Zur Theorie der Unternehmensführung
von Dipl.- Kfm. Dr. h. c. Emil LeihmerI. Führungsqualität und Unternehmenserfolg
Der Ruf nach einer Unternehmensführungslehre ist in den letzten Jahren immer starker geworden. Er geht einmal von der Praxis aus. Die Problematik der Führung ist stärker als früher in ihr Bewußtsein getreten. In einer Zeit schnellen und tiefgreifenden strukturellen Wandels möchte man durch Systematisierung der Unternehmensführung zu einer permanenten Optimierung von Leistung, Ertrag und Sicherheit gelangen. Neben diesem allgemeinen und sachlichen Grund spielen speziellere und persönlichere Motive eine Rolle: man erwartet von einer planmäßigeren Führung, daß sie die unternehmerischen Entscheidungen erleichtern und die Führungskräfte von Irnprovisations- und Routinearbeiten entlasten hilft.
Zugleich hat sich die Wissenschaft verstärkt der Führungsprobleme angenommen. Ausgehend von den angelsächsischen Ländern Ist die Wirtschaft von einer Welle von Managementliteratur überschwemmt worden. Wenn bei ihr auch die Spreu noch nicht allenthalben vom Weizen geschieden ist, so läßt sie doch die Konturen einer wissenschaftlich begründeten Führungslehre erkennen. Aber die Auffassung in der Wissenschaft ist nicht einheitlich. Neben Sandig1, Junkerstorff2, Bender3,Häusler4 und anderen, die für eine „Lehre von den tatsächlichen und möglichen Zielsetzungen und Entscheidungen, die von der Führung eines Unternehmens nach innen und außen getroffen werden" (Sandig) eintreten, steht beispielsweise Gutenberg, nach dessen Auffassung es eine wissenschaftliche Lehre von der Unternehmensführung nicht geben kann. Die Kunst, von verantwortlicher Stelle aus weitgehende und wichtige Entscheidungen zu treffen, sei im Grunde weder lehr- noch lernbar 5.
Demgegenüber haben die durch Reihenuntersuchungen erhärteten Beobachtungen der Unternehmensberatung erwiesen, daß die Anwendung betriebswirtschaftlicher Forschungsergebnisse in der Unternehmensführungspraxis unmittelbare Wirkungen auf das Lelstungs-, Ertrags- und Sicherheitsgefüge, auf Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe hat6. Die von Rudolf Seyff ert angeregten Untersuchungen von Klein-Blenkers7, Zopp8, Keiser9 und anderen haben die Qualität der leitenden und dispositiven Kräfte als entscheidendes Kriterium für die gesamte betriebliche Leistung nachgewiesen.
Angesichts der sich in der jüngsten betriebswirtschaftlichen Forschung dokumentierenden Bedeutung der Unternehmerleistung und der Führungsqualität dürfte der Durchbruch zu einer Theorie der Unternehmensführung nicht mehr lange auf sich warten lassen. Im Zusammenhang damit ergeben sich zwei Fragenkreise, die hier angeschnitten werden sollen:
1. In welchem Verhältnis stehen Betriebswirtschaftslehre und Unternehmensführungslehre zueinander? Welche Beiträge kann die Betriebswirtschaftslehre nach dem heutigen Stand ihrer Entwicklung zu einer Theorie der Unternehmensführung leisten?
2. Wo liegen die Grenzen einer wissenschaftlichen Lehre von der Unternehmensführung?
II. Unternehmensführungslehre und Betriebswirtschaftslehre
1. Rahrmenplan einer Unternehmensführungslehre
Als Unternehmen 10 bezeichnen wir eine in das Gefüge der Marktwirtschaft eingebettete, in sich geschlossene wirtschaftliche, soziale und rechtliche Organisationseinheit, in der bestimmte Leistungsfaktoren personeller und sachlicher Art (menschliche Arbeit und Kapital in verschiedenen Formen) auf Grund bestimmter Zielvorstellungen und unter Beachtung der Gesetze der Wirtschaftlichkeit und Sicherheit durch Willensakte (Entscheidungen) der Leitung ständig (d. h. ohne zeitliche Begrenzung).
so nebeneinander eingesetzt (koordiniert) und miteinander
verbunden (kombiniert) werden, daß im Wettbewerb mit ähnlichen Organisationseinheiten marktfähige Leistungen erbracht und abgesetzt werden können.
Ein Unternehmen führen würde danach heißen:
die personellen, sachlichen und finanziellen Leistungsfaktoren
unter Beachtung der Markt- und sonstigen Umweltgegebenheiten
durch eine dauernde Folge von Entscheidungen
so planen, beschaffen, gestalten, einsetzen, koordinieren, kombinieren und kontrollieren,
daß das Unternehmensziel, optimale Leistungen bei optimaler Wirtschaftlichkeit und optimaler Sicherheit zu erbringen, erreicht wird.
Eine Theorie der Unternehmensführung müßte somit zum Inhalt haben:
1. die Lehre von der Umweltbezogenheit des Unternehmens (Stellung und Funktion des Unternehmens im Absatz-, Beschaffungs-, Arbeits-, Geld- und Kapitalmarkt, in Gesellschaft und Staat; Einrichtungen des zwischenbetrieblichen Verkehrs);
2. die Lehre von den (wirtschaftlichen, organisatorischen, sozialen, rechtlichen usw.) Strukturen der Unternehmungen, einschließlich der Sinn-Strukturen 11 (Strukturlehre);
3. die Lehre von den Zielsetzungen und Entscheidungen zur Gestaltung, Kombination und Koordinierung der betrieblichen Leistungsfaktoren im Innenverhältnis wie gegenüber dem Markt (Lehre von der Unternehmenspolitik)12, und zwar der personellen Faktoren (Personallehre) und der sachlichen sowie finanziellen Faktoren (Standort-, Waren-, Raum-, Investitions-, Finanzierungslehre);
4. die Lehre von den betrieblichen Prozessen, ihren Methoden, Hilfsmitteln und Werkzeugen (Arbeitslehre), und zwar der Führungs- (Leitungs-, Verwaltungs-) Prozesse sowie der Umsatzprozesse (Beschaffung-, Produktions-, Manipulations-, Lagerungs-, Werbungs-, Absatzverfahren und -techniken).
Diese — aus der Sicht des Unternehmensberaters entstandene Gliederung einer Theorie der Unternehmensführung deckt sich weitgehend mit der Systematik der Bereiche der betriebswirtschaftlichen Forschung und Lehre, die Rudolf Seyffert in seiner erstmals 1925 erschienenen Arbeit „Über Begriff, Aufgaben und Entwicklung der Betriebswirtsdiaftslehre" 13 gegeben hat. Der Berater wird ständig mit der Unternehmung als Ganzheit konfrontiert. Ihm stellen sich nicht nur Probleme betriebsprozessualer
Art, sondern auch solche des Marktes und der sozialen Umwelt, der Betriebsstruktur, der Unternehmenspolitik und -gestaltung, stets in ihrer wechselseitigen Bedingtheit und Abhängigkeit. Er ist deshalb — wie der aufgeschlossene Unternehmer — an einer gaiizheitlichen Theorie interessiert. Da er darüber hinaus täglich erlebt, wie sehr die Entwicklung des Leistungs-, Ertrags- und Sicherheitsgefüges primär von der Führungsspitze des Unternehmens bestimmt wird und unabhängig ist, sieht er die betrieblichen Vorgänge stark unter dem Gesichtspunkt der Führungsqualität. Er befindet sich ständig auf der Suche nach besseren Grundsätzen, Methoden und Instrumenten der Unternehmensführung und nach einem in sich geschlossenen gedanklichen System, das ihm dabei als helfende Stütze dienen kann 14. Inwieweit kann ihm die Betriebswirtschaftslehre nach ihrem heutigen Stand dabei behilflich sein?
