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Die Vermögens- und Kapitalsituation des Einzelhandels in den Jahren 1964 und 1965

von Prof. Dr. Rudolf Seyffert und Prof. Dr. Edmund Sundhoff
Das Institut untersucht seit dem Jahre 1954 die Vermögens- und Kapitalverhältnisse der am ßetriebsvergleich beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte. Da die Bilanzerhebungen jeweils zwei Bilanzstichtage umfassen, erfolgen diese Auswertungen in einem zweijährigen Turnus.
Nach Abschluß des allgemeinen Jahresbetriebsvergleichs für 1965 hat das Institut vor kurzem die Ergebnisse der Bilanzauswertung für die Jahre 1964 und 1965 fertiggestellt und den Betriebsvergleichsteilnehmern übermittelt. Zwischenzeitlich sind die Branchenergebnisse zu Einzelhandelsgesamtwerten zusammengefaßt worden. Sie sind in der nachstehenden Tabelle mit den entsprechenden Zahlen der Jahre 1954 bis 1963 und den Vergleichswerten des Vorkriegsjahres 1937 wiedergegeben.
Eine umfassende Veröffentlichung über die Grundlagen der Bilanzauswertung und über die Ergebnisse der Jahre 1954 bis 1963 erfolgte Im Sonderheft 17 der Institutsmitteilungen, dem alle näheren Einzelheiten, insbesondere über die angewandte Methode und den Aussagewert der Ergebnisse, zu entnehmen sind.
Die Bilanzauswertung des Jahres 1965, die sich auf die Bilanzstichtage 31.12.1964 und 31.12.1965 bezieht, erfaßte 2127 Einzelhandelsfachgeschäfte aus 40 Branchen und Teilbranchen. Damit hat sich die Teilnehmerzahl gegenüber der Bilanzerhebung des Jahres 1963 um 187 Betriebe erhöht.
Die durchschnittliche Bilanzsumme je Betrieb vermittelt Anhaltspunkte über die Betriebsgröße und die Hohe der Vermögens- und Kapitalausstattung der untersuchten Firmen. Sie machte im Durchschnitt der Betriebvergleichsteilnehmer im Jahre 1963 DM 325000 aus und stieg im Jahre 1965 auf DM 386000 an. Setzt man die durchschnittliche Bilanzsumme zu den beschäftigten Personen oder zum erzielten Absatz in Beziehung, so wird der Umfang der Vermögens- und Kapitalausstattung unabhängig von der Größe der Betriebe erkennbar. Während die durchschnittliche Bilanzsumme pro beschäftigte Person bei den Vergleichsfirmen im Jahre 1963 DM 23900 betrug, ergab sich im Jahre 1965 eine Steigerung um DM 4600 auf DM 28500.
Zur Erfüllung der Umsatzaufgaben verfügten die erfaßten Einzelhandelsfachgeschäfte im Jahre 1963 über ein Betriebsvermögen und Betriebskapital in Höhe von 28,6 % des Absatzes. Im Jahre 1965 verringerte sich jedoch die durchschnittliche Bilanzsumme auf 27,8 % des Absatzes. Die Zunahme der Vermögens- und Kapitalausstattung blieb somit etwas hinter der Absatzerhöhung zurück.
Gegenläufig zur durchschnittlichen Bilanzsumme in Prozenten des Absatzes ist deren Kehrwert, die Kapitalumschlagsgeschwindigkeit, von 3,5 im Jahre 1963 auf 3,6 im Jahre 1965 leicht angestiegen.
Ebenso wie in den Vorjahren sind auch für die Jahre 1964 und 1965 die Werte der einzelnen Bilanzpositionen auf den Absatz bezogen worden. Hierdurch wird nicht nur die Veränderung der Vermögens- und Kapitalstruktur, sondern auch die Entwicklung der Vermögens- und Kapitalausstattung in den einzelnen Bilanzposten ersichtlich.
Der bilanzierte Wert der Grundstücke und Gebäude lag im Durchschnitt der Vergleichsteilnehmer am 31.12.1964 bei 4,6 % und am 31.12.1965 bei 4,5 % des Absatzes. Geschäftsausstattungen, Transporteinrichtungen und maschinelle Anlagen standen am Ultimo 1964 mit einem Betrag von 3,4 % und am Jahresende 1965 mit 3,3 % des Absatzes zu Buche. Die Lagerbestände machten 1964 14,0 % und 1965 14,4 % des Absatzes aus. Die Forderungen aus Warenlieferungen und Leistungen beliefen sich 1964 auf 2,3 % und 1965 auf 2,2 % des Absatzes. Flüssige Mittel waren am 31. 12. 1964 in Höhe von 2,0 % und am 31.12.1965 in Höhe von 1,9 % des Absatzes vorhanden. Die sonstigen Aktiva blieben dagegen mit 1,5 % des Absatzes unverändert.
Auf der Passivseite der Bilanz ist im Durchschnitt der erfaßten Betriebe eine Erhöhung des Eigenkapitals von 15,4 % des Absatzes am 31.12.1964 auf 15,8 % am 31.12.1965 eingetreten.
Dagegen hat sich das Fremdkapital insgesamt von 12,4 % auf 12,0 % verringert. Diese rückläufige Entwicklung ist auf die Hypotheken-, Grund- und Rentenschulden, die sonstigen langfristigen Schulden, die Schulden aus Warenlieferungen und Leistungen sowie auf die Schuldwechsel zurückzuführen. Die Rückstellungen blieben mit 0,7 % des Absatzes unverändert. Lediglich die sonstigen kurzfristigen Schulden, bei denen es sich vorwiegend um kurzfristige Bankkredite handelt, sind von 1,9 % des Absatzes am 31.12.1964 auf  2,1 % am 31.12.1965 angestiegen.
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