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Forschungsförderung und Handelsforschung in vier Jahrzehnten

von Professor Dr. Edmund Sundhoff
Wenn eine seit einer runden Zahl von Jahren bestehende Institution das Jubiläum ihrer Gründung begeht, so sieht sich ihr Leiter, soll er zur Festversammlung sprechen, einer etwas unbefriedigenden Situation gegenüber. Naturgemäß obliegt es ihm, über Entwicklung und Leistungen der von ihm geleiteten Einrichtung zu Informieren. Es besteht dann einerseits die Gefahr, daß seine Ausführungen als Plädoyer in eigener Sache verstanden werden. Begibt er sich, um. das zu vermeiden, In die Zone des
Understatement, dann kann das andererseits den Vorwurf der nicht ganz sachgerechten Unterrichtung nach sich ziehen.
Glücklicherwelse befinde ich mich aus zwei Gründen nicht in dieser Zwickmühle. Der erste hängt damit zusammen, daß das Institut für Handelsforschung einen Apparat von nicht unbeträchtlicher Größe darstellt, wie man ihn sonst fast nur in naturwissenschaftlich orientierten Forschungsstätten kennt. Daß in unserem Institut rund dreißig Mitarbeiter tätig sind, schafft selbstverständlich eine andere Arbeitssituation, als sie dann vorliegt, wenn eine Forschungsgruppe, was oft noch der Fall ist, nur aus einem Professor, einem Assistenten und vielleicht noch einer Halbtagsschreibkraft besteht. Ganz natürlich ist, daß mit steigender Zahl der Mitarbeiter die wissenschaftliche Spezialisierung zuzunehmen pflegt. Aus ihr ergeben sich für unser Institut zwei Konsequenzen: zum einen hat sich für komplexe Forschungsbereiche das sogenannte Teamwork eingespielt, zum anderen aber werden die auf Spezialgebieten anfallenden Aufgaben großenteils ganz selbständig von den Mitarbeitern bewältigt. Ihre Arbeitskraft, Ihr Pflichtbewußtsein und ihre Fähigkeiten sind es daher im wesentlichen, auf welche die erfolgreiche Tätigkeit des Instituts zurückzuführen ist. Das soll als erstes in aller Deutlichkeit ausgesprochen werden.
Der zweite Grund, warum Ich glaube, mich hier ganz unbefangen äußern zu können, wird sichtbar, wenn man in die Vergangenheit zurückblickt. Natürlich muß noch vor den Mitarbeitern jemand da sein, der zunächst eine Grundkonzeption entwickelt, von ihr ausgehend die Initiative zur Gründung ergreift, die erforderlichen Kontakte herbeiführt, den organisatorischen Aufbau vollzieht, im geeigneten Augenblick den Anstoß zur Fortentwicklung gibt, der für die Institutsarbeit die Ziele setzt und die
Richtlinien absteckt, koordinierend auf die Sachbearbeiter einwirkt, sich an den Brennpunkten selber In die Forschungsproblematik vertieft, und der schließlich die Verantwortung für das Ganze übernimmt. Sie alle haben längst gemerkt, daß es Professor Seyffert ist, auf den meine Worte abzielen. Denn er ist es, der dem Aufbau dieses Instituts einen großen Teil seines Lebenswerkes gewidmet hat, der nach Dezennien fruchtbaren Schaffens erst vor wenigen Jahren seinem Nachfolger ein leistungsfähiges Instrument übertrug und der auch heute noch Immer da ist, wenn sein Rat benötigt wird. Wer die ihm im vergangenen Jahr zu seinem fünfundsiebzigsten Geburtstag von den Instltutsmitarbeitern gewidmete Festschrift durchblättert, wird darin dokumentiert finden, wie sehr es seine Person ist, die dem Institut die heutige Geltung vermittelt hat.