2. Das Forschungs- und Lehrprograrnm der Betriebswirtschaftslehre
Seyffert unterscheidet in seiner Systematik der betriebswirtschaftlichen Forschung und Lehre folgende Bereiche13:
1. Strukturlehre (Lehre von der Struktur der Betriebswirtschaften)
2. Personallehre (Lehre von den Subjekten der Betriebswirtschaften)
3. Waren- (und Dienstleistungs-)lehre (Lehre von den Objekten der Betriebswirtschaften)
4. Arbeitslehre (Lehre von den Betriebsprozessen)
5. Verkehrsinstitutionenlehre (Lehre von den Einrichtungen für den zwischenbetrieblichen Verkehr).
Seyffert bringt zum Ausdruck, daß es angesichts des sehr kleinen Kreises der Träger betriebswirtschaftlicher Forschung in der kurzen Geschichte der Disziplin jahrzehntelang nicht möglich gewesen ist, das ganze Gebiet in seiner vollen Breite in Angriff zu nehmen. Das Schwergewicht habe bei den Betriebsprozessen gelegen. Zu einem gewissen Abschluß sei die Forschung eigentlich nur für die mehr formale Erfassung der Prozesse durch das Rechnungslswesen gediehen. Und auch dieser Bereich habe sich vornehmlich am industriellen Großbetrieb geformt, mit der Folge, daß die generellen Formulierungen das verursachende Beispiel nicht verleugnen könnten 15.
Forschung und Lehre jedoch in allen genannten Bereichen auszubauen, hält Seyffert für möglich und notwendig. Außer dem zentralen Gebiet der Arbeitslehre (Prozeßlehre) und den Gebieten der Personal- und Warenlehre (Betriebswirtschaftspolitik, Unternehmenspolitik) seien als weitere wesentliche Systemteile noch zu bilden die Lehre von der Struktur der Betriebswirtschaften und die von den Einrichtungen für den zwischenbetrieblichen Verkehr 16.
Dabei liege die primäre Forschungsaufgabe bei dem einzelnen Betrieb, während der Ausgangspunkt der Betriebswirtschaftslehre in Wirklichkeit die Erforschung einzelner Betriebsgruppen (Wirtschaftszweige) gewesen sei. Zu den zuerst ausgebildeten Lehren vom Industrie-, Handels- und Bankbetrieb seien inzwischen weitere hinzugetreten. Der Katalog dieser Betriebsgruppenlehren, der aus den praktischen Gegebenheiten heraus mehr zufällig entstanden sei und seinen Niederschlag in der Gliederung der betriebswirtschaftlichen Lehrstühle und Prüfungsfächer gefunden habe, entbehre jedoch jeder systematischen Grundlage 17. Ihrer Zielsetzung nach seien die „Betriebsgruppenwirtschafblehren" in erster Linie als praktische, angewandte Betriebswirtschaftslehren anzusehen, denen es auf die Ausbildung eines Systems von Verfahrensregeln für die beste Art und Weise der Betriebsführung auf ihrem Sondergebiet ankomme. Sie seien damit eine Lehre von der Betriebswirtschaftspolitik ihrer jeweiligen Gebiete 18.
Was unbeschadet des weiteren Ausbaues dieser speziellen BetriebsgruppenwirtschafMehren zu erstreben bleibe, sei die Entwicklung der Allgemeinen Betriebswirtschaftslehre, sowohl in Richtung auf eine Theorie der Betriebswirtschaft, die keine praktischen Zwecke verfolgt, als auch in Richtung auf eine Theorie der Betriebswirtschaftspolitik. In ihr hätten sich die aus den Wirtschaftslehren einzelner Betriebsfunktionen und Betriebsprozesse abzuleitenden allgemeinen Grundsätze jeglichen Betriebswirtschaftens niederzuschlagen 19.
3. Betriebswirtschaftliche Forschung und Führungstheorie
Es ist unschwer zu erkennen, daß zwischen dem von Seyffert hier entwickelten Forschungs- und Lehrprogramm der Betriebswirtschaftslehre und der aus dem praktischen Bedürfnis des Beraters und Unternehmers kommenden Gliederung einer Theorie der Unternehmensführung eine weitgehende Identität besteht: der entscheidende Orientierungspunkt ist in beiden Fällen der Betrieb als Ganzheit. Ich würde, wie es in der oben dargestellten Gliederung einer Theorie der Unternehmensführung geschehen ist, lediglich den Gesichtspunkten der Umweltbezogenheit einen stärkeren Akzent geben, als es Seyffert mit dem Begriff der „Verkehrsinstitutionenlehre" getan hat; dies, um neben der formalen Seite auch den materiellen Inhalt der Umweltbeziehungeii mehr zu betonen. Ferner käme es hier nicht nur auf die wirtschaftliche (Markt-)Seite, sondern auch auf die gesellschaftlichen und allgemeinpolitischen Aspekte an. Von untergeordneter Bedeutung dürfte die Frage sein, ob die Lehre von den „Sinnstrukturen" im Sinne Gerhard Weissers der allgemeinen Strukturlehre einzuordnen ist, wie es oben geschehen ist, oder ob man sie, wie Seyffert, als Teil der Personallehre und damit der Betriebswirtschaftspolitik betrachten will20. In einem Fall wird mehr das Abhängigkeitsverhältnis zwischen Sinn-Struktur und formaler Betriebsstruktur betont, wobei von dem Träger der Sinnvorstellungen, dem Unternehmer, abstrahiert wird; im anderen Fall treten mehr die Beziehungen zwischen Persönlichkeitsstruktur (des Unternehmers) und den Strukturen des Sinnes, also die psychologischen Aspekte, in den Vordergrund.
Im ganzen gesehen decken sich die hier wiedergegebenen Vorstellungen einer auf das Betriebsganze bezogenen Betriebswirtschaftslehre und einer Lehre von der Unternehmensführung. Verfügten wir schon über eine solchermaßen
umfassende Betriebswirtschaftslehre, so stünde damit auch eine in sich geschlossene Unternehmensführungslehre zur Verfügung. Manche Bereiche der Betriebswirtschaftslehre befinden sich jedoch noch in einem embryonalen Zustand21, so z. B. die Strukturtheorie, die Theorie der Unternehmenspolitik (Personal- und Warenlehre), die Theorie der Umweltbezogenheit des Unternehmens. Und während die Theorie von den Betriebsprozessen, soweit es sich um die Umsatzprozesse handelt 22 ,sehr stark ausgebaut ist, weist diejenige von den Führungs- und Entscheidungsprozessen noch beträchtliche Lücken auf.
Vielleicht liegt gerade hier — in dem Mangel an einer ausgebauten Lehre vom Führungsprozeß — der Grund dafür, daß es eine in sich geschlossene Betriebswirtschafts- (und damit Führungs-)lehre noch nicht geben kann. Denn die unternehmerische Entscheidung steht im Mittelpunkt allen betriebswirtschaftlichen Geschehens. Ohne sie geschieht nichts. Alle wirtschaftliche Aktivität geht von ihr aus. Folglich wären die Träger der Entscheidungen, die Unternehmer und sonstigen Führungskräfte, ihre Leistung und Qualität auch in den Mittelpunkt einer Führungslehre und damit einer abgerundeten Betriebswirtschaftslehre
zu stellen.
Möglicherweise hat die Tatsache, daß wir es hier mit qualitativen, der betriebswirtschaftlichen Reehenhaftigkeit schwer zugänglichen Faktoren zu tun haben, lange Zeit zu einer gewissen Scheu geführt, sich dieser Problematik anzunehmen23. Mit fortschreitender Erkenntnis ist sie allerdings heute zu einer zentralen Bedeutung gelangt. Dazu hat insbesondere die stark in der Entwicklung befindliche Lehre von der Unternehmenspolitik beigetragen. Sie hat sich nicht auf die sachlichen und finanziellen Faktoren beschränkt, sondern gerade auch die personellen — und damit auch die Unternehmensführung — mit einbezogen. Mit der Entwicklung von unternehmenspolitischen Grundsätzen war auch die Frage nach der Qualität ihrer Träger
sowie nach den Methoden ihrer Anwendung gestellt.
