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Der Einzelhandelsabsatz im Juli 1969

von Prof. Dr. Rudolf Seyffert und Prof. Dr. Edmund Sundhoff
Die im Einzelhandel seit Monaten erkennbare Absatzbelebung gegenüber dem Vorjahr hat sich auch im Juli weiter fortgesetzt. Nach dem Bericht des Instituts für Handelsforschung setzten die am Betriebsvergleich beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte (außer Warenhäusern, Konsumgenossenschaften, Filialbetrieben und Versandhandel) wertmäßig 10% mehr um als im Juli 1968. Die Zuwachsrate war hiermit stärker als im Juni (+ 7%), jedoch etwas geringer als im Mai (+ 12 %).
An der Absatzverbesserung im Juli 1969 gegenüber Juli 1968 haben alle Branchen teilgenommen. Allerdings war der Umfang der Erhöhungen unterschiedlich. Eindeutig an der Spitze lag der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel, der das Verkaufsergebnis des Juli 1968 um durchschnittlich 37 % übertroffen hat. Beachtlich waren auch die Steigerungsquoten im Möbeleinzelhandel (+ 22 %), im Sportartikeleinzelhandel (+ 18 %), im Radio- und Fernseheinzelhandel (+ 17%) und im Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (+ 15%). Im Uhren-, Gold- und Silberwareneinzelhandel sowie bei den Gemischtwarengeschäften betrug die Absatzzunahme jeweils 12 % und im Tapeten- und Bodenbelaghandel 11 %. Der Textileinzelhandel wies eine dem Einzelhandelsdurchschnitt entsprechende Erhöhung von 10 % auf. Um 1 Punkt hinter dem Durchschnittsergebnis zurückgeblieben sind mit einem Plus von 9 % der Tabakwareneinzelhandel und der Eisenwaren- und Hausrathandel. Es folgten der Lebensmitteleinzelhandel (+ 8 %), die Drogerien (+ 8 %), die Reformhäuser (+ 8 %), der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (+ 7%), der Spielwareneinzelhandel (+ 7%), der Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel (+ 6 %) und der Sortimentsbuchhandel (+ 6 %). Relativ am schlechtesten hat im Juli 1969 der Schuheinzelhandel abgeschnitten. In dieser Branche war das wertmäßige Verkaufsergebnis nur 3 % höher als im entsprechenden Monat des Jahres 1968.
Einschließlich Juli ergibt sich für den Einzelhandelsdurchschnitt im Jahr 1969 gegenüber 1968 eine wertmäßige Absatzzunahme von 8 %, Auch im bisher abgelaufenen Jahr liegt der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel mit einer Verbesserung von 28 % an der Spitze. Überdurchschnittliche Steigerungsquoten wurden außerdem vom Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (+ 13%), vom Möbeleinzelhandel(+ 13%), vom Radio- und Fernseheinzelhandel (+ 11%), vom Tabakwareiieinzelhandel (+ 10%) und vom Textileinzelhandel (+ 10 %) erreicht. Der Sortimentsbuchhandel und der Sportartikeleinzelhandel haben in den ersten sieben Monaten
des Jahres 1969 jeweils 9 % mehr umgesetzt als 1968. Der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel und die Gemischtwarengeschäfte registrierten eine dem Gesamtdurchschnitt entsprechende Erhöhung von 8 %. Alle übrigen Branchen sind in mehr oder weniger starkem Umfang hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben. Vergleichsweise gering waren vor allem die Absatzverbesserungen im Schuheinzelhandel (+ 2 %) sowie im Tapeten- und Bodenbelaghandel, bei den Drogerien und bei den Reformhäusern (jeweils + 3 %). Im Lebensmitteleinzelhandel, im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel und im Leder- und Galanteriewareneinzelhandel lag das wertmäßige Verkaufsergebnis bis Ende Juli jeweils 6 % über dem des Vorjahres. Ähnlich war auch die Entwicklung im Eisenwaren- und Hausrathandel und im Spielwareneinzelhandel (jeweils + 7 %).
Ergänzend ist zu dem Bericht auf Seite 117 noch auszuführen:
Zwischen den einzelnen Fachzweigen des Textileinzelhandels haben sich auch im Juli erhebliche Unterschiede in der Absatzentwicklung ergeben. Die Extremwerte wiesen mit einem Absatzplus von 23 % die Miederwarengeschäfte und mit einer Einbuße von 3 % die Geschäfte mit Baby- und Kinderausstattung auf. Vergleichsweise gut haben im Berichtsmonat auch die Herrenausstatter (+ 15 %) und die Geschäfte mit Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen (+ 1 5 %) abgeschnitten. Geringfügig über dem Branchendurchschnitt lagen weiterhin die Geschäfte mit Haus- und Bettwäsche, Bettwaren und die Textiisortimenter (jeweils + 11%). Eine mittlere Position nahmen die Geschäfte mit Herren- und Knabenoberbekleidung, die Geschäfte mit Herren-, Damen- und Kinderoberbekleidung und die Geschäfte mit Wäsche, Wirk- und Strickwaren (jeweils + 10 %) ein. Um 1 % geringer war die Zuwachsquote bei den Geschäften mit vorwiegend Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung (+ 9 %). Hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben sind neben den Geschäften mit Baby- und Kinderausstattung auch die Meterwarengeschäfte, bei denen die Absatzsteigerung lediglich 5 % betrug.
Deutliche Abweichungen sind im Juli 1969 auch bei den Fachzweigen des Eisenwaren- und Hausrathandels aufgetreten. Während die Geschäfte mit 30 % und mehr Walzmaterial-, Sanitärartikel-, Bau- und Brennstoffabsatz 18 % mehr umsetzten als im Juli 1968, erreichten die Firmen mit vorwiegend Haus- und Küchengeräten nur ein Plus von 2 %. Bei den Geschäften mit 40 % und mehr Haushalt-Großgeräteabsatz ergab sich eine Erhöhung von 8 %, bei den Geschäften mit gemischtem Sortiment von 11 % und bei den Geschäften mit vorwiegend Baubeschlägen, Kleineisenwaren- u.Werkzeugen, von 12 %.
Gegenüber dem Vormonat Juni erzielte der Einzelhandel im Juli den saisonüblichen Absatzanstieg. Vom Einzelhandelsdurchschnitt wurden im Berichtsmonat 14 % mehr umgesetzt als im Vormonat. Besonders starke Zuwachsquoten ergaben sich im Sportartikeleinzelhandel (+ 34 %), im Spielwareneinzelhandel (+ 26%), im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel (+ 25 %) und im Textileinzelhandel (+ 24 %). Nur relativ geringe Absatzerhöhungen sind dagegen im Papier-, Bürobedarf - und Schreibwareneinzelhandel (+ 1 %), bei den Reformhäusern (+ 3%), im Eisenwaren- und Hausrathandel (+ 5 %) und im Lebensmitteleinzelhandel (+ 9 %) eingetreten.
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