Der Einzelhandelsabsatz im Dezember 1965
von Prof. Dr. Rudolf Seyffert und Prof. Dr. Edmund SundhoffDer Einzelhandel hat auch im letzten Monat des Jahres 1965 das Verkaufsergebnis des entsprechenden Vorjahrsmonats übertroffen. Allerdings war die Steigerungsquote nicht so stark wie im November, in dem im Vergleich mit dem November 1964 ein wertmäßiges Plus von 14% erreicht wurde. Die am Betriebsvergleich des Instituts für Handelsforschung beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte setzten im Dezember 1965 wertmäßig 6 % mehr um als im Dezember 1964.
Zwischen den einzelnen Branchen sind im Dezember 1965 erhebliche Abweichungen in der Absatzentwicklung aufgetreten. Eindeutig an letzter Stelle lag der Schuheinzelhandel, der im Gegensatz zur allgemeinen Entwicklungstendenz im Dezember 1965 gegenüber Dezember 1964 eine Absatzeinbuße von wertmäßig 22 % hinnehmen mußte. Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, daß die Branche im Vormonat November mit einem Plus von 44 % vergleichsweise gut abgeschnitten hat. Abgesehen vom Schuheinzelhandel haben alle übrigen Einzelhandelsbranchen im Dezember 1965 gegenüber Dezember 1964 Absatzsteigerungen registriert, wobei die Zuwachsquoten allerdings beachtliche Unterschiede aufwiesen. Vergleichsweise gering war die Absatzerhöhung im Textileinzelhandel (+ 2 %), bei den Gemischtwarengeschäften (+ 4 %) und im Eisenwaren- und Hausrathandel (+ 5 %). Eine dem Gesamtdurchschnitt des Einzelhandels entsprechende Steigerung von 6 % registrierten die Reformhäuser und der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel. Um 1 % stärker war die Erhöhung mit 7 % im Tabakwareneinzelhandel und bei den Drogerien. Der Lebensmitteleinzelhandel und der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel haben im Dezember 1965 jeweils 8 % mehr umgesetzt als im Dezember 1964. Steigerungsquoten von 10 % registrierten der Glas-, Porzellanund Keramikeinzelhandel und der Sortimentsbuchhandel. Die stärksten Absatzerhöhungen wurden vom Radio- und Fernseheinzelhandel (+ 18 %), vom Büromaschinen-, -möbel- und Organisationsmittelhandel (+ 15 %) und vom Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+ 15 %) erreicht. Deutlich über dem Einzelhandelsdurchschnitt lagen auch der Spielwareneinzelhandel (+ 13 %), der Tapeten- und Linoleumhandel (+ 12 %) und der Möbeleinzelhandel (+ 11 %).
Faßt man die zwölf Monatsergebnisse des Jahres 1965 zusammen, so ist für die am Betriebsvergleich des Instituts für Handelsforschung beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte im Vergleich mit dem Jahre 1964 eine wertmäßige Absatzverbesserung von 9 % festzustellen. An der Absatzbelebung haben alle Einzelhandelsbranchen teilgenommen. An der Spitze lag der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel, der 1965 gegenüber 1964 ein wertmäßiges Plus von 13 % erzielte. Es folgten der Sortimentsbuchhandel (+ 12 %) und der Spielwareneinzelhandel (+ 11 %). Von einer größeren Anzahl von Branchen, und zwar dem Textileinzelhandel, dem Möbeleinzelhandel, dem Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel, dem Tapeten- und Linoleumhandel, dem Leder- und Galanteriewareneinzelhandel, dem Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel und dem Büromaschinen-, -möbel- und Organisationsmittelhandel wurde eine übereinstimmende Absatzzunahme von 10 % erreicht. Um 1 Punkt hinter dem Durchschnittsergebnis des Einzelhandels zurückgeblieben sind mit Erhöhungen von 8 % der Lebensmitteleiuzelhandelj der Tabakwareneinzelhandel, der Schuheinzelhandel, der Radio- und Fernseheinzelhandel und die Gemischtwarengeschäfte. Die geringsten Absatzsteigerungen wurden 1965 von den Reformhäusern (+ 5 %) den Drogerien (+ 7 %) und dem Eisenwaren- und Hausrathandel (+ 7 %) verzeichnet.
