Der Einzelhandelsabsatz im Februar 1966
von Prof. Dr. Rudolf Seyffert und Prof. Dr. Edmund SundhoffNachdem der Einzelhandel im Januar 1966 das wertmäßige Verkaufsergebnis des entsprechenden Vorjahrsmonats nur um 5 % übertrofFen hat, wurde im Monat Februar wieder eine beaditliche Absatzzunahme registriert. Die am Betriebsvergleich des Instituts für Handelsforschung beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte setzten im Durchschnitt wertmäßig 11 % mehr um als im Februar 1965. Ein wesentlicher Grund für die unterschiedliche Entwicklung in den Monaten Januar und Februar 1966 liegt in der Verschiebung des Winterschlußverkaufs. Während 1965 die erste Woche des Winterschlußverkaufs im Januar und die zweite im Februar lag, ist 1966 außer dem ersten Tag der gesamte Schlußverkauf in den Februar gefallen.
Diese Tatsache hat sich vor allem bei den Branchen mit Textilien und Bekleidung ausgewirkt. Der Schuheinzelhandel erreichte im Januar 1966 gegenüber 1965 eine durchschnittliche Absatzzunahme von 47 %. Von den Textilgeschäflen wurde eine wertmäßige Zuwachsquote von 20 % ausgewiesen. Auch der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel, bei dem der Schlußverkauf von Bedeutung ist, erzielte eine beachtliche Absatzverbesserung. Hier betrug das wertmäßige Plus gegenüber Februar 1965 im Durchschnitt 18 %. Es folgte der Spielwareneinzelhandel, der einen Anstieg von 15 % registrierte. Alle übrigen Branchen sind in mehr oder weniger starkem Umfange hinter dem Durchschnittsergebnis des Einzelhandels zurückgeblieben. Die letzte Stelle nahm der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel ein, der eine wertmäßige Absatzeinbuße von 1 % verzeichnete. Nur geringfügig waren die Absatzzunahmen im Möbeleinzelhandel (+ 2%), bei den Drogerien (+ 3 %) und im Eisenwaren- und Hausrathandel (+ 4 %). Auch die Reformhäuser (+ 5 %), der Sortimentsbuchhandel (+ 5 %) , der Lebensmitteleinzelhandel (+ 6 %) und der Tabakwareneinzelhandel (+ 6 %) lagen deutlich unter dem Einzelhandelsdurchschnitt. Etwas stärker waren die Zunahmen im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel ( + 8 %), im Tapeten- und Linoleumhandel (+ 8 %), im Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (+ 8 %), im Uhren-, Juwelen-, Gold und Silberwareneinzelhandel (+ 8 %), im Radio- und Fernseheinzelhandel ( + 9 %) sowie bei den Gemischtwarengeschäften (+ 9 %).
