Der Einzelhandelsabsatz im Juni 1969
von Prof. Dr. Rudolf Seyffert und Prof. Dr. Edmund SundhoffDer Einzelhandel hat auch im Juni 1969 das Verkaufsergebnis des entsprechenden Vorjahrsmonats übertreffen. Allerdings war die Zuwachsquote nicht so groß wie im Vormonat Mai, in dem sich eine wertmäßige Verbesserung von 12 % ergeben hatte. Die am Betriebsvergleich des Instituts für Handelsforschung beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte (außer Warenhäusern, Filialbetrieben, Konsumgenossenschaften und Versandhandel) setzten im Juni 1969 dem Werte nach 7 % mehr um als im Juni 1968. Hierbei mu in Betracht gezogen werden, daß das Verkaufsergebnis im Juni 1968 gegenüber Juni 1967 um 3 % zurückgegangen war. Bei einem langfristigen Vergleich des Juni 1969 mit dem Juni 1967 ergibt sich somit nur eine Absatzzunahme von 4 %.
Zwischen den Branchen sind im Berichtsmonat zum Teil erhebliche Abweichungen im Absatzverlauf aufgetreten. Entgegen der allgemeinen Tendenz hat der am Betriebsvergleich beteiligte Tapeten- und Bodenbelaghandel gegenüber Juni 1968 eine Absatzeinbuße von 4 %» ausgewiesen. Vom Schuheinzelhandel wurde nur das gleiche umgesetzt wie im Vorjahr. Alle übrigen Branchen erzielten mehr oder weniger starke Zuwachsquoten. Relativ gut war die Entwicklung im Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel, wo das wertmäßige Verkaufsergebnis 20 % über dem des Vorjahres lag. Es folgte der Tabakwareneinzelhandel, bei dem das Plus 14 % betrug. Eine beachtliche Verbesserung, und zwar von jeweils 11 %, erzielten auch der Textileinzelhandel, der Eisenwaren- und Hausrathandel, der Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel und der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel. Nur um 1 % geringer war die Erhöhung mit 10% im Sortimentsbuchhandel. Ober dem Einzelhandelsdurchschnitt lagen außerdem der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (+ 9 %), der Spielwareneinzelhandel (+ 9%) und der Sportartikeleinzelhandel (+ 8 %). Eine mittlere Position nahmen der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel und die Gemischtwarengeschäfte (jeweils + 7 %) ein. Etwas hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben sind im Juni der Möbeleinzelhandel (+ 6 %), die Reformhäuser (+ 6 %), die Drogerien (+ 5 %) und der Lebensmitteleinzelhandel (+ 4 %). Im Radio- und Fernseheinzelhandel war die Absatzsteigerung mit 1 % nur unbedeutend.
Faßt man die ersten sechs Monate des Jahres 1969 zusammen, so ist für die am Betriebsvergleich beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte gegenüber der gleichen Zeit des Jahres 1968 eine wertmäßige Umsatzverbesserung von 8 % festzustellen. Auch bei allen Branchen war das Verkaufsergebnis im I, Halbjahr 1969 höher als 1968. Allerdings war der Umfang der Zuwachsraten unterschiedlich. Deutlich unter dem Durchschnitt lagen der Tapeten- und Bodenbelaghandel (+ 1 %) und der Schuheinzelhandel, die Drogerien sowie die Reformhäuser (jeweils + 2 %). Die stärkste Absatzbelebung registrierte der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel. Hier war der Absatz bis Ende Juni 27 % höher als im Vorjahr. Im Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel betrug die Steigerungsquote 12 %, im Möbeleinzelhandel 11 % und im Tabakwareneinzelhandel, im Radio- und Fernseheinzelhandel sowie im Sortimentsbuchhandel jeweils 10 %. Vom Textileinzelhandel wurden im I. Halbjahr 1969 9 % mehr umgesetzt als im Vorjahr. Eine dem Einzelhandelsdurchschnitt entsprechende Verbesserung von 8 % wies der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel auf. Das Durchschnittsergebnis nicht ganz erreicht haben der Lebensmitteleinzelhandel, der Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel und der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (jeweils ( + 6 %) sowie der Eisenwaren- und Hausrathandel, der Spielwareneinzelhandel, der Sportartikeleinzelhandel und die Gemischtwarengeschäfte (jeweils + 7 %).