4. Die Erweiterung der betriebswirtschaftlichen Forschung in Richtung einer Unternehmensführungslehre
Forschung und Lehre haben seit der Seyffertschen Bestandsaufnahme und Systematisierung des Programms in verschiedener Richtung eine beträchtliche Wandlung und Erweiterung erfahren. Über die personen- und sachbezogenen Bereiche der Unternehmenspolitik stehen — um nur einige wesentliche zu nennen — die Arbeiten von Sandig24, Schnutenhaus25, Fischer26, Ulrich27, Mellerowicz28, Bidingmaier 29 zur Verfügung. Mit Blickrichtung speziell auf den Handel ist hier auf zahlreiche Arbeiten von Rudolf Seyffert, insbesondere auf seine „Wirtschaftslehre des Handels" zu verweisen30. Eine umfassende Darstellung der unternehmenspolitischen Gesichtspunkte des Handelsbetriebes auf der Grundlage des heutigen
Standes der Distributionsforschung hat Fritz Klein- Blenkers 31 gegeben. Die von ihm unter dem Aspekt der ökonomislerung entwickelte Unternehmenspolitik der Distributionswirtsdiaft macht sehr deutlich, daß eine angewandte Betriebswirtschaftspolitik, der es — ohne Ratschläge und Rezepte geben zu wollen — um die Entwicklung von Grundsätzen für eine optimale Betriebsgestaltung geht, als Teil einer Unternehmensführungslehre um so wirklichkeitsnäher und daher brauchbarer ist, je stärker sie sich an konkreten Betriebsgruppen oder Wirtschaftszweigen orientiert.
Auch die besonderen personellen Aspekte der Unternehmenspolitik sind in den letzten Jahren immer stärker von der Forschung aufgegriffen worden. Das gilt nicht nur für die Fragen der Personalauslese, -ausbildung, -Weiterbildung und -pflege, sondern insbesondere auch für diejenigen der Qualität der Führungskräfte. Die Lawine der „Management"-Literatur ist gerade auf diesem Gebiet unübersehbar geworden.
Hier seien nur Junkerstorff 32, Gast33, Drucker34, Pöhlmann 35, Höhn 36, Schall 37, Häusler 38 genannt.
Die Ausdehnung der betriebswirtschaftlichen Forschung über ihr ursprüngliches Anliegen, die Erforschung der Betriebsprozesse, hinaus darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Lehren von der Unternehmenspolitik noch nicht die Ausbildung erfahren haben, wie dies von der Lehre von den (Umsatz-)Prozessen gilt. Allerdings ergeben sich auch bei der letzteren immer wieder neue Aspekte. Man denke z, B, an die mit dem Wirtschaftsvolumen erheblich gestiegene Bedeutung der Beschaffungs- und Absatzprobleme, deren sich Sundhoff angenommen hat39. Hier ist auch auf die von der Entwicklung mathematischer Methoden und von der Entwicklung der Technik (Elektronik) ausgehende weitere Ausgestaltung und Spezialisierung der Verfahrenslehren zu verweisen.
Aus der in der Entfaltung begriffenen Lehre von der Unternehmenspolitik entwickelt sich eine neue Sicht der Dynamik des wirtschaftlichen Geschehens und seiner motorischen Kräfte. Sie macht auch die psychologisch und soziologisch bedingten Verhaltensweisen der Menschen zum Gegenstand der Forschung und Lehre. Während sich die Betriebswirtschaftslehre insbesondere in der mathematischen Richtung der Lehre von den Prozessen höchster Abstraktionen bedient, gewinnt sie durch die psychosoziologische Komponente der Unternehmenspolitik an Lebens- und Wirklichkeitsnähe.
Verhältnismäßig am wenigsten erschlossen sind bisher neben den für die Unternehmenspolitik wichtigen Verhaltensweisen der wirtschaftenden Menschen die Strukturen der Unternehmungen. Die klassische Lehre von den Prozessen geht von gegebenen Strukturen aus. In einer Zeit umfassender und schneller Strukturwandlungen gewinnt ihre Erforschung jedoch besondere Bedeutung. Der Berater sieht sich strukturellen Problemen täglich gegenüber. Er ist an der Erkenntnis empirischer Gesetzmäßigkeiten auch auf diesem Gebiet interessiert. Wie der Unternehmer, bewegt er sich hier notwendigerweise noch weithin auf schwankendem, oft nur durch das eigene Erfahrungswissen gehaltenem Boden.
Das immer stärker gewordene Bedürfnis nach wissenschaftlicher Durchdringung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen, das schließlich sogar politische Wellen schlug, hat in Deutschland vor einem Jahrzehnt zur Gründung des Instituts für Mittelstandsforschung in Verbindung mit den Universitäten Köln und Bonn geführt. Das Institut ist inzwischen mit einer großen Zahl von gründlichen Untersuchungen hervorgetreten. Sie erstrecken sich insbesondere auf die drei bisher noch unterentwickelten Bereiche Strukturforschung, wirtschaftliche und gesellschaftliche Umweltprobleme sowie Verhaltensforschung.
Für die entsprechenden Teile einer Theorie der Unternehmensführung liefern sie wertvolle empirische Unterlagen und Erkenntnisse 40.
Die kurze Skizze zur Entwicklung der betriebswirtschaftlichen Forschung In jüngster Zeit, die natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben kann und nur den „Trend" zeigen soll, läßt immerhin erkennen, daS wir uns auch in dieser Disziplin in den letzten beiden Jahrzehnten einer „Explosion des Wissens" gegenübersehen. Die von Seyffert markierten „weißen Flächen" auf der „Landkarte" der Betriebswirtschaftslehre werden in raschem Tempo erschlossen, seitdem die Forschung auf einer viel größeren Zahl von Schultern ruht. Die Ergebnisse sind für den einzelnen kaum noch zu überblicken. Gilt dies schon für den Wissenschaftler, wieviel mehr für den Praktiker, der sie nutzen soll und muß. Die Systematisierung, Zusammenfassung, Auswahl, Gliederung und Koordinierung zu einer geschlossenen Betriebswirtschaftslehre oder Lehre von der Unternehmensführung ist dringlich geworden. Die „Zusammenschau" aller wesentlichen Unternehmensprobleme — nicht nur der wirtschaftlichen und organisatorischen — ist notwendig, wenn wir uns nicht im Gestrüpp der immer zahlreicher und komplizierter werdenden Spezialprobleme verlieren und die Einseitigkeit des Denkens und der Vorstellungen noch weiter
steigern wollen 41.
Mit der Vervollständigung der Systematik der Bereiche der betriebswirtschaftlichen Forschung nähern wir uns auch der Komplettierung einer Unternehmensführungslehre. Da die Führungs- und Entscheidungsprobleme nach dem heutigen Stand der Forschung in dem Gesamtrahmen nicht fehlen können, ist die Auseinandersetzung mit ihnen unvermeidlich. Dabei dürfte ihre zentrale Bedeutung im Rahmen der Betriebswirtschaftslehre immer deutlicher erkannt werden. Die zu den Grundlagen der
Disziplin gehörende quantitative Betrachtungsweise wird ihre Ergänzung in qualitativen Elementen finden müssen. Die Synthese zwischen beiden, wie sie in der Unternehmenspraxis und -beratung laufend gefunden werden muß, dürfte auch charakteristisch für die künftige Gestalt einer in sich geschlossenen Betriebswirtschaftslehre sein.
