Der Einzelhandelsabsatz im Januar 1967
von Prof. Dr. Rudolf Seyffert und Prof. Dr. Edmund SundhoffNachdem in den letzten drei Monaten des Jahres 1966 das Verkaufsergebnis des Einzelhandels gegenüber den entsprechenden Vorjahrsmonaten eine deutliche Stagnation aufwies, hat der erste Monat des Jahres 1967 wieder eine leichte Absatzzunahme gebracht. Die am Betriebsvergleich des Instituts für Handelsforschung beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte setzten im Januar 1967 wertmäßig 4 % mehr um als im Januar 1966. Die Zuwadhsquote entsprach hiermit dem Durchschnittsergebnis des Jahres 1966 insgesamt.
Die vom Institut für Handelsforschung ermittelten Branchenergebnisse zeigten im Januar 1967 erhebliche Abweichungen in der Absatzentwicklung. Wie im Vormonat Dezember, so lag auch im Januar der Sortimentsbuchhandel an der Spitze. Von dieser Branche wurde der wertmäßige Absatz des Januar 1966 um 22 % übertroffen. Es ist anzunehmen, daß die Verschiebung des Schuljahranfangs im Jahre 1966 von Ostern auf Dezember auch im Januar 1967 die Absatzentwicklung noch maßgeblich beeinflußt hat. Beachtlich war auch die Erhöhung, die der Spielwareneinzelhandel erzielte. Im Durchschnitt setzten die am Betriebsvergleich beteiligten Spielwarengeschäfte im Januar 1967 13 % mehr um als im Januar 1966. Es folgte der Tapeten- und Linoleumhandel, der eine Zuwachsquote von 10 % erreichte. Im Tabakwareneinzelhandel und im Schuheinzelhandel war das wertmäßige Verkaufsergebnis 8 % höher als im Vorjahr. Nur um 1 % geringer ist die Verbesserung mit 7 % im Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel gewesen. Auch der Textileinzelhandel, der Möbeleinzelhandel, der Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel und die Drogerien haben im Januar 1967 vergleichsweise gut abgeschnitten. Mit Absatzzunahmen von jeweils 6 % lagen sie um 2 Punkte über dem Durchschnittsergebnis des Einzelhandels. Eine mittlere Position nahmen die Gemischtwarengeschäfte ein. Sie haben dem Gesamtdurchschnitt entsprechend im Berichtsmonat wertmäßig 4 % mehr umgesetzt als im gleichen Monat des Vorjahres. Alle übrigen Branchen sind in mehr oder weniger starkem Umfange hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben. Das relativ schlechteste Ergebnis verzeichnete der Radio- und Fernseheinzelhandel. Diese Branche mußte im Januar 1967 gegenüber Januar 1966 eine wertmäßige Absatzeinbuße von 5 % hinnehmen. Der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel wies das gleiche Verkaufsergebnis wie im Vorjahr auf. Nur unbedeutende Absatzerhöhungen ergaben sich irji Eisenwaren- und Hausrathandel (+ 1 %) und im Lebensmitteleinzelhandel (+ 2 %). Steigerungsquoten von 3 % verzeichneten die Reformhäuser, der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel und der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel.
Ergänzend ist zu diesem Bericht noch auszuführen:
Von der für den Durchschnitt des Textileinzelhandels ermittelten Absatzzunahme im Januar 1967 gegenüber Januar 1966 von 6 % wichen die einzelnen Fachzweigergebnisse zum Teil in starkem Umfange ab. Entgegen der allgemeinen Entwicklungstendenz mußten die Herrenausstatter eine Absatzeinbuße hinnehmen. Sie setzten im Januar 1967 durchschnittlich 2 % weniger um als im Januar 1966. Alle übrigen Teilbranchen erreichten mehr oder weniger starke Erhöhungen. An der Spitze lagen die Geschäfte mit Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung und die Geschäfte mit Baby- und Kinderausstattung,
die im Berichtsmonat den wertmäßigen Absatz des entsprechenden Vorjahrsmonats um 12 % übertreffen haben. Beachtlich war auch die Steigerungsquote mit 10 % bei den Geschäften mit Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen und mit 9 % bei den Geschäften mit Herren-, Damen- und Kinderoberbekleidung. Ebenfalls noch über dem Branchendurchschnitt lagen die Geschäfte mit Herren- und Knabenoberbekleidung und die Meterwarengeschäfte. Von ihnen wurde ein wertmäßiges Plus von 7 % registriert. Die Textilsortimenter haben wie die Branche insgesamt einen Absatzanstieg von 6 % ausgewiesen. Vergleichsweise gering waren die Verbesserungen bei den Geschäften mit Wäsche, Wirk- und Strickwaren (+ 3 %) und den Geschäften mit Haus- und Bettwäsche, Bettwaren (+ 2 %).
Nur unbedeutende Unterschiede in der Absatzentwicklung ergaben sich bei den Fachzweigen des Eisenwarenund Hausrathandels. Die am Betriebsvergleich beteiligten Geschäfte mit Haus- und Küchengeräten haben mit einer Absatzzunahme von 3 % im Januar 1967 gegenüber Januar 1966 vergleichsweise etwas besser abgeschnitten als die übrigen Fachsparten. Bei den Geschäften mit Baubeschlägen, Kleineisenwaren und Werkzeugen sowie den Geschäften mit gemischtem Sortiment war der Absatz im Januar 1967 wertmäßig gleich hoch wie im Januar 1966.
Im Vergleich mit dem Vormonat Dezember ist im Januar 1967 der saisonbedingte Absatzrückgang eingetreten. Der Einzelhandelsdurchschnitt setzte wertmäßig 43 % weniger um als im Dezember 1966. Besonders stark waren die Absatzminderungen bei den Branchen mit Geschenkartikeln. So verzeichnete der Spielwareneinzelhandel eine Einbuße von 80 %. Es folgten der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (— 75 %) und der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (— 73 %). Erheblich stärkere Absatzminderungen als im Einzelhandelsdurchschnitt ergaben sich auch im Glas-, Porzellanund Keramikeinzelhandel (— 63 %) und im Radio- und Fernseheinzelhandel (— 62 %). Vom Möbeleinzelhandel wurden im Januar 1967 56 %, vom Sortimentsbuchhandel 51 % und von den Drogerien 50 % weniger umgesetzt als im Dezember 1966. Eine mittlere Position nahmen der Eisenwaren- und Hausrathandel (— 45 %), der Textileinzelhandel (— 40 %), der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (— 40 %) und der Tabakwareneinzelhandel (— 39 %) ein. Vergleichsweise gering war die Absatzeinbuße im Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel. Die Geschäfte dieses Fachzweiges wiesen im Januar nur ein 17 % niedrigeres Verkaufsergebnis als im Vormonat Dezember auf. Im Tapeten- und Linoleumhandel betrug der Absatzrückgang 27 %, im Lebensmitteleinzelhandel 32 %, bei den Gemischtwarengeschäften 34 %, im Schuheinzelhandel 36 % und bei den Reformhäusern 37 %.
