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Bericht über die Betriebsvergleichsergebnisse des Einzelhandel im II. Tertial 1968

von Prof. Dr. Rudolf Seyffert und Prof. Dr. Edmund Sundhoff
Nachdem das Verkaufsergebnis des Einzelhandels in den ersten vier Monaten des Jahres 1968 nur gleich hoch war wie im entsprechenden Zeitraum des Jahres 1967, konnte im IL Tertial eine leichte Zuwachsquote erreicht werden. Im Einzelhandelsdurchschnitt wurden 2 % mehr umgesetzt als im IL Tertial 1967. In den einzelnen Branchen ist allerdings der Absatzverlauf nicht einheitlich gewesen. Wie die Tabelle auf den Seiten 130 und 131 zeigt, sind im Lebensmitteleinzelhandel, im Schuheinzelhandel und bei den Reformhäusern leichte Absatzrückgänge von jeweils 1 % eingetreten. Der Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel setzte im II. Tertial 1968 das gleiche um wie im entsprechenden Tertial des Jahres 1967. Alle übrigen am Betriebsvergleich beteiligten Einzelhandelsbranchen erzielten mehr oder weniger starke Absatzzunahmen. Nur unbedeutend war die Verbesserung mit jeweils 1 % im Textileinzelhandel, im Spielwareneinzelhandel und bei den Gemischtwarengeschäften. Ähnlich war auch die Entwicklung bei den Drogerien, die eine Zunahme von 2 % aufwiesen. Im Eisenwaren- und Hausrathandel und im Sportartikeleinzelhandel betrug die Steigerung 4 %, im Leder- und Galanteriewareneinzelhandel und im Musikalienhandel 5 %. Das wertmäßige Verkaufsergebnis des Möbeleinzelhandels war im Berichtstertial 6 % höher als im Vorjahr. Eindeutig an der Spitze lag der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel, der eine Absatzerhöhung von durchschnittlich 28 % erreichte. Vergleichsweise gut haben mit einem Plus von jeweils 18 % auch der Radio- und Fernseheinzelhandel und der Sortimentsbuchhandel abgeschnitten. Bei der Beurteilung des vom Sortimentsbuchhandel ausgewiesenen Ergebnisses muß berücksichtigt werden, daß in Nordrhein- Westfalen in diesem Jahr das Schulbuchgeschäft in den August gefallen ist, während es im Vorjahr im September und damit im III. Tertial lag. Überdurchschnittliche Absatzverbesserungen wurden im IL Tertial 1968 auch vom Fahrradeinzelhandel (+ 14 %), vom Tapetenund Bodenbelaghandel (+ 13%), vom Tabakwareneinzelhandel (+ 11 %), vom Beleuchtungs- und Elektroeinzelhandel ( + 9%), vom Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (+ 8 %) und vom Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+7 %) erreicht.
Im Zusammenhang der Absatzsteigerung ist im II. Tertial 1968 gegenüber dem entsprechenden Tertial des Jahres 1967 auch eine Verbesserung der Personalleistung eingetreten. Pro beschäftigte Person sind von den am Betriebsvergleich beteiligten Einzelhandelsfachgeschäften 30 200 DM umgesetzt worden gegenüber 28 600 DM im II. Tertial 1967. Die relative Steigerung betrug 6 % und lag damit noch erheblich über der Absatzerhöhung. Diese Tatsache weist darauf hin, daß die am Betriebsvergleich beteiligten Einzelhandelsgeschäfte im II. Tertial 1968 mit einer geringeren Beschäftigtenzahl als im Vorjahr gearbeitet haben. Offensichtlich hat die allgemeine wirtschaftliche Stagnation die Betriebe vor allem im personellen Bereich zu Einsparungen veranlaßt. Auch bei dem überwiegenden Teil der Einzelhandelsbranchen wurde im Berichtstertial eine größere Personalleistung als im Vorjahr erzielt. Die absolut höchste Absatzquote je beschäftigte Person ergab sich mit 58 500 DM im Tabakwareneinzelhandel. Relativ hoch waren auch die Werte im Lebensmitteleinzelhandel (35 900 DM), bei den Gemischtwarengeschäften (34 300 DM) und im Möbeleinzelhandel (33 800 DM). Den geringsten Absatz je beschäftigte Person wies im II. Tertial 1968 mit 15 500' DM der Spielwareneinzelhandel auf. Erheblich unter dem Durchschnitt lagen weiterhin der Radio- und Fernseheinzelhandel (17 300 DM), der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (17 500 DM), der Glas-, Porzellanund Keramikeinzelhandel (17 900 DM) und der Beleuchtungs- und Elektroeinzelhandel (17 900 DM).
Im Gegensatz zur Personalleistung ist die Raumleistung im II. Tertial 1968 gegenüber dem entsprechenden Vorjahrstertial zurückgegangen. Auf den qm Geschäftsraum entfiel im Berichtstertial ein Absatz von 1020 DM. Gegenüber dem zweiten Tertial 1967 (1060 DM) ergab sich eine Verminderung von 4 %. Die Abweichung zwischen der Entwicklung des Gesamtabsatzes und der Entwicklung der Raumleistung weist darauf hin, daß bei den am Betriebsvergleich beteiligten Einzelhandelsfachgeschäften eine Vergrößerung der Geschäftsfläche eingetreten ist. Auch bei der Mehrzahl der Branchen ist die Entwicklung der Raumleistung hinter der Absatzentwicklung zurückgeblieben. Die Gegenüberstellung der Branchenergebnisse läßt die durch den Sortimentscharakter bedingten starken Abweichungen im Auslastungsgrad der Raumkapazität erkennen. Während der Tabakwareneinzelhandel im Berichtstertial pro qm Geschäftsraum 4510 DM umsetzte, wiesen der Möbeleinzelhandel und der Spielwareneinzelhandel nur einen Wert von jeweils 290 DM auf.
Die am Betriebsvergleich beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte arbeiteten im II. Tertial 1968 mit einer Kostenbelastung von 21,7% des Absatzes. In den Kosten ist ein kalkulatorisches Entgelt für die nichtentlöhnte Mitarbeit des Inhabers und seiner Familienangehörigen berücksichtigt. Nicht in Ansatz gebracht sind dagegen die kalkulatorischen Zinsen für das Eigenkapital und die Abschreibungen, die lediglich im Rahmen der Jahresauswertung erfaßt werden. Auch die Umsatz-(Mehrwert-)Steuer ist in die Berechnung nicht mit einbezogen worden. Im Vergleich mit dem II. Tertial 1967 ergab sich nur eine unbedeutende Veränderung des Kostenprozentsatzes. Unter Zugrundelegung der gleichen Ermittlungsmethode, das heißt ohne Berücksichtigung der Umsatzsteuer, betrugen die Kosten des Einzelhandels insgesamt im II. Tertial 1967 21,8 % des Absatzes. Der weitaus stärkste Anteil an Gesamtkosten entfiel auf die Personalkosten. Im Einzelhandelsdurchschnitt machten die Fremdpersonalkosten im Berichtstertial 9,0 % des Absatzes aus. Unter
Einbeziehung des Unternehmerlohnes (4,3%) ergab sich eine Gesamtpersonalkostenbelastung von 13,3% des Absatzes. Die Mietkosten betrugen 2,2%, die Kosten für Werbung 0,9% und die Gewerbesteuer 0,8 % des Absatzes. Sieht man von der durch die Eliminierung der Umsatzsteuer aus der Kostenrechnung bedingten Verschiebung ab, so ist die Kostenstruktur im II. Tertial 1968 gegenüber dem II. Tertial 1967 im wesentlichen unverändert geblieben.
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