Diese Bemerkungen könnten den Anschein erwecken, als hinke die Entwicklung der betriebswirtschaftliche Forschung ganz allgemein hinter den Anforderungen der Praxis her. In Wirklichkeit ist sich die Praxis dieser Probleme bisher jedoch nur vereinzelt bewußt geworden. Erst in letzter Zeit hat sich die öffentliche Diskussion darüber verstärkt. Im ganzen gesehen hat die Praxis jedoch noch nicht einen Bruchteil der Erkenntnisse aufgenommen, die ihr die Forschung bietet. Man darf die vorhandenen Ausnahmen nicht für die Regel nehmen. Der Engpaß der heutigen Dkonomisierungsbemühungen liegt nicht
bei der Forschung, sondern in der Weckung und Stärkung des betriebswirtschaftlichen Bildungsbedürfnisses der Praxis und in der Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse durch eine entsprechend breit angelegte Aus- und Weiterbildung der Führungskräfte, Dies gilt, obwohl die Unternehmerbildung nach dem Zweiten Weltkrieg starke Impulse durch die Entwicklung der Erwachsenenbildung im allgemeinen und die des Beratungswesens im besonderen erfahren hat. Für den mittel- und kleinbetrieblichen Bereich der Wirtschaft kann man Strukturpolitik im wesentlichen mit Bildungspolitik gleichsetzen 42.
In bezog auf die wissenschaftliche Forschung ist in diesem Zusammenhang zu bemerken, daß eine Betriebswirtschaftslehre, die neben den sachbezogenen auch die personenbezogenen Führungsprinzipien und -prozesse als ihren Kern betrachten würde, der Intensivierung der Bildungsbemüliungen sehr zugute käme. Das Interesse des Praktikers könnte damit wesentlich verstärkt werden. Denn der Unternehmer empfindet es heute immer mehr als Mangel, bei der Entwicklung seiner Führungsgrundsätze, -methoden und -hilfen noch immer weitaus überwiegend auf sich selbst, auf die Anreicherung eines Erfahrungswissens angewiesen zu sein und jeweils für sich von vorne beginnen zu müssen, wenn er nicht das Guck hatte,
einen hervorragenden Unternehmer als Lehrmeister zu haben.
Eine als Führungslehre ausgebildete Betriebswirtschaftslehre, in deren Mittelpunkt die unternehmerische Zielsetzung und Entscheidung als Ausgangspunkt seines gesamten wirtschaftlichen Handelns steht, würde ihn unmittelbar persönlich ansprechen und den Willen zur Ausschöpfung der ihm von der Wissenschaft angebotenen Erkenntnisse verstärken.
III. Grenzen einer wissenschaftlichen Lehre von der Unternehmensführung 43
1. Analyse des Führungsvorganges
Es besteht kein Zweifel darüber, daß nicht alle Grundlagen und Elemente der Unternehmensführung der wissenschaftlichen Durchdringung zugänglich sind. Diese Tatsache mag mit dazu beigetragen haben, daß die Unternehmensführung in ihren unternehmenspolitischen und prozessualen Aspekten lange Zeit im Schatten der betriebswirtschaftlichen Forschung gestanden hat.
Eine Parallele dazu bietet sich bei der Behandlung der Unternehmerfunktion durch die Nationalökonomie. Jean BaptisteSay hatte in seinem „Tratte d'EconomiePolitique" zwar schon vor mehr als eineinhalb Jahrhunderten die bis dahin allgemein mit der Funktion des Kapitaleigentümers gleichgesetzte Unternehmeraufgabe als wirtschaftliche Handlungs- und Entscheidungseinheit erkannt; aber es dauerte noch mehr als hundert Jahre, bis Schumpeter in seiner „Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung" nach dem ersten Weltkrieg den Blick erneut auf das persönliche Element im Wirtschaftsleben und auf den Unternehmer richtete. Noch heute jedoch entspricht das Bild des Unternehmers in der Nationalökonomie keineswegs der Bedeutung seiner Funktion in der Marktwirtschaft.
Die betriebswirtschaftliche Betrachtung des Phänomens der Unternehmensführung steht möglicherweise auch unter dem Einfluß dieser Unterbewertung. Sie kann durch Intensivierung der empirischen Forschung überwunden werden. Worauf es dabei ankommt, ist, die komplizierten wirtschaftlichen, psychologischen, soziologischen, technischen und rechtlichen Vorgänge der Führung im Zusammenhang zu erfassen. Die einzige Möglichkeit einer solchen Erfassung besteht in der Analyse des Geschehens durch Zerlegung in Beziehungen und in der Zusammenfassung einzelner Teilbeziehuiigen und verwandtet Gruppenbeziehungen zum totalen Bezugssystem „Betrieb" 44. Erst die geistige Erfassung des Betriebsganzen und die Nachschöpfung des Betriebssystems im Begriffssystem macht die Zerlegung möglich. Der Betriebsprozeß wird im Denkprozeß erfaßt. In dieser Weise muß auch der Unternehmensberater vorgehen, wenn er der sich im Führungsprozeß widerspiegelnden Problematik des Unternehmensganzen gegenübersteht und nach Wegen sucht, die Kluft zwischen Forschungsziel und Erkenntnismöglichkeit zu schließen.
Bei der Zerlegung des Führungsvorganges gehen wir von der „Führungsqualität" aus. Nach Gutenberg handelt es sich dabei „im Grunde um eine irrationale Schicht, in welcher der produktive Effekt betriebsführender Tätigkeit wurzelt" 45. Neben diese irrationale Schicht stellt Gutenberg die des „Rationalen" und die des „Gestalt- Vollziehenden". (In der Begriffswelt der klassischen Philosophie oder der Bibel würde man von „Seele", „Geist" und „Wille" sprechen), „Diese drei Schichten machen zusammen das Wesen und die Weite des dispositiven Faktors aus. Sie bilden eine Einheit"46. „In jeder Entscheidung,
die die Geschäftsleitung trifft:, (finden sich) Momente, die rational nicht weiter faßbar sind, weil sie aus der Individaalität derjenigen stammen, die zu entscheiden haben. Hierin liegt das Geheimnis richtiger Entscheldungen"47.
Gehen wir davon aus, daß sich die so umschriebene Persönlichkeitsstruktur in den unternehmerischen Entscheidungen ausprägt und im Führungsprozeß widerspiegelt, so müssen, wenn wir diesen Prozeß analysieren, die drei Schichten erkennbar werden, Sie in ihrem jeweiligen Wirksamwerden nach Möglichkeit zu isolieren, ist wichtig, weil nur so Klarheit darüber gewonnen werden kann, ob und wo Ansatzpunkte für eine rationale Gestaltung der Unternehmensführung zu gewinnen sind, ob und inwieweit demzufolge Unternehmensführung gelehrt und erlernt werden kann und wo die Grenzen einer Theorie der Unternehmensführung liegen.
Gutenberg räumt der „irrationalen" Schicht, dem seelischen Bereich, bei der dispositiven Tätigkeit eine dominierende Stellung ein. Aus dieser Sicht erklärt sich seine Definition der Unternehmensführung als einer „Kunst, die im Grunde weder lehr- noch lernbar" sei 48. Seine Auffassung entspricht derjenigen, die in der Praxis seit jeher galt und auch heute noch — in Europa stärker als in den USA — weithin vertreten wird. In der Wissenschaft wird sie — ausgehend von den angelsächsischen Ländern — immer mehr bestritten 49.
Soweit „dispositive" Tätigkeit allerdings mit dem Fällen von Entscheidungen gleichgesetzt wird, ist Gutenberg zuzustimmen. Denn bei keiner anderen Funktion kommen Eigenschaften, die im Seelischen verankert und nicht erlernbar sind, stärker zur Wirkung, als bei der Entscheidungstätigkeit. Soweit die Eigenschaften angeboren und vorhanden sind, wie z. B. Wagemut, Beharrlichkeit, Verantwortungsgefühl usw., können sie gefördert und zur Entfaltung gebracht werden; wo die Anlagen dazu fehlen, sind die Qualitäten nicht zu entwickeln.
