Der Einzelhandelsabsatz im Jahre 1969
von Prof. Dr. Rudolf Seyffert und Prof. Dr. Edmund SundhoffDer Einzelhandel hat auch im August 1969 im Vergleich mit dem entsprechenden Vorjahrsmonat eine beachtliche Absatzsteigerung erzielt. Die am Betriebsvergleich des Instituts für Handelsforschung beteiligten Fachgeschäfte (außer Warenhäusern, Konsumgenossenschaften, Filialbetrieben und Versandhandel) setzten wertmäßig 3 % mehr um als im August 1968. Hiermit war die Zuwachsquote etwas geringer als im Durchschnitt der ersten acht Monate des Jahres 1969 ( + 8%).
Abgesehen vom Tapeten- und Bodenbelaghandel, der eine Absatzeinbuße von 4 % hinnehmen mußte, und abgesehen von den Reformhäusern, bei denen das Verkaufsergebnis unverändert geblieben ist, haben alle übrigen Branchen im August 1969 den Absatz des August 1968 in mehr oder weniger starkem Umfang übertroffen. Besonders gut war die Entwicklung im Sportartikeleinzelhandel, bei dem die Erhöhung im Durchschnitt 19 % betrug. Eine beachtliche Zuwachsquote wurde auch vom Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel ( + 14%) ausgewiesen. Der Textileinzelhandel, der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel und der Spielwareneinzelhandel haben im Berichtsmonat 8 % mehr umgesetzt als im entsprechenden Vor Jahrsmonat. Um 1 % geringer war das Plus mit 7 % bei den Gemischtwarengeschäften. Eine einheitliche, dem Gesamtdurchschnitt entsprechende Absatzsteigerung von 6 % ergab sich im Lebensmitteleinzelhandel, im Eisenwaren- und Hausrathandel, im Radio- und Fernseheinzelhandel, bei den Drogerien, im Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel und im Sortimentsbuchhandel. Ähnlich war auch die Entwicklung im Schuheinzelhandel, wo die Zunahme 5 % betrug. Es folgte mit einer Verbesserung von 4 % der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel. Stärker hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben sind der Tabakwareneinzelhandel, der Möbeleinzelhandel und der Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel. In diesen drei Branchen war der wertmäßige Absatz im August 1969 nur jeweils 3 % höher als 1968.
Faßt man die ersten acht Monate des Jahres 1969 zusammen, so ist für den Einzelhandelsdurchschnitt im Vergleich
mit 1968 eine Absatzzunahme von 8 % festzustellen. Auch alle am Betriebsvergleich beteiligten Branchen haben bis Ende August das Vorjahrsergebnis übertroffen. Die erste Stelle nimmt weiterhin der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel ein, der im bisher abgelaufenen Jahr eine Absatzverbesserung von 27 % erreichte. Es folgen der Möbeleinzelhandel (+ 11 %), der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (+ 11 %) und der Radio- und Fernseheinzelhandel sowie der Sportartikeleinzelhandel (jeweils + 10 %). Um einen Punkt über dem Durchschnitt lagen in den ersten acht Monaten 1969 der Tabakwareneinzelhandel, der Textileinzelhandel und der Sortimentsbuchhandel (jeweils + 9 %). Der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel und die Gemischtwarengeschäfte registrierten ein dem Gesamtdurclischnitt entsprechendes Plus von 8 %. Etwas geringer waren die Steigerungsraten im Eisenwaren-und Hausrathandel (+ 7 %), im Spielwareneinzelhandel (+ 7%), im Lebensmitteleinzelhandel (+ 6 %) und im Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (+ 6 %). Der Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel erreichte eine Erhöhung von 5 % und die Drogerien eine solche von 4 %, Relativ schlecht war die Entwicklung im Schuheinzelhandel, im Tapeten- und Bodenbelaghandel und bei den Reformhäusern, wo die wertmäßigen Absatzsteigerungen nur jeweils 2 % betrugen.
Ergänzend ist zu dem Bericht auf Seite 133 noch auszuführen.
Die im Rahmen des Betriebsvergleichs ermittelten Fachzweigergebnisse für den Textileinzelhandel ließen im August 1969 erhebliche Abweichungen im Absatzverlauf erkennen. Nachdem die Geschäfte mit Baby- und Kinderausstattung in den Vormonaten deutlich hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben waren, lagen sie im August mit einer Zuwachsquote von 15 % an erster Stelle. Beachtliche Verbesserungen wurden auch von den Geschäften mit Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung (+ 14 %) und den Miederwarengeschäften (+ 13 %) erreicht. Über dem Branchendurchschnitt lagen weiterhin die Herrenausstatter (+ 11%) und die Geschäfte mit Herren-, Damen- und Kinderoberbeklcidung (+ 10%). Eine mittlere Position nahmen im Berichtsmonat die Geschäfte mit Wäsche-, Wirk- und Strickwaren und die Geschäfte mit gemischtem Sortiment (jeweils + 8 %) ein. Hinter der allgemeinen Entwicklun zurückgeblieben sind die Geschäfte mit Herren- und Knabenoberbekleidung (+ 6%), die Geschäfte mit Haus- und Bettwäsche, Bettwaren (+ 4 %), die Meterwarengeschäfte (+ 1 %) und besonders die Geschäfte mit Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen, die als einzige Fachsparte eine Absatzeinbuße, und zwar von 5 % hinnehmen mußten.
Erhebliche Unterschiede waren auch zwischen den Teilbranchen des Eisenwaren- und Hausrathandels aufgetreten. Hier nahmen die Geschäfte mit 40 % und mehr Haushalt- Großgeräteabsatz (+ 14 %) die erste Stelle ein, gefolgt von den Geschäften mit 30 % und mehr Walzmaterial-, Sanitärartikel-, Bau- und Brennstoffabsatz (+ 10%). Unter dem Branchendurchschnitt lagen die Sortimenter (+ 5 %) und die Geschäfte mit Haus- und Küchengeräten (+ 2%).
Im Vergleich mit dem Vormonat Juli wies der Einzelhandel im August 1969 den saisonbedingten Absatzrückgang auf. Er betrug im Durchschnitt 7 %. Besonders starke Einbußen mußten der Sportartikeleinzelhandel (— 31 %), der Textileinzelhandel (— 20%), der Schuheinzelhandel (— 19%) und der Möbeleinzelhandel (— 15 %) hinnehmen. Der Lebensmitteleinzelhandel setzte im August das gleiche um wie im Juli. Im Gegensatz zum Gesamtdurchschnitt wurden vom. Radio- und Fernseheinzelhandel ( + 4%), vom Spielwareneinzelhandel (+ 5%) und vom Sortimentsbuchhandel (+ 40%) Absatzzunahmen erzielt. Bei der Beurteilung der beachtlichen Zuwachsquote im Sortimentsbuchhandel ist das durch den Beginn des Schuljahres bedingte Schulbuchgeschäft zu berücksichtigen.
