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Bericht über die Tätigkeit des Instituts für Handelsforschung an der Universität zu Köln im Haushaltsjahr 1965

von Professor Dr. Edmund Sundhoff
Die Tätigkeit des Instituts im Berichtsjahr ergab sich einmal aus der Fortführung der Daueraufgaben und der mit ihnen zusammenhängenden Ausbauarbeiten, zum anderen aus den Bestrebungen, einige einmalige Forschungsvorhaben abzuschließen und andere einzuleiten oder vorzubereiten.
Die langjährige systematische Durchforschung der Distributionswege und Distributionskosten der Konsumwaren, die erstmalig umfassende konkrete Einblicke in die Distributionsverhältnisse erbrachte, wurde mit einer ein Gesamtbild liefernden Publikation beendet,1 Die Ergebnisse und gewonnenen Erkenntnisse dienen heute als Basis für zahlreiche in- und ausländische Forschungsprojekte. So baut zum Beispiel die im letzten Tätigkeitsbericht angedeutete und im Berichtsjahr auf Anregung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten begonnene Untersuchung „Preise, Handelsspannen und
-kosten landwirtschaftlicher Produkte" in wesentlichen Teilen auf diesen Unterlagen auf.
Den Schwerpunkt der Institutsarbeit bildete wiederum der Betriebsvergleich für den Groß- und Einzelhandel. Für ihn wurden umfangreiche Entwicklungsarbeiten vor allem im Zusammenhang mit der Umstellung auf die elektronische Verarbeitung der die Millionengrenze übersteigenden Zahl von Einzeldaten erforderlich. Darüber hinaus wurde der Ausbau des Groß- und Einzelhandelsbetriebsvergleichs durch Quellenkontrolle, Auswertungshilfe und Entwicklung von SpezialVergleichen fortgesetzt.
Ferner wurden in mehreren Brandien detaillierte Sonderauswertungen angestellt. In Zusammenarbeit mit der von Professor Dr. Dr. h.c. Rudolf Seyffert geleiteten Betriebswirtschaftlichen Abteilung des Instituts für Mittelstandsforschung begann das Institut für Handelsforschung eine Wiederholung der im Jahre 1961 erstmalig gemeinsam vorgenommenen Untersuchung 2 der Struktur und Entwicklung der mittelständischen Einzelhandlungen auf Grund der Betriebsvergleichserhebungen. Hinzu traten die Untersuchungen der Distributionswege für frische Lebensmittel.
Im Rahmen der Arbeiten der vom Bundesministerium für Wirtschaft gebildeten Katalogkommission für die handeis- und absatzwirtschaftlidie Forschung beteiligte sich das Institut wiederum an mehreren Veranstaltungen sowie an der Drucklegung zweier Kommissions-Publikationen 3. Eine weitere Veröffentlichung der Katalogkommission, der Katalog B, ein Verzeichnis der in Bearbeitung befindlichen Forsdiungsvorhaben sowie der Habilitationsschriften, Dissertationen und Diplomarbeiten mit Forschungscharakter, wurde in Zusammenarbeit mit dem Bundeswirtschaftsministerium vorbereitet.
Über die Forschungsarbeiten des Instituts ist im vergangenen Jahr wieder laufend in den monatlichen Mitteilungen berichtet worden. Leider konnten hierbei, besonders in den festen Berichtsteilen, nur Betriebsvergleichsergebnisse aus dem Einzelhandelsbereich veröffentlicht werden, obgleich entsprechende Unterlagen auch für den Großhandel vorhanden sind. Da die Großhandelsverbände einer generellen Veröffentlichung der Erhebungsergebnisse noch nicht zugestimmt haben, wurde vorerst der Versuch unternommen, durch Zusammenarbeit mit den Brandien, die ihre Zahlen bereits in den eigenen Verbandsorganen abdrucken, zu einer Teilpublikation zu gelangen. Es ist zu hoffen, daß sich in nicht zu ferner Zukunft weitere Branchen diesem Vorgehen anschließen werden.
Detaillierte Betriebsvergleichsergebnisse wurden im Berichtsjahr wieder in den Schriften zur Handelsforschung veröffentlicht. So erschien inzwischen der bereits im letzten Tätigkeitsbericht angekündigte fünfte Dreijahresband „Umsatz, Kosten, Spannen und Gewinn des Einzelhandels in den Jahren 1961, 1962 und 1963. Über die Ergebnisse einer abgeschlossen vorliegenden Untersuchung des Instituts wurde in Band 31 der Schriftenreihe „Differenzierungsgründe der Leistung bei gleichgearteten Einzelhandelsbetrieben" berichtet.
Große Sorge bereitet dem Institut die Raumfrage. Bedingt durch den großen Raumbedarf der Lehreinrichtungen der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln sehen sich die Forschungsinstitute genötigt, die bisher im Universitätshauptgebäude zur Verfügung gestellten Räume aufzugeben und ihre Einrichtungen nach außerhalb zu verlagern. Dadurch wird die wissenschaftliche Arbeit, die ihren äußeren Rahmen nach den schwierigen Übergangslösungen der Nachkriegszeit im Jahre 1958 mit dem Einzug in das damals neue Gebäude der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät erhielt, in nächster Zeit nicht unerheblich beeinträchtigt werden.
Die Organisation des Instituts hat sich im Berichtsjahr nicht verändert. Die nachstehenden Ausführungen geben einen Überblick über die Arbeit der einzelnen Institutsabteilungen.