Die dispositive Tätigkeit des Unternehmers ist jedoch nicht auf das Treffen von Entscheidungen beschränkt. Zur Führung gehören auch die Vorbereitung von Entscheidungen, die Durchführung und Kontrolle. Sandig bezeichnet als Inhalt der Betriebsführung ein Zweifaches 50:
1. Ideenschöpfen, Zielsetzen, grundlegendes Entscheiden und Tragen von Verantwortung; diese Funktionen faßt er unter dem Begriff der „Führungspolitik8 zusammen.
2. Das In-die-Tat-Umsetzen der Ideen, das Aufstellen der Pläne für die Durchführung, das Organisieren und schließlich das Durchführen der getroffenen Entscheidungen; sie bilden zusammen die „Führungstechnik".
Beide, Führungspolitik und Führungstechnik gehören zusammen. Das eine geht nicht ohne das andere: mit der Führungspolitik allein werden keine Ideen verwirklicht; keine Ziele erreicht; die Führungstechnik für sich ist ein „Vollzugssystem ohne Idee, ohne Inhalt" 50. — Hier ist der Begriff der Untemehmensführung wesentlich weiter gefaßt als bei Gutenberg; er umfaßt neben der Entscheidung eine ganze Reihe weiterer Funktionen. Sie haben durchweg rationalen Charakter.
Der Inhalt des Führungsvorgangs läßt sich noch unter einem anderen Aspekt analysieren, der, wie mir scheint, die rationalen Ansatzpunkte noch leichter erkennen läßt. Ich gehe dabei von dem Ablauf der psychologischen Vorgänge bei der Führung aus, wie ihn die Militärwissenschaft darstellt und anwendet.
In der militärischen Führungslehre setzt der Führungsprozeß eine Stufe tiefer an als bei Sandig: die grundsätzlichen und allgemeinen Ziele werden außerhalb der militärischen Führung von der Politik gesetzt. Bei der Führung wirtschaftlicher Unternehmen vollziehen sich Ideenschöpfung und Zielsetzung in vollem Umfang innerhalb der autonomen Unternehmung.
Hier muß zwischen Grundzielen, strategischen und taktischen Zielen unterschieden werden. Grundideen und Grundziele, die der Tätigkeit des Unternehmers ihren Sinn verleihen, haben präprozessualen Charakter. Sie sind im allgemeinen nicht formuliert, wenn man sich ihrer überhaupt bewußt ist. Bei ihrer Gestaltung wirken Mentalität, Weltbild, Herkunft, Erziehung usw. mit. Sie wurzeln in den häufig unbewußten Motiven menschlichen Handelns. Sie werden zwar im gesamten Führungsprozeß von Beginn an wirksam, ihre Entstehung ist jedoch nicht den hier zu analysierenden Führungsvorgängen zuzuordnen.
Anders die strategischen und taktischen Ziele. Sie bauen auf den Grundideen und -zielen auf und legen die Form ihrer Verwirklichung im Zuge des Ablaufes der Führungsfunktionen fest.
Unter Berücksichtigung dieses Sachverhaltes ergibt sich folgender formal-logischer Ablauf des Führungsprozesses 51:
1. Erkundung der inner- und außerbetrieblichen Voraussetzungen für die Zielverwirklichung.
2. Beurteilung der Voraussetzungen.
3. Entscheidung, Festlegung der strategischen und taktischen Ziele.
4. Durchführung der Entscheidungen.
5. Kontrolle der Durchführung und des Erfolges.
Im Ablauf dieser Funktionen nimmt die Entscheidungsfunktion die zentrale Stellung ein, weil es ohne Entscheidungen kein Handeln gibt. Wegen dieser zentralen Bedeutung wird der gesamte Führungsprozeß gelegentlich, z. B. von Frenkner 52 auch als EntScheidungsprozeß bezeichnet. Um die im Mittelpunkt stehende Entscheidungsfunktion ranken sich die anderen Führungsfunktionen:
Vor der Entscheidung:
Erkundung der Lage (Information). Sie erstreckt sich auf die relevanten wirtschaftlichen, rechtlichen, technischen, psychologischen, soziologischen und politischen Gegebenheiten außer- wie innerbetrieblicher Art. Im Vordergrund des Interesses stehen dabei die Absatz- und Beschaffungsmärkte einerseits, die Betriebsfaktoren und das Leistungs-, Ertrags- und Sicherheitsgefüge des Unternehmens andererseits. Die Erkundung ist ein laufender Prozeß, der sich heute hochentwickelter Instrumente bedienen kann und der der Unternehmensführung ständig neue Alternativen erarbeitet, jedoch nur selten vollkommene Informationen geben kann.
Beurteilung der Lage und der Alternativen. In der militärischen Führungslehre Ist diese Teilfunktion, die man vielleicht auch noch derjenigen der Erkundung oder schon derjenigen der eigentlichen Entscheidung zurechnen könnte, expressis verbis zwischen die beiden genannten Teilaufgaben als eine Führungstätigkeit eigener Art gestellt. In der Führerausbildung wird diese Tatsache besonders hervorgehoben, die Anwendung geschult. Mit dieser Betonung soll erreicht werden, daß im Prinzip keine „unüberlegten" Entscheidungen getroffen werden; In jedem Fall sollen die jeweiligen Chancen rational gegeneinander
abgewogen werden. Um sorgfältig abwägen zu können, ist es gegebenenfalls notwendig, die aus der Erkundung gewonnenen Daten zur Grundlage von detaillierten Alternativplänen zu machen.
Rühli53 faßt die Prozesse der Erkundung und Beurteilung In dem Begriff „Entscheidungsvorbereitung" (Such- und Abklärprozesse) zusammen. Wegen der geschilderten besonderen Bedeutung des Beurteilungsvorganges und im Hinblick auf die Unterschiedlichkeit der beiden Tätigkeiten sind sie in unserer Analyse in Anlehnung an die militärische Führungslehre jedoch auseinandergehalten.
Mit der Entscheidung werden strategische oder taktische Ziele festgelegt und konkretisiert. Die gewählten Alternativen können ihren Niederschlag in lang- und kurzfristigen Plänen finden. Sie leiten nach der Entscheidung über zur
Durchführung: die Entscheidungen werden in Anordnungen, Aufträge, Anweisungen, Befehle umgesetzt. Die kurzfristige (periodische) Betriebsplanung (Detailplanung, Budgetierung) kann dabei wertvolle Dienste leisten. — Gleichzeitig mit der Durchführung getroffener Entscheidungen beginnt auch die
Kontrolle der Durchführung. Sie wird ergänzt durch die Kontrolle der Ergebnisse und des Erfolges. Sie kann sich in den verschiedensten Formen vollziehen, für die die Natur der Entscheidung, der verfolgte Zweck, die Träger und Werkzeuge der Kontrolle sowie der Zeitpunkt Ihres Einsatzes maßgebend sind 54. Die Kontrollvorgänge münden gegebenenfalls In die Korrektur von Entscheidungen ein: der Ablauf des Prozesses beginnt von neuem.
2. Ansatzpunkte der Unternehtnetisführungslehre
Die Analyse läßt erkennen, daß es sich um einen komplexen Vorgang handelt, der — in der Person des Führenden — von geistigen und seelischen, rationalen und irrationalen, bewußten und unbewußten sowie von willensrnäßigen (dynamischen) Kräften getragen wird.
Bei der irrationalen, seelischen Komponente haben wir es mit Eigenschaften zu tun, die die Persönlichkeitsstruktur des Menschen ausmachen: Optimismus, Wagemut, Entschlußkraft, Entscheidungsfreudigkeit, Verantwortungsgefühl, Risikobereitschaft, Beharrungsvermögen, Ausdauer, Durchsetzungsvermögen, Geltungsdrang, Selbstbehauptungswillen, Kontaktfähigkeit, Aufgeschlossenheit usw. Sie sind zwar, wie bereits gesagt, bis zu einem gewissen Grad durch Erziehung und Übung entwicklungsfähig, wenn in der Grundstruktur angelegt, aber kaum aneignungsfähig, wenn dies nicht der Fall ist. Ähnliches gilt für die dynamischen Kräfte des gestaltvollziehenden Willens.