Ergänzend ist zu dem vorstehenden Bericht noch auszuführen:
Von den Faehzweigen des Textileinzelhandels wiesen die Geschäfte mit Heimtextilien im Dezember 1965 die stärkste Absatzzunahme auf. Die Geschäfte mit Hausund Bettwäsche, Bettwaren setzten im Dezember 1965 11 % und die Geschäfte mit Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen 1 0% mehr um als im Dezember 1964. Eine stärkere Absatzerhöhung als der Durchschnitt des Textileinzelhandels registrierten auch die Geschäfte mit Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung, bei denen das wertmäßige Plus 6 % betrug. Eine mittlere Position nahmen im Dezember 1965 die Herrenausstatter (+ 3 %), die Geschäfte mit Baby- und Kinderausstattung (+ 2 %), die Geschäfte mit Herren-und Knabenoberbekleidung (+ 1 %) und die Geschäfte mit gemischtem Sortiment (+ 1 %) ein. Entgegen dem Durchschnittsergebnis sind bei den Geschäften mit Herren-, Damen- und Kinderoberbekleidung (— 2 %), den Meterwarengeschäften (— 1 %) und den Geschäften mit Wäsche, Wirk- und Strickwaren (— 1 %) leichte Absatzrückgänge eingetreten.
Auch zwischen den Fachzweigen des Eisenwaren- und Hausratshandels zeigten sich im Dezember 1965 Unterschiede im Absatzverlauf. An der Spitze lagen die Geschäfte mit Haus- und Küchengeräten. Sie setzten im Durchschnitt wertmäßig 8 % mehr um als im Dezember 1964. Dagegen wurde von den Geschäften mit Baubeschlägen, Kleineisenwaren und Werkzeugen nur eine wertmäßige Zuwachsquote von 2 % erreicht. Ein dem Gesamtdurchschnitt der Branche weitgehend entsprechendes Ergebnis registrierten die Eisenwaren- und Hausrathandlungen mit gemischtem Sortiment. Bei ihnen betrug die wertmäßige Absatzverbesserung im Dezember 1965 gegenüber Dezember 1964 4 %.
Gegenüber dem Vormonat November ist im Dezember der durch das Weihnachtsgeschäft bedingte Absatzanstieg eingetreten. Im Durchschnitt des gesamten Einzelhandels ergab sich eine Erhöhung von 42 %. Besonders starke Zunahmen wiesen der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+ 130 %), der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (+106 %) und der Spielwareneinzelhandel (+ 100 %) auf. Es folgten die Drogerien (+ 80 %), der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (+ 66 %), der Sortimentsbuchhandel (+ 65 %), der Radio- und Fernseheinzelhandel (+ 57 %) und der Büromaschinen-, -möbel- und Organisationsmittelhandel (+ 55 %). Im Möbeleinzelhandel (+ 41 %) und im Lebensmitteleinzelhandel (+ 38 %) waren die Absatzerhöhungen im Dezember gegenüber dem Vormonat November ähnlich wie beim Einzelhandelsdurchschnitt. Vergleichsweise geringe Zuwachsquoten ergaben sich im Textileinzelhandel (+ 27 %) und im Eisenwarenund Hausrathandel (+ 31 %). Im Gegensatz zu den übrigen Branchen verzeichnete der Schuheinzelhandel im Dezember gegenüber November 1965 eine Absatzeinbuße von 13%. Dieses Ergebnis ist allerdings nicht nur durch die relativ ruhige Verkaufslage im Dezember, sondern auch durch ein vergleichsweise gutes Geschäft im Vormonat November beeinflußt worden.