Grundabteilung

Die Grundabteilung hat wissenschaftlich und administrativ die Basis für die gesamte Institutsarbeit zu liefern.
Ihr Arbeitsbereich umfaßt:
Grundlagenforschung,
Methodenentwicklung,
kritische Betrachtung und zusammenfassende Auswertung von Betriebsvergleichszahlen,
Vorbereitung neuer Forschungsvorhaben,
Publikationen,
Vortragsdienst,
Unterhaltung der Institutseinrichtungen und Ausbau des Forschungsapparates.
Oft sind die Arbeiten der Grundabteilung mit denen der Betriebsvergleichsabteilung und des Seminars für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Besondere des Handels eng verflochten.
Wie in den Vorjahren leistete das Institut auch im Berichtsjahr im Zusammenhang mit der Grundlagenforschung und Methodenentwicklung wieder Hilfestellung bei Dissertationen und Diplomarbeiten,
die im Seminar für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Besondere des Handels sowie im Werbewissenschaftlichen Seminar betreut werden. Die Unterstützung durch die Mitarbeiter des Instituts erfolgte vorwiegend durch Beratung, Materialnachweis und Unterlagenbereitstellung. Darüber hinaus wurde einer größeren Anzahl von Studenten Gelegenheit geboten, sich an Untersuchungen und Erhebungen zu beteiligen. Eine Übersicht über die im WS 1964/65 und SS 1965 abgeschlossenen Arbeiten wird im Mai in den Institutsmitteilungen publiziert.
In der Grundabteilung des Instituts wird ferner das in der Betriebsvergleichsabteilung gewonnene und statistisch aufbereitete Tabellenmaterial einer ständigen kritischen Betrachtung unterzogen und nach wechselnden Gesichtspunkten ausgewertet. Auch einige laufende Arbeiten sind damit verbunden, so die Berechnung der  Einzelhandelsindizes des Instituts für Handelsforschung, die regelmäßig in den Institutsmitteilungen bekanntgegeben werden. Die teils monatlich, teils jährlich veröffentlichten Indizes sind:
Monatsindizes (Basis: Monatsdurchschnitt 1958 = 100)
1. Monatlicher Besdiaffungsindex des Einzelhandels
Stand Dezember 1965: 198 (1964: 175)
2. Monatlidier Lagerindex des Einzelhandels
Stand Dezember 1965: 221 (1964: 138)
3. Monatlidier Absatzindex des Einzelhandels
Stand Dezember 1965: 243 (1964: 229)
Jahresindizes (Basis: Jahr 1950 = 100)
4. Jährlicher Beschaffungsindex des Einzelhandels
Stand 1964: 214 (1963: 201)
5. Jährlicher Lagerindex des Einzelhandels
Stand 1964: 311 (1963: 295)
6. Jährlicher Absatzindex des Einzelhandels
Stand 1964: 243 (1963: 227)
7. Jährlicher Kostenindex (Kosten in % vom Absatz) des Einzelhandels
Stand 1964: 124 (1963: 126)
8. Jährlicher Betriebshandelsspannenindex
(Betriebshandelsspanne in % vom Absatz) des Einzelhandels
Stand 1964: 132 (1963: 131)
Jeder dieser vom Institut ermittelten Einzelhandelsindizes ist in vier Gruppenindizes (Nahrungs- und Genußmittel, Textilien und Bekleidung, Hausrat und Güter des Wohnbedarfs, sonstige Einzelhandelswaren) untergegliedert, die bei der monatlichen Berechnung außerdem in 42 und bei der jährlichen Berechnung in 49 Branchenund Teilbranchenindizes unterteilt sind.
Der gemeinsam mit dem Ifo-Institut in München herausgegebene monatliche Konjunkturspiegel mit seinen instruktiven Übersichten, die den beteiligten Firmen zwecks einzelwirtschaftlicher Auswertung zur Verfügung gestellt werden, gehört auch in diesen Zusammenhang.
Einen weiteren Aufgabenbereich der Grundabteilung des Instituts bilden die zahlreichen administrativen Arbeiten wie Finanzierung, Personal-, Raum- und Sachverwaltung. Hinzu kommen die Institutionspublikationen und der kontinuierliche Ausbau des Forschungsapparates, der sich aus Bibliothek, Archiv und Materialsammlungen zusammensetzt. Die mit der Bibliothek des Seminars für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Besondere des Handels verbundene Institutsbibliothek
enthielt Ende des Berichtsjahres 6174 Bände (Zugang 202). Die Zahl der gehaltenen Zeitschriften belief sich auf 218, von denen 133 im Austausch bezogen wurden. Die Zahl der gesammelt abgelegten Zeitschriftenjahrgänge betragt inzwischen 4648 (Zugang 218), so daß die Bibliothek an Büchern und Zeitschriftenjahrgängen nunmehr insgesamt 10 822 Einheiten umfaßt. Die sich mit der Bibliothek des Handelsseminars ergänzende Bibliothek des Werbewissenschaftlichen Seminars verfügte über 2250 Einheiten, und zwar 1844 Bücher (Zugang 88) und 406 Zeitschriftenjahrgänge (Zugang 39). Gehalten werden 39 Zeitschriften, davon 6 im Austausch.
Das gemeinsame Archiv des Instituts für Handelsforschung und des Seminars für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Besondere des Handels wies am Ende des Berichtsjahres 1682 Ordnungseinheiten auf.
Die Materialsammlungen des Instituts enthalten als wichtigste Bestandteile die Sammlungen der Diplomarbeiten (1724) und Dissertationen (165). Insgesamt handelt es sich um 1889 Arbeiten.
Die Diplomarbeiten sind wissenschaftliches Material des Seminars, zum Teil vertraulicher Art, das in der vorliegenden Form Dritten nicht zugänglich gemacht werden kann. Die Anschriften der Verfasser können jedoch, soweit vorhanden, auf Anfrage mitgeteilt werden.
Die Dissertationen, unterliegen seit dem 15.10.1955 dem Druckzwang, Sie können bei den Universitätsbibliotheken und anderen öffentlichen wissenschaftlichen Bibliotheken entliehen werden.
Die im Jahre 1963 im Hinblick auf die zunehmende Bedeutung der Operations-Forschung in Zusammenarbeit mit dem Seminar für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Besondere des Handels begonnene Ausbildung eines Teils der wissenschaftlichen Mitarbeiter des Instituts wurde im Berichtsjahr im Rahmen einer besonderen Arbeitsgemeinschaft weiter fortgesetzt.
Besonderen Wert legt das Institut stets auf einen regen Materialaustausch.
Die Zahl der hierbei erfaßten Institutionen beläuft sich bereits auf 488, darunter 51 ausländische. Davon sind
41 Hochsdiulinstitute,
28 Hoehschulseminare,
46 Forschungseinrichtungen außerhalb der Hochschulen,
9 selbständige Fachschulen des Einzelhandels,
48 Bundes- und Landesbehörden (Ministerien und Statistische Ämter),
33 Industrie- und Handelskammern,
283 Wirtschaftsverbände.
Die ausländischen Stellen verteilen sich auf folgende Länder: Schweiz (11), Frankreich (8), Belgien (7), Niederlande (5), Österreich (5), USA (4), Ungarn (3), England (2), Schweden (2), Dänemark (1), Japan (1), Luxemburg (1), Südafrikanische Union (1).
Über den üblichen Materialaustausch hinausgehende Beziehungen bestehen zu folgenden Bundes- und Landesbehörden :
Bundesrepublik Deutschland: Bundesministerium für Wirtschaft; Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten; Statistisches Bundesamt.
Land Nordrhein-Westfalen: Kultusministerium- Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Verkehr; Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten; Landesamt für Forschung.
Im Rahmen solcher Zusammenarbeit mit Behörden und anderen Stellen sind der frühere oder der jetzige Direktor des Instituts Mitglied folgender Ausschüsse und Arbeitskreise:
Arbeitsausschuß „Distributionswege landwirtschaftlicher Produkte" der Katalogkommission für die handeis- und absatzwirtschaftliche Forschung beim Bundesministerium für Wirtschaft,
Arbeitsausschuß für Absatzwirtschaft der Deutschen Gruppe der Internationalen Handelskammer Köln,
Arbeitsausschuß für Werbewirtschaft der Deutschen Gruppe der Internationalen Handelskammer Köln,
Arbeitsausschuß „Innenstadt", Institut Gewerbebetriebe im Städtebau, Köln,
Arbeitsausschuß „Neue Wohngebiete", Institut Gewerbebetriebe im Städtebau, Köln,
Arbeitsausschuß „Verteilungskosten" bei der EWG, Brüssel,
Arbeitsgemeinschaft für Rationalisierung des Landes Nordrhein- Westfalen, Arbeitsgruppe „Distributionsforschung",
Arbeitskreis „Betriebsvergleiche im Einzelhandel" des Bundesministeriums für Wirtschaft,
Arbeitskreis „Betriebsvergleiche im Großhandel und Außenhandel" des Bundesministeriums für Wirtschaft,
Arbeitskreis für Angewandte Handelsforschung der Gesellschaft zur Förderung des Instituts für Handelsforschung,
Arbeitskreis „Internationaler Preis- und Lohnvergleich" der Deutschen Statistischen Gesellschaft,
Arbeitskreis „Sortimentsgestaltung" des Bundesministeriums für Wirtschaft,
Arbeitskreis „Volks- und Betriebswirtschaftliche Entwicklungsfragen", Institut Gewerbebetriebe im Städtebau, Köln,
Bundesausschuß „Betriebswirtschaft" im Rationalisierungs- Kuratorium der Deutschen Wirtschaft, Frankfurt,
Fachausschuß „Handels- und Verkehrsstatistik" des Statistischen Bundesamtes,
Fachausschuß „Systematiken" des Statistischen Bundesamtes,
Katalogkommission für handeis- und absatzwirtschaftliche Forschung beim Bundesministerium für Wirtschaft,
Komitee für „Absatz- und Vertriebsforschung" der Internationalen Handelskammer, Paris,
Komitee für „Absatzstatistik" der Internationalen Handelskammer, Paris.
In den Organisationsbereich der Grundabteilung gehört der den jeweiligen Bedürfnissen der Praxis angepaßte Vortragsdienst im In- und Ausland. Auf Anregung von Organisationen und Institutionen des Groß- und Einzelhandels sowie der Industrie wurden insgesamt 15 Vorträge in Bad Salzuflen, Baiersbronn, Berlin, Bielefeld, Köln, Königssee/Berchtesgaden, Karlsruhe, Mannheim, München, Paris, Saarbrücken und Wien gehalten. Es beteiligten sich hieran die Institutsreferenten Dr. Stoffels und Dr. Menge sowie der Seminarassistent Dr. Schmitz.
Weiter umfaßt der Arbeitsbereich der Grundabteilung die umfangreiche Aufgabe der Publikation der Forschungsergebnisse durch Aufsatz- und Buchveröffentlichungen. Aktuelle oder kürzere wissenschaftliche Abhandlungen erscheinen in den monatlich herausgegebenen Mitteilungen des Instituts für Handelsforschung. Größere Berichte oder spezielle Forschungsergebnisse werden in den Sonderheften der Mitteilungen oder in den Schriften zur Handelsforschung publiziert. Der Umfang der Mitteilungen, die bereits im 17. Jahrgang erscheinen, hat einen Durchschnitt von mehr als 12 Seiten erreicht. Der feste Berichtsteil, der im kommenden Jahr voraussichtlich auch auf den Großhandel ausgedehnt wird, enthält:
monatlich:
Bericht über die Absatzentwicklung der am Betriebsvergleich beteiligten Einzelhandlungen,
Durchschnittsergebnisse des Betriebsvergleichs der Einzelhandelsbranchen,
Monatlicher Beschaffungs-, Lager- und Absatzindex;

