Der Einzelhandelsabsatz im Januar 1969
von Prof. Dr. Rudolf Seyffert und Prof. Dr. Edmund SundhoffDas Jahr 1969 hat im Einzelhandel mit einer beachtlichen Absatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr begonnen. Die am Betricbsvergleich des Instituts für LIandelsforschung beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte (außer Warenhäusern, Filialbetrieben, Konsumgenossenschaften und Versandhandel) setzten im Januar 1969 wertmäßig 13 % mehr um als im Januar 1968. Bei der Beurteilung dieses Ergebnisses muß allerdings berücksichtigt werden, daß die Verkaufslage im Januar des Vorjahres besonders schlecht war. Im Einzelhandelsdurchschnitt ergab sich im Januar 1968 gegenüber januar 1967 ein Absatzrückgang von 5 %. Bei einem Vergleich des Januar 1969 mit dem Januar 1967 errechnet sich demnach eine Zuwachsquote von 8 %.
Abgesehen vom Sportartikelcinzelhandel, der im Januar 1969 wertmäßig 1 % weniger umsetzte als im Vorjahr, erzielten alle übrigen Branchen mehr oder weniger starke Zuwachsraten. Eindeutig an der Spitze lag mit einer Zunahme von 66 % der Büromascliinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel. Es folgte mit einem Plus von 31 % der Möbeleinzelliandei. Für beide Branchen ist allerdings festzustellen, daß sie in dem zum Vergleich herangezogenen Januar 1968 mit Umsatzeinbußen von jeweils 19 % relativ am schlechtesten abgeschnitten haben. Eine beachtliche Absatzzunahme wurde im Berichtsmonat auch vom Leder- und Galanteriewareneinzelhandel und vom Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel erreicht. Beide Branchen setzten wertmäßig 20 % mehr um. als im Vorjahr. Nur um jeweils 1 % geringer waren die Absatzsteigerungen im Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+19%) und im Radio- und Fernseheinzelhandel (+18%). Geringfügig über dem Einzelhandelsdurchschnitt
lagen der Textileinzelhandel (+15 %), der Tapeten- und Bodenbelaghandel (+15%) und der Sortimentsbuchhandel (+14 %). Eine mittlere Position nahmen im Januar der Tabakwareneinzelhandel und der Eisenwaren- und Hausrathandel ein. Beide Branchen registrierten eine dem Einzelhandelsdurchschnitt entsprechende Absatzerhöhung von 13 %. Ähnlich war auch die Entwicklung im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel und im Spielwareneinzelhandel, bei denen die Zuwachsquote 12 % betrug. Vergleichsweise geringe Absatzzunahmen ergaben sich im Lebeiismitteleinzelhandel (+8 %), bei den Gemischtwarengeschäften (+8 %), den Reformhäusern (+7 %), den Drogerien (+4 %) und im Schuheinzelhandel (+4 %). Bei diesen Branchen erklärt sich, abgesehen vom Schuheinzelhandel, die relativ geringe Zuwachsquote aus der vergleichsweise guten Entwicklung im Vorjahr. Im Gegensatz zum Einzelhandelsdurchsehmtt (-5 %) setzte der Lebensmitteleinzelhandel im Januar 1968 das gleiche um wie im Januar 1967. Die Drogerien (+1 %) und die Reformhäuser (+2 %) erzielten im Vorjahr eine leichte und der Tabakwareneinzelhandel (+8 %) eine erhebliche Absatzerhöhung. Auch im Sportartikeleinzelhandel, der im Januar 1969 als einzige Branche eine Absatzeinbuße aufwies, ist das Ergebnis durch die unterschiedliche Situation im Vorjahr beeinflußt worden. Die am Betriebsvergleich beteiligten Sportartikelgeschäfte haben im Januar 1968 das Verkaufsergebnis des Januar 1967 um 4 % übertroffen.
Ergänzend ist zu dem vorstehenden Bericht noch auszuführen :
An der Absatzbelebung im Januar 1969 gegenüber Januar 1968 haben alle Fachsparten des Textileinzelhandels teilgenommen. Die stärksten Zuwachsquoten wurden von den Geschäften mit Haus- und Bettwäsche, Bettwaren sowie mit Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen (jeweils +23 %) erzielt. Es folgten mit einem Plus von 18 % die Miederwarengeschäfte. Von den drei Fachsparten mit Oberbekleidung wurden im Berichtsmonat jeweils 16 % mehr urngesetzt als im entsprechenden Monat des Jahres 1968. Die Textilgeschäfte mit gemischtem Sortiment erreichten eine dem Branchendurchschnitt entsprechende Erhöhung von 15 %. Etwas geringer waren die Zunahmen bei den Geschäften mit Baby- und Kinderausstattung (+12 %), mit Wäsche, Wirk- und Strickwaren (+12 %), mit Meterwaren (+11 %) und mit Herrenausstattung (+11 %).
Von den Fachzweigen des Eisenwaren- und Hausrathandels haben die Geschäfte mit 30 % und mehr Walzmaterial-, Sanitärartikel-, Bau- und Brennstoffabsatz am besten abgeschnitten. Bei ihnen betrug das Plus gegenüber Januar 1968 23 %. Bei den Geschäften mit vorwiegend Baubeschlägen, Kleineisenwaren und Werkzeugen ergab sich eine Verbesserung von 16 % und bei den Eisenwarenund Hausrathandlungen mit gemischtem Sortiment von 14 %. Hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben sind im Januar die Geschäfte mit vorwiegend Hausund Küchengeräten (+6 %) und die Geschäfte mit 40 % und mehr Haushalt-Großgeräteabsatz (+8 %).
Gegenüber dem Vormonat Dezember ergab sich im Januar der saisonbedingte Absatzrückgang. Er betrug im Einzelhandelsdurchschnitt 39 %. Besonders starke Absatzminderungen sind dem Bedarfscharakter der Waren entsprechend im Spielwareneinzelhandel (-80 %), im Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (-75 %), im Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (-68 %), im Radio- und Fernseheinzelhandel (-65 % ), im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel (-62%) und im Möbeleinzelhandel (-59 %) eingetreten. Eine mittlere Position nahmen die Drogerien (-48 %), der Schuheinzelhandel (-46 %), der Sortimentsbuchhandel (-47 %), der Eisenwaren- und Hausrathandel (-45 %) und der Textileinzelhandel (-40 %) ein. Vergleichsweise geringe Absatzrückgänge wiesen der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (-15 %), der Lebensmitteleinzelhandel (-19 %), der Tabakwareneinzelhandel (-25 %) und die Reformhäuser (-30 %) auf.
