Der Einzelhandelsabsatz im Juli 1968
von Prof. Dr. Rudolf Seyffert und Prof. Dr. Edmund SundhoffNach einer Absatzeinbuße von 3 % im Juni 1968 gegenüber Juni 1967 hat der Einzelhandel im Juli wieder eine Absatzzunahme erzielt. Die am Betriebsvergleich des Instituts für Handelsforschung beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte (außer Warenhäusern, Filialbetrieben, Konsumgenossenschaften und Versandhandel) setzten wertmäßig 4 % mehr um als im Juli 1967. Zu bemerken ist allerdingss daß in Nordrhein-Westfalen im Gegensatz zum übrigen Bundesgebiet zum Teil erhebliche Absatzrückgänge eingetreten sind. Es ist anzunehmen, daß die Entwicklung in diesem Land durch die Verschiebung der Schulferien, die 1967 im August, 1968 dagegen im Juli lagen, beeinflußt worden ist.
Abgesehen vom Lebensmitteleinzelhandel, der im Juli 1968 wertmäßig das gleiche Verkaufsergebnis wie im entsprechenden Vorjahrsmonat verzeichnete, haben alle übrigen am Betriebsvergleich beteiligten Branchen mehr oder weniger starke Absatzzunahmen erreicht. An der Spitze lag der Radio- und Fernseheinzelhandel, bei dem die Steigerungsquote 24 % betrug. Hierbei ist allerdings in Betracht zu ziehen, daß die Branche im Juli des Vorjahres deutlich hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben ist. Eine beachtliche Absatzzunahme ergab sich im Juli 1968 mit 21 % auch im Sortimentsbuchhandel. Vom Leder- und Galanteriewareneinzelhandel, vom Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel und vom Büromaschinen-, Büromöbel- und Orgamsationsmittelhandel wurden jeweils 11 % mehr umgesetzt als im Vorjahr. Über dem Einzelhandelsdurchschnitt lagen weiterhin der Spielwareneinzelhandel (+ 8%), der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+ 7 %), der Tabakwareneinzelhandel (+ 6 %), der Textileinzelhandel (+ 6%) und der Tapeten- und Bodenbelaghandel (+ 6%). Eine mittlere Position nahmen der Schuheinzelhandel (+ 5 %), der Möbeleinzelhandel (+ 5 %), der Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel (+ 5 %), der Eisenwaren- und Hausrathandel (+ 4 %) und die Gemischtwarengeschäfte (+ 3 %) ein. Neben dem Lebensmitteleinzelhandel ( ± 0%) sind auch die Drogerien (+ 2 %) und die Reformhäuser (+ 1 %) hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben.
Nachdem die am Betriebsvergleich beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte in den ersten sechs Monaten des Jahres 1968 nur das gleiche umsetzten wie im entsprechenden Zeitraum des Jahres 1967, ergibt sich einschließlich Juli ein leichtes Plus von 1 %. Bei einigen Branchen sind im bisher abgelaufenen Jahr erhebliche Absatzverbesserungen erzielt worden. An der Spitze liegen mit Zuwachsquoten von jeweils 10 % der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel und der Radio- und Fernseheinzelhandel. Vom Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel wurde in den ersten sieben Monaten des Jahres 1968 ein Absatzplus von 7 % erreicht. Vergleichsweise gut war auch die Entwicklung im Tabakwareneinzelhandel (+ 5 %), im Spielwareneinzelhandel (+ 4%) und im Tapeten- und Bodenbelaghandel (+ 3 %). Der Möbeleinzelhandel, der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel, der Sortimentsbuchhandel und die Gemischtwarengeschäfte haben eine dem Gesamtdurchschnitt entsprechende Zunahme von 1 % verzeichnet. Etwas stärker war die Erhöhung mit jeweils 2 % bei den Drogerien, den Reformhäusern und dem Leder- und Galanteriewareneinzelhandel. Im Schuheinzelhandel und im Eisenwaren- und Hausrathandel war der Absatz in den Monaten Januar bis Juli 1968 wertmäßig gleich hoch wie im Vorjahr. Leichte Absatzeinbußen haben sich im Lebensmitteleinzelhandel (— 1 %), im Textileinzelhandel (— 1 %) und im Glas-, Porzellan- und
Keramikeinzelhandel (— 1 %) ergeben.