vierteljährlich:

Kreditverkäufe und Außenstände,
Absatz- und Kostensituation der Einzelhandelsfachgeschäfte;

halbjährlich:

Bericht über den Sommer- oder Winterschlußverkauf,
Internationaler Vergleich über die Absatzentwicklung im Einzelhandel;
jährlich:
Tätigkeitsbericht des Instituts,
Bericht über die Ergebnisse des Betriebsvergleichs im Einzelhandel,
Internationaler Vergleich der Absatzentwicklung im Einzelhandel.
Im Berichtsjahr 1965 erschienen an Institutspublikationen:

Mitteilungen des Instituts

herausgegeben von Prof. Dr. Dr. h. c. Rudolf Seyffert und Prof. Dr. Edmund Sundhoff.
Nummer 1—12, Jahrgang 17, insgesamt 160 Seiten.

Sonderhefte der Mitteilungen

herausgegeben von Prof. Dr. Dr. h. c. Rudolf Seyffert und Prof. Dr. Edmund Sundhoff.
Nr. 17: Die Vermögens- und Kapitalsituation des Einzelhandels in den Jahren 1954 bis 1963 (im Druck).

Schriften zur Handelsforschung

begründet von Prof. Dr. Dr. h. c. Rudolf Seyffert, herausgegeben von Prof. Dr. Edmund Sundhoff in Gemeinschaft mit Prof. Dr. Hans Buddeberg, Prof. Dr. Robert Nieschlag und Privatdozent Dr. Fritz Klein-Blenkers.
Nr. 30: Wege und Kosten der Distribution der industriell gefertigten Konsumwaren.
Nr. 31: Differenzierungsgründe der Leistung bei gleichgearteten Einzelhandelsbetrieben. Von Dr. Hans Zopp.
Nr. 32: Umsatz, Kosten, Spannen und Gewinn des Einzelhandels in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1961, 1962 und 1963.

