Der Einzelhandelsabsatz im Januar 1968
von Prof. Dr. Rudolf Seyffert und Prof. Dr. Edmund SundhoffNachdem der Einzelhandel im Dezember 1967 gegenüber Dezember 1966 eine wertmäßige Absatzzunahme von 2 % erzielen konnte, ergab sich im Januar 1968 im Vergleich mit dem entsprechenden Vorjahrsmonat wieder eine deutliche Absatzeinbuße. Die am Betriebsvergleich des Instituts für Handelsforschung beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte (außer Warenhäusern, Filialbetrieben, Konsumgenossenschaften und Versandhandel) setzten im Durchschnitt wertmäßig 5 % weniger um als im Januar 1967.
In den einzelnen Branchen wies der Absatzverlauf im Januar 1968 erhebliche Abweichungen auf. Der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel und der Möbeleinzelhandel, die im Vormonat Dezember an der Spitze gelegen hatten, mußten im Januar starke Absatzrückgänge hinnehmen. In beiden Branchen war das wertmäßige Verkaufsergebnis 19 % niedriger als im Januar 1967. Es folgte der Sortimentsbuchhandel, bei dem das wertmäßige Minus im Durchschnitt 15 % betrug. Im Sortimentsbuchhandel, der auch bereits im Dezember 1967 gegenüber dem entsprechenden Vorjahrsmonat eine erhebliche Absatzminderung registrierte, hat sich die Verschiebung des Schuljahranfangs ausgewirkt, der im Dezember 1966 und im Januar 1967 zu einem lebhaften Schuibuchgesehäit geführt hatte. Deutlich hinter dem Einzelhandelsdurchschnitt zurückgeblieben sind im Januar 1968 auch der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (- 12 %) und der Textileinzelhandel (- 10 %). Der Eisenwaren- und Hausrathandel, der Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel und der Leder- und Galanteriewareneinzelhandcl setzten im Januar 1968 wertmäßig jeweils 8 % weniger um als im Januar 1967. Ähnlich war auch die Entwicklung im Spielwareneinzelhandel (- 7 %) und im Tapeten- und Linoleumhandel (- 6 %) . Der Schuheinzelhandel und der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel wiesen im Berichtsmonat eine dem Einzelhandelsdurchschnitt entsprechende Absatzeinbuße von 5 % auf. Vergleichsweise gering war der Rückgang mit 1 % im Radio- und Fernseheinzelhandel, Der Lebensmitteleinzelhandel setzte im Januar 1968 wertmäßig das gleiche um wie im Januar 1967, Von einigen Branchen sind entgegen der allgemeinen Entwicklungstendenz Absatzzunahmen erzielt worden. Sie waren allerdings mit 1 °/o bei den Drogerien sowie den Gemischtwarengeschäften und mit 2 % bei den Reformhäusern nur unbedeutend. Eine wertmäßig starke Absatzerhöhuiig wurde mit 8 °/o lediglich vom Tabakwareneinzelhandel registriert. Nach wie vor muß allerdings bei dieser Branche berücksichtigt werden, daß das Ergebnis durch die im März 1967 erfolgte Hcraufsetzung der Verbrauchssteuer beeinflußt ist.
Ergänzend ist zu dem vorstehenden Bericht noch auszuführen:
Die rücklaufende Absatzentwicklung des Textileinzelhandels insgesamt im Januar 1968 gegenüber dem entsprechenden Vorjahrsmonat zeigte sich auch in allen Fachsparten. Der Umfang der Einbußen wies allerdings erhebliche Unterschiede auf. Relativ schlecht haben die Textilgeschäfte mit Oberbekleidung abgeschnitten. Alle drei am Betriebsvergleich beteiligten Fachzweige mit Oberbekleidung wiesen gegenüber Januar 1967 Absatzrückgänge von 15 % auf. Erheblich war auch das Minus mit jeweils 12 % bei den Meterwarengeschäften und den Geschäften mit Haus- und Bettwäsche, Bettwaren. Die Textilgeschäfte mit vorwiegend Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen, mit Baby- und Kinderausstattung und mit gemischtem Sortiment haben im Januar 1968 wertmäßig jeweils 9 % weniger umgesetzt als im Januar 1967. Etwas geringer waren die Rückgänge bei den Geschäften mit Wäsche, Wirk- und Strickwaren und den Herrenausstattern. Hier betrug die Einbuße im Durchschnitt 7 %.
Auch zwischen den Fachzweigen des Eisenwaren- und Hausrathandels sind im Januar 1968 gewisse Unterschiede im Absatzverlauf aufgetreten. Vergleichsweise gering war die Absatzminderung bei den Geschäften mit Haus- und Küchengeräten. Hier ergab sich im Durchschnitt ein Rückgang von 5 %, Dagegen setzten die Geschäfte mit Baubeschlägen, Kleineisenwaren und Werkzeugen sowie mit gemischtem Sortiment im Berichtsmonat jeweils 9 % weniger um als im Januar 1967.
Im Vergleich mit dem Vormonat Dezember ist im Januar 1968 die saisonbedingte Absatzminderung eingetreten. Im Einzelhandelsdurchschnitt war das wertmäßige Verkaufsergebnis 47 % niedriger als im Dezember 1967. Besonders stark waren die Rückgänge bei den Branchen, deren Waren üblicherweise als Weihnachtsgeschenke verwendet werden. Im Spielwareneinzelhandel betrug das Minus 82 %. Es folgten der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (- 79 %)und der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (- 74 °/o). Auch im Möbeleinzelhandel ist ein erheblicher Absatzrückgang eingetreten. Diese Branche setzte im Januar 1968 etwa 70 % weniger um als im Dezember 1967. Im Glas-, Porzellanund Keramikeinzelhandel betrug das Minus 67 % und im Radio- und Fernseheinzelhandel 66 %. Der geringste Absatzrückgang ergab sich im Lebensmitteleinzelhandel. Diese Branche setzte im Berichtsmonat wertmäßig 29 % weniger um als im Vorjahr. In der Saisonentwicklung des Lebensmitteleinzelhandels spiegelt sich die Tatsache wieder, daß im Nahrungsmittelbereich infolge der relativ geringen Nachfrageelastizität die monatlichen Schwankungen erheblich kleiner sind als in den übrigen Bedarfsbereichen. Dies wird auch durch die Ergebnisse des Tabakwareneinzelhandels (- 36 %) und der Reformhäuser (- 34 %) bestätigt. Geringer als im Einzelhandelsdurchschnitt waren im Januar 1968 weiterhin die Absatzrückgänge im Tapeten- und Linoleumhandel (- 39 %) und bei den Gemischtwarengeschäften (- 36 %). Eine mittlere Position nahmen im Berichtsmonat der Büromaschinen-,
Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (- 55 %) der Sortimentsbuchhandel (- 52 %),. der Eisenwarenund Hausrathandel (- 51 %), der Schuheinzelhandel (- 50 %) die Drogerien (- 49 % ) , der Textileinzelhandel (- 47 %) und der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (- 46 %) ein.
