Der Einzelhandelsabsatz im Dezember 1968
von Prof. Dr. Rudolf Seyffert und Prof. Dr. Edmund SundhoffNach beachtlichen Absatzzunahmen im Oktober (+ 7%) und im November (+ 11 %) hat der Einzelhandel im Dezember 1968 gegenüber dem entsprechenden Vorjahrsmonat wieder eine Absatzeinbuße hinnehmen müssen. Die am Betriebsvergleich des Instituts für Handelsforschung beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte (außer Warenhäusern, Filialbetrieben, Konsumgenossenschaften und Versandhandel) setzten wertmäßig 2 % weniger um als im Dezember 1967. Bei der Beurteilung dieser Ergebnisse muß allerdings in Betracht gezogen werden, daß die Situation in den zum Vergleich herangezogenen Vorjahrsmonaten umgekehrt war. Im Oktober und November 1967 sind als Folge der allgemeinen wirtschaftlichen Rezession gegen 1966 erhebliche Absatzrückgänge eingetreten. Dagegen konnte im Dezember 1967 erstmals wieder gegenüber dem Vorjahr eine Absatzsteigerung, und zwar von 2 %, erzielt werden. Das Verkaufsergebnis des Dezember 1968 war damit wertmäßig gleich hoch wie das des Dezember 1966.
Zwischen den einzelnen Branchen zeigten sich im Dezember 1968 erhebliche Abweichungen in der Absatzentwicklung. Entgegen der allgemeinen Tendenz haben einige Branchen den Absatz des Dezember 1967 übertroffen. Besonders stark war die Zuwachsquote mit 13 % im Radio- und Fernseheinzelhandel. Vom Spielwareneinzelhandel und vom Sortimentsbuchhandel wurde ein Plus von 3 % und vom Textileinzelhandel sowie vom Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel von 2 % registriert. Die Drogerien und die Reformhäuser setzten im Berichtsmonat jeweils 1 % mehr um als im entsprechenden Vorjahrsmonat. Während der Eisenwaren- und Hausrathandel das gleiche Verkaufsergebnis erreichte wie im Vorjahr, sind bei allen übrigen Branchen mehr oder weniger starke Absatzrückgänge eingetreten. Relativ gering war das Minus im Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (— 1 %), bei den Gemischtwarengeschäften (— 1 %), im Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (— 2 %), im Tabakwareneinzelhandel (— 3 %), im Schuheinzelhandel (— 3 %) und im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel (— 3 %). Der Lebensmitteleinzelhandel und der Tapeten- und Bodenbelaghandel mußte Absatzverschlechterungen von jeweils 5 % hinnehmen. Noch stärker waren die Einbußen im Möbeleinzelhandel (— 7 %) und im Büromaschinen-, Büromöbelund Organisationsmittelhandel (— 12 %). Hierbei muß allerdings berücksichtigt werden, daß der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (+ 49 %) und der Möbeleinzelhandel (+ 19 %) im Dezember 1967 erheblich besser abgeschnitten haben als der übrige Einzelhandel.
Nach Vorliegen der Dezemberzahlen ist die Möglichkeit gegeben, ein vorläufiges Gesamtergebnis für das Jahr 1968 zu berechnen. Danach war der Absatz der am Betriebs vergleich beteiligten Einzelhandelsgeschäfte wertmäßig 2 % höher als im Jahre 1967. Abgesehen vom Lebensmitteleinzelhandel, der 1968 ein leichtes Minus von 1 % aufwies, und abgesehen vom Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel, bei dem das Verkaufsergebnis unverändert geblieben ist, haben alle übrigen Branchen mehr oder weniger starke Zuwachsquoten erzielt. Vergleichsweise gut war die Entwicklung im Radio- und Fernseheinzelhandel, der 1968 13 %i mehr umsetzte als 1967. Über dem Einzelhandelsdurchschnitt lagen auch der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel ( + 7 %), der Büromaschinen-, Bürornöbelund Organisationsmittelhandel ( + 7%), der Spielwareneinzelhandel (+ 6 %), der Sortimentsbuchhandel (+ 5 %) und der Tabakwareneinzelhandel (+ 4 %). Zunahmen
von jeweils 3 % ergaben sich im Textileinzelhandel, im Schuheinzelhandel, im Tapeten- und Bodenbelaghandel, im Leder- und Galanteriewareneinzelhandel und im Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel. Der Möbeleinzelhandel, der Eisenwaren- und Hausrathandel, die Drogerien, die Reformhäuser und die Gernischtwarengeschäfte haben 1968 dem Einzelhandelsdurchschnitt entsprechend jeweils 2 % mehr umgesetzt als 1967.
Ergänzend ist zu dem vorstehenden Bericht noch auszuführen:
Die Fachsparten des Testileinzelhandels zeigten auch im Dezember deutliche Unterschiede in der Absatzentwicklung. Im Gegensatz zum Gesamtdurchschnitt mußten die Meterwarengeschäfte (— 7 %), die Geschäfte mit Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen (— 2 %) und die Geschäfte mit Haus- und Bettwäsche, Bettwaren (— 1 %) Absatzeinbußen hinnehmen. Die Geschäfte mit Herren- und Knabenoberbekleidung setzten im Dezember wertmäßig das gleiche um wie im Vorjahr. Vergleichsweise gut war die Entwicklung bei den Miederwarengeschäften (+ 7 %) und den Geschäften mit Baby- und Kinderausstattung (+ 5 %). Eine mittlere Position nahmen die Fachzweige Herren-, Damen- und Kinderoberbekleidung
(+ 3 %), Wäsche, Wirk- und Strickwaren (+ 3 %), Herrenausstattung (+ 3 %), gemischtes Sortiment (+ 3 %) sowie Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung (+ 1 %) ein.
Von den Fachsparten des Eisenwaren- und Hausrathandels erzielten die Geschäfte mit vorwiegend Baubeschlägen, Kleineisenwaren und Werkzeugen im Dezember 1968 gegenüber Dezember 1967 eine Absatzsteigerung von 8 %. Bei den Eisenwaren- und Hausrathandlungen mit vorwiegend Haus- und Küchengeräten und mit gemischtem Sortiment ist das Verkaufsergebnis unverändert geblieben. Rückgänge ergaben sich bei den Betrieben mit 40 % und mehr Haushalt-Großgeräteabsatz (— 8 %) und bei den Betrieben mit 30 % und mehr Walzmaterial-, Sanitärartikel-, Bau- und Brennstoffabsatz (— 4 %).
Im Vergleich mit dem Vormonat November ist im Dezember die durch das Weihnachtsgeschäft bedingte Absatzbelebung eingetreten. Der Einzelhandelsdurchschnitt setzte im Dezember 36 % mehr um als im November. Besonders starke Steigerungsquoten registrierten der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+ 114%), der Spielwareneinzelhandel ( + 99%), der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (+ 85%) und die Drogerien (+ 72 %).