Abteilung Distributionsanalyse

Im Rahmen des Forschungsvorhabens „Kosten und Wege der Distribution der Konsumgüter" wurden im Berichtsjahr die Betriebserhebungen für die Artikelgruppen Butter, Käse, Milch und Milcherzeugnisse, Eier sowie Geflügel abgeschlossen. Zur Feststellung der Distributionskosten der Artikelgruppen wurden durch Assistenten 284 Detailleure, 139 Grossierer und 66 Erzeuger, zusammengenommen also fast 500 Betriebe, aufgesucht. Insgesamt wurden bei diesen Betrieben im Verlauf von 566 Besuchen 2708 Spannen- und Vertriebskostenerhebungen durchgeführt sowie die Unterlagen über ihreBeschaffungsund
Absatzwege ermittelt. Zur Ergänzung der bei den Betriebsbesuchen getroffenen Feststellungen über die Distributionswege fand eine schriftliche Umfrage bei 4627 Erzeuger- und Handelsbetrieben statt. Sie erbrachte auswertbare Unterlagen über die Distributionswege von 3217 Betrieben, davon 634 Handelswege bei Butter, 620 bei Käse, 761 bei Milch und Milcherzeugnissen, 933 bei Eiern und 269 bei Geflügel. Die Erhebungen wurden von 89 Verbänden und landwirtschaftlichen Forschungsinstituten durch Material und Anschriften von Betrieben unterstützt. Bei den Verbänden und Forschungsinstituten fanden insgesamt 95 Besuche statt.
Die über die Distributionswege und Distributionskosten erhobenen Unterlagen waren in umfangreichen Rechenarbeiten für die Auswertung vorzubereiten. Im Berichtsjahr wurde dafür die Methode entwickelt. Die vorbereitenden Rechenarbeiten sind nahezu abgeschlossen worden. Die Auswertung selbst erfolgte Anfang 1966, so daß die Ergebnisse der Untersuchung im Frühjahr 1966 vorliegen werden.
Im Berichtsjahr wurden ferner die Korrekturen der abzuschließenden Gesamtpublikation über den ersten Hauptabschnitt des Forschungsvorhabens Distributionsanalyse druckfertig gemacht. Die demnächst erscheinende Publikation gibt Auskunft über die Distributionsverhältnisse von 116 Artikelgruppen industriell erzeugter Konsumwaren. Der Bericht erscheint als Band 30 der Schriften zur Handelsforschung. Er enthält 91 meist mehrseitige Tabellen, 116 Handelskettendiagramme und 2 Schaubilder, deren Unterlagen ausführlich im Text kommentiert sind.
Im Jahre 1965 ist im Bundesgebiet eine vom Bundesernährungsministerium in Verbindung mit dem Bundeswirtschaftsministerium angeregte Untersuchung über „Die Distributionswege landwirtschaftlicher Produkte" angelaufen. Neben den maßgebenden landwirtschaftlichen Forschungsinstituten sind auch die Forschungsstelle für den Handel in Berlin und das Institut für Handelsforschung an der Erhebung beteiligt. In einem ersten Arbeitsabschnitt wird eine Dokumentation des vorhandenen Materials über die Distributionsverhältnisse in der Landwirtschaft erarbeitet. Während die landwirtschaftlichen Institute die Aufgabe übernommen haben, Unterlagen zusammenzustellen, die sich auf einzelne wichtige landwirtschaftliche Produkte beziehen, befaßt sich das Institut für Handelsforschung mit der Sammlung von Branchenergebnissen. Die Formulierung der vom Institut übernommenen Aufgabe lautet: „Dokumentation des Materials über Struktur, Kosten, Erträge und Leistung der an der Distribution wichtiger landwirtschaftlicher Erzeugnisse beteiligten Branchen". Der im Jahre 1965 begonnene erste Arbeitsabschnitt befindet sich kurz vor seinem Abschluß.

Betriebsvergleichsabteilung

Der dritte organisatorische Bereich des Instituts neben der Grundabteilung und der Abteilung Distributionsanalyse ist die Betriebsvergleichsabteilung. Sie umfaßt die Gebiete:
Grundbetriebsvergleich des Einzelhandels,
Grundbetriebsvergleich des Großhandels,
Elementarbetriebsvergleich des Einzelhandels,
Elementarbetriebsvergleich des Großhandels,
Spezialbetriebsvergleiche des Einzelhandels,
Spezialbetriebsvergleiche des Großhandels,
Betriebsvergleich der Herstellungsbetriebe,
Betriebsvergleich der Dienstleistungsbetriebe.
In der Entwicklung befinden sich:
Betriebsvergleich des Handwerkseinzelhandels,
Internationaler Elementarbetriebsvergleich des Groß- und Einzelhandels,

Der Betriebsvergleich hat mehrere Zielsetzungen. Einmal will er den Einzelbetrieben die Möglichkeit einer laufenden Kontrolle ihres Betriebsablaufs geben. Durch die Übermittlung wichtiger Struktur-, Umsatz-, Leistungs-, Kosten- und Ertragszahlen aus einer Vielzahl von Firmen sollen die Mängel der Betriebe aufgedeckt und Ansatzpunkte für ihre Beseitigung gewonnen werden. Neben dieser vornehmlich auf den Einzelbetrieb abgestellten Aufgabe des Betriebsvergleichs liegt ein weiterer Zweck in der betriebswirtschaftlichen Analyse des Handels. Auf dem empirischen Zahlenmaterial aufbauend können die Struktur- und Leistungszusammenhänge der Betriebe erkannt und durch die Feststellung von Gesetzmäßigkeiten, von Ursachen und Auswirkungen, Erkenntnisse über die zweckmäßige Gestaltung der Handelsbetriebe gewonnen werden. Besonders in dieser Möglichkeit des Betriebsvergleichs liegt seine Bedeutung für die wissenschaftlichen Zielsetzungen des Instituts. Als dritte Aufgabe des Betriebsvergleichs ist schließlich die zahlenmäßige Dokumentation der Situation des Handels zu nennen. An keiner anderen Stelle in der Bundesrepublik Deutschland werden zur Zeit zentral für das gesamte Bundesgebiet gleichzeitig Umsatz-, Leistungs- und Kostenzahlen sowie Betriebshandelsspannen und Betriebsergebnisse für den Einzelhandel und Großhandel laufend ermittelt. Insofern ist das Zahlenmaterial des Instituts eine wesentliche Grundlage für die Beobachtung und Beurteilung der Leistung dieser wichtigen Wirtschaftsbereiche.

Grundbetriebsvergleich des Einzelhandels

Der Grundbetriebsvergleich des Einzelhandels erfolgt in monatlichen, vierteljährlichen und jährlichen Abständen. Im Jahre 1965 waren durchschnittlich 3600 Firmen an den Monatserhebungen beteiligt. In die Quartalsauswertungen sind im Jahre 1965 etwa 22501 und in die Jahresauswertung rund 4600 Firmen einbezogen worden. Die Zahl der im Rechnungsjahr erfaßten Branchen und Teilbranchen belief sich auf 49. Hiervon wurden für die nachfolgenden 42 Branchen und Teilbranchen Monats-, Quartals- und Jahresauswertungen durchgeführt. In der anschließenden Aufstellung ist dieZahl der am 31.12.1965 kennummernmäßig eingegliederten Teilnehmer hinzugefügt. Die Zahl in der ersten Klammer bezieht sich auf die Firmen der Monats- und Quartaisauswertung, die Zahl in der zweiten Klammer auf die Firmen der Jahresauswertung.
Lebensmitteleinzelhandel (816) (494)
Allgemeiner Lebensmitteleinzelhandel (674) (339)
Edeka-Kaufleute (48) (155)
Koma-Gruppe (94) (—)
Textileinzelhandel (1154) (1834)
Herren- und Knabenoberbekleidung (119) (182)
Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung (103) (181)
Herren-, Damen- und Kinderoberbekleidung (109) (173)
Sortimenter (426) (636)
Meterwaren (30) (39)
Wäsche, Wirk- und Strickwaren (172) (317)
Haus- und Bettwäsche, Bettwaren (53) (73)
Herrenausstattung (34) (52)
Miederwaren (9) (21)
Baby- und Kinderausstattung (32) (48)
Teppiche, Möbelstoffe und Gardinen (67) (112)
Eisenwaren- und Hausrathandel (282) (506)
Haus- und Küchengeräte (75) (111)
Baubeschläge, Werkzeuge und Kleineisenwaren (37) (111)
Sortimenter (170) (284)
Drogerien (209) (335)
Büromasehinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (62) (130)
Fahrradeinzelhandel (17) (28)
Möbeleinzelhandel (169) (353)
Beleuchtungs- und Elektroeinzelhandel (19) (72)
Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel (111) (159)
Tabakwareneinzelhandel (27) (100)
Schuheinzelhandel (887) (1075)
Allgemeiner Schuheinzclhandel (392) (480)
Schuheinkaufsgenossenschaft Nord-West (16) (32)
Garant Schuhgilde (479) (563)
Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (61) (106)
Papier-,Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (87) (158)
Sortimentsbuchhandel (118) (270)
Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (69) (172)
Tapeten- und Linoleumhandel (52) (137)
Radio- und Fernseheinzelhandel (37) (178)
Reformhäuser (57) (87)
Gemischtwarengeschäfte (33) (138)
Schirmfachgeschäfte (28) (36)
Spielwareneinzelhandel (47) (74)
Musikalien- und Klavierhandel (29) (31)

