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Der Einzelhandelsabsatz im Mai 1969

von Prof. Dr. Rudolf Seyffert und Prof. Dr. Edmund Sundhoff
Nach einer vergleichsweise geringen Absatzzunahme im April 1969 gegenüber April 1968 von 2 % wies der Einzelhandel im Mai wieder eine beachtliche Geschäftsbelebung auf. Die am Betriebsvergleich des Instituts für Handelsforschung an der Universität zu Köln beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte (außer Warenhäusern, Filialbetrieben, Konsumgenossenschaften und Versandhandel) setzten wertmäßig 12 u/o mehr um als im Mai 1968.
Abgesehen vom Tapeten- und Bodenbelaghandel (— 1 %) und abgesehen von den Reformhäusern (± 0 %) erzielten alle übrigen Einzelhandelsbranchen im Mai 1969 mehr oder weniger starke Zuwachsquoten. Der Schuheinzelhandel, der in den Vormonaten deutlich hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben ist, lag im Mai an erster Stelle. In dieser Branche betrug die wertmäßige Absatzsteigerung gegenüber Mai 1968 etwa 32 %. Vergleichsweise gut hat auch der Sportartikeleinzelhandel abgeschnitten, der ein Plus von 25 % erreichte. Es folgten der Textileinzelhandel (+ 22 %) und der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (+ 16 %). Eine dem Einzelhandelsdurchschnitt weitgehend entsprechende Entwicklung ergab sich im Radio- und Fernseheinzelhandel (+ 13 %), im Spielwareneinzelhandel (+ 12 %), im Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (+ 11 %) und bei den Gemischtwarengeschäften (+ 11 %). Die Branchen mit Nahrungs-und Genußmitteln sowie mit Wohnungs- und Hausratbedarf sind im Berichtsmonat hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben. Vom Lebensmitteleinzelhandel und vom Möbeleinzelhandel wurde eine wertmäßige Absatzsteigerung von 7 % registriert. Etwas größer war das Plus mit jeweils 9 % im Tabakwareneinzelhandel und im Eisenwaren- und Hausrathandel, erheblich geringer dagegen mit 3 % im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel und mit 4 % bei den Drogerien. Auch im Uhren-, Juwelen-, Goldund Silberwareneinzelhandel und im Sortimentsbuchhandel war die Absatzbelebung im Mai 1969 vergleichsweise gering. Beide Branchen setzten wertmäßig nur 4 % mehr um als im Mai 1968.
Die beachtliche Absatzsteigerung im Mai 1969 hat auch zu einer Verbesserung des Ergebnisses im bisher abgelaufenen Jahr geführt. Einschließlich Mai ergibt sich für den Einzelhandel insgesamt im Vergleich mit dem entsprechenden Zeitraum, des Jahres 1968 eine wertmäßige Absatzerhöhung von 8 %. An der Spitze liegt weiterhin der Büromaschinen-, Büromöbel-und Organisationsmittelhändel, der in den ersten fünf Monaten des Jahres 1969 rund 32 % mehr umsetzte als 1968. Mit erheblichem Abstand folgen der Radio- und Fernseheinzelhandel (+ 12 %), der Möbeleinzelhandel (+ 12 %) und der Papier-, Bürobedarf und Schreibwareneinzelhandel (+ 11 %). Mit Zuwachsquoten von jeweils 9 % haben der Tabakwareneinzelhandel, der Textileinzelhandel und der Sortimentsbuchhandel um einen Punkt besser abgeschnitten als der Einzelhandelsdurchschnitt. In gleichem Umfang sind der Spielwareneinzelhandel, der Sportartikeleinzelhandel, der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel und die Gemischtwarengeschäfte (jeweils + 7 %) hinter dem Durchschnittsergebnis zurückgeblieben. Ähnlich war auch die Entwicklung im Lebensmitteleinzelhandel und im Eisenwaren- und Hausrathandel, wo die wertmäßige Absatzzunahme 6 % betrug. Der Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel und der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel haben in den ersten fünf Monaten des Jahres 1969 jeweils 5 % mehr umgesetzt als 1968. Nur unbedeutende Steigerungen ergaben sich im Tapeten- und Bodenbelaghandel (+ 2 %), bei den Drogerien (+ 2 %) und bei den Reformhäusern (+ 1 %).