Faßt man das Verkaufsergebnis der ersten beiden Monate des Jahres 1966 zusammen, so Ist für den Einzelhandel insgesamt im Vergleich mit dem entsprechenden Zeitraum des Jahres 1965 eine wertmäßige Erhöhung von 8 % festzustellen. Die stärkste Verbesserung erreichte mit 25 % der Schuheinzelhandel. Es folgten der Spielwareneinzelhandel (+ 13 %) und der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (+ 11 %). Vom Textileinzelhandel und vom Radio- und Fernseheinzelhandel wurden im Januar und Februar 1966 jeweils 10 % mehr umgesetzt als im Vorjahr, Die Gemischtwarengeschäfte registrierten eine Zunahme von 9 % und der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel von 8 %, Alle übrigen Branchen haben das Durchschnittsergebnis des Einzelhandels nicht erreicht. Im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel sowie im Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel war der Absatz in den ersten beiden Monaten des Jahres 1966 rund 7 % höher als 1965. Der Lebensmitteleinzelhandel, der Tabakwareneinzelhandel, der Tapeten- und Linoleumhandel und der Sortimentsbuchhandel registrierten Zuwachsquoten von 6 %. Um 1 % geringer war der Anstieg mit jeweils 5 % im Eisenwaren- und Hausrathandel, bei den Drogerien und den Reformhäusern, Die geringsten Absatzerhöhungen wurden vom Möbeleinzelhandel und vom Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel ausgewiesen. Beide Branchen setzten im Januar und Februar 1966 wertmäßig nur 3 % mehr um als in den entsprechenden Monaten des Jahres 1965,
Ergänzend ist zu dem vorstehenden Bericht noch auszuführen :
Die Verschiebung des Winterschlußverkaufs hat vor allem bei den Textilgeschäften mit Oberbekleidung im Februar 1966 zu beachtlichen Absatzzunahmen geführt. An der Spitze lagen die Geschäfte mit Herren-, Damenund Kinderoberbekleidung, die das wertmäßige Verkaufsergebnis des Februar 1965 um 37 % übertreffen haben. Es folgten die Geschäfte mit Herren- und Knabenoberbekleidung (+ 32 %), die Geschäfte mit Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung (+ 25 %) und die Geschäfte mit Baby- und Kinderausstattung (+ 24 %). Während bei den Geschäften mit Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen die Steigerungsquote mit 20 % der des Textileinzelhandels insgesamt entsprach, sind alle übrigen Teilbranchen hinter dem Durchschnittsergebnis zurückgeblieben. Die geringste Absatzerhöhung wurde von den Meterwarengeschäften registriert (+ 8 %). Nur um 3 % besser war das Plus mit 11 % bei den Geschäften mit Wäsche, Wirk- und Strickwaren. Von den Geschäften mit Haus- und Bettwäsche, Bettwaren wurden 14 %, von den Herrenausstattern 16 % und von den Textilsortimentern 17 % mehr umgesetzt als im Februar 1965.
Gewisse Unterschiede zeigten sich, im Februar 1966 auch bei den Teilbranchen des Eisenwaren- und Hausrathandels. Hier haben die Geschäfte mit Haus- und Küchengeräten vergleichsweise schlecht abgeschnitten. Bei ihnen betrug die wertmäßige Absatzverbesserung gegenüber Februar 1965 nur 2 %. Dagegen erreichten die Eisenwarenund Hausrathandlungen mit gemischtem Sortiment einen Anstieg von 5 %. Eine mittlere Position nahmen die Geschäfte mit Baubeschlägen, Kleineisenwaren und Werkzeugen (+ 3 %) ein.
Im Vergleich mit dem Vormonat Januar wies der Einzelhandelsdurchschnitt im Februar 1966 keine wesentliche Absatzveränderung auf. Insgesamt war das Verkaufsergebnis des Februar 1 % höher als das des Januar. Hier zeigten sich jedoch zwischen den einzelnen Branchen erhebliche Abweichungen. Starke Absatzzunahmen wurden vom Tapeten- und Linoleumhandel (+ 30 %) und vom Möbeleinzelhandel (+ 22 %) registriert. Auch der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+ 11 %) , der Radio- und Fernseheinzelhandel (+ 9 %) , der Spielwareneinzelhandel (+ 6 %) und der Lebensmitteleinzelhandel (+ 5 %) erreichten im Februar 1966 einen höheren Absatz als im Vormonat Januar. Während bei den Drogerien und den Gemischtwarengeschäften der Absatz in beiden Monaten gleich hoch war, sind im Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (-19 %), im Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (- 12 %) , im Sortimentsbuchhandel (- 11 % ) , bei den Reformhäusern (- 10 %) , im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel (- 10 %) und im Textileinzelhandel (- 8 %) erhebliche Absatzrückgänge eingetreten. Vergleichsweise gering waren die Absatzveränderungen im Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (+ 2 %), im Tabakwareneinzelhandel (- 2 %) , im Schuheinzelhandel (- 3 %) und im Eisenwaren- und Hausrathandel (- 4 %) .
