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Der Einzelhandelsabsatz im Mär 1965

von Prof. Dr. Rudolf Seyffert und Prof. Dr. Edmund Sundhoff
Nach den Betriebsvergleichsergebnissen des Instituts für Handelsforschung war der wertmäßige Absatz der erfaßten Einzelhandelsfachgeschäfte im März 1965 6 % höher als im März 1964. Die Steigerung ist insofern besonders positiv zu werten, als in diesem Jahre sich das Ostergeschäft zu einem großen Teil erst im April vollzogen hat, während es im Vorjahr ausschließlich dem März zugute gekommen ist.
Die zeitliche Verschiebung des Ostertermines hat lediglich im Leder- und Galanteriewareneinzelhandel und im Spielwareneinzelhandel im März 1965 gegenüber März 1964 zu Absatzeinbußen geführt. Im Leder- und Galanteriewareneinzelhandel betrug das Minus 5 % und im Spielwareneinzelhandel 13 %. Alle übrigen vom Institut für Handelsforschung untersuchten Fachzweige haben im März 1965 das Verkaufsergebnis des entsprechenden Vorjahrsmonats in mehr oder weniger starkem Umfange übertroffen. Vergleichsweise gut haben die Branchen mit Hausrat- und Wohnbedarf abgeschnitten. An der Spitze lag der Tapeten- und Linoleumhandel, der im März 1965 23 % mehr umgesetzt hat als im März 1964. Im Radio- und Fernseheinzelhandel ergab sich eine Zunahme von 12 % und im Möbeleinzelhandel sowie im Eisenwaren- und Hausrathandel von jeweils 11 % Beachtlich war auch die Zuwachsquote, die der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel registrierte (+ 14 %). Der Sortimentsbuchhandel (+ 9 %), der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (+ 8 %), die Drogerien (+ 8 %), die Reformhäuser (+ 7 %) und der Tabakwareneinzelhandel (+ 7 %) lagen ebenfalls noch über dem Einzelhandelsdurchschnitt. Etwas hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben sind mit Absatzerhöhungen von jeweils 5 % der Lebensmitteleinzelhandel und der Textileinzelhandel. Vergleichsweise gering waren die Absatzverbesserungen im Schuheinzelhandel (+ 3 %), bei den Gemischtwarengeschäften (+ 3 %) und im Uhren-, Juwelen-, Gold-und Silberwareneinzelhandel (+ 1 %).
Einschließlich des Monats März ergibt sich für den Durchschnitt des gesamten Einzelhandels im bisher abgelaufenen Jahr 1965 gegenüber dem gleichen Zeitraum des Jahres 1964 eine wertmäßige Absatzverbesserung von 6 %. Der Tapeten- und Linoleumhandel hat in den ersten drei Monaten des Jahres 1965 14 % mehr umgesetzt als im Vorjahr. Beachtliche Steigerungsquoten ergaben sich auch im Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (+ 11 %), im Papier- ,Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (+ 10 %), im Möbeleinzelhandel (+ 10 %), im Eisenwaren- und Hausrathandel (+ 10 %), im Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+ 9 %) und im Sortimentsbuchhandel (+ 8 %). Nur unbedeuten waren dagegen die Verbesserungen bei den Reformhäusern (+ 1 %), im Spiel Wareneinzelhandel (+ 1 %), im Lebensmitteleinzelhandel (+ 3 %), im Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (+ 3 %) und bei den Gemischtwarengeschäften (+ 3 %). Eine dem Gesamtdurchschnitt entsprechende Steigerungsquote wiesen mit 6 % der Schuheinzelhandel, der Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel und die Drogerien auf. Ähnlich war auch die Entwicklung im Textileinzelhandel, der in den ersten drei Monaten des Jahres 1965 wertmäßig 7 % mehr umgesetzt hat als in der gleichen Zeit des Vorjahres.

Ergänzend ist zu dem vorstehenden Bericht noch auszuführen:
Zwischen den einzelnen Fachzweigen des Textileinzelhandels zeigten sich im März 1965 erhebliche Unterschiede im Absatzverlauf. Eindeutig an der Spitze lagen die Meterwarengeschäfte, die im März 1965 23 % mehr umgesetzt haben als im März 1964. Es folgten die Geschäfte mit Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen (+ 16 %), die Geschäfte mit Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung (+ 13 %) und die Geschäfte mit Haus- und Bettwäsche, Bettwaren ( + 10 %). Entgegen der allgemeinen Entwicklungstendenz mußten die Herrenausstatter im März 1965 gegenüber März 1964 eine leichte Absatzeinbuße von 2 % hinnehmen. Nur unbedeutende Steigerungsquoten haben sich bei den Geschäften mit Herren- und Knabenoberbekleidung (+ 1 %), den Geschäften mit Wäsche, Wirk- und Strickwaren (+ 1 %), den Geschäften mit Herren-, Damen- und Kinderoberbekleidung (+ 2 %) und den Textilsortimentern (+ 3 %) ergeben. Eine mittlere Position nahmen im März 1965 mit einem Absatzplus von 7 % die Geschäfte mit Baby- und Kinderausstattung ein.
Auch in den Fachzweigen des Eisenwaren- und Hausrathandels ist die Absatzentwicklung im März 1965 nicht einheitlich gewesen. Hier haben die Geschäfte mit Baubeschlägen, Kleineisenwaren und Werkzeugen besonders gut abgeschnitten. Sie registrierten gegenüber März 1964 eine wertmäßige Absatzverbesserung von 21 %. Dagegen sind die Geschäfte mit Haus- und Küchengeräten mit einem Plus von 2 % deutlich hinter dem Durchschnittsergebnis der Branche zurückgeblieben. In der Mitte lagen die Eisenwaren- und Hausrathandlungen mit gemischtem Sortiment. Bei ihnen betrug die wertmäßige Absatzzunahme im März 1965 gegenüber März 1964 durchschnittlich 14 %.
Im Vergleich mit dem Vormonat Februar ist im März 1965 die saisonübliche Absatzerhöhung eingetreten. Im Durchschnitt des gesamten Einzelhandels hat sich eine Steigerung von 18 % ergeben. In den einzelnen Branchen zeigten sich allerdings erhebliche Unterschiede im Absatzverlauf. Entgegen der allgemeinen Entwicklungstendenz hat der Radio- und Fernseheinzelhandel im März 1965 11 % weniger umgesetzt als im Vormonat Februar. Nur unbedeutende Absatzzunahmen registrierten der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (+ 2 %), der Spielwareneinzelhandel (+ 3 %) und der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (+ 4 %). Auch der Möbeleinzelhandel (+ 10 %), der Lebensmitteleinzelhandel (+ 11 %), der Tabakwareneinzelhandel (+ 12 %), die Drogerien (+ 13 %), der Sortimentsbuchhandel (+ 13 %), die Gemischtwarengeschäfte (+ 14 %) und der Eisenwaren- und Hausrathandel (+ 15 %) haben eine geringere Zuwachsquote als der Einzelhandelsdurchschnitt ausgewiesen. Eine besonders starke Absatzzunahme erzielte der Schuheinzelhandel. In dieser Branche war der Absatz im März 1965 51% höher als im Vormonat Februar. Es folgten der Lederund
Galanteriewareneinzelhandel (+ 47 %), die Reformhäuser (+ 34 %), der Tapeten- und Linoleumhandel (+ 33 %), der Textileinzelhandel (+ 28 %) und der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+ 24 %).
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