Seyffert hat schon früh auf die Notwendigkeit hingewiesen, die in ihren Anfängen vorzugsweise industriewirtschaftlich orientierte Betriebswirtschaftslehre stärker auf die Probleme der Distribution hinzulenken. Bereits 1924 übergab er der Kölner Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät eine Denkschrift über „Die Errichtung eines Forschungsinstituts für Kleinhandelsbetriebslehre an der Universität Köln". In die Wirklichkeit umgesetzt wurde dieser Plan durch die Opferwilligkeit der
Kaufmannschaft. Am 14. Juni 1928 fand im Hansasaal des Kölner Rathauses die Gründungsversammlung der Förderungsgesellschaft statt, und schon am 19. Januar 1929 wurde das Institut dem Institutsdirektor übergeben. Mit dem Gründungsvorgang sind viele bedeutende Namen verknüpft, von denen ich hier nur drei nennen will: Konrad Adenauer, damals Oberbürgermeister von Köln und Präsident des Preußischen Staatsrates, der in seiner Eröffnungsansprache Notwendigkeit und Nutzen des Instituts sowie seine künftigen Aufgaben in fast zeitlos richtiger Weise umriß; Louis Hagen, damals Präsident der Industrie- und Handelskammer, der die Verwirklichung des Plans sehr gefördert hat; Jan van Norden, damals Vorsitzender des Einzelhandelsausschusses des Deutschen Industrie- und Handelstages, der zum ersten Präsidenten der Förderungsgesellschaft gewählt wurde und dieses Amt fast zwanzig Jahre lang mit großer Hingabe versah.
Als „Betriebswirtschaftliches Institut für Einzelhandelsforschung (Einzelhandelsinstitut)", wie seine volle Bezeichnung zuerst lautete, hatte die neue richtung satzungsgemäß die Aufgabe, die Probleme des Einzelhandels wissenschaftlich zu untersuchen und die so gewonnenen Erkenntnisse durch geeignete unterrichtliche und literarische Veranstaltungen auszuwerten. Weil Einzelhandel damals teilweise sehr eng verstanden wurde, nämlich institutional als Handel nur der Einzelhandlungen, wohingegen der funktionale Einzelhandelsbegriff gemeint war, der auch die Konsumtionsversorgung auf anderen Wegen in sich einschließt, wurde 1931 mit ministerieller Genehmigung die Benennung in „Betriebswirtschaftliches Forschungsinstitut für Konsumtionsversorgung (Einzelhandelsinstitut)" geändert. Da in der Folge der weitere Begriff des Einzelhandels sich jedoch bald durchsetzte, im übrigen aber durchweg fast nur die seit der Gründung geläufige Kurzbezeichnung verwendet wurde, reduzierte man 1936 den Namen des Instituts auf sie. Als „Einzelhandelsinstitut" bestand es bis 1944, dem Jahr, in dem es durch reichsministeriellen Erlaß die noch geltende Bezeichnung „Institut für Handelsforschung" erhielt.
Die Namensänderungen folgen aber nicht nur begrifflichen Überlegungen, sondern bringen auch zum Ausdruck, daß bei den Forschungsaufgaben des Instituts der Schwerpunkt mehrfach gewechselt hat. Ging es zunächst um die Prozesse, Funktionen und Strukturen der mittelständischen und großbetrieblichen Einzelhandelsunternehmungen, so erwies sich bald die Einbeziehung der detaillierenden handwerklichen und industriellen Betriebe, jedenfalls bezüglich ihrer Absatzphase, als erforderlich, weiter auch die der von den Konsumenten getragenen Genossenschaften und der ihnen in der Zielsetzung verwandten Einrichtungen. Von da aus war der Weg nicht weit, die einzelwirtschaftliche Betrachtungsweise durch eine zwischen- und überbetriebliche zu ergänzen, deren Objekt der gesamte Distributionsprozeß zu sein hatte, wie er sich als arbeitsteiliger Vorgang, ausgehend vom Produzenten über die Handelsstufen hinweg bis zum privaten Verbraucher oder gewerblichen Verwender vollzog. Das wieder erforderte, nun auch den betriebswirtschaftlichen Problemen der Großhandlungen nachzugehen. Wenn man registriert, in welchem Ausmaß seit Kriegsende die Zusammenschlußformen zwischen Groß- und Einzelhandel an Boden gewonnen haben, dann sieht man, daß die Ausweitung des Einzelhandelsinstituts zum Institut für Handelsforschung sich in Übereinstimmung mit der wirtschaftlichen Entwicklung vollzog.
