Der Einzelhandelsentwicklung im Dezember 1967
von Prof. Dr. Rudolf Seyffert und Prof. Dr. Edmund Sundhoff(Der nachfolgende Bericht wurde am 24. Januar 1968 der gegenüber den entsprechenden Vorjahrsmonaten zum Teil erhebliche Absatzeinbußen aufgewiesen hat, brachte der Monat Dezember ein vergleichsweise gutes Ergebnis. Die am Betriebsvergleich des Instituts für Handelsforschung beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte (außer Warenhäusern, Filialbetrieben, Konsumgenossenschaften und Versandhandel) erreichten gegenüber Dezember 1966 eine wertmäßige Absatzzunahme von .2 %. Damit war der Dezember nach dem Januar (+ 4%) und dem März (+ 3%) der dritte Monat des Jahres 1967, in dem der Einzelhandel den Umsatz des entsprechenden Vorjahrsmonats übertreffen konnte.
Besonders deutlich waren im Dezember 1967 die Unterschiedein der Absatzentwicklung der Branchen. Wie in den Monaten Oktober und November, so lag auch im Dezember der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel an der Spitze, Die am Betriebsvergleich beteiligten Fachgeschäfte dieser Branche setzten wertmäßig 49 % mehr um als im Dezember 1966. Beachtliche Zuwachsquoten wurden auch vom Schuheinzelhandel (+ 19 %), vom Möbeleinzelhandel (+ 19 %) und vom Tapeten-und Linoleumhandel (+ 14%) erreicht. Im Radio- und Fernseheinzelhandel betrug das wertmäßige Plus 9 %, im Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel 6 %, im Eisenwarenund Hausrathandel sowie bei den Gemischtwarengeschäften 4 % und im Spielwareneinzelhandel sowie im Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel jeweils 3 %. Vom Tabakwareneinzelhandel, vom Textileinzelhandel und vom Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel wurden dem Einzelhandelsdurchschnitt entsprechend im Dezember 1967 wertmäßig jeweils 2 % mehr umgesetzt als im Dezember 1966. Bei den Drogerien war das Verkaufsergebnis in den beiden Monaten gleich hoch. Absatzrückgänge wiesen die Reformhäuser (- 2 % ) , der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (- 4 %), der Lebensmitteleinzelhandel (- 4 %) und der Sortimentsbuchhandel (- 13%) auf. Die rückläufige Entwicklung im Sortimentsbuchhandel ist durch die Tatsache beeinflußt worden, daß im Jahre 1966 infolge der Kurzschuljahre der Schulbeginn bei der Mehrzahl der Bundesländer in den Dezember gefallen ist.
Trotz der Zuwachsquote im Dezember 1967 gegenüber Dezember 1966 hat sich das Ergebnis des Einzelhandels im gesamten Jahr 1967 nicht mehr verbessert. Von den am etriebsvergleich beteiligten Fachgeschäften wurde im Durchschnitt gegenüber 1966 eine wertmäßige Absatzminderung von 2 % registriert. Auch bei dem überwiegenden Teil der Branchen war der Absatz 1967 geringer als 1966. An letzter Stelle lag der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel, der ein wertmäßiges Minus von 6 % verzeichnete. Im Textileinzelhandel, im Eisenwaren- und Hausrathandel, im Radio- und Fernseheinzelhandel und im Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel betrug die Einbuße jeweils
4 %. Eine mittlere Position nahmen der Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel (- 2 %) , der Lebensmitteleinzelhandel (- 1 %) , der Möbeleinzelhandel (- 1 %) und der Spielwareneinzelhandel (- 1 %) ein. Vom Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel und vom Tapeten- und Linoleumhandel wurde 1967 das gleiche umgesetzt wie 1966. Leichte wertmäßige Absatzsteigerungen von jeweils 1 % ergaben sich im Schuheinzelhandel, bei den Drogerien, den Reformhäusern und den Gemischtwarengeschäften. Ähnlich war auch die Entwicklung im Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel, wo das Plus 2 % betrug. Etwas stärkere Absatzerhöhungen "wiesen der Sortimentsbuchhandel
(+ 4 %) und der Tabakwareneinzelhandel (+ 5 %) auf. Im Tabakwareneinzelhandel handelt es sich allerdings ausschließlich um eine wertmäßige Zunahme, da Anfang 1967 eine Heraufsetzung der Verbrauchssteuer erfolgt ist.
Ergänzend ist zu dem vorstehenden Bericht noch auszuführen :
Die Fachzweigergebnisse des Textileinzelhandels wiesen im Dezember 1967 deutliche Unterschiede in der Absatzentwicklung auf. Entgegen der allgemeinen Tendenz ist bei den Meterwarengeschäften (- 3 %) , den Geschäften mit Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung (- 1 %) und den Geschäften mit Wäsche, Wirkund Strickwaren (- 1 %) ein Absatzrückgang eingetreten. Alle übrigen Fachsparten registrierten mehr oder weniger starke Zuwachsquoten. An der Spitze lagen die Geschäfte mit Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen, die das wertmäßige Verkaufsergebnis des Dezember 1966 um 15 % übertroffen haben. Von den Geschäften mit Herrenund Knabenoberbekleidung sowie den Geschäften mit Haus- und Bettwäsche, Bettwaren wurde ein Plus von jeweils 6 % erreicht. Auch die Geschäfte mit Herren-, Damen- und Kinderoberbekleidung (+ 4 %), die Herrenausstatter
(+ 4 %) und die Geschäfte mit Baby- und Kinderausstattung (+ 3 %) lagen noch geringfügig über dem Branchendurchschnitt. Eine nur unbedeutende Steigerungsquote von 1 % verzeichneten die Textilgeschäfte mit gemischtem Sortiment.
Im Eisenwaren- und Hausrathandel ist der Absatzverlauf relativ einheitlich gewesen. Die Geschäfte mit Hausund Küchengeräten setzten im Dezember 1967 wertmäßig das gleiche um wie im Dezember 1966. Leichte Absatzerhöhungen wurden von den Geschäften mit Baubeschlägen, Kleineisenwaren und Werkzeugen (+ 1 %) und den Eisenwaren- und Hausrathandlungen mit gemischtem Sortiment (+ 3 %)erreicht.
Gegenüber dem Vormonat November ergab sich im Dezember der durch das Weihnachtsgeschäft bedingte Absatzanstieg. Der Einzelhandelsdurchschnitt setzte im Dezember 53 % mehr um als im November. Besonders stark waren die Zuwachsquoten bei den Branchen mit Geschenkartikeln. An der Spitze lagen der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+ 143%), der Spiel Wareneinzelhandel (+ 131 %) und der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (+ 115 %) . Beachtliche Zunahmen registrierten auch der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (+ 95%), der Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel (+ 88%) und die Drogerien (+ 84 %) . Vom Papier-, Bürobedarf - und Schreibwareneinzelhandel wurde eine Absatzzunahme von 71 %, vom Möbeleinzelhandel von 68 % und vom Radio- und Fernseheinzelhandel von 63 % erzielt, Eine mittlere Position nahmen der Sortimentsbuchhandel ( 48%), d«r Eisenwaren- und Hausrathandel (+ 47%), der Tabakwareneinzelhandel (+ 46 %) und der Textileinzelhandel (+ 45 %) ein. Die geringsten Zuwachsquoten ergaben sich im Tapeten- und Linoleumhandel (+ 22 %), im Schuheinzelhandel (+ 28 %) und im Lebensmitteleinzelhandel sowie bei den Reformhäusern (jeweils + 38 %) .
