Der Einzelhandelsabsatz im Januar 1966
von Prof. Dr. Rudolf Seyffert und Prof. Dr. Edmund SundhoffDer Einzelhandelsabsatz läßt im Zusammenhang mit der wachsenden Kaufkraft seit Jahren eine ständige Expansion erkennen. Im Jahre 1965 wurde vom Einzelhandel insgesamt nach den Betriebsvergleichsergebnissen des Instituts für Handelsforschung gegenüber 1964 eine wertmäßige Absatzzunahme von 9 % erreicht. Die jetzt fertiggestellte Betriebsvergleichsauswertung für Januar 1966 weist gegenüber dem entsprechenden Vorjahrsmonat eine erneute Absatzverbesserung auf. Allerdings war die Zuwachsquote relativ gering. Sie betrug im Einzelhandelsdurchsdinitt wertmäßig 5 % und lag damit um 4 Punkte unter der Erhöhung, die im Jahre 1965 gegenüber 1964 registriert wurde.
Abgesehen vom Fahrradeinzelhandel, dessen Ergebnis (— 14 %) infolge mangelnder Repräsentanz nur eine beschränkte Aussagekraft besitzt und abgesehen vom Leder- und Galanteriewareneinzelhandel, bei dem das wertmäßige Verkaufsergebnis im Januar 1966 gleich hoch war wie im Januar 1965, sind bei allen übrigen Branchen mehr oder weniger starke Absatzzunahmen eingetreten. An der Spitze lag der Büromaschinen-, -möbel- und Organisationsmittelhandel, der im Januar 1966 wertmäßig 14 % mehr umgesetzt hat als im gleichen Vorjahrsmonat. Es folgten der Radio- und Fernseheinzelhandel und der Spielwareneinzelhandel, bei denen die Erhöhungen 12 % und 11 % betrugen, Beachtlich war auch die Zuwachsquote mit 10 % im Schuheinzelhandel, wobei allerdings zu berücksichtigen ist, daß diese Branche im Vormonat Dezember gegenüber Dezember 1964 eine Absatzeinbuße von 22 % hinnehmen mußte. Im Gegensatz zum Schuheinzelhandel ist der Textileinzelhandel im Januar 1966 deutlich hinter der durchschnittlichen Entwicklung des Einzelhandels zurückgeblieben. Die vom Institut für Handelsforschung erfaßten Textüfachgeschäfte haben im Januar 1966 gegenüber Januar 1965 nur ein wertmäßiges Plus von 1 % verzeichnet. Etwas geringere Zuwachsquoten als im Einzelhandel allgemein ergaben sich auch bei den Branchen mit Hausrat und Wohnbedarf. Im Möbeleinzelhandel und im Tapeten- und Linoleumhandel war der wertmäßige Absatz jeweils 4 % höher als im Januar 1965, Vom Eisenwaren- und Hausrathandel wurde ein wertmäßiges Plus von 5 % und vom Glas-, Porzellan - und Keramikeinzelhandel von 6 % erreicht. Mit Absatzerhöhungen von 5 % sind auch die Reformhäuser und der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel im Januar 1966 etwas hinter dem Durchschnittsergebnis des Einzelhandels insgesamt zurückgeblieben. Der Lebensmitteleinzelhandel und der Tabakwareneinzelhandel nahmen im Januar 1966 eine mittlere Position ein. Die am Betriebs vergleich beteiligten Fachgeschäfte dieser Branchen registrierten gegenüber Januar 1965 wertmäßige Absatzverbesserungen von jeweils 6 %. Im Sortimentsbuchhandel betrug der Absatzanstieg 7 % und bei den Gemischtwarengeschäften 8 %.
