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Der Einzelhandelsabsatz im Dezember 1966

von Prof. Dr. Rudolf Seyffert und Prof. Dr. Edmund Sundhoff
Nachdem bereits die Monate Oktober und November 1966 im Vergleich mit den entsprechenden Vorjahrsmonaten dem Einzelhandel eine Absatzstagnation gebracht hatten, konnte auch im Dezember keine wesentliche Verbesserung des Verkaufsergebnisses erreicht werden. Die am Betriebsvergleich des Instituts für Handelsforschung beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte setzten dem Werte nach nur 1 % mehr um als im Dezember 1965.
Zwischen den einzelnen Fadizweigen sind allerdings erhebliche Abweichungen im Absatzverlauf aufgetreten. Eine besonders starke Absatzzunahme registrierte mit 15 % der Sortimentsbuchhandel. In dieser Branche ist die Belebung in erster Linie durch die Verschiebung des Schuljahrbeginns von Ostern auf Anfang Dezember hervorgerufen worden. Vergleichsweise gut war auch die Entwicklung im Spielwareneinzelhandel, der im Dezember 1966 gegenüber Dezember 1965 ein wertmäßiges Umsatzplus von 8 % registrierte. Es folgten der Schuheinzelhandel (+ 7 %), die Reformhäuser (+ 4 %), der Möbeleinzelhandel (+ 3 %) und der Tabakwareneinzelhandel (+ 3 %). Im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel und bei den Drogerien betrug die wertmäßige Erhöhung jeweils 2 %. Eine dem Einzelhandelsdurchschnitt entsprechende Steigerungsquote von 1 % wiesen der Eisenwaren- und Hausrathandel und der Tapetenund Linoleumhandel aus. Vom Lebensmitteleinzelhandel, vom Textileinzelhandel, vom Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel und von den Gemischtwarengeschäften wurde im Dezember 1966 wertmäßig der gleiche Absatz getätigt wie im Dezember 1965. Die übrigen vom Institut für Handelsforschung untersuchten Einzelhandelsbranchen mußten Absatzeinbußen hinnehmen. Besonders deutlich war der Rückgang mit 8 % im Radio- und Fernseheinzelhandel und mit 6 % im Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel. Im Leder- und Galanteriewareneinzelhandel betrug die Absatzminderung 3 %. Nur unbedeutend war die Verschlechterung mit 1 % im Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel.
Nach Abschluß des Monats Dezember ist es möglich, ein vorläufiges Ergebnis für das Jahr 1966 insgesamt zu berechnen. Auf Grund der zwölf Monatsauswertungen des Betriebsvergleichs setzte der Facheinzelhandel 1966 wertmäßig 4 % mehr um als 1965. Abgesehen vom Leder- und Galanteriewareneinzelhandel, bei dem das Verkaufsergebnis unverändert geblieben ist, wiesen alle übrigen untersuchten Einzelhandelsbranchen Verbesserungen aus. Relativ gut haben 1966 der Spiel Wareneinzelhandel und der Sortimentsbuchhandel abgeschnitten, die wertmäßige Zuwachsquoten von jeweils 9 % registrierten Über dem Einzelhandelsdurchschnitt lagen außerdem der Glas-, Porzellan und Keramikeinzelhandel und der Tapeten- und Linoleumhandel (jeweils + 6 %) sowie der Tabakwareneinzelhandel, der Schuheinzelhandel, der Eisenwaren- und Hausrathandel, die Drogerien und der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (jeweils + 5 %). Eine dem Gesamtdurchschnitt entsprechende Absatzverbesserung von wertmäßig 4 % erreichten der Möbeleinzelhandel, die Reformhäuser und die Gemischtwarengeschäfte. Um 1 % hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben sind mit Zuwachsquoten von 3 % der Lebensmitteleinzelhandel, der Texrileinzelhandel, der Radio- und Fernseheinzelhandel, der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel und der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel.

Ergänzend ist zu dem vorstehenden Bericht noch auszuführen:
Zwischen den Fachzweigen des Textileinzelhandels zeigten sich auch im Dezember erhebliche Unterschiede im Absatzverlauf. Entgegen der allgemeinen Entwicklungstendenz konnten die Geschäfte mit Baby- und Kinderausstattung eine stärkere Absatzzunahme erzielen. Sie setzten im Durchschnitt wertmäßig 6 % mehr um als im Dezember 1965. Es folgten die Geschäfte mit Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen, bei denen die Zuwachsquote 4 % betrug. Leichte Absatzzunahmen wurden im Berichtsmonat auch von den Geschäften mit Herren- und Knabenoberbekleidung (+ 2 %), den Geschäften mit Herren-, Damenund Kinderoberbekleidung und den Geschäften mit Hausund Bettwäsche, Bettwaren (+ 1 %) registriert. Bei den Geschäften mit Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung, den Meterwarengeschäften, den Geschäften mit Wäsche, Wirk- und Strickwaren, den Herrenausstattern und den Textilgesdnäften mit gemischtem Sortiment sind im Dezember 1966 gegenüber Dezember 1965 wertmäßige Absatzeinbußen von jeweils 1 % eingetreten.
Relativ einheitlich ist die Absatzentwicklung bei den Fachzweigen des Eisenwaren- und Hausrathandels gewesen. Die erfaßten Geschäfte mit Haus- und Küchengeräten und die Geschäfte mit Baubeschlägen, Kleineisenwaren und Werkzeugen verzeichneten im Dezember 1966 gegenüber Dezember 1965 eine wertmäßige Absatzzunahme von 3 %. Bei den Eisenwaren- und Hausrathandlungen mit gemischtem Sortiment betrug das Absatzplus 1 %.
Gegenüber dem Vormonat November hat sich im Dezember der durch das Weihnachtsgeschäft bedingte Absatzanstieg ergeben. Vom Einzelhandelsdurchschnitt wurden im Berichtsmonat 44 % mehr umgesetzt als im November. Die stärkste Steigerungsquote erreichte der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel. In dieser Branche war der wertmäßige Absatz im Dezember 1966 115 % höher als im November. Es folgten der Spielwareneinzelhandel (+ 108 %) und der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (+ 101 %). Beachtlich war auch der Saisonanstieg bei den Drogerien (+ 79 %), im Sortimentsbuchhandel (+ 73 %) und im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel (+ 72 %). Im Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel war das Verkaufsergebnis im Dezember 59 % höher als im November. Eine mittlere Position nahmen der Radio- und Fernseheinzelhandel (+ 50 %), der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (+ 48 %) und der Tabakwareneinzelhandel (+ 47 %) ein. Etwas unter dem Durchschnittsergebnis lagen der Möbeleinzelhandel (+ 40 %), die Reformhäuser (+ 40 %), der Lebensmitteleinzelhandel (+ 38 %), die Gemischtwarengeschäfte (+ 36 %) und der Textileinzelhandel (+ 30 %). Die geringsten Absatzsteigerungen sind im Tapeten- und Linoleumhandel (+ 10 %) und im Schuheinzelhandel (+ 6 %) eingetreten. Das Ergebnis des Schuheinzelhandels ist insofern bemerkenswert, als die Branche üblicherweise im Dezember erheblich mehr umsetzt als im November. Die Betriebsvergleichsergebnisse lassen allerdings in den beiden letzten Jahren eine deutliche Vorverlagerung des Verkaufs von Schuhwaren vom Dezember in den Vormonat November erkennen.
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