Dieser weite Rahmen schließt aber nicht aus, daß auf einigen Sondergebieten, die prinzipiell auch unserem Institut offengehalten bleiben müssen, die Arbeit mit guten Gründen in speziellere Einrichtungen verlagert wird. So ist die ehemalige Institutsabteilung für den Außenhandel schon vor längerer Zeit in das nun selbständige Institut für Außenwirtschaft umgewandelt worden, das sich heute außer mit dem Außenhandel im engeren Sinn auch mit dem industriellen Export und Import, mit der Außenhandelsfinanzierung, den Wirtschaftsbeziehungen zu den Entwicklungsländern und anderen angrenzenden Fragen befaßt.
Weiter ist auch das jüngere Institut für Distributionsforschung, das sich vorwiegend distributionsanalytischen und marktanalytischen Untersuchungen widmet, aus einer früheren Abteilung unseres Instituts entstanden.
Über die Leistungen des Instituts für Handelsforschung unterrichten die Jahresberichte, von denen der für 1968 sich in Ihrer Hand befindet1. Soweit es sich dabei um Forschungsleistungen handelt, liegen über die Ergebnisse zahlreiche Abhandlungen, Berichte und statistische Tabellen vor, die zum Teil noch unveröffentlicht sind. Die Leistungen haben sich jedoch nicht nur in Institutsmanuskripten niedergeschlagen, sondern auch in den von Studenten und Assistenten angefertigten Arbeiten, sofern sie,
was oft der Fall war, in enger Verbindung mit der Institutstätigkeit entstanden. Darüber hinaus haben die sechs auf Ordinariate berufenen Habilitanden Seyfferts in manchen ihrer Untersuchungen auf Institutsunterlagen zurückgreifen können, und auch das umfangreiche literarische Oeuvre, das wir Seyffert selber verdanken, ist teilweise als eine Frucht seiner gründlichen und systematischen Institutsarbeit anzusehen. Neben den etwa 800 Diplomarbeiten und 100 Dissertationen, die bisher am Lehrstuhl
des Institutsdirektors angefertigt wurden, will ich hier wenigstens summarisch auf diejenigen im Institut bearbeiteten Untersuchungen hinweisen, die in den Monats- oder Sonderheften der Institutsmitteilungen und in der alten oder neuen Folge der Schriften zur Handelsforschung veröffentlicht wurden. Als einziges namentliches Beispiel für solche Forschungsvorhaben sei hier die groß angelegte Untersuchung der Kosten und Wege der Distribution der industriell gefertigten Konsumwaren genannt, die vor einigen Jahren das Institut sehr stark und sehr lange beschäftigt hat und nun In umfassender Publikation vorliegt.
Neben den einmaligen Untersuchungen darf die 1948 übernommene Daueraufgabe des Betriebsvergleichs für den Groß- und Einzelhandel nicht unerwähnt bleiben. Denn einmal beansprucht die Erhebung der jährlich benötigten Millionen von Einzeldaten aus Tausenden von Betrieben sowie ihre anschließende Verarbeitung und Auswertung ständig den größten Teil der Institutskapazität. Und zum anderen fließt infolge des Betriebsvergleichs permanent ein Strom statistischen Materials, der vielen
Stellen wertvoll ist: den auf Rationalisierung ausgehenden Unternehmungen, den nach Information suchenden Verbänden, den für die Wirtschaftspolitik auf verläßliche Unterlagen angewiesenen Behörden und den auf empirischer Grundlage nach wissenschaftlichen Erkenntnissen strebenden Forschungseinrichtungen.
