Home | 1968 | 1968-12 | Der Einzelhandelsabsatz im November 1968

Der Einzelhandelsabsatz im November 1968

von Prof. Dr. Rudolf Seyffert und Prof. Dr. Edmund Sundhoff
Die bereits im Oktober festgestellte Absatzbelebung im Einzelhandel hat sich im November verstärkt fortgesetzt. Nach dem Bericht des Instituts für Handelsforschung erzielten die am Betriebsvergleich beteiligten Einzelhandelsgeschäfte (außer Warenhäusern, Filialbetrieben, Konsumgenossenschaften und Versandhandel) gegenüber November 1967 eine wertmäßige Absatzzunahme von 11 %. Zu berücksichtigen ist allerdings, daß im November 1967 als Folge der allgemeinen wirtschaftlichen Rezession gegenüber November 1966 ein Absatzrückgang von 4 % eingetreten ist. Vergleicht man das Verkaufsergebnis des November 1968 mit dem des November 1966, so ergibt sich eine Zuwachsquote von 7 %.
An der Absatzbelebung im November 1968 gegenüber November 1967 haben alle am Betriebsvergleich beteiligten Einzelhandelsbranchen teilgenommen. Allerdings war die Höhe der Steigerungsquoten unterschiedlich. Besonders starke Zunahmen wurden vom Radio- und Fernseheinzelhandel (+ 24%), vom Spielwareueinzelhandel (+ 19%), vom Schuheinzelhandel (+ 17%), vom Textileinzelhandel (+ 16%), vom Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (+ 15 %) und vom Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+ 15 %) erzielt. Eine mittlere Position nahmen der Sortimentsbuchhandel (+ 12 %), die Gemischtwarengeschäfte (+ 12 %), der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (+ 11 %) und der Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel (+ 11 %) ein. Alle übrigen Branchen lagen in mehr oder weniger starkem Umfange unter dem Einzelhandelsdurchschnitt. Die geringste Erhöhung registrierte mit 5 % der Möbeleinzelhandel. Ähnlich war auch die Entwicklung im Lebensmitteleinzelhandel, im Tabakwareneinzelhandel und bei den Reformhäusern (jeweils + 6 %). Der Eisenwaren- und Hausrathandel, die Drogerien und der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhande' haben im Berichtsmonat 8 % mehr umgesetzt als im entsprechenden Monat des Jahres 1967. Um 1 % stärker war das Plus mit 9 % im Tapeten- und Bodenbelaghandel.
Die beachtliche Absatzzunahme im November hat auch zu einer Verbesserung des Ergebnisses im bisher abgelaufenen Jahr 1968 geführt. Nachdem der Einzelhandelsdurchschnitt bis Ende Oktober gegenüber der gleichen Zeit des Jahres 1967 eine wertmäßige Zuwachsrate von 1 % erreichte, ergibt sich einschließlich November ein Plus von 2 %. Der Radio- und Fernseheinzelhandel liegt in den ersten elf Monaten des Jahres 1968 mit einer Absatzsteigerung von 14 % an der Spitze der im Rahmen des Betriebsvergleichs erfaßten Fachzweige. Es folgen der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (+ 12 %), der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (+ 8 %) und der Spielwareneinzelhandel (+ 8 %). Das Verkaufsergebnis des Sortimentsbuchhandels war bis Ende November 6 % und das des Tabakwareneinzelhandels 5 % höher als im Vorjahr. Absatzzunahmen von jeweils 4 % erzielten der Schuheinzelhandel, der Tapeten- und Bodenbelaghandel, der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel und der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel. Vom Textileinzelhandel, vom Möbeleinzelhandel, von den Reformhäusern und den Gemischtwarengeschäften wurden jeweils 3 % mehr umgesetzt als im Vorjahr. Eine dem Einzelhandelsdurschnitt entsprechende Entwicklung ergab sich im Eisenwaren- und Hausrathandel und bei den Drogerien (jeweils + 2%). Hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben sind in den ersten elf Monaten des Jahres 1968 der Glas-, Porzellan- und Kerarnikeinzelhandel (+ 1 %) und der Lebensrnitteleinzelhandel (+ 0 %).
Ergänzend ist zu dem vorstehenden Bericht noch auszuführen:
Von den Fachsparten des Textileinzelhandels erzielten die Geschäfte mit Herren- und Knabenoberbekleidung (+ 26 %) im November 1968 gegenüber November 1967 die stärkste Absatzsteigerung. Relativ gut war auch die Entwicklung bei den Herrenausstattern und den Geschäften mit Herren-, Damen- und Kinderoberbekleidung (jeweils + 23 %). Geringfügig über dem Branchendurchschnitt lagen mit einer Zuwachsquote von 18 % auch die Geschäfte mit Wäsche, Wirk- und Strickwaren. Etwas geringer waren die Absatzerhöhungen bei den Geschäften mit Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung (+ 14%), den Miederwarengeschäften (+ 13%), den Geschäften mit Baby- und Kinderausstattung (+ 13 %), den Textilsortimentern (+ 13 %), den Geschäften mit Haus- und Bettwäsche, Bettwaren (+ 11 %) und den Geschäften mit Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen (+ 10 %). Die letzte Stelle nahmen erneut die Meterwarengeschäfte ein. Bei ihnen betrug der Absatzanstieg im November 1968 gegenüber dem entsprechenden Vorjahrsmonat nur 4 %.
Auch zwischen den Fachsparten des Eisenwaren- und Hausrathandels sind im Berichtsmonat erhebliche Abweichungen im Absatzverlauf aufgetreten. Entgegen der allgemeinen Entwicklungstendenz mußten die Geschäfte mit 40 % und mehr Haushalt-Großgeräteabsatz eine Absatzeinbuße von 1 % hinnehmen. Am besten haben die Firmen mit vorwiegend Baubeschlägen, Kleineisenwaren und Werkzeugen und die Firmen mit 30 % und mehr Walzmaterial-, Sanitärartikel-, Bau- und Brennstoffabsatz (jeweils + 11 %) abgeschnitten, Ein dem Branchendurchschnitt weitgehend entsprechendes Ergebnis wiesen die Geschäfte mit vorwiegend Haus- und Küchengeräten (+ 9 %) sowie die Eisenwaren- und Hausratsortimenter (+ 6 %) aus.
Gegenüber dem Vormonat Oktober ergab sich im November der saisonübliche Absatzanstieg, Vom Einzelhandelsdurchschnitt wurden im November 13 % mehr umgesetzt als im Oktober. Besonders starke Zuwachsraten wiesen die Geschäfte mit Geschenkartikeln auf. Der Spielwareneinzelhandel hat im Berichtsmonat den Absatz des Vormonats um 128% übertroffen. Es folgten der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel ( + 73 %), der Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel (+ 57%), der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (+ 46%) und der Radio- und Fernseheinzelhandel (+ 36%). Vom Textileinzelhandel und vom Schuheinzelhandel wurden im November jeweils 18 % mehr umgesetzt als im Oktober. Vergleichsweise gering waren die Steigerungsquoten im Sortimentsbuchhandel (+ 10 %), im Lebensmitteleinzelhandel (+ 9%), im Eisenwaren- und Hausrathandel (+ 8%), im Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (+ 6%), bei den Drogerien (+ 4%) und im Tabakwareneinzelhandel (+ 2%). Im Gegensatz zum Einzelhandelsdurchschnitt setzte der Möbeleinzelhandel
(— 1 %) und vor allem der Tapeten- und Bodenbelaghandel (— 14 %) im November 1968 weniger um als im Oktober.
'