs- und Hausratbedarf sowie mit Luxusbedarf. Der Möbeleinzelhandel hat im Februar 1964 wertmäßig 23 % mehr umgesetzt als im Februar 1963. Vom Eisenwaren- und Hausrathande! wurde eine Zunahme von 18% erreicht. Der Absatz des Leder- und Galanteriewareneinzelhandels war 22 %, der des Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwarenemzelhandels 21 % und der des Spielwareneinzelhandels 20 % höher als im Vorjahr, Relativ noch besser war das Ergebnis im Schuheinzelhandel und im Tapeten- und Linoleumhandel. Die am Betriebsvergleich beteiligten Schuhfachgeschäfte wiesen im Februar 1964 gegenüber Februar 1963 eine wertmäßige Absatzzunahme von 31 % und die beteiligten Tapeten- und Linoleumfachgeschäfte von 43 % auf. Hierbei muß allerdings berücksichtigt werden, daß beide Branchen im Februar des vergangenen Jahres vergleichsweise schlecht abgeschnitten haben.
Faßt man das Verkaufsergebnis der ersten beiden Monate des Jahres 1964 zusammen, so ist für den Durchschnitt des Einzelhandels im Vergleich mit dem entsprechenden Zeitraum des Jahres 1963 eine wertmäßige Steigerung von 11 % festzustellen. Auch bei der aufgelaufenen Entwicklung zeigen sich zwischen den einzelnen Branchen erhebliche Abweichungen. Die Gemischtwarengeschäfte liegen mit einem Plus von 5 % an letzter Stelle. Relativ gering waren in den ersten beiden Monaten des Jahres 1964 auch die Absatzerhöhungen im Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (+ 6 %), bei den Drogerien (+ 7 %), im Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (+ 8 %), im Lebensmitteleinzelhandel (+ 8 %) und bei den Reformhäusern ( + 9 %). Der Textileinzelhandel registrierte eine wertmäßige Absatzverbesserung von 10 % und der Schuheinzelhandel von 13 %. Auch im Eisenwaren- und Hausrathandel war das wertmäßige Verkaufsergebnis im Januar/Februar 1964 13 % höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Möbeleinzelhandel hat mit einem Plus von 15 um 2 Punkte besser abgeschnitten. Noch stärker waren die Erhöhungen im Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+ 17%), im Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (+ 18 %), im Radio- und Fernseheinzelhandel (+ 19 %), im Spiel Wareneinzelhandel (+ 21 %) und vor allem im Tapeten- und Linoleumhandel (+ 36%).
Ergänzend ist zu dem vorstehenden Bericht noch auszuführen:
Zwischen den einzelnen Fachzweigen des Textileinzelhandels zeigten sich im Februar 1964 erhebliche Abweichungen im Absatzverlauf. Im Gegensatz zur allgemeinen Entwicklungstendenz haben die Geschäftszweige mit Haus- und Bettwäsche, Bettwaren (+ 4 %) und mit Wäsche, Wirk- und Strickwaren (+ 5 %) nur geringfügig mehr umgesetzt als im Februar 1963. Auch die Textilsortimenter sind mit einem wertmäßigen Absatzanstieg von 9 % hinter dem Durchschnittsergebnis des Textileinzelhandels zurückgeblieben. Die stärkste Erhöhung erzielten die Geschäfte mit vorwiegend Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung. Sie erreichten im Durchschnitt gegenüber Februar 1963 ein wertmäßiges Plus von 29 %. Fast gleich hoch war auch die Zuwachsquote bei den Geschäften mit Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen (+ 28 %). Die Geschäfte mit vorwiegend Herren- und Knabenoberbekleidung und mit vorwiegend Herren-, Damen- und Kinderoberbekleidung haben
im Februar 1964 jeweils 21 % mehr umgesetzt als im gleichen Monat des Vorjahres. Eine mittlere Position nahmen im Februar 1964 die Meterwarengeschäfte (+ 16 %) und die Herrenausstatter (+ 14 %) ein.
Auch in den Fachzweigen des Eisenwaren- und Hausrathandels ist die Absatzentwicklung im Februar 1964 nicht einheitlich gewesen. Vergleichsweise gut haben die Geschäfte mit vorwiegend Kleineisenwaren und Werkzeugen abgeschnitten. Von ihnen wurde gegenüber Februar 1963 eine wertmäßige Absatzzunahme von 24 % erreicht. Beachtlich war auch die Steigerungsquote mit 20 % bei den Eisenwaren- und Hausrathandlungen mit gemischtem Sortiment. Die Geschäfte mit vorwiegend Haus- und Küchengeräten sind deutlich hinter diesen Ergebnissen zurückgeblieben. Sie haben im Durchschnitt im Februar 1964 wertmäßig nur 10 % mehr umgesetzt als im Februar 1963.
Im Vergleich mit dem Vormonat Januar ergab sich im Februar 1964 beim Durchschnitt des gesamten Einzelhandels ein leichter wertmäßiger Absatzrückgang von 1 %. Die Entwicklung ist hiermit besser ausgefallen als im Vorjahr; denn 1963 waren die Februar-Umsätze 7 % niedriger als die Januar-Umsätze. Dem Bedarfscharakter der Waren entsprechend zeigte der Saisonverlauf von Januar nach Februar 1964 zwischen den einzelnen Branchen erhebliche Unterschiede. Der stärkste Rückgang, und zwar von 20 %, ist im Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel eingetreten. Erheblich waren auch die Absatzverminderungen im Textileinzelhandel (— 17 %), im Sortimentsbuchhandel (— 14 %), im Papier-, Bürobedarf- lind Schreibwareneinzelhandel (— 11 %), im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel (— 11 %) und im Schuheinzelhandel (—9 %). Im Lebensmitteleinzelhandel und bei den Branchen mit Wohnungsbedarf haben sich im Februar gegenüber Januar 1964 Absatzsteigerungen ergeben. Sie waren im Tapeten- und Linoleumhandel (+ 24 %) und im Möbeleinzelhandel (+ 21 %) besonders stark. Im Lebensmitteleinzelhandel war das wertmäßige Verkaufsergebnis im Februar 1964 8 % höher als im Januar.
