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Der Einzelhandelsabsatz im September 1968

von Prof.Dr. Rudolf Seyffert und Prof. Dr. Edmund Sundhoff
Nachdem der Einzelhandel ini Juli und August 1968 das Verkaufsergebnis der entsprechenden Vorjahrsmonate um jeweils 4 % übertreffen konnte, hat der Monat September wieder eine rücklaufende Entwicklung gebracht. Die am Betriebsvergleich des Instituts für Handelsforschung beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte (außer Warenhäusern, Filialbetrieben,
Konsumgenossenschaften und Versandhandel) setzten im Durchschnitt wertmäßig 2 % weniger um als im September 1967.
Die Gegenüberstellung der Branchenergebnisse läßt erkennen, daß der Absatzrückgang in erster Linie auf den Lebensmitteleinzelhandel zurückzuführen war. Der wertmäßige Absatz der vom Institut für Handelsforschung erfaßten rund 500 Lebensmittelgeschäfte war im September 1968 10 % niedriger als im September 1967. Neben dem Lebensmitteleinzelhandel wiesen auch die Drogerien (-4 %), die Reformhäuser (-2%), der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (-2 %) und der Tapeten- und Bodenbelaghandel (-1%) Absatzminderungen aus. Im Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel und bei den Gemischtwarengeschäften war das Verkaufsergebnis im Berichtsmonat gleich hoch wie im entsprechenden Vorjahrsmonat. Alle übrigen Branchen verzeichneten mehr oder weniger starke Zuwachsquoten. An der Spitze lag der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel, der im Durchschnitt 25 % mehr umsetzte als im Vorjahr. Beachtliche Absatzsteigerungen wurden auch vom Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (+10%), vom Möbeleinzelhandel (+8%) und vom Radio- und Fernseheinzelhandel (+ 8 %) erzielt. Im Eisenwaren- und Hausrathandel und im Sortimentsbuchhandel betrag die Absatzverbesserung jeweils 5 %. Bei der Beurteilung des Durchschnittsergebnisses für den Sortimentsbuchhandel muß allerdings berücksichtigt werden, daß sich in Nordrhein-Westfalen infolge der Verschiebung der Schulferien eine abweichende Entwicklung ergab. Nachdem der Sortimentsbuchhandel dieses Landes im August 1968 gegenüber August 1967 eine ungewöhnlich starke Absatzzunahme registrierte, wurde im September ein Absatzminus von 19 % ausgewiesen. Nur vergleichsweise geringe Absatzverbesserungen sind im September 1968 gegenüber September 1967 im Textileinzelhandel (+ 2%), im Spielwareneinzelhandel (+2 %), im Tabakwareneinzelhandel (+1%), im Schuheinzelhandel (+ 1%) und im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel (+ 1%) eingetreten.
Faßt man das Verkaufsergebnis der ersten neun Monate des Jahres 1968 zusammen, so ist im Einzelhandelsdurchschnitt gegenüber der gleichen Zeit des Jahres 1967 ein wertmäßiges Absatzplus von 1 % festzustellen. Zwischen den einzelnen Branchen sind allerdings im bisher abgelaufenen Jahr erhebliche Unterschiede aufgetreten. Deutlich über dem Einzelhandelsdurchschnitt lagen der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (+ 12%), der Radio- und Fernseheinzelhandel (+ 9%) und der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (+8 %). Beachtliche Verbesserungen wurden auch vom Tabakwareneinzelhandel (+ 5 %), vom Spielwareneinzelhandel (+5 %) und vom Sortimentsbuchhandel (+4 %) erreicht. Der Möbeleinzelhandel, der Tapeten- und Bodenbelaghandel, die Drogerien, die Reformhäuser, der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel und der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel setzten in den ersten neun Monaten des Jahres 1968 wertmäßig 2 % mehr um als 1967.
Etwas geringer war die Zunahme mit 1 % im Schuheinzelhandel, im Eisenwaren- und Hausrathandel und bei den Gemischtwarengeschäften. Während im Textileinzelhandel das Verkaufsergebnis unverändert geblieben ist, wiesen der Lebensmitteleinzelhandel und der Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel (jeweils - 1 %) leichte
Absatzminderungen auf.
Ergänzend ist zu dem. vorstehenden Bericht noch auszuführen :
In den Fachzweigen des Textileinzelhandels ist der Absatzverlauf im September 1968 stark abweichend gewesen. Entgegen der allgemeinen Entwicklungstendenz haben die Meterwarengeschäfte gegenüber September 1967 ein Absatzminus von 4 % hinnehmen müssen. Die übrigen Fachsparten erzielten mehr oder weniger starke Zuwachsquoten.
Vergleichsweise gering war die Verbesserung mit jeweils 1 % bei den Geschäften mit Wäsche, Wirk- und Strickwaren, mit Baby- und Kinderausstättung und mit gemischtem Sortiment. Von den Miederwarengeschäften und den Herrenausstattern wurden im September 1968 wertmäßig 3 % mehr umgesetzt als im September 1967. Erhöhungen von jeweils 4 % sind bei den Geschäften mit Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung, mit Herren-, Damen- und Kinderoberbekleidung und mit Hausund Bettwäsche, Bettwaren eingetreten. Eindeutig an der Spitze lagen die Textilgeschäfte mit Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen (+10 %).
Relativ gering waren die Unterschiede bei den Fachzweigen des Eisenwaren- und Hausrathandels. Die Geschäfte mit vorwiegend Haus- und Küchengeräten haben dem Branchendurchschnitt entsprechend im September 1968 wertmäßig 5 %mehr umgesetzt als im September 1967. Etwas stärker waren die Zuwachsquoten bei den Betrieben mit 40 % und mehr Haushaltgroßgeräteabsatz (+6%), mit vorwiegend Baubeschlägen, Kleineisenwaren und Werkzeugen (+7 %) sowie mit 30 % und mehr Walzmaterial, Sanitärartikel, Bau- und Brennstoffabsatz (+8%). Dagegen sind die Eisenwaren- und Hausrathandlungen mit gemischtem Sortiment geringfügig hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben
(+3%).
Gegenüber dem Vormonat August hat sich im September im Einzelhandel insgesamt ein Absatzrückgang von 6 % ergeben. Besonders stark waren die Absatzminderungen bei den Drogerien (-20 %), im Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (-17 %), im Spielwareneinzelhandel (-16 %), im Lebensmitteleinzelhandel (-15 %) und im Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (-15 %). Eine mittlere Position nahmen der Tabakwareneinzelhandel (-7 %) und der Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel (-6 %) ein. Nur  nbedeutende Rückgänge sind im Eisenwaren- und Hausrathandel (-1 %) und bei den Reformhäusern (-3 %) eingetreten. Eine Reihe von Branchen konnte im Gegensatz zum Durchschnitt im September 1968 das Verkaufsergebnis des Vormonats August übertreffen. An der Spitze lagen der Radio- und Fernseheinzelhandel (+48 %) und der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (+45 %). Es folgten der Papier-, Bürobedarfund Schreibwareneinzelhandel (+20 %) und der Sortimentsbuchhandel (+18 %). Vergleichsweise gering war das Plus im Schuheinzelhandel (+8 %), im Möbeleinzelhandel (+4 %), im Tapeten- und Bodenbelaghandel (+4 %) und im Textileinzelhandel (+1 %).
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