Anders die rationalen Komponenten der Führungsqualität. Zwar spielt auch hier eine sehr wesentliche, die Persönlichkeitsstruktur bestimmende Eigenschaft eine Rolle: die Denk- und Kombinationsfähigkeit, der Intelligenzgrad. Aber Denken ist — wenigstens graduell — erlernbar und der Schulung zugänglich.
Auf unsere Überlegungen angewandt bedeutet dies, daß der vom irrationalen Bereich beeinflußte Entscheidungsvorgang je nach dem im Einzelfall erzielbaren Grad der Denk- und Urteilsfähigkeit zu mehr oder weniger optimalen Ergebnissen führen kann. Mit anderen Worten: Der Optimierungsgrad einer Entscheidung hängt mit davon ab, ob und in welchem Maß die irrationale Komponente beim Fällen von Entscheidungen durch die rationale ergänzt wird oder inwieweit das sogenannte (rational nicht erfaßbare) „Fingerspitzengefühl" durch verstandesmäßige, auf Erkenntnissen und Fakten beruhende Überlegungen ergänzt werden kann.
Rationale Überlegungen (Wissen, bewußte Erfahrung) kommen in jedem Fall zur Anwendung — vor der Entscheidung:
bei der systematischen Erkundung, Beobachtung, Ermittlung der außer- und innerbetrieblichen Gegebenheiten und bei der darauf beruhenden Entwicklung von Alternativen,
bei der planmäßigen Beurteilung der Alternativen.
Die Vorbereitung von Entscheidungen ist somit ein Vorgang, der der wissenschaftlichen Durchdringung in Bezug auf die anzuwendenden Grundsätze, Methoden and Verfahrensweisen in vollem Umfang zugänglich ist. Die Entwicklung der Unternehrnensführungslehre findet hier keine durch irrationale Elemente gesetzten Grenzen vor. So hat denn auch die Erforschung der Märkte, aber auch der gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Umweltgegebenheiten einen starken Aufschwung genommen. Sie bedient sich ständig verfeinerter Methoden. Die elektronischen Hilfsmittel dürften die Grenzen der Erkenntnismöglichkeiten auf diesem Gebiet noch erheblich hinausschieben, indem sie insbesondere auch die Quantifizierbarkeit qualitativer Massendaten — etwa von Verhaltensweisen und Gewohnheiten in ihrer weitgehenden Differenzierung — erleichtern.
Ähnliches gilt für die Vorgänge, die sich an die Entscheidung anschließen und ihrer Verwirklichung dienen:
Bei der Durchführung von Entscheidungen, die meist delegiert wird, stellen sich nicht nur organisatorische, technische, wirtschaftliche und rechtliche, sondern auch psychologische und betriebssoziologische Fragen. Eine große Rolle spielen dabei die Informations- und Kommunikationsprozesse und die Fragen der Menschenführung. Mit ihnen hat sich die Militärwissenschaft eingehender befaßt, und zwar sowohl mit organisatorischen und technischen (z. B. Befehlstechnik), als auch
mit den führungspolitischen Grundsätzen55.
Daß auch die Kontrollvorgänge in ihren organisatorischen, technischen und psycho-soziologischen Aspekten dem Zugriff der Forschung offenliegen, bedarf keiner weiteren Ausführungen.
Betrachtet man die Eignung der bisher behandelten Teilfunktionen der Unternehmensführung als Forschungsobjekte aus der Sicht des Beraters, so kann man feststellen, daß zu seinen Alltagsaufgaben die Entwicklung und Verbesserung von Grundsätzen und Methoden für
die Entscheidungsvorbereitung durch Erkundung und Beurteilung,
die Entscheidungsverwirklichung und
die Entscheidungskontrolle
gehören. Die Fragen, die sich ihm dabei stellen, beziehen sich auf die
Unternehmensstruktur,,
Umweltbeziehungen,
Unternehmenspolitik und
Unternehmensprozesse,
und zwar jeweils eines in der Wirklichkeit vorkommenden Unternehmens. Auch wenn an diese Untersuchungen nicht allenthalben wissenschaftliche Maßstäbe anzulegen sind — je größer die Zahl der durchgeführten Beratungen, um so mehr formt sich aus der Fülle der Einzelerkenntnisse, Beobachtungen und Erfahrungen die Summe dessen, was sich an allgemeingültigen Grundsätzen und Methoden zu einer Lehre verdichten läßt.
Die gleiche empirisch-induktive Methode von einer Forschung angewandt, die in einem breiten Spektrum mit großen Reihenuntersuchungen systematisch operieren kann, die aber nicht, wie die des Beraters, zweckgebunden ist, müßte zu einer wesentlichen Erhellung aller bisher hier angesprochenen Probleme der Unternehmensführung gelangen. Daß dies tatsächlich der Fall sein kann, zeigen, wenn auch nur auf Teilgebieten, die Betricbsvergleiche. Eine von vielen getragene, nach Interessengebieten aufgegliederte, koordinierte Forschung, wie sie z. B. in der Katalog-Kommission für handeis- und absatzwirtschaftliche Forschung angestrebt wird, könnte die zur Zeit erkannten Lücken schließen und die Theorie der Betriebswirtschaftslehre und damit die Theorie der Unternehmensführung vervollkommnen. Der Forschung würden sich bei
den hier aufgeführten Objekten (wobei die eigentliche Entscheidungstätigkeit noch ausgeklammert wurde) kaum
wesentliche, im Forschungsgegenstand liegende Hindernisse entgegenstellen.
3. Die Teilfunktion des Entscheidens als besonderer Ansatzpunkt der Unternehrnensführungslehre
Die Frage, ob der Entscheidungsakt Objekt der Forschung und damit auch einer wissenschaftlichen Lehre sein kann, wird noch nicht allgemein bejaht. Die Beschäftigung mit den Managementproblemen hat die angelsächsische und insbesondere die amerikanische Forschung früher als die europäische auf die psychologischen Vorgänge hingewiesen, die mit dem Heranreifen und dem Aufbau von Entscheidungen sowie mit der Tätigkeit (dem Prozeß) des Entscheidens verbunden sind. Im deutschsprachigen Forschungsraum hat die wissenschaftliche Durchdringung des Problems erst begonnen. Hier ist vor allem auf die Arbeiten von Gäfgen 56 und Herbert Hax 57 zu verweisen. Die Entscheidung als zentrale Funktion im Führungsprozeß wird immer noch vielfach als rational nicht erfaßbar betrachtet. Damit wird der Forschung der Weg verstellt; Unternehmensführung bleibt dann eine Kunst, die nicht lehr- und lernbar,, sondern eine Frage der Begabung ist.
Ohne Zweifel ist die Tätigkeit des Entscheidens im Ablauf des Führungsprozesses die bei weitem wichtigste. Ohne sie verlieren die ihrer Vorbereitung dienenden Bemühungen ihren Sinn; die dem Entscheidungsakt folgenden Funktionen werden gar nicht erst ausgelöst. Eine Lehre, die sich auf die Entscheidungsvorbereitung, -durcliführung und -kontrolle beschränken wollte, ist zwar möglich, wäre jedoch keine Führungslehre. Führung schließt das Treffen von Entscheidungen ein; ohne Entscheidungen keine Führung. Wäre die unternehmerische Entscheidung ausschließlich irrational bedingt und damit als „unerforschlich" anzusehen, so könnten für die Führung keine allgemeingültigen Grundsätze und Regeln aufgestellt werden. Diese Auffassung wird schon durch die Entwicklung und Handhabung von Grundsätzen und Regeln in den beiden großen Organisationsbereichen der Kirche und der Armee widerlegt. Zweifellos gibt es dort (wie im Wirtschaftsleben) auch nichtrationale Entscheidungen;
ebensosehr aber gibt es reinrationale und solche, an denen alle Seins-Schichten des Menschen in einem von Fall zu Fall unterschiedlichen Gewichtsverhältnis beteiligt sind. Sind aber überhaupt vernünftige,, in logischen Überlegungen wurzelnde Motive denkbar — und sie spielen zumal im Wirtschaftsleben sicher keine untergeordnete Rolle — so sind auch Ansatzpunkte für die Forschung gegeben.