Für die künftige Tätigkeit zeichnen sich bereits die Ansätze ab. Im Anschluß an die betriebsanalytischen Daueraufgaben ist hier zunächst an den weiteren Ausbau des Betriebsvergleichs zu denken. Er wird für handelswirtschaftlich bedeutsame Dienstleistungsbetriebe sowie für den marktwirtschaftlichen Sektor von Herstellungsbetrleben angestrebt, damit der volle Überblick über die Distributionswirtschaft mit Hilfe von Betriebsvergleichszahlen zustandekommt. Unabweisbar erscheint weiter die Beschäftigung damit, welche Fragen in der Handelswirtschaft mit Hilfe der automatischen Datenverarbeitung und der Optimierungsrechnung genauer und schneller gelöst werden können als bisher, umgekehrt aber auch damit, welche Probleme aus der Anwendung dieser Verfahren resultieren. Was 1979 beim fünfzigjährigen Jubiläum vorzuweisen sein wird, läßt sich allerdings kaum überblicken. Das liegt gewiß zum Teil an der Schwierigkeit, für wissenschaftliche Arbeit überhaupt verläßliche Prognosen zu liefern. Es kommen aber andere, organisatorische Probleme hinzu. Schon die bisherige Konstruktion eines Instituts ander Universität ist nicht ganz unproblematisch, weil es einerseits wie ein reguläres Institut d e r Universität funktionieren soll, andererseits aber bei der Finanzierung auf Stellen außerhalb der Universität angewiesen ist und daher unter Umständen einen unregelmäßigen Fluß der Mittel mit allen seinen nachteiligen Folgen hinnehmen muß, ja sogar, wie mitunter befürchtet: wird, unzulässiger Beeinflussung seitens der Geldgeber ausgesetzt sein könnte. Erfreulich zu sagen ist Jedoch, daß unter solchen Unzuträglichkeiten das Institut für Handelsforschung nicht zu leiden hatte. Andererseits blieb dank der Besonderheit der Konstruktion das Institut sogar in unserer dunkelsten Zeit von wissenschaftsfremden Einflüssen verschont. In die Zukunft aber sehen viele mit Sorgen. Es ist nicht sicher, ob es nach der Universitätsreform noch Institute a n d e r Universität geben wird, und wenn ja, ob sie dann wie die Institute d e r Universität nur noch als eine Art Abteilungen der geplanten Fachbereiche zu verstehen sein werden, d. h. ihre Unabhängigkeit aufzugeben haben. Für den Fall aber, daß alle Kölner betriebswirtschaftlichen Seminare und Institute verwaltungsmäßig zusammengelegt und auch in Fragen der Forschung einem Kollektiv unterstellt werden, überlege man sich einmal die Folgen.
Während dann ich mitbestimmen dürfte über die Verhältnisse in Arbeitsbereichen anderer Teildisziplinen, von denen ich wenig verstehe, besäßen für die bisher von mir geleiteten Institutionen auch Kollegen ein Mitspracherecht, die sich lieber nur mit Steuer- oder Revisionsproblemen, mit Industrie- oder Bankbetriebslehre befassen möchten. Ähnlich stände es um die vorgesehene Mitwirkung der Assistenten, die ja auch schon in ihren Leistungen bestimmte Schwerpunkte erkennen lassen. Schließlich aber käme es bei der Verwirklichung der sogenannten Drittelparität auch noch auf die Vertreter der Studenten an, die
es vielleicht gut meinen, denen aber bezüglich der Forschung in der Regel die Kompetenz abgeht. Statt breit auszumalen, was dann alles bevorsteht, möchte ich hier nur mitteilen, daß bereits auf Grund der gegenwärtigen Verhältnisse Professuren aufgegeben worden sind, was für die Zukunft schlimme Befürchtungen nahelegt.
Es ist klar, daß die Tätigkeit eines Instituts außer durch die Evolution in Hochschulrecht und -Organisation auch unmittelbar durch die Auswirkungen der Unruhe unter den Studenten beeinflußt werden kann. Etwas gänzlich Neues ist dieses gärende Aufbegehren nicht. Daß um 1848 und schon nach den Napoleonischen Kriegen an den Universitäten ein revolutionärer Geist herrschte, ist bekannt; ich brauche nur an Karl Schurz und Karl Sand zu erinnern. Aber die Anfänge liegen viel weiter zurück; wenn man die Dinge einmal nicht ganz so ernst betrachtet (wie sie es allerdings verdienen!), so könnte man sagen, sie seien mythischen Ursprungs. Berichtet wird, daß einer der Lehrer des Herakles, der alte und grämliche Linos, also das Urbild des repressiven Professors, seinen Schüler züchtigte, weil er mit ihm unzufrieden war. Herakles, damals noch der Typ des intelligenten und lernbeflissenen, aber doch auch vitalen und etwas gewalttätigen jungen Mannes, verstand bereits etwas vom Umfunktionieren.