Für die nachfolgend wiedergegebenen sieben Branchen und Teilbranehen des Einzelhandels wurde im Berichtsjahr nur eine Jahresauswertung durchgeführt:
Eisenwaren- und Hausrathandel mit vorwiegend Großgeräten (Heiz- und Kodigeräte, Waschmaschinen und Kühlschränke) (17)
Blumenbindereien (70)
Photoeinzelhandel (64)
Sportartikeleinzelhandel (58)
Chirurgie-Instrumente- und Sanitätsgeschäfte (56)
Parfümerieeinzelhandel (53)
Centra-Lebensmittelgeschäfte (151)

Von geringfügigen Abweichungen abgesehen ist das Schema des Grundbetriebsvergleichs: für die aufgeführten 49 Branchen einheitlich. Darüber hinaus wurden für den Brennstoffhandel und den Milchhandel Grundbetriebsvergleiche nach einem individuellen, den besonderen Gegebenheiten der Branchen angepaßten Programm durchgeführt. An den Erhebungen des Brennstoffhandels waren 177 und an denen des Milchhandels 534 kennummernmäßig erfaßte Betriebe beteiligt. Der seit dem Jahre 1957 gemeinsam mit dem Institut für Selbstbedienung laufende Grundbetriebsvergleich für Selbstbedienungsläden des
Lebensmitteleinzelhandels wurde im Jahre 1965 weiter fortgeführt. Am 31. Dezember betrug die Zahl der kennnummernmäßig eingegliederten Selbstbedienungsläden 2023. Hiervon waren 1504 Verkaufsstellen von Filialbetrieben oder Konsumgenossenschaften und 519 selbständige Einzelbetriebe. Außerdem fand, wie in den Vorjahrem, ein Grundbetriebsvergleich für Lebensmittelfilialbetriebe statt, an dem nicht die einzelnen Verkaufsstellen, sondern die Gesamtunternehmungen (Zentralen mit Verkaufsstellen) beteiligt waren. Wie im Vorjahr nahmen auch 1965 wieder 59 Unternehmungen mit rund 3000 Verkaufsstellen an den Erhebungen teil.
In der Betriebsvergleichsabteilung für den Einzelhandel sind im Jahre 1965 rund 71000 Fragebogen ausgewertet worden. Diese Zahl verteilt sich auf 147 verschiedene Arten von Berichten (29 Grundberichte,, 33 Monatsberichte, 34 Quartalsberichte, 40 Jahresberichte, 11 Sonderberichte). In insgesamt 188 verschiedenen Auswertungstabellen (1 Monatstabelle der Durchschnittsergebnisse der einzelnen Branchen, 44 synoptische Monatstabellen, 56 synoptische Quartalstabellen, 68 synoptische Jahrestabellen, 10 synoptische Zusatztabellen, 9 sonstige Answertungstabcllen) wurde das Vergleichsmaterial zusammengestellt.
Die Branchendurchschnittswerte des Einzelhandelsbetriebsvergleichs sind laufend in den Institutsmitteilungen veröffentlicht worden. Monatlich wurde ein Oberblick über die Entwicklung von Absatz, Beschaffung, Lager und Personalleistung für den jeweils letzten Berichtsmonat gegeben. In vierteljährlichen Abständen wurde über die Absatz- und Kostenentwicklung sowie über die Veränderung der Kreditsituation im Vergleich mit dem entsprechenden Vorjahrsquartal berichtet. Die Nummer 8 der Institutsmitteilungen vom August 1965 enthielt die Ergebnisse des Einzelhandelsbetriebsvergleichs für das Jahr 1964. In 9 Tabellen wurden für 40 Branchen und Teilbranchen alle wichtigen Daten zur Umsatz-, Leistungs-, Kosten- und Ertragssituation wiedergegeben. Darüber hinaus sind die Ergebnisse einer Reihe im Rahmen des Betriebsvergleichs durchgeführter Sonderauswertungen publiziert worden, u. a. eines internationalen Vergleichs der Absatzentwicklung des Einzelhandels (Nummern 4 und 10/1965), einer Untersuchung über den Winter- und Sommerschlußverkauf 1965 (Nummern 3 und 10/1965), eines Vergleichs von Absatz, Kosten und Gewinn der Bedienungsläden und der Selbstbedienungsläden des Lebensmitteleinzelhandels (Nummer 11/1965), einer Untersuchung über die Mietkosten des Einzelhandels in den Jahren 1961, 1962 und 1963 (Nummer 4/1965) und einer Untersuchung über die Vermögens- und Kapitalsituation des Einzelhandels in den Jahren 1962 und 1963 (Nummer 12/1965).

