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Der Einzelhandelsabsatz im April 1969

von Prof. Dr. Rudolf Seyffert und Prof. Dr. Edmund Sundhoff
Nachdem der Einzelhandel im März 1969 das wertmäßige Verkaufsergebnis des entsprechenden Vorjahrsmonats um 8 % übertreffen konnte, ergab sich im April nur eine vergleichsweise geringe Zuwachsrate. Die am Betriebsvergleich des Instituts für Handelsforschung beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte (außer Warenhäusern, Filialbetrieben, Konsumgenossenschaften und Versandhandel) setzten wertmäßig nur 2 % mehr um als im April 1968. Im Vorjahr ist allerdings die Situation unigekehrt gewesen. Während im März 1968 gegenüber März 1967 eine Umsatzeinbuße von 6 % hingenommen werden mußte, wurde im April eine Absatzzunahme von 11 % erzielt. Zweifellos ist die Entwicklung durch den Ostertermin beeinflußt worden. Im Jahre 1967 (Ostern: 26-/27. März) lag das Ostergeschäft ausschließlich im März. Dagegen ist es 1968 (Ostern: 14./15. April) in erster Linie dem April zugute gekommen. Im Jahre 1969 (Ostern: 6./7. April) haben sich die Ostereinkäufe auf die Monate März und April verteilt.
Zwischen den einzelnen Branchen sind im April 1969 erhebliche Unterschiede im Absatzverlauf aufgetreten. An letzter Stelle lag der Schuheinzelhandel, der gegenüber April 1968 ein Minus von 15 % aufwies. Im Gegensatz hierzu hatte die Branche im April 1968 mit einer Absatzerhöhung von 34 % erheblich besser abgeschnitten als der Einzelhandel insgesamt. Absatzrückgänge ergaben sich im April 1969 auch im Sportartikeleinzelhandel (-12 %), im Leder- und Galanteriewareneinzelhändel (-5 %), im Textileinzelhandel (-3 %), im Spielwareneinzelhandel (-3 %) sowie im Eisenwaren- und Hausrathandel, im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel, im Tapetenund Bodenbelaghandel und bei den Drogerien (jeweils -1 %). Alle übrigen am Betriebsvergleich beteiligten Einzelhandelsbranchen haben das Verkaufsergebnis des April 1968 in mehr oder weniger starkem Umfange übertroffen, Wie in den Vormonaten, so nahm auch im April der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel mit einem Plus von 21 °/o die erste Stelle ein. Es folgten der Sortimentsbuchhandel (+12 %), der Radio- und Fernseheinzelhandel (+11 %), der Papier-, Bürobedarf- und Schreib Wareneinzelhandel (+10%), der Tabakwareneinzelhandel (+8 %), der Lebensmitteleinzelhandel (+5 %) und der Möbeleinzelhandel (+4 %). Nur unbedeutend waren die Verbesserungen mit jeweils 1 % bei den Reformhäusern und im Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel.
Faßt man die ersten vier Monate des Jahres 1969 zusammen, so ist für den Einzelhandelsdurchschnitt im Vergleich mit dem entsprechenden Zeitraum des Jahres 1968 eine Absatzsteigerung von 6 % festzustellen. Abgesehen vom Schuheinzelhandel (-6 %), haben alle Branchen im bisher abgelaufenen Jahr ein Plus erzielt. Besonders stark war die Zuwachsquote im Büromaschmen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel ( + 36%). Über dem Einzelhandelsdurchschnitt lagen weiterhin der Möbeleinzelhandel (+14 %), der Radio- und Fernseheinzelhandel (+12 %), der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (+ 12 %), der Sortimentsbuchhandel (+11 %), der Tabakwareneinzelhandel (+ 9%) und der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+ 8%). Eine mittlere Position nahmen der Lebensmitteleinzelhandel (+ 6 %), der Textileinzelhandel (+ 6 %), der Spielwareneinzelhandel (+ 6 %), die Gemischtwarengeschäfte (+ 6 %), der Eisenwaren- und Hausrathandel (+5 %) und der Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel (+ 5 %) ein. Hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben sind im bisher abgelaufenen Jahr 1969 neben dem Schuheinzelhandel, der Tapeten- und Bodenbelaghandel (+3 %), der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (+3 %), die Reformhäuser (+2 %), der Sportartikeleinzelhandel (+2 %) und die Drogerien (+1 %).
Ergänzend ist zu dem vorstehenden Bericht noch auszuführen:
Die für die einzelnen Fachsparten des Textileinzelhandels ermittelten Ergebnisse wiesen im April beachtliche Abweichungen auf. Die stärkste Absatzeinbuße ergab sich mit jeweils 9 % bei den Herrenausstattern und den Geschäften mit Baby- und Kinderausstattung. Erheblich waren auch die Rückgänge bei den Meterwarengeschäften (-8 %) und bei den Firmen mit vorwiegend Herrenund Knabenoberbekleidung (-7 %). Von den Textilsortirnentern und den Geschäften mit Herren-, Darnenund Kinderoberbekleidung wurde ein dem Branchendurchschnitt entsprechendes Minus von 3 % registriert. Ähnlich war auch die Entwicklung bei den Geschäften mit Wäsche, Wirk- und Strickwaren (-2 %). Von den Firmen mit vorwiegend Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung wurde im Berichtsmonat das gleiche umgesetzt wie im entsprechenden Vorjalirsmonat. Entgegen der allgemeinen Tendenz konnten die Miederwarengeschäfte (+5 %), die Geschäfte mit Haus- und Bettwäsche, Bettwaren (+5 %) und die Geschäfte mit Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen (+1 %) Absatzzunahmen erzielen.
Auch bei den Teilbranchen des Eisenwaren- und Hausrathandels ist der Äbsatzverlauf im April 1969 nicht einheitlich gewesen. Wahrend die Fachsparten mit vorwiegend Baubeschlägen, Kleineisenwaren und Werkzeugen (+9 %) sowie mit 30 % und mehr Walzmaterial-, Sanitärartikel-, Bau- und Brennstoffabsatz (+8 %) Absaizerhöhungen aufwiesen, ergaben sich bei den Geschäften mit Haus- und Küchengeräten (- 6 %), mit gemischtem Sortiment (- 5 %) sowie mit 40 % und mehr Haushalt-Großgeräteabsatz (-4 %) Absatzeinbußen.
Im Vergleich mit dem Vormonat März wies der Einzelhandel insgesamt im April 1969 eine leichte Absatzsteigerung von 3 % aus. Zwischen den einzelnen Branchen sind allerdings erhebliche Unterschiede in der Saisonentwicklung aufgetreten. Während der Schuheinzelhandel (+ 34 %) und der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (+ 7 %) deutliche Absatzzunahmen aufwiesen, ergaben sich im Radio- und Fernseheinzelhandel (- 15%), im Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (- 10 %) im Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (- 9 %) und im Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (- 8 %) beträchtliche Absatzminderungen.
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