Der Einzelhandelsabsatz im Oktober 1968
von Prof. Dr. Rudolf Seyffert und Prof. Dr. Edmund SundhoffDie Absatzentwicklung des Einzelhandels wies in den zurückliegenden Monaten gegenüber den entsprechenden Vorjahrsmonaten zum Teil erhebliche Abweichungen auf. Nach Absatzsteigerungen im Juli und August 1968 von jeweils 4 % wurde im September vom Einzelhandelsdurchschnitt ein Rückgang von 2 % ausgewiesen. Die jetzt vom Institut für Handelsforschung fertiggestellte Betriebsvergleichsauswertung für den Monat Oktober läßt wieder eine beachtliche Geschäftsbelebung erkennen. Von den erfaßten Einzelhandelsfachgeschäften (außer Warenhäusern, Filialbetrieben, Konsumgenossenschaften und Versandhandel) wurde das wertmäßige Verkaufsergebnis des Oktober 1967 um 7 % übertroffen.
Abgesehen vom Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel, der im Berichtsmonat nur das gleiche umsetzte wie im entsprechenden Vorjahrsmonat, haben alle übrigen Einzelhandelsfachzweige mehr oder weniger starke Absatzverbesserungen erreicht. An der Spitze lag der Radio- und Fernseheinzelhandel, dessen Verkaufsergebnis im Oktober 1968 32 % höher war als im Oktober 1967. Es folgten der Schuheinzelhandel (+ 16%), der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (+ 15%), der Tapeten- und Bodenbelaghandel (+ 13%) und der Textileinzelhandel (+ 12%). Absatzerhöhungen von jeweils 1 0% wurden vom Leder- und Galanteriewareneinzelhandel, vom Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel und von den Gemischtwarengeschäften registriert. Ähnlich war auch die Entwicklung im Eisenwaren- und Hausrathandel (+ 9 %), im Spielwareneinzelhandel (+ 9 %), im Sortimentsbuchhandel (+ 9 %) und im Möbeleinzelhandel (+ 8%). Der Tabakwareneinzelhandel und die Reformhäuser haben dem Einzelhandelsdurchschnitt entsprechend im Oktober 1968 wertmäßig 7 % mehr umgesetzt als im Oktober 1967. Etwas hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben sind mit eine Zuwachsquote von 5 % die Drogerien. Relativ unbedeutende Absatzzunahmen wurden im Berichtsmonat vom Lebensmitteleinzelhandel (+ 2%) und vom Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel (+ 3%) ausgewiesen.
Einschließlich des Monats Oktober ergibt sich für den am Betriebsvergleich beteiligten Einzelhandel insgesamt im bisher abgelaufenen Jahr 1968 gegenüber der gleichen Zeit des Jahres 1967 eine Absatzzunahme von wertmäßig 1 %. In den Branchen sind zum Teil erhebliche Abweichungen aufgetreten. Entgegen der allgemeinen Entwicklungstendenz mußten die erfaßten Lebensmittelgeschäfte einen leichten wertmäßigen Absatzrückgaiig von 1 % hinnehmen. Der Glas-, Porzellan-und Keramikeinzelhandel hat in den ersten zehn Monaten 1968 wertmäßig das gleiche umgesetzt wie im Vorjahr. Vom Textileinzelhandel wurde eine Erhöhung von 1 % ausgewiesen. Absatzsteigerungen von jeweils 2 % ergaben sich im Eisenwaren- und Hausrathandel, bei den Drogerien, den Reformhäusern, im Uhren-, Juwelen-, Goldund Silberwareneinzelhandel und den Gemischtwarengeschäften. Um 1 % stärker war die Zuwachsquote mit jeweils 3 % im Schuheinzelhandel, im Möbeleinzelhandel und im Leder- und Galanteriewareneinzelhandel. Der Tapetenund Bodenbelaghandel hat in den ersten zehn Monaten des Jahres 1968 4 % mehr umgesetzt als 1967. Zunahmen von 5 % erzielten der Tabakwareneinzelhandel, der Spielwareneinzelhandel und der Sortimentsbuchhandel. Relativ am besten haben der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (+ 12%) und der Radio- und Fernseheinzelhandel (+ 12 %) abgeschnitten. Deutlich über dem Einzelhandelsdurchschnitt lag auch der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel, der bis Ende Oktober das wertmäßige Verkaufsergebnis des Vorjahres um 8 % übertröffen hat.