Grundbetriebsvergleich des Großhandels

Im Jahre 1965 haben 3060 Firmen am Grundbetriebsvergleich des Großhandels teilgenommen. Die Zahl der Branchen hat sich gegenüber dem Vorjahr um drei erweitert, Hinzugekommen sind der Optik- und Feinmechanikgroßhandel, der Zweiradgroßhandel, die Tabakwarengroßabnehmer und der Fleischereibedarfsgroßhandel. Ausgeschieden ist der Metallhandel. Insgesamt wurden im Jahre 1965 für 33 Großhandelsbranchen, die in 28 Teilbranchen untergegliedert waren, Erhebungen vorgenommen. Es handelt sich um folgende Branchen bzw. Teilbranchen:
Nahrungsmittelgroßhandel; 5 Gebiete (390)
Butter-, Käse- und Fettwarengroßhandel (59)
Betriebe mit weniger als 70 % Käse an der Gesamtwarenbeschaffung
Betriebe mit 70 % und mehr Käse an der Gesamtwarenbeschaffung
Wein- und Spirituosengroßhandel (68)
Biergroßhandel (112)
Landhandel (188)
Düngemittelgroßhandel (18)
Samenfachhandel (18)
Textilgroßhandcl (137)
Großhandel mit Heimtextilien, Innendekorations-, Polsterer- und Sattlerbedarf (56)
Betriebe mit 80 % und mehr Heimtextilien
Betriebe mit weniger als 80 % Heimtextilien
Lederhandel (32)
Betriebe mit weniger als 75 % Großhandelsabsatz
Betriebe mit 75 % und mehr Großhandelsabsatz
Schuhgroßhandel (40)
Uhren- und Schmuckwarengroßhandel (101)
Betriebe mit 80 % und mehr Uhrenabsatz
Betriebe mit 80 % und mehr Schmuckabsatz
Betriebe mit gemischtem Sortiment
Technischer Handel (114)
Betriebe mit weniger als 20 % Streckengeschäft
Betriebe mit 20 % und mehr Streckengeschäft
Großhandel mit Hanferzeugnissen (68)
Betriebe mit bis zu 65 % Hanf- und Sisalabsatz
Betriebe mit 65 % und mehr Hanf- und Sisalabsatz
Hohlglas- und Keramikgroßhandel (51)
Betriebe mit weniger als 30 % Getränkeflaschen
Betriebe mit 30 % und mehr Getränkeflaschen
Holzhandel (277)
Allgemeiner Holzhandel
Importhobelwerke
Betriebe mit 30 % und mehr branchenfremden Artikeln Papiergroßhandel (75)
Betriebe mit weniger als 20 % Streckengeschäft
Betriebe mit 20 % und mehr Streckengeschäft
Buch-, Zeitungs- und Zeitschriftengroßhandel (50)
Lack- und Farbengroßhandel (190)
Betriebe mit mehr als 60 % Lack- und Farbenabsatz
Betriebe mit 40—60 % Lack- und Farbenabsatz
Betriebe mit weniger als 40 % Lack- und Farbenabsatz
Pharmazeutischer Großhandel (41)
Körperpflegemittelgroßhandel (77)
Betriebe mit vorwiegend Körperpflegemitteln
Betriebe mit vorwiegend Seifen, Wasch- und Putzmitteln
Werkzeugmaschinen- und Werkzeuggroßhandel (44)
Photogroßhandel (17)
Kraftfahrzeug-Ersatzteile- und Zubehör-Großhandel (79)
Rundfunk- und Fernsehgroßhandel (98)
Betriebe mit 50 % und mehr Rundfunk- und Fernsehsortiment
Betriebe mit 25—49 % Rundfunk- und Fernsehsortiment
Betriebe mit weniger als 25 % Rundfunk- und Fernsehsortiment
Bahnmaterial-, Baumaschinen- u, Baugeräte-Großhandel (49)
Elektrogroßhandel (229)
Eisen- und Metallwarengroßhandel (221)
Großhandel in Kellerei- und Brauerei-Artikeln (20)
Optik- und Feinmechanikgroßhandel (19)
Zweiradgroßhandel (45)
Tabakwarengroßabnehmer (14)
Fleischereibedarfsgroßhandel (63)

Die Betriebsvergleichsabteilung für den Großhandel hat im Jahre 1965 insgesamt 11400 Fragebogen ausgewertet. Diese Zahl verteilt sich auf 88 verschiedene Arten von Berichten (21 Grundberichte, 3 Monatsberichte, 14 Quartalsberichte, 7 Halbjahresberichte, 1 Dreivierteljahresbericht, 35 Jahresberichte, 7 Zusatzberichte zur Bilanzstruktur). Die Ergebnisse sind in 69 verschiedenen Auswertungstabellen zusammengestellt worden (3 synoptische Monatstabellen, 14 synoptische Quartalstabellen, 8 synoptische Halbjahrestabellen, 2 synoptische Dreivierteljahrestabellen, 35 synoptische Jahrestabellen, 7 Bilanztabellen). Im Gegensatz zu den Ergebnissen des Einzelhandelsbetriebsvergleichs wurden die des Großhandels nicht veröffentlicht.

Elementarbetriebsvergleich des Einzel- und Großhandels

Der Elementarbetriebsvergleich des Einzelhandels soll der Koordinierung des Betriebsvergleichs auf nationaler Ebene und der Durchführung von internationalen Betriebsvergleichen dienen. Er beschränkt sich auf die wichtigsten Vergleichszahlen, und zwar den Absatz, die Absatzentwicklung, den Absatz je qm Geschäftsraum, die Gesamtkosten, die Personalkosten und die Betriebshandelsspanne. Seit dem Jahre 1958 führt das Institut auf Veranlassung des Bundeswirtschaftsministeriums eine Koordinierung der im Bundesgebiet ermittelten Betriebsvergleichsergebnisse durch. Während im Großhandelsbereich bisher nur für das Jahr 1958 koordinierte Zahlen vorliegen, sind solche im Einzelhandel für den Zeitraum von 1958 bis 1963 zusammengestellt worden. Das Institut hat das gesamte Material in einem Sechsjahresbericht in der Nr. 1 der Mitteilungen im Januar 1966 veröffentlicht.

Spezialbetriebsvergleich des Einzel- und Großhandels

Im Gegensatz zum Elementarvergleich ist der Spezialvergleich eine Erweiterung des Grundvergleiches. Er ist für solche Branchen oder Gruppen von Firmen bestimmt, die an intensiveren Vergleichsmöglichkeiten interessiert sind und deren Rechnungswesen so ausgebaut ist, daß die hierfür erforderliche Berichterstattung möglich ist. Das Interesse an einer Intensivierung der Vergleichsmöglichkeiten hat im Jahre 1965 zu einer erneuten Vergrößerung der Zahl der Spezialbetriebsvergleiche geführt. Insgesamt fanden für die nachstehenden Einzel- und Großhandelsbranchen Spezialbetriebsvergleiche statt:
Möbeleinzelhandel
Textileinzelhandel mit vorwiegend Meterwaren
Schuheinzelhandel
Radio- und Fernseheinzelhandel
Brennstoffhandel
Nahrungsmittelgroßhandel
Holzhandel
Rundfunkgroßhandel
Elektrogroßhandel
Eisen- und Metallwarengroßhandel
Lebensrnittelfilialbetriebe

Der Spezialbetriebsvergleich wird zum. Teil nur monatlich, zum Teil monatlich und jährlich und zum Teil nur jährlich durchgeführt. Im Rahmen des monatlichen Vergleichs wird in erster Linie die Beschaffungs-, Lager- und Absatzentwicklung nach Warengrappen beobachtet. Der jährliche Spezialvergleich dient dagegen vor allem einer besonders intensiven Kostenkontrolle. Dies wird durch eine stärkere Aufgliederung der Kostenarten und der Verbindung der Kostenarten- mit der Kostenstellenrechnung erreicht. Außerdem werden im Jahresspezialvergleich die Bruttoerträge für einzelne Warengruppen ermittelt. Die Spezialvergleiche haben darüber hinaus auch noch eine Reihe anderer jeweils aktueller Fragen zum Gegenstand.
So erfolgt beispielsweise für die Lebensmittelfilialbetriebe ein Rentabilitätsvergleich für die zentralen Fleischereien.

