Bericht über die Betriebsvergleichsergebnisse des Einzelhandls im III. Tertial 1967
von Prof. Dr. Rudolf Seyffert und Prof. Dr. Edmund SundhoffDas Institut hat vor kurzem den am Betriebsvergleich beteiligten Einzelhandelsfirmen die synoptischen Tabellen für das III. Tertial 1967 übermittelt. Im vorliegenden Bericht soll ein Überblick über die wichtigsten Brandiendurchschnittswerte gegeben werden. Die Ergebnisse sind in der Tabelle auf den Seiten 14 und 15 zusammengestellt.
1967 im Vergleich mit den entsprechenden Vorjahrstertialen der Einzelhandel insgesamt wertmäßige Absatzrückgänge von jeweils 2 % aufwies, betrug das Minus im III. Tertial 1967 gegenüber dem III. Tertial 1966 durchschnittlich 1 %. In den einzelnen Branchen ist der Absatzverlauf stark unterschiedlich gewesen. Entgegen der durchschnittlichen Tendenz wurden von mehreren Branchen Absatzzunahmen erreicht. An der Spitze lag der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel, der im III. Tertial 1967 wertmäßig 22 % mehr
umsetzte als im Vorjahr. Beachtlich war auch die Zuwachsquote mit 12 % im Radio- und Fernseheinzelhandel. Es folgten der Beleuchtungs- und Elektroeinzelhandel (+ 6%), der Schuheinzelhandel (4- 5%), der Sortimentsbuchhandel (+ 5%), der Tabakwareneinzelhandel (+ 4%), der Fahrradeinzelhandel (+ 4%), der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (+ 3 %) und der Musikalienhandel (+ 2 % ) . Im Möbeleinzelhandel, bei den Drogerien und den Reformhäusern war das wertmäßige Verkaufsergebnis im Berichtstertial gleich hoch wie im Vorjahr. Alle übrigen Branchen mußten mehr oder weniger starke Absatzeinbußen hinnehmen. Das stärkste Minus registrierten mit jeweils 5 % der
Textileinzelhandel und der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel. Vom Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel und vom Eisenwaren- und Hausrathandel wurden im III. Tertial 1967 wertmäßig jeweils 4 % weniger umgesetzt als im III. Tertial 1966. Im Lebensmitteleinzelhandel betrug der Rückgang 3 %, im Spielwareneinzelhandel 2 % und bei den Gemischtwarengesehäften 1 %.
Der im Einzelhandelsdurchschnitt erzielte Absatz je beschäftigte Person betrug im III. Tertial 1967 rund 33 000 DM. Eine Gegenüberstellung der Personalleistung und der übrigen in der Tabelle ausgewiesenen Vergleichszahlen mit entsprechenden Werten des Jahres 1966 ist nicht möglich, da bis Ende 1966 anstelle der Tertiaisauswertungen Quartalsauswertungen durchgeführt wurden. Als Folge der unterschiedlichen Intensität der Funktionserfüllung weist der Absatz je beschäftigte Person zwischen den einzelnen Branchen starke Abweichungen auf. Der höchste Wert ergab sich im Berichtstertial mit 56 200 DM im Tabakwareneinzelhandel. Deutlich über dem Einzelhandelsdurchschnitt lagen außerdem der Musikalienhandel
(42 900 DM) und der Möbeleinzelhandel (42 100 DM). Vom Lebensmittelcinzelhandel wurden pro beschäftigte Person 36 600 DM umgesetzt. Der Textileinzelhandel (26 300 DM) und der Schuheinzelhandel (25 400' DM) lagen deutlich unter dem Einzelhandelsdurchschnitt. Den geringsten Absatz je beschäftigte Person wiesen die Drogerien (22 500 DM), der Fahrradeinzelhandel (22 900 DM) und die Reformhäuser (23 300 DM) auf.