Denn zweckentfremdend benutzte er seine Zither als Schlagzeug und schmetterte sie Linos an den Kopf, der sofort tot umfiel. Natürlich wurde Herakles vor Gericht gestellt; der Richter jedoch sprach ihn frei. Die Parallelen gelten jedoch nur begrenzt, denn daß sie Halbgötter sind, glauben wir von unseren Aktivisten nicht gerade. Aber zurück zum Ernst der Gegenwart: Die Gefahr von Gewaltsamkeiten und schwindendem Rechtsbewußtsein ist gewiß nicht zu verharmlosen. Dennoch geht unsere Hauptsorge
jedenfalls zur Zeit mehr dahin, ob Regierung und Landtag bei der notwendigen Reform des Universitätsrechtes den richtigen Weg finden werden und was man künftig unter Hochschulautonomie verstehen will.
Lassen wir die Zukunft im Ungewissen und seien wir heute froh, daß dem Institut immerhin in der Vergangenheit ein erfolgreiches Wirken beschieden war. Die Anerkennung dafür zeigte sich besonders bei einigen nicht alltäglichen Anlässen. Viele unter Ihnen erinnern sich noch an den 3. Juni 1953, als das fünfundzwanzigjährige Jubiläum des Instituts begangen wurde, sicher mehr noch an den 27. Juni 1963, an dem die Entpflichtung Professor Seyfferts von seinen Institutsaufgaben stattfand. Beide Veranstaltungen führten einen großen Kreis von Vertretern der Behörden und der Wirtschäftspraxis, der Förderungsgesellschaft sowie der Universität zusammen und gipfelten in Ansprachen von Ludwig Erhard, der als früherer Fachkollege von Rudolf Seyffert aus seiner sachlichen Kompetenz heraus die Leistungen des Instituts und seines Gründers würdigte. Es ist schade, daß die Gelegenheit fehlt, meinem Vorgänger hier und heute für alles das zu danken, was er dem Institut vermittelt hat. Aber leider war es Herrn Professor Seyffert nicht möglich, von einer interkontinentalen Reise noch rechtzeitig zurückzukommen.
In die Tiefe und Breite wirken kann nur, selbst wenn die inneren Vorbedingungen vorhanden sind, wem auch die äußeren Voraussetzungen geboten werden. In dieser Hinsicht hat die Förderungsgesellschaft jahrzehntelang das Äußerste getan und sich wahrhaft verdient gemacht. Dabei erschöpfte sich ihre Hilfe keineswegs im Materiellen. Es bedeutete sehr viel, was sie dem Institut an Informationen, Anregungen, Kontakten und anderen imponderablen Vorteilen vermittelt hat. Großen Respekt fordern vor allem die aufopfernden Bemühungen jedes einzelnen ihrer Präsidenten. Jan van Norden überwand die Gründungsschwierigkeiten und führte die Gesellschaft bis zur vollen Konsolidierung; Hans Schmitz, der spätere Präsident der
Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels, vollzog ab 1946 den Wiederaufbau und lenkte den Fördererverein über die Strudel der ersten Nachkriegszeit hinweg; Hans Toussaint, damals in Bund und Land in und an der Spitze des Groß- und Außenhandelsverbandes, trug seit 1950 die Last des Ausbaus nach der Seite des Großhandels; und Josef Illerhaus, derzeitiger Präsident der Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels, hat sich seit 1963 sehr darum sorgen müssen, die Folgen für das Institut zu mildern, die teils aus der vergangenen Rezession in der Wirtschaft, teils aus der größeren Zurückhaltung der staatlichen Verwaltung wegen der Überbeanspruchung der Hochschulen durch Lehraufgaben resultierten.
Nicht unerwähnt darf bleiben, daß das Institut auch außerhalb der Förderungsgesellschaft Freunde besitzt, die es sowohl ideell wie finanziell unterstützen. Ihnen allen, den zahlreichen behördlichen wie den privaten Stellen herzlich zu danken, ist die Feier der vierzigsten Wiederkehr des Gründungsjahres ein willkommener Anlaß.
1 Abgedruckt in Heft 5/21 der Mitteilungen des Instituts für Handelsforschung, Seite 61—72,
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