Betriebsvergleich der Herstellungs- und Dienstleistungsbetriebe

Im Jahre 1964 hat das Institut erstmalig auch einen Betriebsvergleich für Herstellungsbetriebe durchgeführt, und zwar wurden Erhebungen bei insgesamt 100 Firmen der Erfrischungsgetränkeindustrie vorgenommen. Diese Arbeiten sind im Jahre 1965 weiter fortgesetzt worden. Zur Zeit führt das Institut Verhandlungen mit einem weiteren Industrieverband über die Aufnahme eines Betriebsvergleichs, Im Bereich der Dienstleistungsbetriebe wurden im Jahr 1965 Erhebungen für Versicherungsvermittler und für die Kraftwagenspedition abgewickelt. Insgesamt waren 592 Versicherungsvermittler und 63 Betriebe der Kraftwagenspedition beteiligt.

Einzelforschungsvorhaben im Betriebsvergleich

Vom Bundeswirtschaftsministerium zur Verfügung gestellte Gewerbeförderungsmittel haben es ermöglicht, im Jahre 1965 das Forschungsvorhaben „Intensivierung des Betriebsvergleichs" weiter fortzuführen. Wissenschaftliche Mitarbeiter des Instituts haben im Berichtsjahr rund 200 Einzelhandelsbetriebe und 200 Großhandelsbetriebe besucht und beraten. Mit den Betriebsinhabern sind die Auswertungsmöglichkeiten, welche die synoptischen Tabellen bieten, besprochen worden. Außerdem wurde das Ausfüllen der Fragebogen erläutert und besonders die Gruppe von Positionen überprüft, bei denen erfahrungsgemäß häufig Fehler auftreten. Schließlich haben auch im Jahre 1965 die Betriebsbesuche dazu beigetragen, durch den Erfahrungsaustausch mit der Praxis neue Ansatzpunkte für eine Verbesserung der Auswertungsmethode, vor allem im Hinblick auf die Entwicklung weiterer Spezialvergleiche, zu finden.
Das vom Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen finanzierte Forschungsvorhaben „Entwicklungsarbeiten für den Betriebsvergleich des Einzelhandels und Sonderauswertungen der Betriebsvergleichsergebnisse des Einzelhandels" wurde im Jahre 1965 fortgesetzt. Die zur Verfügung gestellten Mittel haben es dem Institut im Berichtsjahr ermöglicht, das Auswertungsverfahren für den Jahresbetriebsverglcich des Einzelhandels voll auf eine elektronische Rechenanlage umzustellen. Hierdurch konnten die Auswertungstabellen den Betriebsvergleichsteilnehmern zwei Monate früher als bisher übermittelt werden. Durch die größere Aktualität hat das Zahlenmaterial für die Rationalisierungsarbeit der Einzelhandelsbetriebe erheblich an Wert gewonnen. Im Laufe des Jahres 1965 sind folgende zusätzliche Auswertungen auf Grund des vorliegenden Betriebsvergleichsmaterials des Einzelhandels erfolgt:
Untersuchung des Einflusses der Betriebsgröße auf die Leistungs-, Kosten- und Ertragssituation bei 12 wichtigen Einzelhandelsbranchen;
Untersuchung des Einflusses der Geschäftslage auf die Leistungs-, Kosten- und Ertragssituation bei 12 wichtigen Einzelhandelsbranchen;
Vergleich der betriebswirtschaftlichen Situation der Selbstbedienungsgeschäfte und Bedienungsgescfaäfte des Lebensmitteleinzelhandels;
Untersuchung über Umfang und Form der Rabattgewährung im Lebensmitteleinzelhandel;
Untersuchung der Kosten und Spannen des Werkstattgeschäfts im Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel;
Untersuchung der Kosten und Spannen des Werkstattgeschäfts im Radio- und Fernseheinzelhandel;
Untersuchung über die Kostensituation des Laborgeschäfts im Photoeinzelhandel und des Kosmetiksalons im Parfümerieeinzelhandel;
Untersuchung über den Umfang und die Entwicklung des Automatengeschäfts im Tabakwareneinzelhandel;
Untersuchung über Provisionserlöse aus Nebenleistungen im Tabakwareneinzelhandel;
Untersuchung über den Umfang der Kommissionsware im Sortimentsbuchhandel und ihr Einfluß auf die Lagerumschlagsgeschwindigkeit.

Personalstand

Der Personalstand des Instituts am 31. 12. 1965 ergibt sich aus folgender Zusammenstellung:
Hauptreferent und Geschäftsführer: Dipl.-Kfm. Dr. Hans Philippi; Referenten: Dipl.-Kfm. Dr. Hans-Hellmut Pötschke, Dipl.-Kfm. Dr. Horst Liedgens, Dipl.-Kfm. Dr. Franz Josef Stoffels, Dipl.-Kfm. Dr. Robert Menge; Wissenschaftliche Angestellte: Dipl.-Kfm. Dr. Friedrich Gerard, Dipl.-Kfm. Hans Dieter Flach, Dipl.-Kfm. Dr. Horst Reiser, Dipl.-Kfm. Günter Nathaus, Dipl.-Kfm. Wolfgang Erbslöh, Dipl.-Kfm. Wolfgang Händel, Dipl.- Kfm. Helmut Jaspers, Dipl.-Kfm. Peter Breidenbach, Dipl.-Kfm. Bernd Olbrich, Dipl.-Kfm, Klaus-Dirk Pampe, Dipl.-Kfm,, Rolf Harn, Dipl.-Hdl. Hans-Jürgen Pauli, Dipl.-Kfm. Dieter Neef, Dipl.-Hdl. Inge Niedermöller, Dipl.-Kfm. Klaus Oebel, Dipl.-Kfm. Hanns-Peter Schneider; Bibliothekarin: Dipl.-Kfm. Dr. Friederike Kästing. Außerdem wurden sechzehn technische Mitarbeiter beschäftigt. Hierzu traten noch in wechselndem Umfang studentische Hilfskräfte. Als freier Mitarbeiter war auch im Haushaltsjahr 1965 Privatdozent Dr. Fritz Klein- Blenkers für das Institut tätig.
Insgesamt wies das Institut (ohne Institutsdirektor und Seminarstellen) folgende personelle Besetzung auf:

Dem Institut verbundene Seminare und Institute
In enger Verbindung mit dem Institut stehen durch die Person des Direktors das Seminar für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre
und Besondere des Handels sowie die betriebswirtschaftliche Abteilung des Werbewissensehaftlichen Seminars, Beide Seminare sind auch räumlich dem Institut benachbart, benutzen gemeinsam Sitzungssaal und Konferenzzimmer und unterstützen sich gegenseitig mit ihren Archiven und Bibliotheken.
Im Wintersemester 1964/65 und im Sommersemester 1965 wurden im Seminar für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Besondere des Handels jeweils ein Proseminar und ein Hauptseminar abgehalten.
Das Proseminar hat insbesondere die am Institut und Seminar erarbeiteten Forschungsmethoden zum Gegenstand; im Rahmen dieser Veranstaltung sollen die Studenten in der Technik wissenschaftlichen Arbeitens unterwiesen werden. Das Hauptseminar dient vorwiegend der Förderung der wissenschaftlichen Arbeiten (Diplomarbeiten und Dissertationen) seiner Mitglieder.


