Der Einzelhandelsabsatz im Dezember 1964
von Prof. Dr. Rudolf Seyffert und Prof. Dr. Edmund SundhoffDer Einzelhandel hat im Dezember 1964 gegenüber dem entsprechenden Vorjahrsmonat eine beachtliche Absatzsteigerung erzielt. Bei den am Betriebsvergleich des Instituts für Handelsforschung beteiligten Fachgeschäften war das wertmäßige Verkaufsergebnis 9 % höher als im Dezember 1963.
An der Absatzbelebung im Dezember 1964 gegenüber Dezember 1963 haben abgesehen vom Schuheinzelhandel, der eine durchschnittliche Absatzeinbuße von wertmäßig 1 % aufwies, alle übrigen vom Institut für Handelsforschung untersuchten Einzelhandelsbranchen teilgenommen. Der Umfang der Zuwachsquoten zeigte allerdings erhebliche Abweichungen. An der Spitze lag der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel, der das wertmäßige Verkaufsergebnis des Dezember 1963 um 19 % übertroffen hat. Es folgten der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (+ 17%) und der Spielwareneinzelhandel (+ 15 %). Beachtliche Verbesserungen registrierten
auch der Tabakwareneinzelhandel (+ 13 %), die Drogerien (+ 13 %), der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (+ 13 %), der Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel ( + 12 %), der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (+ 12 %) und der Sortimentsbuchhandel (+ 12 %). Der Lebensmitteleinzelhandel und die Reformhäuser haben im Dezember 1964 wertmäßig jeweils 11 % mehr umgesetzt als im Dezember 1963. Eine dem Einzelhandelsdurchschnitt weitgehend entsprechende Entwicklung ergab sich im Eisenwaren- und Hausrathandel ( + 10 %) und im Möbeleinzelhandel (+ 8 %). Eine vergleichsweise geringe Absatzzunahme wies im Dezember 1964 der Radio und Fernseheinzelhandel auf. I dieser Branche war das wertmäßige Verkaufsergebnis nur 3 % höher als im Dezember 1963. Etwas hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben sind auch der Textileinzelhandel (+ 6 %), der Tapeten- und Linoleumhandel (+ 7 %) und die Gemischt Warengeschäfte (+ 7 %).
Nach Vorliegen der Dezemberzahlen ist die Möglichkeit gegeben, bereits vor der Fertigstellung der endgültigen Jahresauswertung einen ersten Überblick über das Ergebnis des Jahres 1964 insgesamt zu geben. Die vom Institut für Handelsforschung erfaßten Einzelhandelsfachgeschäfte haben im Durchschnitt den wertmäßigen Absatz des Jahres 1963 um 7 % verbessert. Auch in allen Branchen war das Verkaufsergebnis 1964 höher als 1963. Besonders starke Zuwachsquoten registrierten der Spielwareneinzelhandel ( + 14 %), der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+ 13 %), der Tapeten- und Linoleumhandel (+ 12 %) und der Büromaschinen- Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (+ 12 %). Im Sortimentsbuchhandel hat sich ein Absatzanstieg von 10 % und im Tabakwareneinzelhandel von 9 % ergeben. Das geringste Plus registrierten von den am Betriebs vergleich beteiligten Branchen die Reformhäuser. Bei ihnen betrug die wertmäßige Verbesserung 1964 gegenüber 1963 nur 4 %. Auch der Lebensmitteleinzelhandel (+ 6 %), der Schuheinzelhandel (+ 6 %) und der Radio- und Fernseheinzelhandel (+ 6 %) haben das Durchschnittsergebnis nicht ganz erreicht. Eine dem Einzelhandelsdurchschnitt entsprechende Zuwachsquote von 7 % registrierte der Textileinzelhandel, die Drogerien, der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel und die Gemischtwarengeschäfte. Um 1 % stärker waren mit 8 % die Absatzzunahmen, die im Jahre 1964 gegenüber 1963 der Möbeleinzelhandel, der Eisenwaren- und Hausrathandel, der Glas-, Porzellan und Keramikeinzelhandel sowie der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel erzielten.
Ergänzend ist zu dem vorstehenden Bericht noch auszuführen:
Von den Fachzweigen des Textileinzelhandels lagen die Geschäfte mit Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen im Dezember 1964 an der Spitze. Sie erreichten im Durchschnitt gegenüber Dezember 1963 eine wertmäßige Absatzverbesserung von 13%. Auch die Meterwarengeschäfte (+ 11 %) und die Geschäfte mit Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung (+ 8 %) haben eine über dem Durchschnitt liegende Zuwachsquote registriert. Vergleichsweise gering war die Absatzerhöhung bei den Geschäften mit Wäsche, Wirk- und Strickwaren. In diesem Fachzweig war das wertmäßige Verkaufsergebnis im Dezember 1964 nur 3 % höher als im entsprechenden Vorjahrsmonat. Es folgten die Geschäfte mit Haus- und Bettwäsche, Bettwaren (+ 4 %), die Herrenausstatter (+ 5 %) und die Textilsortimenter ( + 5%). Ein dem Durchschnitt der Branche entsprechender Absatzanstieg von 6 % hat sich bei den Geschäften mit Herren- und Knabenoberbekleidung und den Geschäften mit Herren-, Damen- und Kinderoberbekleidung ergeben.
Auch zwischen den Fachzweigen des Eisenwaren- und Hausrathandels zeigten sich im Dezember 1964 erhebliche Abweichungen im Absatzverlauf. Relativ am besten haben die Geschäfte mit vorwiegend Baubeschlägen, Werkzeugen und Kleineisenwaren abgeschnitten. Sie setzten im Durchschnitt wertmäßig 22 % mehr um als im Dezember 1963. Die Geschäfte mit Haus- und Küchengeräten (+ 11 %) und die Geschäfte mit gemischtem Sortiment (+ 9 %) sind erheblich hinter diesem Ergebnis zurückgeblieben.
Im Vergleich mit dem Vormonat November ergab sich im Dezember der durch das Weihnachtsgeschäft bedingte Absatzanstieg. Für den Durchschnitt aller am Betriebsvergleich beteiligten Einzelhandelsbranchen betrug die Absatzzunahme 53 %. Dem Bedarfscharakter der Waren entsprechend sind zwischen den Branchen erhebliche Unterschiede im Saisonverlauf aufgetreten. Die stärkste Absatzerhöhung wies der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel auf, der im Dezember 120 % mehr umgesetzt hat als im November 1964. Es folgten der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (+ 105 %) und der Spielwareneinzelhandel ( + 96 %). Auch bei den Drogerien (+ 88 %) dem Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel (+ 81 %), dem Papier-, Bürobedarfund Schreibwareneinzelhandel (+ 72 %) und dem Sortimentsbuchhandel (+ 71 %) haben sich im Dezember gegenüber dem Vormonat erhebliche Absatzzunahmen ergeben. Es folgten der Schuheinzelhandel ( + 60 %), der Radio- und Fernseheinzelhandel (+ 56 %) und der Tabakwareneinzelhandel (+ 54 %). Etwas geringer waren die Zuwachsquoten im Lebensmitteleinzelhandel (+ 45 %), im Textileinzelhandel (+ 45 %), im Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (+ 42 %), im Eisenwaren- und Hausrathandel (+ 40 %) und im Möbeleinzelhandel (+ 36 %). Der Tapeten- und Linoleumhandel hat als einzige von den am Betriebsvergleich beteiligten Branchen im Dezember gegenüber dem Vormonat November keine wesentliche Absatzveränderung aufgewiesen. In dieser Branche betrug die wertmäßige Erhöhung nur 6 %.