Ergänzend ist zu dem vorstehenden Bericht noch auszuführen:
Die vom Institut für Handelsforschung im Rahmen des Betriebsvergleichs ermittelten Fachzweigergebnisse für den Textileinzelhandel wiesen im Juni 1969 erneut beträchtliche Unterschiede auf. Vergleichsweise gut war die Entwicklung bei den Geschäften mit Herren- und Knabenoberbekleidung sowie den Miederwarengeschäften. Beide Fachsparten erreichten Absatzerhöhungen von 13%. Ähnlich war auch die Entwicklung bei den Geschäften mit Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung, mit Wäsche, Wirk- und Strickwaren und mit gemischtem Sortiment, bei denen das Plus jeweils 12 % betrag. Alle übrigen Teilbranchen sind in mehr oder weniger starkem Umfange hinter dem Branchendurchschnitt zurückgeblieben.
Die letzte Stelle nahmen die Geschäfte mit Baby- und Kinderausstattung ein, die im Berichtsmonat wertmäßig nur das gleiche umsetzten wie im entsprechenden Vorjahrsmonat. Eine nur unbedeutende Absatzsteigerung wiesen mit 3 % die Meterwarengeschäfte aus. Bei den Geschäften mit Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen ergab sich eine Zuwachsrate von 6 % und bei den Herrenausstattern von 8%. Nur um einen Punkt unter dem Durchschnitt lagen die Geschäfte mit Herren-, Damen- und
Kinderoberbekleidung und die Geschäfte mit Haus- und Bettwäsche, Bettwaren (jeweils + 10 %).
Von den Fachsparten des Eisenwaren- und Hausrathandels erzielten die Firmen mit 30 °/o und mehr Walzmaterial-, Sanitärartikel-, Bau- und Brennstoffabsatz die stärkste Zunahme. Im Durchschnitt wurde das Ergebnis des Juni 1968 um 20 % übertroffen. Es folgten die Geschäfte mit 40 % und mehr Haushalt-Großgeräteabsatz (+ 16 %). Erheblich geringer waren die Zuwachsraten bei den Eisenwaren- und Hausrathandlungen mit gemischtem Sortiment (+ 10%), mit vorwiegend Baubeschlägen, Kleineisenwaren- und Werkzeugen (+ 9 %) und mit vorwiegend Haus- und Küchengeräten (+ 8 %).
Im Vergleich mit dem Vormonat Mai wies der Einzelhandel im Juni den saisonbedingten Absatzrückgang auf. Für den Durchschnitt der erfaßten Fachgeschäfte ermittelte das Institut für Handelsforschung ein Minus von 12 %. Besonders stark waren die Absatzminderungen im Schuheinzelhandel (— 33 %), im Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (— 24 %) und im Textileinzelhandel (— 21 %). Auch vom Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel (— 16 % ), vom Möbeleinzelhandel (— 14 %),
von den Reformhäusern (— 14%) und vom Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (— 11 %) wurde im Juni erheblich weniger umgesetzt als im Mai. Geringer waren die Einbußen im Sortimentsbuchhandel (— 8 %), im Lebensmitteleinzelhandel, im Eisenwaren- und Hausrathandel und bei den Drogerien (jeweils — 7 %), im Sportartikeleinzelhandel (— 6 %), im Tabakwareneinzelhandel (— 4 %) und im Radio- und Fernseheinzelhandel (— 2 %). Der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel und der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel setzten im Juni 1969 das gleiche um wie im Vormonat Mai. Ein leichtes Plus, und zwar von 1 %, wurde vom Spielwareneinzelhandel ausgewiesen.