Ergänzend ist zu dem vorstehenden Bericht noch auszuführen:
Zwischen den Fachzweigen des Textileinzelhandels zeigten sich auch im Oktober erhebliche Unterschiede in der Absatzentwicklung, Wie im Vormonat September, sind auch im Oktober die Meterwarengeschäfte deutlich hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben. Bei ihnen war das Verkaufsergebnis durchschnittlich 1 % niedriger als im Oktober 1967. Alle übrigen Fachzweige des Textileinzelhandels erzielten mehr oder weniger starke Absatzsteigerungen. An der Spitze lagen die Geschäfte mit Herren-, Damen- and Kinderoberbekleidung, die ein Plus von 18 % aufwiesen. Mit einer Erhöhung von 17 % haben auch die Herrenausstatter vergleichsweise gut abgeschnitten. Eine mittlere Position nahmen die Textilgeschäfte mit vorwiegend Herren- und Knabenoberbekleidung (+ 13 %), mit Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung (+ 13 %), mit Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen (+ 13%), mit Wasche-, Wirk- und Strickwaren (+ 12%) und mit Haus- und Bettwäsche, Bettwaren (+ 12 %) ein. Geringer waren die Absatzerhöhungen bei den Textilsortimentern (+ 10%), den Miederwarengeschäften (+ 9 %) und besonders bei den Geschäften mit Babyund Kinderausstattung (+ 5 %).
Starke Abweichungen wies auch die Absatzentwicklung im Eisenwaren- und Hausrathandel auf. Deutlich über dem Branchendurchschnitt lagen die Geschäfte mit 30 % und mehr Walzmaterial-, Samtärartikel-, Bau- und Brennstoffabsatz (+ 19%) und die Geschäfte mit 4 0% und mehr Haushalt-Großgeräteabsatz (+ 17%). Dagegen erzielten die Eisenwaren- und Hausrathandlungen mit gemischtem Sortiment nur ein wertmäßiges Plus von 6 %. Eine dem Branchendurchschnitt weitgehend entsprechende Entwicklung ergab sich bei den Geschäften mit vorwiegend Haus- und Küchengeräten (+ 8 %) und den Geschäften mit vorwiegend Baubeschlägen, Kleineisenwaren und Werkzeugen (+ 9 %).
Die Saisonentwicklung brachte im Oktober gegenüber dem Vormonat September einen Absatzanstieg. Vom Einzelhandelsdurchschnitt wurde ein Absatzplus von 11 % erzielt. Besonders stark waren die Absatzverbesserungen im Schuheinzelhandel (+ 40%), im Textileinzelhandel (+ 23%) und im Spielwareneinzelhandel (+ 20%). Überdurchschnittliche Erhöhungen wiesen auch der Möbeleinzelhandel (+ 16%), der Tabakwareneinzelhandel (+ 15%), der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (+ 15 %) und der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (+ 13 %) auf. Der Lebensmitteleinzelhandel, der Eisenwaren- und Hausrathandel, der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel und der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel setzten im Oktober 1968 jeweils 7 % mehr um als im Vormonat September. Geringere Zuwachsquoten ergaben sich im Radio- und Fernseheinzelhandel (+ 5 %) und bei den Drogerien (+ 3 %). Im Gegensatz zum Gesamtdurehschnitt ist bei den Reformhäusern (— 4 %), im Sortimentsbuchhandel (— 2 %) und bei den Gemischtwarengeschäften (— 1 %) im Oktober 1968 gegenüber Oktober 1967 ein Absatzrückgang eingetreten.