Der pro Quadratmeter Geschäftsraum erzielte Absatz betrug im III. Tertial 1967 im Einzelhandelsdurchschnitt 1220 DM. Die Extremwerte verzeichneten mit 5180 DM der Tabakwareneinzelhandel und mit 330 DM der Möbeleinzelhandel, Ein vergleichsweise geringer Auslastungsgrad der Raumkapazität ist auch für den Fahrradeinzelhandel (540 DM), den Eisenwaren- und Hausrathandel (590 DM) und den Beleuchtungs- und Elektroeinzelhandel (670 DM) festzustellen. Hohe Raumleistungszahlen wiesen neben dem abakwareneinzelhandel auch der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (2190 DM) und der Sortimentsbuchhandel (2100 DM) auf.
Die Kostenbelastung der am Betriebsvergleich beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte machte im Berichtstertial 23,4 % des Absatzes aus. Hierbei ist zu berücksichtigen, daß in der Tertiaisauswertung zwar ein kalkulatorisches Entgelt für die nicht entlohnte Tätigkeit des Inhabers und der Familienangehörigen (Unternehmerlohn) in Ansatz gebracht wird, die Abschreibungen und kalkulatorischen Zinsen für das im Betrieb eingesetzte Eigenkapital jedoch nicht erfaßt werden. Diese beiden Kostenpositionen werden lediglich im Rahmen der Jahresauswertung erhoben. Die Gegenüberstellung der Kostenprozentsätze in den einzelnen Branchen weist auf erhebliche, in erster Linie funktionsbedingte Unterschiede hin. Hohe
Prozentsätze weisen im allgemeinen die Branchen mit handwerklicher Nebentätigkeit auf. Im Fahrradeinzelhandel ergaben sich Gesamtkosten in Höhe von 34,8 %, im Tapeten- und Linoleumhandel von 34,4 %, im Beleuchtungs- und Elektroeinzelhandel von 28,4 % und im Radio- und Fernseheinzelhandel von 27,8 %. Mit jeweils 27,5 % Gesamtkosten lagen auch der Textileinzelhandel, der Möbeleinzelhandel und die Drogerien noch erheblich über dem Durchschnitt. Vergleichsweise gering war dagegen die Belastung im Tabakwareneinzelhandel (14,5 %) , im Lebensmitteleinzelhandel (18,6%) und bei den Gemischtwarengeschäften (19,0 %) . Die Personalkosten (einschließlich Unternehmerlohn) betrugen im III, Tertial 1967 im Einzelhandelsdurchschnitt 12,0% des Absatzes, Während die Personalkosten im Tapeten- und Linoleumhandel 18,8% und im Fahrradeinzelhandel 18,6% des Absatzes ausmachten, lagen sie im Tabakwareneinzelhandel bei 7,3 %, bei den Gemischtwarengeschäften bei 9,1 % und im Lebensmitteleinzelhandel bei 9,3 %. An Mieten wurden vom Einzelhandelsdurchschnitt im Berichtstertial 1,9% des Absatzes gezahlt. Vergleichsweise hohe Mietkosten wiesen der Fahrradeinzelhandel (3,8 %), der Möbeleinzelhandel (2,9 %) und der Spielwareneinzelhandel (2,9 %) auf. Dagegen war bei den Gemischtwarengeschäften (1,1 %) , im Tabakwareneinzelhandel (1,2 %) und im
Lebensmitteleinzelhandel (1,3 %) die prozentuale Mietkostenbelastung relativ gering. Die Sachkosten für Werbung betrugen im Einzelhandelsdurchschnitt 1,1 %. Auch bei dieser Kostenart sind erhebliche Abweichungen zwischen den Branchen festzustellen. Mit 0,2 % des Absatzes waren die Kosten für Werbung im Tabakwareneinzelhandel nur unbedeutend. Erheblich unter dem Durchschnitt lag mit 0,4 % auch der Lebensmitteleinzelhandel. Die höchsten Werbekosten wies mit 2,8 % des Absatzes der Möbeleinzelhandel aus.