Jeweils 10 bis 15 Mitglieder des Hauptseminars bildeten eine distributionswirtschaftliche Arbeitsgemeinschaft, wobei nach Möglichkeit die Bearbeiter verwandter Untersuchungsgebiete zusammengefaßt wurden. Jeder Arbeitsgemeinschaft ist ein wissenschaftlicher Mitarbeiter des Seminars oder Instituts attachiert. Im Wintersemester 1964/65 wurden sieben, im Sommersemester 1965 sechs Arbeitsgemeinschaften gebildet.
Im Hauptseminar und in den Arbeitsgemeinschaften fanden im Wintersemester insgesamt 104 und im Sommersemester 77 Sitzungen statt. Außerdem wurden von den Arbeitsgemeinschaften neun Betriebe besichtigt.
Der Direktor des Seminars für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Besondere des Handels ist gleichzeitig Direktor des Instituts für Handelsforschung. Planmäßige Assistenten des Seminars sind Dipl.-Kfm, Dr. Gerhard Schmitz und Dipl.-Math. Hans Hüttemann; Verwalter einer Assistentenstelle ist Dipl.-Kfm. Christian Behrends. Archiv und Bibliothek wurden von Dipl.-Kfm. Dr. Friederike Kästing verwaltet.
Im Wintersemester 1964/65 und im Sommersemester 1965 veranstaltete das
Werbewissenschaftliche Seminar unter der gemeinsamen Leitung von Prof. Dr. Dr. h. c. Rudolf Seyffert, Prof. Dr. Edmund Sundhoff und Prof. Dr. Dr. Hans Anger je ein Hauptseminar.

Als Vorstufe zum Hauptseminar wird von der betriebswirtschaftlichen und der psychologischen Abteilung des Seminars von Semester zu Semester wechselnd ein Proseminar durchgeführt. Es fand im Wintersemester 1964/65 als werbeökonomische und im Sommersemester 1965 als werbepsychologische Unterrichtsveranstaltung statt. Die Zahl der Teilnehmer betrug im WS 1964/65 89 und im SS 1965 108.
Aus der früheren Abteilung für Außenhandel des Instituts für Handelsforschung ging im Jahre 1956 das Institut für Außenwirtschaft hervor. Nach dem Tode des langjährigen geschäftsführenden Direktors, Professor Dr. Karl-Robert Ringel, hatte im Jahre 1964 zuerst Professor Dr. Rittershausen die Aufgaben der Geschäftsführung übernommen, von dem sie ab WS 1964/65 Privatdozent Dr. Klein-Blenkers übernahm. Weiter gehören dem Direktorium die Professoren Dr. Schmölders, Dr. Otremba und Dr. Sundhoff an. Mit dem Außenwirtschaftsinstitut ist das Seminar für Außenwirtschaft verbunden. Im Sommersemester 1965 und im Wintersemester 1965/66 wurde es unter der Leitung des Privatdozenten Dr. Fritz Klein-Blenkers abgehalten, der vom Kultusminister des Landes Nordrhein-Westfalen mit der Vertretung eines Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre betraut wurde.
Ebenfalls in engem Kontakt mit dem Institut für Handelsforschung und dem Seminar für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Besondere des Handels steht die Betriebswirtschaftliche Abteilung des Instituts für Mittelstandsforschung.
Neben dieser von Professor Dr. Dr. h. c, Seyffert geleiteten Abteilung bestehen am Mittelstandsinstitut vier weitere Abteilungen: die Finanzwirtsehaftliche Abteilung (Leitung: Prof. Dr. Schmölders, Köln), die Konjunkturabteilung (Leitung: Prof. Dr. Kamp, Bonn), die Soziologische Abteilung (Leitung: Prof. Dr. König, Köln) und die Volkswirtschaftliche Abteilung (Leitung: Prof. Dr. Meyer, Bonn).
Die von der Betriebswirtschaftlichen Abteilung betreute Arbeitsgemeinschaft für Mittelstandsforschung war bis zum Wintersemester 1964/65 zugleich eine Veranstaltung des Seminars für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Besondere des Handels. Seitdem wird die Arbeitsgemeinschaft als selbständige Lehrveranstaltung durchgeführt. Im Wintersemester 1964/65 zählte sie 9 Mitglieder, die 6 Diplomarbeiten und 3 Dissertationen bearbeiteten. Die Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Mittelstandsforschung und dem Institut für Handelsforschung umfaßte im Berichtsjahre die Vorbereitung des gemeinsamen Forschungsvorhabens „Struktur-, Leistungs- und Bilanzentwicklung rnittelständischer Einzelhandlungen auf der Basis der Betriebsvergleichserhebungen für die Jahre 1959 bis 1964". Referent der Betriebswirtschaftlichen Abteilung Ist Dipl.-Kfm. Dr. Kurt-Egon Poenseler (z. Zt. beurlaubt an die Universität Kabul); Assistenten sind Dipl.- Kfm. Heinz Kleinen (mit der Vertretung des Referenten beauftragt), Dipl.-Kfm. Dieter Kölver, Dipl.-Kfm. Hermann GÖring und Dipl.-Hdl. Dipl.-Kfm. Winfried Reske.
Über die Zusammenarbeit hinaus, die sich aus seinen Funktionen beim Werbewissenschaftlichen Seminar und beim Institut für Mittelstandsforschung ergibt, war Professor Dr. Dr. h. c. Seyffert aus seiner reichen Erfahrung heraus jederzeit bereit, dem Institut beratend zur Seite zu stehen.
1 Vgl,: Wege und Kosten der industriell gefertigten Konsumwaren, Schriften zur Handelsforschung, Band 30, Köln und Opladen 1965, 2 Vgl.: Entwicklungstendenzen mittelständischer Einzelhandlungen in den Jahren 1951 bis 1959, Band 10, Abhandlungen zur Mittelstandsforschung, Köln und Opladen 1964., 3 Heft. 1, „Mitglieder und Geschäftsordnung der Katalogkommission"; Heft 2, Katalog A, „Verzeichnis der an der handeis- und absatzwirtsdiaftlichen Forsdiung beteiligten Hochschulinstitute, Seminare und der ihnen gleichzusetzenden Forschungsinstitutionen".
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