Ergänzend ist zu dem vorstehenden Bericht noch auszuführen:
Zwischen den Fachzweigen des Textileinzelhandels sind im Januar 1966 erhebliche Unterschiede in der Absatzentwicklung aufgetreten. Besonders schlecht haben die Meterwarengeschäfte abgeschnitten. Bei ihnen war der wertmäßige Absatz im Januar 1966 8 % niedriger als im Januar 1965. Auch die Geschäfte mit Herren- und Knabenoberbekleidung registrierten eine wertmäßige Absatzeinbuße. Sie war jedoch mit 1 % relativ gering. Während die Geschäfte mit gemischtem Sortiment im Januar 1966 das gleiche umgesetzt haben wie im Januar 1965, wiesen alle übrigen Teilbranchen wertmäßige Absatzverbesserungen auf. Ein dem Gesärntdurdischnitt entsprechendes Plus von 1 % ergab sich bei den Geschäften mit Herren-, Damen- und Kinderoberbekleidung und bei den Geschäften mit Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen. Etwas stärker war die Zuwachsquote mit 3 % bei den Geschäften mit Wäsche, Wirk- und Strickwaren. Von den Geschäften mit Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung, mit Haus- und Bettwäsche, Bettwaren und den Herrenausstattern wurden Absatzerhöhungen von jeweils 4 % registriert. An der Spitze lagen im Januar 1966 die Geschäfte mit Baby- und Kinderausstattung. Sie haben das wertmäßige Verkaufsergebnis des Januar 1965 um 6 % übertroffen.
Im Eisenwaren- und Hausrathandel zeigten die Entwicklungszahlen der Teilbranchen eine weitgehende Übereinstimmung. Die am Betriebsvergleich beteiligten Geschäfte mit Haus- und Küchengeräten sowie mit Baubeschlägen, Kleineisenwaren und Werkzeugen haben wie der Gesamtdurchschnitt der Branche gegenüber Januar 1965 ein wertmäßiges Plus von 5 % erreicht. Nur geringfügig stärker war die Absatzverbesserung mit 6 % bei den Eisenwaren- und Hausrathandlungen mit gemischtem Sortiment.
Im Vergleich mit dem Vormonat Dezember hat sich im Januar 1966 der saisonbedingte Absatzrückgang ergeben. Im Einzelhandelsdurchschnitt ist eine Absatzminderung von 45 % eingetreten. Sie war damit ähnlich wie im Vorjahr (— 44 %). Dem Bedarfscharakter der Waren entsprechend wiesen vor allem die Branchen, bei denen das Weihnachtsgeschäft von besonders großer Bedeutung ist, erhebliche Einbußen aus. Im Spielwareneinzelhandel war das Verkaufsergebnis im Januar 1966 81 % niedriger als im Dezember 1965. Im Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel betrug die Minderung 76 % und im
Leder- und Galanteriewareneinzelhandel 74 %. Beachtliche Rückgänge sind auch im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel und im Radio- und Fernseheinzelhandel eingetreten. In beiden Branchen war der Absatz im Januar 64 % niedriger als im Vormonat Dezember. Es folgten der Möbeleinzelhandel (— 58 %), der Sortimentsbuchhandel (— 54 %) und die Drogerien (— 51 %). Im Eisenwaren- und Hausrathandel (— 45 %), im Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (— 45 %), im Textileinzelhandel (— 43 %) und im Tabakwareneinzelhandel (— 42 %) entsprach der Saisonverlauf weitgehend dem Einzelhandelsdurchschnitt. Bei den übrigen in der Tabelle ausgewiesenen Branchen waren die Absatzminderungen im Januar 1966 gegenüber Dezember 1965 niedriger, Vom Büromaschinen-, -möbel- und Organisationsmittelhandel wurde die geringste Einbuße registriert. In dieser Branche lag das Verkaufsergebnis im Januar nur 22 % niedriger als im Dezember. Im Tapeten- und Linoleumhandel betrug der Rückgang 33 %, im Lebensmitteleinzelhandel 34 %, bei den Gemischtwarengeschäften 36 % und im Schuheinzelhandel sowie bei den Reformhäusern 37 %.