Ergänzend ist zu dem vorstehenden Bericht noch auszuführen:
Von den Teilbranchen des Textileinzelhandels erzielten die Oberbekleidungsgeschäfte im Mai 1969 die stärksten Absatzerhöhungen. Die Firmen mit vorwiegend Herren- und Knabenoberbekleidung haben das Verkaufsergebnis des Mai 1968 um 33 % übertroffen. Bei den Geschäften mit vorwiegend Herren-, Damen- und Kinderoberbekleidung betrug die Zuwachsquote 32 % und bei den Geschäften mit vorwiegend Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung 28 %. Über dem Branchendurchschnitt
lagen auch die Geschäfte mit Baby- und Kinderausstattung, die im Mai 25 % mehr umsetzten als im Vorjahr. Verbesserungen von jeweils 20 % ergaben sich bei den Textilsortimentern und den Miederwarengeschäften. Ähnlich war auch die Entwicklung bei den Herrenausstattern (+ 19%) und den Geschäften mit Wäsche, Wirk- und Strickwaren (+ 18 %). Dagegen sind die Zuwachsquoten bei den Geschäften mit Haus- und Bettwäsche, Bettwaren (+ 13 %) und den Geschäften mit Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen (+ 11 %) vergleichsweise niedrig. Hierbei ist allerdings in Betracht zu ziehen, daß die Entwicklung bei den Geschäften mit Heimtextilien in dem zum Vergleich herangezogenen Mai 1968 erheblich besser war als bei den übrigen Fachsparten. An letzter Stelle lagen auch im Berichtsmonat die Meterwarengeschäfte. Entgegen der allgemeinen Tendenz mußten sie im Vergleich mit dem Mai 1968 eine Absatzeinbuße von 4 % hinnehmen.
Deutliche Unterschiede zeigten sich auch im Absatzverlauf der Teilbranchen des Eisenwaren- und Hausrathandels. Hier lagen die Geschäfte mit 30 % und mehr Walzmaterial, Sanitärartikel-, Bau- und Brennstoffabsatz (+ 15 %) an erster Stelle. Es folgten die Eisenwaren- und Hausrathandlungen mit gemischtem Sortiment (+ 11 %) sowie mit vorwiegend Baubeschlägen, Kleineisenwaren
und Werkzeugen (+ 9%). Hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben sind die Geschäfte mit vorwiegend Haus- und Küchengeräten (+ 6 %) und die Geschäfte mit 40 % und mehr Haushalts-Großgeräteabsatz (+ 3%).
Gegenüber dem Vormonat April erzielte der Einzelhandel insgesamt im Mai 1969 eine Absatzsteigerung von 6 %. Der Sportartikeleinzelhandel wies mit 52 % die stärkste Zunahme auf. Im Schuheinzelhandel und im Eisenwaren- und Hausrathandel war das Verkaufsergebnis im Mai 16 % höher als im April. Beachtlich war auch die Absatzverbesserung mit 12% im Textileinzelhandel. Eine mittlere Position nahmen der Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel (+ 8 %), der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (+ 8 %), die Drogerien (+ 7%), der Möbeleinzelhandel (+ 6%), der Radio- und Fernseheinzelhandel (+ 5%), der Tabakwareneinzelhandel (+ 4 %) und der Lebensnütteleinzelhandel (+ 3 %) ein. Entgegen der allgemeinen Tendenz setzten der Spielwareneinzelhandel (— 26 %), der Sortimentsbuchhandel (— 14)%, der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (— 6 %), der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (— 3 %) und die Reformhäuser (— 2 %) im Mai 1969 weniger um als im Monat April.
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