Die Erfahrung des Beraters spricht ebenfalls für die Möglichkeit und Notwendigkeit der wissenschaftlichen Erforschung der Entscheidungsprobleme. Der Berater hat es natürlich nicht nur mit Fragen zu tun, die entscheidungsvorbereitenden, -durchführenden oder -kontrollierenden Charakter haben, und nicht nur mit sachlichen Aufgaben, sondern mit den Menschen selbst, die Träger der Entscheidung sind. Von ihnen wird er bevorzugt gerade dann konsultiert, wenn Entscheidungen nicht-routinemäßiger, sondern grundsätzlicher, konstitutiver, einmaliger Art anstehen. Im täglichen Umgang mit Menschen
dieser Art erfährt er die Bedeutung und den Einfluß, die die irrational und dynamisch geprägte Persönlichkeitsstruktur für alle Entscheidungen hat. Er muß sich, da er helfen will und soll, auch mit den ihm erkennbaren irrationalen Einflußfaktoren auseinandersetzen. Trägheit, Bequemlichkeit, Starrsinn, depressive Erscheinungen sind ihm ebenso geläufig wie Kühnheit, Beharrlichkeit, Wagemut. Er muß sich in die Psyche seines Gegenübers einfühlen wie der Arzt. Wie er muß er unter Umständen irrationale Elemente „ausmanövrieren", um die notwendigen Reaktionen herbeizuführen. Er muß, mit einem Wort, seinen Partner mit dessen persönlichen und fachlichen Eigenschaften in das vielschichtige Bezugssystem als Führungs- und Entscheidungsorgan so einordnen, daß die Vielfalt der Entscheidungen zu einer am Sinn des Unternehmens orientierten Einheit wird.
Ist es die Aufgabe des Beraters, der Ratio in der Unternehmensführung den ersten Platz zu sichern, indem er die Grenzen der Rationalität ständig weiter auszudehnen versucht, so ist nicht einzusehen, weshalb diese Aufgabe nicht von der Forschung erfüllt werden könnte. Sie dürfte allerdings nicht von abstrakten Modellen, sondern müßte von der Wirklichkeit ausgehen, einer Wirklichkeit, die auch die Verwurzelung des Individuums im irrationalen, seelischen Bereich einschließt. Die Entscheidungslehre — hier als Teil einer Unternehmensführungslehre — hätte demzufolge auch wesentliche psychologische Züge. Eine Lehre, die den Führenden zur Selbsterkenntnis führt oder sie zu vertiefen in der Lage ist, würde die imponderabilen Einflüsse auf die Entscheidungen ebenso zurückdrängen können, wie es der Berater unter Anwendung seiner empirischen Beobachtungen und Erfahrungen kann und muß.
Daß es sich bei diesem Teil der Führungslehre um Fragen handelt, die der Erkenntnis besonders schwer zugänglich sind, kann unterstellt werden. Aber Entscheidungsprobleme sind nicht nur mit mathematischen Methoden und Modellen zu lösen, die jeweils nur auf eines von vielen möglichen Bezugssystemen abgestellt sein können. Viel wichtiger und grundlegender erschein eine vertiefte Kenntnis der psychologischen Bedingungen, unter denen Entscheidungen in der Wirklichkeit heranreifen, wachsen, getroffen und korrigiert werden. Dazu ist die bessere Erkenntnis der Entscheidungsträger nötig.
In den Schlußbemerkungen zu seinem Aufsatz über „Grundzüge einer betriebswirtschaftlichen Entscheidungslehre" in der Festschrift zum 70. Geburtstag von Karl Käfer bejaht Rühli58 ausdrücklich das Bedürfnis nach einer speziellen Entscheidungslehre. „Die dabei anfallenden Erkenntnisse sind nicht nur für die Entscheidungsbildung in der betrieblichen Praxis, sondern vor allem auch für die Entwicklung der betriebswirtschaftlichen Theorie von fundamentaler Bedeutung. Das . . . in heutiger Sicht . . . doch wohl etwas einseitig anmutende theoretische Konzept, wonach das zentrale Erkenntnisobjekt der Betriebswirtschaftslehre in der optimalen Kombination weitgehend willenloser Produktionsfaktoren liegt, kann nämlich dank der Erkenntnisse einer betriebswirtschaftlichen Entscheidungslehre überwunden und dem Menschen und der Organisation auch in der Theorie wieder die gebührende Bedeutung zurückgegeben werden. Eine hochentwickelte betriebswirtschaftliche Entscheidungslehre ist also die Voraussetzung für ein wirklichkeitsnäheres theoretisches Konzept der ganzen Betriebswirtschaftslehre, in welchem die Unternehmung primär als „ein System partiell koordinierter Entscheidungen vieler Menschen" (Albach) gesehen wird 59. Dem ist aus der Erfahrung des Beraters zuzustimmen. Rühli widerspricht sich jedoch selbst, wenn er mit dem von ihm apostrophierten „einseitig anmutenden theoretischen Konzept der Betriebswirtschaftslehre" Gutenberg identifiziert. Denn Gutenberg hat wesentliche Beiträge zu einer Führungslehre — auch im Sinne Rühlis — geliefert60.
Mir scheint, wir befinden uns im Hinblick auf das Problem In einer ähnlichen Lage wie die Medizin, Das Feld ihrer Probleme und Möglichkeiten ist bei der sehr individuellen psycho-somatischen Struktur des einzelnen Menschen und bei der Vielfalt der Lebens- und Umweltbedingungen praktisch unbegrenzt. Wie die Wirtschaftswissenschaft sieht sie sich all den Schwierigkeiten gegenüber, die sich aus der Interdependenz zahlreicher Faktoren unterschiedlichsten Charakters ergeben. Trotzdem hat sie
aus der Fülle empirischer Daten typische Erscheinungen und Kausalitäten ermittelt, hat Krankheitsbilder, Verhaltensweisen, Behandlungsmethoden festgestellt, die freilich einer ständigen Korrektur bedürfen und korrigiert werden. Wenn auch die mit exakten Untersuchungsmethoden gewonnenen objektiven Befunde nicht in allen Fällen zu unbedingt sicheren Ergebnissen führen, so doch in der Mehrzahl, so daß der Arzt mit großer Sicherheit gültige, lehr- und lernbare Behandlungsgrundsätze anwenden kann. Er muß sich nur dessen bewußt bleiben, daß die Anwendung dieser Grundregeln keine unbedingte Garantie
für den Erfolg gibt. Er darf sie nicht schematisch anwenden, sondern sinnvoll abgewandelt auf die individuellen Gegebenheiten des einzelnen Patienten61.
Das gleiche gilt, in entsprechend abgewandelter Form, für die Anwendung einer Entscheidungslehre und darüber hinaus einer Unternehmensführungslehre in der Praxis. Sie würde das Feld der irrational bedingten Entscheidungsgrundlagen nicht völlig ausschalten, aber doch in erheblichem Maße einschränken können. In diesem Sinn erscheint die Entwicklung einer Entscheidungslehre als Kern einer Theorie der Unternehmensführung — und damit eine geschlossene Führungslehre überhaupt — möglich und notwendig.
