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Die Betriebsgrößen im Groß- und Einzelhandel 1962 bis 1966

von Prof. Dr. Rudolf Seyffert und Prof. Dr. Edmind Sundhoff
In der Nummer 43 der Mitteilungen veröffentlichte das Institut für Handelsforschung 1957 erstmalig eine Analyse der Betriebsgrößenverhältnisse im Groß- und Einzelhandel auf Grund der vom Statistischen Bundesamt publizierten Ergebnisse der Umsatzsteuerstatistik. Hieran schlössen sich laufend weitere Untersuchungen, so daß mit der vorliegenden Publikation nunmehr bedingt vergleichbare Unterlagen für die Jahre 1950 bis 1966 vorliegen, die einen instruktiven Einblick in die Strukturveränderungen im Handel vermitteln 1).
Auf die Störung des Vergleichs infolge der ständigen statistischen Veränderungen im Erhebungs- und Zuordnungsverfahren wurde besonders in der Nummer 107 der Institutsmitteilungen (November 1962) hingewiesen. Eine längere Unterbrechung erfuhr die Berichterstattung nach der im Zusammenhang mit dem Handelszensus im Jahre 1960 erfolgten Änderung der Systematik der Wirtschaftszweige, die eine neue Gliederung der Abteilung „Handel" zur Folge hatte und nach der Einführung des zweijährigen Erhebungsturnus für die Umsatzsteuerstatistik ab 1962. Die nächste, für das Jahr 1968 vorgesehene Umsatzsteuerstatistik bringt erneut eine tiefgreifende Störung der Vergleichbarkeit, da sie im Rahmen der zweijährigen Periodizität die erste Erhebung ist, die nach dem ab 1968 geltenden Mehrwertsteuerrecht durchgeführt wird.
Die Erhebungsergebnisse der Umsatzsteuerstatistik enthalten den gesamten als steuerbar veranlagten Umsatz der Groß- und Einzelhandlungen. Zu beachten ist allerdings, daß es sich hierbei nur um den institutionellen und nicht um den funktionellen Umsatz handelt. Die jeweilige Zuordnung der umsatzsteuerpflichtigen Unternehmungen zu den Wirtschaftsbereichen (wie Handel und Handwerk) als auch zu den Unterabteilungen Groß- und Einzelhandel, erfolgt nach dem Schwerpunkt der wirtschaftlichen Tätigkeit. Hieraus resultiert, neben der fortschreitenden Konzentration und dem Aussterben der Kleinstbetriebe, auch der Rückgang der Betriebszahlen im Handel.
Eine detaillierte Aufgliederung der in den Jahren 1962, 1964 und 1966 registrierten steuerpflichtigen Groß- und Einzelhandlungen nach 16 Umsatzgrößenklassen enthalten die auf den beiden folgenden Seiten abgedruckten Übersichten. Danach beläuft sich die Zahl der erfaßten Großhandelsbetriebe im letzten Erhebungsjahr auf 126 964, ihr Absatz betrug 241 Mrd. DM. Im Einzelhandel wurden 428 665 Betriebe mit einem Absatz von 140 Mrd. DM ermittelt. Zu erwähnen ist hierbei, daß die Zahlen der Umsatzsteuerstatistik kein vollständiges Bild der im Handel tatsächlich existierenden Betriebe widerspiegeln, da die Unternehmungen mit Jahresumsätzen bis 12 500 DM fehlen.
Von den insgesamt 1,7 Millionen umsatzsteuerpflichtigen Unternehmungen im Jahre 1966 waren über zwei Drittel (36,8 %) allein im Handel (Großhandel, Einzelhandel und Handelsvermittlung) tätig. An dem Umsatz sämtlicher Wirtschaftsbereiche, der mit 1091 Mrd. DM erstmalig die Billionen-DM-Grenze überschritt, war der Handel mit 35,7 % beteiligt. Bei der Darstellung der Groß- und Einzelhandlungen des Bundesgebietes wurde in beiden Tabellen die bereits von Seyffert vorgenommene Aufteilung der Betriebe in Vollbetriebe und in Minderbetriebe fortgesetzt 2). Im Hinblick auf den allgemeinen Preisanstieg, die Erhöhung der Lebenshaltungskosten und die Zunahme der Einkommen war es jedoch notwendig, die Trennungslinie im Großhandel von 50 000 DM auf 100 000 DM und im Einzelhandel von 20 000 DM auf 50 000 DM Jahresumsatz anzuheben. Nach den Ergebnissen der Umsatzsteuerstatistik belief sich demzufolge die Zahl der Minderbetriebe im Großhandel auf 30 900 und im Einzelhandel auf 98 400 (Absatzanteil 0,7 % bzw. 2,1 % ) .
Die stärkste Betriebskonzentratioii zeigte sich im Großhandel im Jahre 1966 in der Größenklasse 100 000 bis 250 000 DM (20,6 %). Dreiviertel aller Großhandlungen mit einem Absatzanteil von 11 % tätigten 1966 Umsätze, die unter einer Million DM lagen. Im Einzelhandel war ein Drittel aller Betriebe in der Größenklasse 100 000 bis 250 000 DM vertreten (Absatzanteil 15,8 %)„ Jahresumsätze unter 250 000 DM waren bei 77,5 % der Einzelhandelsbetriebe (Absatzanteil 22,9 %) anzutreffen. Als Umsatzrnilliardäre wurden 1966 im Großhandel 12 (Absatzanteil 9,3 %) und im Einzelhandel 7 Unternehmungen (Absatzanteil 11,7%) erfaßt.
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