Ergänzend ist zu dein vorstehenden Bericht noch auszuführen:
Von den Fachzweigen des Textileinzelhandels lagen die Geschäfte mit Baby- und Kinderausstattung im Juli 1968 an der Spitze. Bei ihnen betrug die Absatzsteigerung gegenüber Juli 1967 20 %. Es folgten die Geschäfte mit Haus- und Bettwäsche, Bettwaren, die eine Zuwachsquote von 12% registrierten. Die Geschäfte mit Herren-, Damen- und Kinderoberbekleidung und die Geschäfte mit Wäsche, Wirk- und Strickwaren setzten im Berichtsmonat 7 % mehr um als im Vorjahr. Eine dem Branchendurchschnitt entsprechende Verbesserung von 6 % hat sidi bei den Geschäften mit Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung, mit Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen und mit gemischtem Sortiment ergeben. Vergleichsweise
gering waren die Absatzerhöhungen bei den Herrenausstattern (+ 4%) und den Geschäften mit Herren- und Knabenoberbekleidung (+ 2%). Im Gegensatz zum Branchendurchschnitt mußten die Meterwarengeschäfte (— 3 %) und die Miederwarengeschäfte (— 2 %) im Juli 1968 gegenüber 1967 Absatzminderungen hinnehmen.
Erhebliche Unterschiede ergaben sich auch im Eisenwaren- und Hausrathandel, Während die Geschäfte mit vorwiegend Haus- und Küchengeräten das Verkaufsergebnis des Juli 1967 um 7 % übertreffen konnten, wiesen die Eisenwaren- und Hausrathandlungen mit gemischtem Sortiment nur eine Zuwachsquote von 1 % auf. Vergleichsweise gering war auch die Zunahme bei den Betrieben mit 40 % und mehr Haushalt-Großgeräten (+ 2 %) und bei den Betrieben mit 30 % und mehr Walzmaterial, Sanitärartikel, Bau- und Brennstoffabsatz (+ 2 %). Über dem Branchendurchschnitt lagen mit einem Plus von 6 % die Geschäfte mit vorwiegend Baubeschlägen, Kleineisenwaren und Werkzeugen.
Gegenüber dem Vormonat Juni hat sich im Juli der saisonbedingte Absatzanstieg ergeben. Im Einzelhandelsdurdischnitt war das Verkaufsergebnis im Juli 13 % höher als im Juni. In den Branchen ist allerdings die Entwicklung nicht einheitlich gewesen. Im Gegensatz zum Durchschnitt wiesen der Büromaschinen>, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (— 12 %), die Reformhäuser (— 6 %), der Radio- und Fernseheinzelhandel (— 1 %) und der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (— 1 %) mehr oder weniger starke Rückgänge aus. Vergleichsweise gering war die Absatzsteigerung im Juli gegenüber Juni im Tapeten- und Bodenbelaghandel (+ 3 %) und im Lebensmitteleinzelhandel (+ 7 %). Eine dem Einzelhandelsdurchschnitt entsprechende Zuwachsquote von 13 % ist im Eisenwaren- und Hausrathandel eingetreten. Ähnlich war auch die Entwicklung im Schuheinzelhandel (+ 15 %), bei den Gemischtwarengeschäften (+ 15 %), im Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+ 16 %), bei den Drogerien (+ 17 %) und im Sortimentsbuchhandel (+ 18 %). Eine relativ starke Absatzsteigerung registrierte mit 30 % der Textileinzelhandel. Erheblich über dem Durchschnitt lagen auch der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (+ 28 %), der Spielwareneinzelhandel (+ 27 %), der Möbeleinzelhandel (+ 21 %) und der Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel (+ 21%).