1 Curt Sandig: Betriebswirtschaftspolitik, Stuttgart 1965 (1. Auflage, „Die Führung des Betriebes", Stuttgart 1952)., 2 Kurt Junkerstorff: Internationaler Grundriß der wissenschaftlichen Unternehmensführung, Berlin 1964., 3 Kurt Bender: Die Führungsentscheidung im Betrieb, Stuttgart 1957., 4 Joachim Häusler: ökonomische, organisatorische und gesellschaftspolitische Aspekte der Unternehmensführung, Festschrift zum 75. Geburtstag von Joachim Tiburtius, Berlin 1964., 5 Erich Gutenberg: Unternehmensführung, Wiesbaden 1962, S. 5., 6 Entwicklung und Wirkung der Betriebsberatung im Einzelhandel, Herausg. Betriebswirtschaftliche Beratungsstelle für den Einzelhandel GmbH, Köln 1963, S. 80' ff., 7 Fritz Klein-Blenkers: ökonomisierung der Distribution, Köln und Opladen 1964, S. 215 ff., 8 Hans Zopp: Differenzieningsgründe der Leistung bei gleichgearteten Einzelhandelsbetrieben, Köln und Opladen 1965, S. 195 ff., 9 Horst Keiser: Betriebswirtschaftliche Analyse von Insolvenzen bei mittelständischen Einzelhandlungen, Köln und Opladen 1966., 10 Im folgenden werden die Begriffe Unternehmen und Betrieb, Unternehmens- und Betriebsführung, Unternehmenspolitikund Betriebs(wirtschafts)politik ohne Bezug auf ihre unterschiedliche wissenschaftliche Bedeutung synonym verwendet., 11 Vgl.: Gerhard Weisser, Die Unternchmensmorphologie — nur Randgebiet?, Band 8, Heft 1—2 des Archivs für öffentliche und freigemeinnützige Unternehmen (Sonderdruck)., 12 Vgl.: Curt Sandig, Betriebswirtsehaftspolitik, Stuttgart 1965, S. 6., 13 Rudolf Seyffert, Ober Begriff, Aufgaben und Entwicklung der Betriebswirtschaftslehre, 4. Auflage, Stuttgart 1957, S. 18., 14 Vgl. hierzu auch Winfried Risse, Die Gliederung der Betriebswirtschaftslehre, Stuttgart 1968, S. 299 ff. Der von ihm entwickelte Vorschlag einer Neugliederung der Betriebswirtschaftslehre kommt infolge seiner ausgeprägten Abstraktion den pädagogischen Bedürfnissen der Übertragbarkeit und Anwendung von Theorie und Lehre in der Praxis wenig entgegen, 15 Rudolf Seyffert, a. a. O. S. 16., 16 Rudolf Seyffert, a. a. O. S. 17., 17 Rudolf Seyffert, a. a. O. S. 19., 18 Rudolf Seyffert, a. a. O. S. 22., 19 Rudolf Seyffert, a. a. O. S. 25/22., 20 Vgl. Gerhard Weisser, a. a. O. 5, 1, Rudolf Seyffert a. a. O. S. 22 ff, 21 Rudolf Seyffert, a. a. O. S. 28., 22 Rudolf Seyffert, a. a. O. S. 15., 23 Emil Leihner: Verbesserung der Unternehmerleistung im Einzelhandel, Mitteilungen des Instituts für Handelsforschung an der Universität zu Köln, Nr. 9/1965 S. 117 ff., 24 Curt Sandig; Betriebswirtschaftspolitik, Stuttgart 1965., 25 Otto R. Schnutenhaus: Absatzpolitik und Unternehmensführung, 1961., 26 Guido Fischer: Die Führung von Betrieben, 1961; derselbe: Politik der Betriebsführung, 1962, 27 Hans Ulrich: Gedanken zur Unternehmenspolitik, Bern 1960/64, 28 Konrad Mellerowicz: Unternehmenspolitik, Freiburg i.Br. 1963—65., 29 Johann Bidingmaier: Unternehmerziele und -Strategien, Wiesbaden 1964, 30 Rudolf Seyffert: Wirtschaftslehre des Handels, 3. Aufl. Köln und Opladen 1957., 31 Fritz Klein-Blenkers: ökonomisierung der Distribution, Köln und Opladen 1964., 32 Kurt Junkerstorff: Internationaler Grundriß der wissenschaftlichen Unternehmensführung, Berlin 1964., 33 Walter F. Gast und Kurt Junkerstorff: Grundsätze des Management, Wiesbaden 1960., 34 Peter F. Drucker: Die ideale Führungskraft, Düsseldorf 1967 und: Die Praxis des Management, Düsseldorf 1964, 35 G. Pöhlmann: Der Prozeß der Unternehmensführung, Berlin 1964., 36 Reinhard Höhn: Menschenführung im Handel, Bad Harzburg 1964., 37 Wolfgang Schall: Führungstechnik und Führungskunst in Armee und Wirtschaft, Bad Harzburg 1965, 38 Joachim Häusler: ökonomische, organisatorische und gesellschaftspolitische Aspekte der Unternehmensführung in;Sozialökonomie in polirischer Verantwortung, Festschrift für Joachim Tiburtius, Berlin 1964, 39 Edmund Sundhoff: Grundlagen und Technik der Beschaffung, Essen 1958; derselbe: Absatzorganisation, Wiesbaden 1958., 40 In den „Abhandlungen zur Mittelstandsforschung", herausgegeben vom Institut für Mittelstandsforschung, sind bisher insgesamt 34 Bände erschienen., 41 Vergl. hierzu: Walter Heinrich: Ober den Erkenntnisgegenstand der Wirtschaftswissenschaften, Festschrift für Richard Kerschagl, Wien 1966, 42 Vgl.: Emil Leihner: Die Notwendigkeit absatzwirtschaftlicher Forschung unter Berücksichtigung der Erfordernisse der Praxis, Mitteilungen des Instituts für Handelsforschung an der Universität Köln, Nr. 112, April 1963, S. 1237 ff., 43 Die folgenden Ausführungen sind Auszüge aus einer bisher unveröffentlichten Vorlesung an der Universität Köln über „Unternehmensführung im Handel als Ansatzpunkt der Betriebsberatung"., 44 H. Linhardt: Grundlagen der Betriebsorganisation, Essen 1954, S. 74., 45 Erich Gutenberg: Grundlagen der Betriebswirtschaft, Bd. I, Berlin-Göttingen-Heidelberg, 1951, S. 104,, 46 Erich Gutenberg, a. a. O. S. 104., 47 Erich Gutenberg, a. a. O. S. 104., 48 Erich Gutenberg: Untemehmensführung, Wiesbaden 1962, S.S., 49 Wie stark die gegensätzlichen Auffassungen in dieser Frage zwischen Wissenschaft und Praxis noch sind, zeigte sich auf einer vom Stifterverband der Deutschen Wissenschaft im Herbst 1968 in Stuttgart veranstalteten Podiumsdikussion, (S, Bericht Handelsblatt v. 8- 11. 1968), 50 Curt Sandig: Betriebswirtschaftspolitik, Stuttgart 1965, S. 19,, 51 Hierzu vgl. auch Edwin Rühli: Grundzüge einer betriebswirtschaftlichen Entscheidungslchre, Beiträge zur Lehre von der Unternehmung, Festsdirift für Karl Käfer, Stuttgart 1968, S. 289, 52 Frenkner: Europäisdie Gemeinsdiaftsforschung zur Entwiddung eines Lehrgebäudes der Unternehmensführung, Management International, Heft 1—2/1965, S. 124., 53 Edwin Rühli: a.a.O. S. 289., 54 Edwin Rühli: a.a.O. S. 293., 55 Vergl. Edwin Rühli: a.a.O. S. 292., 56 Gerard Gäfgen: Theorie der wirtschaftlichen Entscheidung, 2. Auflage, Tübingen 1968,, 57 Herbert Hax: Die Koordination von Entscheidungen, Köln 1965., 58 Edwin Rühli; a.a.O. S. 294., 59 Edwin Rühli: a.a.O. S. 295., 60 Vergl. Erich Gutenberg: Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre I + II, Berlin-Heidelberg 1967/68 und derselbe: Unternehmensführung, Wiesbaden 1962., 61 Emil Leihner: Verbesserung der Unternchraerleistung im Einzelhandel, Mitteilungen des Instituts für Handelsforschung an der Universität zu Köln, Nr. 9, 1965, S. 124/25.
